*<-p # ^r * +*& *'>^ .* * * J* l *iJ C>! ^r* 'S*^^ -5fl w'.i 1>S Q^' s! S ,1 ^ ^'3? fe VjtiBk .?*-*% .- ^ .* rV ^ls i. vf * / Jfei 1 l^t untr^ *_> MARINE BIOLOGICAL LABORATORY. Received % l^L *J 2. -c_ f ff Accession No. Given by H~ 3 JL ( Place, ***Tto book op pamphlet is to be Pemoved fpom ttxe Liab- opatopy tuithout the pepmission of the Tpustees. l ^3 () ^ n "^^ | 1 ^B^? -C ""^ "*" SESSS N i ) 12 Verfasser und Verleger behalten sich das Eecht der Uebersetzung in fremde Sprachen vor. Die Klassen und Ordnungen des THIER-REICHS, wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild. Von Dr. 11. G. Bronn, Prof. der Zoologie u. angewandten Naturgeschichte an der Grossherz. Universitt Heidelberg, auswrt. Mitgl. d. kn. Akademien d. Wissensch. zu Berlin u. Mnchen, der geolog. Gesellsch. zu London u. s. w. Natura in minimis mazima. Erster Band. AMORPHOZOE N. D)~C\\ wff EtSoatapltteu Eafct'n wuCb um&xmuvl Mo6&ic&uitteu>. Leipzig und Heidelberg. C. F. Winter'sche Verlagshandlung. 1859. *>v. * **T Die Klassen und Ordnungen der FORMLOSEN THIERE (AMORPHOZOA) wissenschaftlich tiargestellt in Wort und Bild. Von Dr. H. G. Bronn 5 Prof. der Zoologie u. angewandten Naturgeschichte an der Grossherz. Universitt Heidelberg, auswrt. Mitgl. d. kn. Akademien d. Wlssensch. zu Berlin u. Mnchen, der geolog. Gesellsch. zu London u. s. w. Natura in minimis maxima. DVJ\X swot'f lYtoti'tapInttm GafelVv uii nicbtctcu dCotzAcfoiuttvit. Leipzig und Heidelberg. C. F. Winter'sche Verlagshandlung. 1859. % l m * ' Verfasser und Verleger behalten sich das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen vor. j /-f- L Allgemeine Einleitung zu den Klassen und Ordnungen des Thier- Reichs. Organismen sind solche individuelle Natur-Krper von bestimmter Form, welche mit Lebens -Kraft oder Yitalitt versehen sind, die sich durch vegetative und durch generative Verrichtungen oder Funktionen ussert. In lebenslnglichem Stoffwechsel begriffen, nhren sie sich und wachsen durch innre Aufnahme und Aneignung von Nahrungs-Stoffen zur Gestaltung des Einzelnwesens und zur Erhaltung der Art, indem jenes nach gemessener Zeit wieder stirbt. Zu ihren Verrichtungen sind sie aus Lebens - Werkzeugen oder Organen zusammengesetzt, die selbst wieder aus zelligen Form -Elementen und aus beweglichen Sften bestehen, als deren beider Urstoffe hauptschlich und wesentlich Sauerstoff, Wasser- stoff, Kohlenstoff und Stickstoff in ternrer oder quaternrer Mischung erscheinen, denen sich aber auch noch einige andre einfache Verbindun- gen in untergeordneter Menge oder in eigenthmlichen Theilen beigesellen. Alle Organismen -Individuen lassen sich zu einer gewissen Anzahl von Arten vereinigen. Eine Art begreift jedesmal alle diejenigen Einzelwesen in sich, welche erweislich von einerlei Altern abstammen oder doch die- sen eben so hnlich, als sie unter sich sind. Die Organismen zerfallen in Pflanzen und Thiere. Thiere haben vor den Pflanzen noch die Sensibilitt, das Vermgen der Empfindung und Bewegung voraus und sind zu dem Ende noch mit einer Anzahl entsprechender Organe versehen, welche den Pflanzen abgehen. Die Mischung ihrer meisten oder aller wirklich organischen Krper-Theile ist quaternr, aus Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und verhltnissmssig we- niger Kohlenstoff als bei den Pflanzen. Nicht nur ihre Sfte, das Flssige, sondern auch die von diesen durchdringbaren Zellen -Wandungen, als das Starre, sind beweglich. Sie haben fast alle einen Mund und mit wenigen Ausnahmen einen geschlossenen Nahrungs-Kanal, in welchen die organi- schen (d. h. schon aus ternren und quaternren Verbindungen bestehenden) Roh -Stoffe gefhrt werden mssen, aus denen sie ihre Nahrungs - Fls- sigkeit schpfen, whrend die Pflanzen unorganische Nahrungs-Flssigkeit von aussen einsaugen. Ihr Wachsthum findet durch Zellen-Bildung in und zwischen den alten Zellen und im Innern der Organe statt, nicht an deren Umfang (zentrales" im Gegensatze des peripherischen" Wachsthums). Fr Empfindung und Wahrnehmung sind gewhnlich die Sinnes -Werk- Bronn, Klassen des Thier -Kelchs, i. * jj Allgemeine Einleitung. zeuge vorhanden; die Bewegung ist meistens bis zur Fhigkeit des Orts- wechsels gesteigert. Wie all -verbreitet aber auch diese Unterschiede von den Pflanzen sein mgen, so ist doch kaum einer unter ihnen (wenn nicht die, freilich oft noch kaum praktisch nachweisbare , Funktion der Sensibilitt und die Ernhrung aus nur organischen Stoffen?), der allen Thieren ganz ohne Ausnahme gemein und fr sich allein als unbedingtes Unterscheidungs- Merkmal zu betrachten wre, indem sie an der untersten Grenze des Thier-Reichs nur allmhlich zum Vorschein kommen , so dass beide Reiche wie aus einer gemeinsamen Wurzel entspringen und die thatschliche Feststellung ihrer Grenze schwierig wird. Die Thier-Lehre, die Wissenschaft von den Thieren, die Natur- Geschichte der Thiere, die Thier- Geschichte oder die Zoologie hat die Aufgabe, alle Thiere nach allen ihren Theilen, eignen Thtigkeiten und usseren Beziehungen zu erforschen, zu beschreiben und zu ordnen, Letztes in der Weise, dass nicht nur die Arten je nach dem Maasse ihrer gegenseitigen bereinstimmung in Sippen, Familien, Ordnungen, Klassen etc. nher zusammengerckt, sondern diese auch nach den Gra- den ihrer hheren Vollkommenheit bereinander gestellt werden. Sie zer- fllt demnach in viele einzelne Zweige, unter welchen wir 1) im Ein- zelnen: a) die Zerlegung aller Form-Theile des Krpers oder Zootomie, b) die chemische Untersuchung oder Zoochemie, c) die Lehre von den Verrichtungen der Organe oder die Zoo -Physiologie, dann 2) die Ver- folgung des Formen-Wechsels und krperlichen wie geistigen Lebens-Laufes vom ersten Keime des Individuums an durch alle seine Alters -Stufen hindurch bis zum Tode, und 3) endlich bezglich der Arten und Arten- Gruppen a) deren vollstndige Beschreibung oder Zoographie, b) die syste- matische Anordnung oder Taxonomie, c) die geographisch-topographische Verbreitung, d) die geologische Entwicklung und endlich e) deren Stellung im Haushalte der Natur als die wichtigsten hervorheben. berhaupt aber fhrt die Naturgeschichte alle ihre Untersuchungen schliesslich auf die Arten zurck und geht berall wieder von den Arten aus, abweichend von der Zoochemie, Zootomie, Physiologie, Morphologie u. s. w., wo diese Zweige der Naturgeschichte in selbststndigerer Weise auftreten. Da sich aber die Thier-Arten verschiedener Gruppen des Systemes in allen diesen Be- ziehungen sehr ungleich zu verhalten pflegen, so mssen wir, selbst in dieser doch mehr Allgemeinen Zoologie, den angedeuteten Untersuchungs-Gang in den wichtigsten derselben, wenigstens in den einzelnen Klassen und Ordnungen wiederholen, um uns eben von den Arten nicht allzuweit zu entfernen und die Theil- Beziehungen zur Individualitt des jedesmaligen Ganzen nicht aus dem Auge zu verlieren. Der naturgemsseste Gang dabei ist der von unten aufsteigende, welcher das Thier-Reich so wie das Thier-Individuum in seiner fortschrei- tenden Entwickelung betrachtet. Er ist es um so mehr, als im Allgemei- nen auch die Existenz der unvollkommneren Thiere derjenigen der voll- Allgemeine Einleitung. XII kommneren nicht nur zeitlich vorhergegangen ist, sondern dieselbe auch noch fortwhrend bedingt, obwohl es andrerseits oft bequemer und mit der geschichtlichen Entwickelungs -Weise der Wissenschaft berein- stimmender sein wrde, von den bekannteren und tglich beobachtbaren Erscheinungen der hheren Thier-Klassen zu den minder bekannten der kleinen und mikroskopischen Thier- Formen hinabzusteigen. Jener Gang ist es aber auch, der uus veranlasst, statt der analytischen eine mehr synthetische Behandlungs-Weise unsrer Wissenschaft zu whlen und aus allen besondren Beobachtungen erst allmhlich die allgemeineren Gesetze der Erscheinungen zu entwickeln*). Gleichwohl werden wir genthigt sein, noch einige Ausnahmen zu machen, und zwar a) einen bersicht- lichen Rahmen des Thier -Systems, b) eine kurze Andeutung der haupt- schlichsten Entwicklungs-Perioden der Zoologie und ihrer einzelnen Theile, und c) ein Verzeichniss der wichtigsten allgemeineren Litteratur fr alle Zweige der Zoologie vorauszusenden, aufweiche wir spter uns am fte- sten beziehen oder unsre Leser verweisen mssen. Wir werden uns nm- lich alsdann darauf berall krzer beziehen knnen. Sollte es nthig er- scheinen, so wrden sich am Ende des Werkes die allgemeinen Gesetze der Erscheinungen als Philosophie der Zoologie zusammenfassen lassen **). Geschichte.***) Wir haben schon erwhnt, dass die Kenntniss der Thiere von den grsseren und hheren Formen zu den kleineren und un- vollkommneren vorangeschritten ist. Vater der Zoologie und Vergleichen- den Anatomie ist Aristoteles (384 322 v. Chr.), ein ursprnglicher und selbststndiger Forscher , welchem sein Schler und Freund Alexander der Grosse von Macedonien alle nthigen Hlfsmittel zur Verfgung stellte. Was bis zu den ersten Jahren nach Christi Geburt in diesem Gebiete geleistet worden, suchte Plinius d. . (23 79 n. Chr.) mit einigen eigenen Beobachtungen in seiner Natur-Geschichte zusammenzustellen, die sich jedoch mehr mit den usseren Erscheinungen beschftigt. Die Zeit des Mittelalters war allen wissenschaftlichen Forschungen ungnstig bis zur Grndung der ersten Universitten (1200 n. Chr.), wo insbesondre die medizinischen Studien einen neuen Anstoss gaben, bis zur Erfindung der Buchdrucker- und Holzschneide -Kunst (1436 1490) und bis zur Ent- deckung des Kap's, Ostindiens und Amerika's (1486 1492) und zur Re- formation (1500 1546), wodurch alle Forschung freier, die Verbreitungs- Mittel fr die gewonnenen Resultate vervielfltigt und beschleunigt, die Ver- mehrung versinnlichender Abbildungen ermglicht und das Feld fr neue *) In unsrer Allgemeinen Zoologie" (Stuttg. 1850, 8.), wo sie selbst den Haupt-Zweck bil- deten, konnten sie bei einer absteigenden und analytischen Richtung sogleich vorangestellt werden. **) Fr jetzt verweisen wir auf unsre Morphologische Studien." Leipzig 1858. 8. ***) Einen vollstndigeren und ausfhrlicheren Entwurf dieser Geschichte findet man in derselben Allgemeinen Zoologie, S. 6 46. Man missdeute es nicht, wenn in gegenwrtiger Skizze nicht alle verdienten Namen aufgezhlt sind. Es handelt sich nur um die allgemeinen Leistungen und Schriften in jedem Zweige der Wissenschaft. Im brigen wrde jede Abgren- zung willkhrlich sein; von einzelnen Leistungen spter! ** jy Allgemeine Einleitung. Entdeckungen viel weiter ausgedehnt wurde. Da erschienen des Zricher Arztes Conr. Gesner in Gehalt und Ausstattung herrlichen Druck -Werke ber die Naturgeschichte der Wirbelthier- Klassen (1550), sowie spter die von Aldrovandi, da entdeckte Vesalius den kleinen, Harvey (1651) den grossen Blut-Kreislauf der hheren Thiere, ermittelten s e 1 1 i , Pecquet u. A. die Bewegungen des Chylus, setzte Galilei (1612) das Mikroskop zusammen, welches indessen erst Swammerdam und Mal- pighi (1669) und Leeuwenhoeck(1685) verbesserten und zu feineren zoo- logischen und anatomischen Untersuchungen grssrer und kleinerer Thiere benutzten. Da begann mit C. Linne (1737 1778) eine neue Zeitrechnung der Naturgeschichte, nicht sowohl in Folge seiner tief-eindringenden Forsch- ungen oder der neuen von ihm erzielten Resultate, sondern mehr seines anregenden Eifers, seines ordnenden Wirkens und der von ihm in die Natur- geschichte berhaupt eingefhrten Form -Verbesserungen, wodurch sie ein Gemeingut zu werden sich eignete. Er war es, der eine fest bestimmte Tennin ologie, eine binre Benennungs- Weise aller Arten, eine scharfe Diagnose, eine gute Beschreibung und eine regelmssig gegliederte Klassi- fikation durch Abstufung in Klassen, Ordnungen und Sippen (Genera) in die Wissenschaft einfhrte, alle bis dahin entdeckten Arten selbst kennen zu lernen und in sein System einzutragen sich bemhte und viele begei- sterte Schler zum Sammeln nach allen Welttheilen aussandte. Sein Systema animaliam ist seit 1735 allmhlich in 13 immer reicheren Auflagen erschienen. Im Jahre 1767 (ed. XII.) zhlte es kaum ber 5600 Arten. Die letzte oder XIII. viel reichere Autlage hat nach Linne's Tode J. Fr. Gmelin 1788 1793, nicht mit dem besten Erfolge , besorgt. Damit war die Reihe der alle Klassen, Sippen und Arten umfassenden systematischen Werke geschlossen. Kein einzelner Zoologe konnte fortan noch das ganze System umfassende Species animalium" 1 - herauszugeben wagen ; kein Verein hat sie mehr versucht. NurLamarck hat noch ein hnliches, doch auf die Wirbel-losen Thiere" beschrnktes, aber auch hier keineswegs voll- stndiges und namentlich in Bezug auf die sechsfssigen Insekten sehr gekrztes Original -Werk (1801, 18151822) geliefert. Lang wrde die Liste sein, wollten wir alle Naturforscher aufzhlen, welche nach Linne die verschiedenen Zweige der Zoologie bearbeitet, erweitert oder besser gestaltet, insbesondere aber auf seine Vorarbeiten gesttzt und in seine Fusstapfen eintretend bald diesen und bald jenen Theil des Systemes mit neuen Arten zu bereichern oder durch genauere Untersuchungen zu ver- vollkommnen im Stande gewesen sind, und worauf wir berdiess bei den einzelnen Thier-Klassen zurckkommen mssen. Inzwischen hatte neben der usserlich beschreibenden und nach usserlichen Merkmalen klassifizirenden Zoologie die sogen. Vergleichende oder Thier-Anatomie seit Malpighi die bedeutendsten Fortschritte gemacht, und Blumenbach (1805) den Stand dieser Wissenschaft in einem Lehr- buche dargestellt, nachdem Vic d'Azyr 1774 ff. und Gg. Cuvier seit 1795 bemht gewesen, auch den anatomischen Merkmalen Geltung bei Allgemeine Einleitung. y der Klassifikation der Thiere zu verschaffen oder diese mitunter aus- schliesslich darauf zu grnden. Aber die bedeutendste Folge dieser Fort- schritte verkrperte sich nach manchen Vorarbeiten in Gg. Cuvier's 1819 und in zweiter Auflage 1829 erschienenem Thier-System", gegrndet auf die gesammte ussre sowohl als innre Organisation der Thiere, worin Latreille die Bearbeitung der Insekten bernommen hatte, ein bis in die Sippen und Unter-Sippen herab vollkommen durchgefhrtes und berall durch Zu- theilung wenigstens einzelner typischer Arten reprsentirtes System, das sich durch die vollstndige Benutzung aller Merkmale, durch die Abw- gung des Werthes der einzelnen Charaktere gegeneinander, durch die Voran- stellung der gewichtigsten, wie durch die Einfhrung eines wesentlichen neuen zwischen Reich" und Klasse" stehenden Klassifikations - Glie- des, der Unterreiche", Kreise oder Grund-Typen" des Thier-Reiches aus- zeichnet. Diese Grund-Typen, deren Cuvier 4 angenommen, unterschei- den sich von den andern mehr willkhrlichen Kategorien der systemati- schen Gliederung dadurch, dass sie nicht auf einer zuflligen grsseren oder kleineren Summe verschiedener Merkmale beruhen, auf welche man oft erst nur Sippen gegrndet, diese aber spter zu Familien, Ordnungen und selbst Klassen erhoben hat (welche mithin als vernderliche Hlfs-Begriffe er- scheinen), sondern dass sie in den architektonischen Grundplanen der Thier- Krper von einander verschieden und in der Natur selbst vorhanden sind. Whrend nun hauptschlich in Folge der Durchforschung ferner Welt- gegenden die Anzahl der bekannten Thier-Arten allmhlich auf 100 1 20,000 anstieg und damit eine Menge ganz neuer Formen sich der Beobachtung dar- bot, deren Aufsuchung und Beschreibung viele Zoologen beschftigte, verfolg- ten zahlreiche Schler und Nachfolger den von Cuvier eingeschlagenen Weg der Erforschung des inneren Baues derselben und seiner Anwendung auf die Klassifikation immer weiter; so Audouin, Duvernoy, Laurillard, Valenciennes in Frankreich, Meckel, Rudolph i, Tiedemann, Johannes Mller, Rud. Wagner in Deutschland, Richard Owen in England, delle Chiaje in Italien u. v. A. Inzwischen erffnete sich den anatomischen Forschungen seit den dreissiger Jahren ein neues Feld, in Folge durchgefhrter Anwendung des Mikroskopes in Verbindung mit chemischen Reagentien, wodurch ganze Thier- Klassen der genaueren Un- tersuchung erst zugnglich geworden sind. Es sind theils noch die vorigen und theils ihre Schler, denen wir diese Erweiterung des Forschungs-Gebietes mit den herrlichsten Resultaten verdanken, in Frankreich Duges, Quatre- fages, Blanchard, Haime, in Deutschland Ehrenberg, v. Siebold, Troschel, Leuckart, Klliker und zahlreiche Andre, mit deren Namen wir bei den einzelnen Thier -Klassen allmhlich werden vertrauter werden. Obgleich der grosse Aufschwung der Chemie mit den siebenziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begonnen, so hat die organische und insbesondre die Zoo- Chemie doch erst seit etwa den letzten 30 Jahren fr die genauere Kenntniss der Zusammensetzung des Thier -Krpers in allen Abstufungen des Systemes wesentlich ausgiebiger zu werden be- yj Allgemeine Einleitung. gnnen. Sie ist seither mit der Zootomie gleichen Schrittes gegangen, und beide haben sich oft wechselseitig untersttzt. Was endlich die grossentheils erst aus der Menschen -Physiologie her- vorgegangene vergleichende Ph 3^ siologie betrifft, in deren Gebiet seit den schon oben berichteten Entdeckungen die Unterscheidung der Willens- und der Bewegungs-Nerven durch Ch. Bell u. A. (1822 23) vielleicht die wichtigste gewesen, so war auch ihre weitre Fortbildung hauptschlich durch die vergleichende Anatomie und Chemie bedingt. Nach und neben v. Baer's, Magen die 's, J. Mll er 's u. v. A. verdienstlichen, meist nur auf den Menschen bezglichen Arbeiten hat besonders Burdach (1828 1840) die physiologische Wissenschaft in deren ganzem Umfange auf ihrem zeit- lichen Stande darzustellen gesucht, haben Liebig, Mulder, Dumas u. A. (1845 ff.) die wichtigsten physiologischen Prozesse vom chemischen Ge- sichts -Punkte aus beleuchtet und hat zum Theil in dessen Folge die Physiologie immer mehr den experimentellen Weg eingeschlagen, welcher die wesentlichsten Fortschritte verspricht. Insbesondre hat sich seit den vierziger Jahren durch die Untersuchungen ber die elektrische und endos- motische Thtigkeit der elementaren Form-Theile der thierischen Gewebe eine immer grssre Anzahl von den zur Ernhrung dienenden und andern Prozessen als eine Reihe rein chemischer und physikalischer Vorgnge herausgestellt, die man frher in Ermangelung ihrer nheren Kenntniss nur von der Lehenskraft ableiten zu knnen geglaubt hat, deren Existenz dagegen in der voraus - berechneten Hervorbringung und Gestaltung eben jener Form-Theile am rechten Orte und mit der rechten Thtigkeit fr ihre zuknftige Bestimmung sowie in der ganzen harmonischen Zusammen- setzung und der Entwickelung des Organismus bloss aus lterlichen Kei- men berzeugend hervortritt. Untersuchungen ber einheitliche Grund-Formen der Thiere sind von uns selbst wie von V. Carus und neuerlich von G. Jger gepflogen worden. Mit der fortschreitenden Entdeckung immer neuer Tkier-Formen, mit der immer sorgfltigeren Beschreibung und chemischen wie anatomischen Zerlegung derselben, mit der besseren Kenntniss von ihren Lebens-usse- rungen mussten auch die Grundstze der Klassifikation, die Taxonomie, eine selbststndigere wissenschaftliche Gestaltung gewinnen. Nachdem der ltre Jussieu gelehrt, die Merkmale fr die Nebeneinander- und die Unter- Ordnung in der Gliederung des Systemes nicht nur zu zhlen, sondern auch zu wgen, nachdem Cuvier nicht allein die Ergebnisse der Zoo- tomie in die Systematik eingefhrt, sondern auch vier Haupt -Typen als Erste Grundlagen des Systemes nachgewiesen, deren untersten oder den der Pflanz en-Thiere wir jedoch glauben in zwei, in Strahlen- und Form- lose Thiere zerlegen zu mssen, sind allerdings noch andre Systeme auf neuen theils reellen und theils formellen Grundlagen versucht worden. So wollte Oken (1802 1850) bald alle Kategorie'n des Systemes wie Klassen, Ordnungen, Sippen u. s. w. in gleicher Zahl errichtet wissen, Allgemeine Einleitung. yjj bald jedes Organen - System in einem entsprechenden Thier-Kreise, jedes Organ in einer entsprechenden Thier -Klasse vertreten sehen und wusste eine Zeit lang manche Anhnger fr diese oder jene Ansicht zu begeistern. So wollten Ehrenberg und mehre andre Systematiker nur physiologische statt anatomische Merkmale an die Spitze der Haupt- Abtheilungen des Systemes gestellt wissen, wobei insbesondre die aus der Entwickelungs- Geschichte der Thiere entnommenen die hchste Beachtung in Anspruch nah- men (v. Baer, van Beneden, Klliker, Vogt etc.). Im natrlichen Systeme sind jedoch alle Arten von Merkmalen gleich-berechtigt und nach ihrem Gewichte zu ordnen. So will endlich Agassi z die verschiedenen Kategorie'n des Systemes auf eben so verschiedene und voraus bestimmte Kategorie'n von Merkmalen gegrndet wissen: die Kreise auf den Bau- Plan , die Klassen auf die zu seiner Ausfhrung gebrauchten Mittel und Wege, die Ordnungen auf die Komplikations - Stufe der Ausfhrung, die Familien auf die Form etc. Wir haben (1858) in einer eigenen Schrift diese Merkmale einer eingehenden Prfung unterworfen und ausser den architektonischen fr die Unterreiche oder Kreise zwar solche der pro- gressiven Entwickelung , auf welcher in allen Kreisen die stufenweise Vervollkommnung der Organisation beruhet, und solche der Anpassung an ussre Existenz -Bedingungen unterschieden, die sich in allen Unter- reichen wiederholen und mit den vorigen durchkreutzen, mssen aber die nur in manchen Fllen zusagende A gas siz 'sehe Forderung (wie alle bloss theoretisch gemachte Systematik) ihrer oft Natur - widrigen Folgen wegen verwerfen*). Die Thier- Geographie, die wissenschaftliche Erkenntniss von den Gesetzen der Verbreitung des Thier -Reiches als eines Ganzen ber die Erd- Oberflche, welcher allmhlich zahlreiche Faunen zur Grundlage dienen knnen, hat in ihrer Allgemeinheit erst in Agassiz und Schmarda Bearbeiter gefunden; Andre sind fr einzelne Kreise und Klassen aufge- treten; unsre Kenntnisse in dieser Beziehung sind aber noch viel zu lckenhaft, um eine zugleich grndliche und bersichtliche Bearbeitung- aller Unterreiche in Bezug auf die ganze Erd -Oberflche zu gestatten, deren klimatische, topographische und pflanzengeographische Verhlt- nisse dabei alle sehr mit in Betracht zu ziehen sind, zu deren Kenntniss vor 56 Dezennien zuerst v. Humboldt den Weg gebahnt; aber unter- meerische Forschungen haben erst seit den letzten 10 Jahren begonnen sich an die ber dem Meeres-Spiegel ergnzend anzuschliessen. Die Erforschung der geologischen Verbreitung und Entwickelung des ganzen Thier -Reiches oder die eigentliche Thier-Geschichte hat im vorigen Jahrhundert mit der Einsammlung und Abbildung der fossilen Reste seitens der Kuriositten -Liebhaber ihren Anfang gefunden. Erste grndliche Bestimmer und Beschreibe!' fossiler Konchylien nach Linne's *) Bloss geschichtliche berblicke der Systeme findet man bei S p i x , Agassiz (Contri- butions) und in unsrer Allgemeinen Zoologie. VIII Allgemeine Einleitung. Methode waren Brand er (1766) und spter J. Sowerby (1812 ff.) in England, Blumenbach (1803) und besonders Goldfuss (1826) in Deutschland, de Lamarck in Frankreich (1802 ff.), Brocchi in Italien (1814), wo auch Volta sich zuerst in den Fischen versuchte (1796); doch lehrte G. Cuvier zuerst die fossilen Knochen im Allgemeinen richtiger be- stimmen und verwerthen (1812 ff.), worin ihn spter Agassiz in Bezug auf die Fische ergnzte (1844). Die Beziehungen der einzelnen Arten zu den aufeinander-folgenden Gebirgs - Bildungen suchten zuerst v. Sehlot- heim in Deutschland (1813, 1820) und William Smith in England (1816) nachzuweisen und festzustellen. Zur Frderung dieser letzten Studien war unsre Lethaea geognostica (1833 1854) mitzuwirken be- stimmt. Etwa vom Jahre 1820 an drngten sich die Forschungen nach den fossilen Resten, die Bearbeitung derselben bald nach einzelnen rt- lichkeiten und Lndern und bald nach Klassen und Ordnungen oder Fa- milien aller Orten und besonders in Europa und Nord-Amerika so sehr, dass jetzt schon ber 30,000 fossile Arten bekannt und beschrieben sind, ob- wohl aus den brigen Welttheilen nur erst Weniges zu unsrer Kcnntniss gelangt ist. Diese materielle Ausbeute haben wir selbst, Pictet, Geinitz, d'Orbigny, Quenstedt von Zeit zu Zeit systematisch zu ordnen und so mit Agassiz, Burmeister und Harting zu Ermittelung des Gesetz- lichen in der Aufeinanderfolge der Thiere zu benutzen gesucht, was jedoch nur unter Mitbercksichtigung des gleichzeitigen Entwickelungs - Ganges der Erd-Oberflche und der Pflanzen-Welt gelingen kann. Was endlich die Kenntniss von den Wechselbeziehungen der ver- schiedenen Thier-Klassen unter sich, zum Pflanzen-Reiche und zum Haus- halte der Natur im Ganzen betrifft, wohin wir auch deren fr den Menschen ntzliche und schdliche Leistungen zu rechnen haben, so liegt darber zwar eine Menge von Thatsachen vor; aber eine Unterordnung und Einth eilung derselben unter allgemeine wissenschaftliche Gesichtspunkte, z. B. Physiostatik , d. h. eine Nachweisung des wechselseitigen Gleich- gewichts- und Abhngigkeits - Verhltnisses , und dann berhaupt eine wissenschaftliche Bearbeitung des Gegenstandes in seinem ganzen Umfange mangelt uns noch vllig. Um eine vorlufige bersicht der Stellung, der Verwandtschaften und Verschiedenheiten der einzelnen Thierkreise, die uns hier beschftigen, zu geben, theilen wir neben- stehende Tabelle, Seite ix mit. Ein Verzeichniss derjenigen allgemeinen Litteratur, welche bei ein- zelnen Thier- Kreisen entweder keinen Raum finden kann oder bei jedem derselben wiederholt werden msste, folgt S. x nach. CXX>000 IX Tabellarische bersicht der fnf Unterreiche oder Kreise des Thier- Reichs. c o I I o 2 H c o o s o W C o N o o c I I c U e o N o 'l-t 4-3 O 1 c o N o Ph 4 o < d o d u .d a' xi -d o u o M Xl H X 1 7^ 4-J ' 03 13 b 03 o3 P, d :d Ph d a CO a | bo o d :d SP =2 S-l ^ 3 a, & :o S 3 T3 Ol a .d u 00 03 pq o O d d (D :3 a ,d es a 03 d o3 M s 5* XI hl o > CC P i-5 d % 09 CO - i 03 M O &i a d -*J 03 /. co S pq 03 bl i v - T3 d "d a Xl 03 t3 d 03 rd O t3 d *d d 3 CD d ^ 03 Je * es :d S P5 I 5 b T3 d d co 03 CD 'd o d o i-i b d 03 CD CS] bo > !^< S l 53 -d rs 03 ^ d c3 pq CS 03 o h -r pH ^ ^ d 03 c s d d 03 ^4 d d T3 d o3 XI, - o > T3 r b bo d r3 d =4-1 33 Ol n3 W d *5 4S S 5. o c N B OS Ss 'S 03 03 03 CS i -H & 03 w CO 43 30 09 PH ^ % S d ^ H C o 03 03 S 03 EPh o d 2 S j2 03 0J 03 * s .i 03 b - o bb 03 PS 03 m 03 d bo Ol 03 03 t3 CO I 03 03 .SPM pq w ^ bD big 03 -( 03 t3 (H ^ 03 03 ! tf) : 09 bo ^ CO a - S 5 .2 d ^ 03 - 03 d S ^ d 03 a.-g d " o3 (i H 03 ^ 03 bb^ 03 *~* 03 I C 03 a d o a ^ t3 O c ^4 :o3 T3 O d o TS d d co 03 M g - 1 03 co b 2 ? 7^ 03 'S CO 8.-S bog CO 03 b'd H C3 03 b O 03 gco s 03 i-l 03 < 03 03 3 d o d d k. xl T3 d 03 3d O M 03 1-. U C 1 xl 03 CS3 i -d d d CD 2 -4-3 o rd H *i. > O) u n ^ -*j a 'u S3 4 I u S 03 *> o P > Grund- Plan. Ftal-Zustnde co d 03 bo u O 6 03 b d d tSJ o w 7 CO bo d d -d ^h M 03 t/5 9 >-> CD 3 d CA d d IS g CD 10 11 Organen - Systeme und Organe. d r ( pq 12 XU Allgemeine Litteratur. 60) The Zoological Magazine, London 1833 61) Philosophical Transactions of the Koyal Society of London, 4. (jhrlich I Band in 2 bis 3 Theilen, 1857 = vol. CXLV1I.) 62) Transactions of the Royal Society of Edinburgh, Edinb. 4. 17881843, XV voll 63) Transactions of the Zoological Society of London, 4. 1833 1857, IV voll, in 26 parts. 64) Transactions of the Microscopical Society of London. 8. 1844 52. III voll. 65) Lankester a. Busk : Quarterly Journal of Microscopical Science, incl. the Transactions etc. London, 80. 185257, voll. L V. i) Amerikanische: 66) B. Silliman (etc.) : the American Journal of Science and Arts. New Haven, 8. (jhrlich 2 Bnde) 182045, vol. L XLIX.; new series: 184657, L XXIV. 67) Transactions of the American Philosophical Society at Philadelphia, 4. New Series, 1818 bis 1844; voll. L IX 68) Proceedings of the Academy of Natural Science of Philadelphia, Philad. 8., 2. series, 184957. voll. I. IX. 69) Journal of the Academy of Natural Science of Philadelphia, Philad. 4. 2. series, 1848 bis 1857, voll. L III. F. Allgemein systematische Werke (chronologisch) : 70) U. Aldrovandi : Opera omnia, XIII voll, in fol. Bonon. 15991646; edit. Francof. 1637 44. 71) C. a Linne: Systema naturae, edit. 1. Lugd. Batav. 1735, 14 pp. in Fol.; edit. 13. cura J. A. Gmelin: Lipsiae, 8. Zoologia, voll. VII, 17SS 1793. 72) G. L. de Buffon (Daubenton et Lacepede) : Histoire naturelle generale et particuliere, XLIV voll. 4. Paris 17491804; Histoire naturelle etc., XCvoll. in 12. Paris 1752 bis 1805. Diese und spter die Oeuvres completes" in zahllosen, in Format und Bnde -Zahl wechselnden, zum Theil auch verbesserten Ausgaben, die sich aber gleich den ersten alle nicht ber die Wirbelthiere hinaus erstrecken; ausgenommen die bei Roret in Paris er- scheinende mit ihren (Nouvelles) Suites Buffon in 8., Paris 1834 57," wovon jedoch erst wenige Theile ber einzelne Thier- Klassen vollendet sind. 73) J. Fr. Blumenbach : Handbuch der Naturgeschichte. Gtting., 8. 12 Auflagen, 1779 1830. 74) G. Shaw. General Zoology, continued by Stephens, XXII parts, London 1800 1819, 8. (Mollusken und Pflanzen - Thiere fehlen.) 75) de Lamarck : Systeme des animaux sans vertebres, Paris 1801, 8.; Histoire naturelle des animaux sans vertebres, Paris, 8. VII voll. 1815 22. 2. edit. augmentee par G. P. Deshayes et Milne - Edwards , XI voll. 1835 45 [ergnzt sich mit Buffon]. 76) G. Cuvier : Tableau elementaire de l'histoire naturelle des animaux, Paris 1798. 8". Le regne animal distribue d'apres son Organisation, IV voll. 1817. Paris, 8.; 2. edit. V voll. 1829; edit. accompagnee de (presque 1000) planchcs gravees, publiee par ses eleves, 2451ivr. 77) G. Cuvier: das Thier-Reich etc., bers, u. erweitert v. Voigt. VI. Leipzig 1831 43. 8. 78) Guerin-Meneville : Iconographie du regne animal de G. Cuvier. VII voll, (in 8. ou 4".) 450 pH. Paris 1829 44. 79) Oken Lehrbuch der Zoologie, II, 1816, Jena, 8.; Allgemeine Naturgeschichte : Thier- Reich, IV Theile in 8 Bnden, Stuttg. 1833 38, So. 80) J. van der Hoeven : Handboek der Dierkunde, 2.Uitgaiv, II Bde. 8o. Amsterd. 1850 1855 mit Atlas (der 1. Band auch deutsch als Naturgeschichte der Wirbel-Thiere, Leipz. 1850, 8o.) Hierher noch zahlreiche Lehrbcher, welche wegen einer verbesserten Eintheilung einzelner Ordnungen, Familien u. dergl. an ihrem Orte nher zu bezeichnen sein werden. G. Sammelschriften, Wrterbcher u. gemischte Bilderwerke (chronologisch) : 81) Encyclopedie methodique ou par ordre des matieres, par une societe de gens de lettres ; Histoire naturelle, X voll, en 20 parties et XVII voll, de 1850 i>ll. Paris, 40. 1782 1832. 82) Dictionnaire des sciences naturelles, chez Levrault, LX voll. 80. avec Atlas, Paris 1816-30. 83) P.S.Pallas: Miscellaneazoolog.,Leidae, 1778. 4o.; Spicilegia zoologica, Berolini 1767-80. 4o. M) de Leeuwenhoeck : Opera omnia, s. Arcana naturae microscopiis detecta (168586), edit. noviss. emend. VII tomi in IV part. cum tab. 105, Lugd. Batav. 1722. 85) A. Sebae : locupletissimi rerum naturalium thcsauri descriptio et iconibus expressio. IV voll, in fol. Amstelodami 17341765. 86) J. F. Blumenbach: Abbildungen naturhistor. Gegenstnde. Gtting. So.Centuria 1. 1796-1810. 87) G. E. Rumpf: Amboinsche Rariteit-Kammer, Amsterdam 1705, in fol. = Thesaurus ima- ginum etc. Haag 1739, in Fol. 88) W. E. Leach Zoological Miscellany, being Descriptions of new or interesting animals. III voll, with 120 col. pH. London 1817. 80. Gurin-Meneville (s. no. 78.). 89) H. Burmeister: Zoologischer Hand-Atlas, 43 Tfln. in Fol. u. 49 Bog. Text. Berlin 183543. 90) L. Agassiz: Contribtitions to the Natural History of the United States of America. Boston. 40. I., 1857 ff. [soll X voll, geben.] Allgemeine Litteratur. XIII H. Weltumreisungen (zunchst nach den Nationen, dann nach der Zeit geordnet): 91) F. J. T. Meyen : Beitrge zur Zoologie, gesammelt auf einer Reise um die Welt (Nov. Act. phys. med. Acad. Leopold. 1835, XVI., XVII. et Suppl.). 92) Fr. Peron: Voyage de decouvertes aux terres australes sur les Corvettes le Geographe, le Naturaliste etc. pendant les annees 18001804; II voll, in 4o. et 2 Atl. in fol. Paris 180710; 2e edit. revue etc. par L. de Freycinet, IV voll. So., Atlas in 4o. Paris 182425. 93) de Freycinet: Voyage autour du monde sur les Corvettes l'Uranie et la Physicienne en 181720, V11I voll, in 4o. av. 348 pH. in fol. Paris 182446. Zoologie par Quoy et Gaimard, II voll., 96 pll. 1824. 94) Duperrey: Voyage autour du monde sur la Coquille en 1822 25, Paris 1828 ss. Zoologie par Garnot, Lesson et Guerin, II voll. 4. avec 157 pll. in folio, 1829. 95) Dumont d'Urville : Voyage de la Corvette Astrolabe en 1826 29, XII voll, de texte in 8o., I vol. in 40. et VI voll, in folio, Atlas. Paris 1830 ss. Zoologie par Quoy et Gaimard, IV voll, avec II voll, de pll., et Entomologie par Boisduval, I vol. 96) Laplace. Voyage autonr du monde de la Corvette la Favorite pendant les annees 1S30 1832 ; IV voll. So. Paris 183335; la Zoologie par Eydoux, Laurent, Gervais et Guerin-Meneville, I vol. av. 70 pll. 1836 38. 97) Dumont d'Urville : Voyage au pole sud et dans l'Oceanie sur les Corvettes 1 'Astrolabe et la Zelee en 1837-40, XXXIV voll, de texte in 8o., Atlas de 520 pll. in fol. et 64 cart. Paris 1841 ss. Zoologie par Hombron et Jacquinot, VI voll. av. 150 pll. 98) Vaillant : Voyage autour du monde, pendant les annees 1836 37 sur la Corvette la Bonite, XIV voll. 80. av. 360 pll. in fol. Paris 1839 44; Zoologie par Eydoux, Sou- leyet et Laurent, IV voll. 1841, avec 100 pll. etc. 99) Dupetit - Thouars : Voyage autour du monde sur la Venus, en 1836 39. X voll, de texte in 80. av. 150 pll. in fol. Paris 184144. Zoologie par Is. Geoffroy St. Hilaire et Valenciennes, Vg vol. av. 50 pH. 100) J. Richardson, N. A. Vigors, G. T. Lay, E. T. Bennet, R. Owen, J. E. Gray: Zoology to the Voyage to the Pacific and Behring's Straits, performed under the command of Capt. F.W. Beechey in the years 1825 28. VI parts etc. with 50 plates. London. 4. 1839. 101) Voyage of H. M. S. Beagle under the command of Capt. Fitzroy during the years 1832 1836. London, 40. 1838 ss. Zoology by R. Owen, Waterhouse, Jenyns, Darwin etc. 102) Zoology to the Voyage of H. M. S. Sulphur under etc. Capt. Edw. Belcher ; XII parts, 4o. by J. E. Gray, Gould, J. Richardson, R. B. Hinds, Bell etc. London 18431846. 103) O. v. Kotzebue: Reise um die Welt in den Jahren 1823 26, II Bde. 80. mit einem Anhang von J. Fr. Eschscholtz : bersicht der Zoologischen Ausbeute. Weimar 1830. I. Zoptomie (chronologisch) : 104) X. Bichat: Anatomie generale, IV voll. Paris 1801 ; bers, v. Pfaff, Leipzig 1803. 8. 105) G. de Cuvier: Lec,ons d'anatomie comparee. Paris. So. 1. edit., V voll. 1800 ss.; 2. edit, V1I1 voll. 1836-1846," avec pll.; bers. 1837 ff. 106) Blumenbach: HandbHch der vergleichenden Anatomie. Gtting. 1805. 3. Aufl. 1824.* 107) E. Home: Lectures on comparative anatomy. VI voll. 4. London 1814 28. 108) J. Fr. Meckel: System der vergleichenden Anatomie. VI Bde. So. Halle 1821 33. 109) Carus: Lehrbuch der vergleichenden Zootomie. Leipzig 1834. IL 80. mit 20 Tafeln 40. 110) R. Wagner: Icones zootomicae. Hand -Atlas fr vergleichende Anatomie. 35 Tafeln in /s Fol. Leipzig 1841. 111) T. R. Jones: a general outline of the animal Kingdom and manual of comparative anatomy. London 1841. 80. 112) Stannius und v. Siebold : Lehrbuch der vergleich. Anatomie. Berl., 80. 1846 ff. 2. Aufl. 1S54. 113) C. Bergmann und R. Leuckart: Anatomisch -physiologische bersicht des Thier-Reichs, zum Unterricht und Selbststudium, mit 438 Holzschnitten. Stuttgart 1852. 80. 114) W. B. Carpenter: Principles of comparative anatomy, 4. edit. London 1854. 115) T. Rymer Jones: The general structure of the animal Kingdom. 2. edit. London 1855. 116) Leydig: Lehrbuch der Histologie des Menschen und der Thiere. Frankfurt 1857. 80. 1 17) Milne-Edwards : Lec,ons sur la physiologie et l'anatomie comparee de l'homme et des animaux. Paris 80., 1857, 1858 .., voll. I IV .... 118) J. V. Carus: Tabulae zootomicae. Lipsiae, in fol. I. die Wirbelthiere, mit 23 Taf. 1857. 119) E. Blanchard: 1' Organisation du regne animal. Paris, in fol. XXI livr. (jusqu' 1858.) 120) Meckel's Archiv fr Anatomie und Physiologie. Leipzig. 80. (1826 32. VI Bde.) 121) J. Mller's Archiv fr Anatomie, Physiologie u. Medizin. Berlin, 80. (seit 1834 jhrl. 1 Bd.) 122) v. Siebold u. A. Klliker: Zeitschrift f. wissenschaftl. Zoologie. Leipz. 80. (seit 1848 jhrl. 1 Bd.) 123) R. B. Todd: Cyclopaedia of Anatomy and Physiology. London. L voll. (1858 komplet.) K. Zoochemie : 124) J. Liebig: Organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie. 2. Aufl. Braunschweig 1842. 80. 125) Thier-Chemie. 2. Aufl. Braunschweig 1843. & u. a. 126) G. J. Mulder: Allgemeine physiolog. Chemie, bers, v. Moleschott. Heidelberg 1844 ff. 80. XIV Allgemeine Litteratuf. 127) J. E. Schlossberger : Lehrbuch der organischen Chemie. 4. Aufl. Leipzig 4857. SO. 128) G. G. Lehmann: Lehrbuch der physiologischen Chemie. 2. Aufl. 129) 0. Funke: Atlas zu dessen physiologischer Chemie, 18 Tafeln. Leipzig 1858. 40. L. Thier- Physik: 130) A. Haies: Haemastatics. London 1733. 80. 131) A. W. Volkmann: Die Hmodynamik, nach Versuchen. Leipzig 1850. 8o. 132) W. und E. Weber: Mechanik der menschlichen Geh -Werkzeuge. Gtting. 1836. 8o., mit 17 Tfln. in 4. u. fol. 133) F. Girou-Teulon: Principes de mecanique animale, ou Etudes de la locomotion chez l'homme et les animaux vertebres. Paris 1852. 8o. M Allgemeine Thier -Physiologie: 134) C. Fr. Heusinger: Grundzge der vergleichenden Physiologie. Leipzig 1831. 8o. 135) Burdach: Die Physiologie als Erfahrungs-Wissenschaft. VI Bde. Leipzig 1832 40. 8. 136) Joh.Mller: Handb. der Physiologie des Menschen. IIBde. So. (seit 1833 viele Aufl.). Koblenz. 137) R. Wagner: Lehrbuch der speziellen Physiologie. 2. Aufl. Leipzig 1844. 8o. Dessen Icones physiologicae , fasc. III, tab. 30. Lipsiae 1839. 4o. 138) Ludwig: Lehrbuch der Physiologie des Menschen. II Bde. in 5 Abtheilungen. 8o. Hei- delberg und Leipzig 1842 56. (unvollendet.) 139) D. de Blainville : Cours de physiologie comparee, publie par Hollard. III voll. 8o. Paris 1835. Milne-Edwards (s. no. 117). 140) L. Agassiz und A. A. Gould: Comparative Physiology (als 1. Theil ihrer Zoology). Boston 1851. 8o. (bersetzt von H. G. Bronn.) Stuttgart 1855. 80. 141) F.Magendie: Journal de physiologie experimentale et patholog. Paris 1821-33. XIII voll. 8. Meckel's und Mller's Zeitschriften etc., s. no. 120, 121. 142) C. F. Heusinger: Zeitschrift fr organische Physik. Eisenach. So. 1827 28. IV Bde. 143) Tiedemann und Treviranus : Zeitschrift fr Physiologie. Darmstadt. 4o. V Bde. 1826 35. 144) (R. Wagner) Handwrterbuch der Physiologie. Braunschweig 1842. So. 145) K. B. Reichert: Studien des Physiologischen Instituts in Breslau, mitTafeln. 4. Leipz. 1858. N. Psychologie (chronologisch): 146) Autenrieth : Ansichten ber Natur- und Seelen-Leben. Stuttgart 1836. 147) St. Bushnan: The philosophy of instinct and reason. Edinburgh 1837. 8. 14S) E. Jesse : Gleanings in natural history. 3. series. London 1837. 8. 149) W. Swainson : The habits and instincts of animals. London 1S40. 150) P. S. Scheltema : Over het lnstiuct by Menschen en Dieren. Arnheim 1840. 8. 151) P. Seheitlin: Versuch einer vollstndigen Thier-Seelen-Kunde. 2 Bde. 8o. Stuttgart 1840. 152) Fr. Cuvier: Resume analytique de ses observations sur 1' instin et et rintelligence des ani- maux, par P. Flourens. Paris 1841. 12. 2. edit. 1845. 153) L. K. Schmarda: Andeutungen ber das Seelen-Leben der Thiere. Wien 1846. So. 154) J. Couch: Illustrations of Instinct, deduced from the habits of British animals. Lond. 1847. O. Entwickelungs-Geschichte und Lebenslauf. 155) v. Baer : ber Entwickelungs-Geschichte der Thiere. II. 8. Knigsberg 1835. 156) J. J. Steenstrup : ber den Generations-Wechsel, bs. von Lorenzen. Kopenhagen 1842. So. 157) R.Wagner: Prodromus historiae generationis hominis atque animalium, 2 tab. Lips. 1836. 158) L. Agassiz: Twelve lectures on comparative embryology. Boston 1849. 8. P. Morphologie (chronologisch) : 159) Is. Geoffroy St. Hilaire: Principes de philosophie zoologique. Paris 1830. 8. Histoire generale et particuliere des anomalies de l'organisat. chez les animaux. III voll. 8o. Paris 1832-36. 160) A. Duges . Memoire sur la conformite organique de l'echelle animale. Paris 1832. 8. 161) Milne-Edwards : lntroduction generale la Zoologie. I. 12. Paris 1851. 162) J. V. Carus: System der thierischen Morphologie. Leipzig 1853. 8. 163) G. Jger: ber Symmetrie und Regularitt als Eintheilungs-Prinzipien der Thier-Reiche. Wien 1857. 8. (Sitzungs-Berichte der Wiener Akademie. XXIV. 338 ff.) 164) H. G. Bronn: Morphologische Studien ber die Gestaltungs - Gesetze der Natur - Krper berhaupt und der organischen insbesondre. Leipzig 1858. S. Q. System-Lehre oder Taxonomie (chronologisch): 165) L. Oken. Grundriss der Natur-Philosophie, der Theorie der Sinne und darauf gegrndete Klassifikation der Thiere. Frankfurt 1802. 8. Lehrbuch der Natur-Philosophie. (3 Auf- lagen, 1809, 1831 u.) Zrich 1843. 8. 1 66) J. L. Ch. Gravenhorst : Vergleichende bersicht des Linne'schen u. e. a. zoologischen Systeme. Gttingen 1807. 8. 167) J. Spix: Beurtheilung aller Systeme in der Zoologie seit Aristoteles. Nrnberg 1811. 8. Allgemeine Litteratur. XV 168) L. Agassiz: Grundstze der Klassifikation, zuerst in Silliman's Journal 1S51, XI. 122 127, dann weit ausfhrlicher als Essay on Classification" in seinen Contributions to the Natural History of the United Staates, vol. I, part 1, 232. gr. 4c 1858. (no. 90.) H. G. Bronn vgl. no. 2 u. 164. R. Thier-Geographie und -Topographie: 169) W. Swainson : a Treatise of the Geography and Classification of animals. London 1835. 80. 170) L. Agassiz > Jameson's Edinb. Journ. 1854, LVII. 347 363, u. in seinen (u. Gould's) Principlcs of Zoology. I. Boston 1851. p. 186213. 171) L. K. Schmarda : Die geographische Verbreitung der Thiere. 11 Bde. Wien 1853. 8. 172) A. S. Oersted : De regionibus inariuis, elementa topographiae historico-uaturalis freti Oresund. Havniae 1844. 8. 173) Die entsprechenden Bltter in Berghaus' und in Johnstone's Physikalischen Atlassen. S. Faunen und Reisen in einzelnen Lndern, geographisch geordnet von Norden nach Sden. (Die meisten unsrer zahlreichen Faunen-Werke kommen ber eine einzelne Klasse oder etwa einen Kreis des Thier- Reichs nicht hinaus): 174) 0. Fabricius : Prodromus Faunae Groenlandicae. Kopenh. 1780. 8o. 175) Bichardson . Fauna boreali-Americana, 40. IV voll. 40. London 1829 37. 176) W. E. Parry : Journal of a voyage for the discovery of a northwest-passage from the Atlantic to the Pacific in the years 1819 20; with an Appendix, and a Supplement to the Appendix cont. the Zoology by Edw. Sabine a J. E. Gray. London 1824. 4o. 177) W. E. Parry: Appendix to C. Parry's Journal of a second voyage etc. in 1821 23 (Zoology by Bichardson). London 1S25. 4. 178) P. S. Pallas: Zoographia Rosso-Asiatica. III voll. 4o. Petropoli (1811) 1831. lcones, fascic. VI. Lipsiae 1834 42. 179) G. Gaimard : Voyages de la commission scieutifique dli Nord, en Scandinavie, en Lapponie, au Spitzberg et aux Fere, pendant les annees 1838 40 sur la corvette la Recherche, conimandee par Mr. Fabure. XX voll. 80. et 7 Atlas in Fol. Paris 1842 45. Zoologie. 111 voll, avec 140 pH. par J. Sundevall, H. Kroyer et Chr. Boeck. 180) Sars, Koren et Danielsen . Fauna litoralis Norwegiae. II voll, in Fol. Bergen 1846 1856. 181) J. Sturm: Deutschlands Fauna, in Abbildungen nach der Natur. Nrnberg, 8. 1790 ff. (viele Bnde, aber unvollendet.) 182) Donovan: Natural History of Great Britain. XXXIX voll, with 1500 pll. Lond., 8. 17941826. 183) O. Fr. Mller: Zoologiae Danicae prodromus. Hafniae 1776. 8. Zoologia Danica s. Animalium Daniae et Norwegiae rariorum ac minus notorum icones. Hafniae 1779 80; denuo edita: IV voll, cum 170 tab. Hafniae et Lipsiae 1788 1806, in fol. 184) Audouin et Milne-Edwards : Recherches pour servir l'Histoire naturelle du litoral de la France. 11 voll. 8. 18 pH. Paris 183234. 185) A. Risso Histoire naturelle des principales productions de l'Europe meridionale et prin- cipalement des environs de Nice et des Alpes maritimes. V voll. 8. Paris 1826 27. 186) Olivi: Zoologia Adriatica. Bassano 1792. 4. c. fig. 187) O. G. Costa: Fauna del regno di Napoli. 4. Nap. 1829 ss. (wird noch fortgesetzt). 188) Bory de St. Vincent: Expedition scientifique en Moree. 111 voll. 4. avec Atlas in Fol. Paris 1S32 35. La Zoologie (vol. 111. 2,3) av. 54 pll. par Deshayes et Guerin-Meneville. 189) Barker-Webb et S. Berthelot: Histoire naturelle des iles Canaries. 111 voll. 4. et Atlas in fol. Paris 1835 49. Les Mollusques, Echinodermes , Foraminiferes et Polypiers par A. d'Orbigny. avec 14 pll. 1834. 190) Bamon de la Sagra; Histoire physique, politique et naturelle de l'ile de Cuba. Paris. 8. Atlas in fol. 1840 ss. Zoologie par Bamon, A. d'Orbigny, Cocteau et Bibron. 19t) M. Wagner: Reisen in der Regentschaft Algier, 183638. 111 Bde. 8. Leipzig 1841. 111. Band: Zoologie, von neun verschiedenen Autoren bearbeitet, mit 17 Tafeln. 192) Exploration scientifique de l'Algerie pendant les annees 1840 42, publiee par ordre du gouvernement. Paris, 8. 1840 ss. Zoologie par Deshayes. 193) W. P. Rppell: Atlas zur Reise im nrdlichen Afrika, I. Zoologie. Frankf. in fol. 5 Ab- theilungen mit 20 Tafeln. 1826-31. 191) A.Smith: lllustrations of the Zoology of Southern Africa. Lond., 40. 1839ss., in parts of lOpll. 195) V. Jacquemont: Voyage dans l'lnde pendant les annees 1828 32. Paris, 4. IV voll, de texte et II voll, de planch. 184144. > Isis 1840, 467472. 196) Ph. Fr. de Siehold : Fauna Japonica etc., conjunctis studiis C. J. Teniminck, H.Schlegel, W. de Haan etc. in fol. Lugd. Batav. 1846 ss. 197) Verhandelingen over de natuurlijke Geschiedenis der Nederlandsche overzeesche besittingen, door de leden der natuurkundige commissie in Oost-lndie etc., med Atlas in folio, Leyden 1840 ff. Zoologie door H. Schlegel, Sal. Mller, G. Sandifort, Bleeker, W. de Haan etc. 198) A. v. Humboldt und Bonpland: Reise nach den Tropen -Lndern des neuen Continents, Stuttgart 1807 15. IL Abtheilg. : Beobachtungen aus der Zoologie und Vergleichenden Anatomie, 3 Lief, in 40. 1807 1809. XVI Allgemeine Litteratur. 199) A. d'Orbigny: Voyage dans l'Amerique meridionale, dans le cours des anuees 1826 32, VII voll, avec 450 pll. in 4. Paris 1834 44. Vol. IV. VI. cornpr. la Zoologie par d'Orbigny, Milne- Edwards, Lucas, Blanchard, Brlle, 1837 43. 200) Journal of te expeditions of discovery in Northwest and Western Australia dur'ng the Years 183739 (the Zoology by Gould, Gray. White). II voll. Lond. 1841. 201) J. Richardson, J. E. Gray, Bell, Goodsir, A. White and E. Doubleday: The Zoology of the Voyage of H. M. SS. Erebus a. Terror under the Conimand. of Capt. J. Cl. Ross during the y. 183943. XV parts 4o. London 184446. T. Geologische Entwicklung der Thiere : 202) De Lamarck: Philosophie zoologique, II, 8., Paris 1809; 2. edit. 1830. 203) v. Schlotheim: Die Petrefakten - Kunde, Gotha 1820, 8o. mit 2 Nachtrgen. 1823. 204) G. Cuvier: Discours sur les revolutions de la surface du globe, Paris 1825, 8o.; 2. ed. 1830. 205) H. G. Bronn : Lethaea geognostica, oder Abbildung und Beschreibung der fr die Gebirgs- Formationen bezeichnendsten Versteinerungen. II Bde. 8o. mit 47 Tafeln 4o. Stuttg. 1834 bis 1837. 3. Aufl., mit F. Roemer bearbeitet, VI. 8., 124 Tafeln 4. Stuttg. 1851-56. 200) H. G. Bronn: Geschichte der Natur. IV. 8. Stuttg. 184149. Darin der: Index pa- laeontologicus, A Enumerator, B Nomenciator, II voll. 1848 49 (mit vollstnd. Litteratur.) 207) Herrn. Burmeister: Geschichte der Schpfung, Leipzig 1843. 6. Aufl. 1856. 80. 208) Pictet: Traite elementaire de Palontologie, IV. 80. Geneve 1844 46, 2. edit. 185657. 209) H. B. Geinitz : Grundriss der Versteinerungs-Kunde, mit 28 Tafeln. Dresd. u. Leipz. 1846. 210) A. d'Orbigny: Prodrome de paleontographie stratigraphique, III voll. 120. Paris 1849 52. 211) Quenstedt: Die Petrefakten - Kunde , mit 62 Tafeln, 8. Tbingen 1852. 212) H. G. Bronn: Untersuchungen ber die Entwickelungs - Gesetze der organischen Welt whrend der Bildungs-Zeit unserer Erdoberflche ; eine gekrnte Preisschrift. Stuttg. 1 858. 8. 213) P. Harting: De voorwereldlijke Scheppingen ; met figuren. Tiel 1847. So, 214) J. Morris: a Catalogue of British fossils, 2. edit. London 1854. So. 215) The palaeontographical Society instituted 1847, Lond. 1847 ss. 4o. (viele Hefte, jhrl. 1 Bd.) 216) W. Dunker et H. v. Meyer : Palaeontographica, Beitrge zur Naturgeschichte der Vorwelt. Cassel, 40. 185158. VI Bnde. 217) v. Leonhard u. Bronn: Jahrbuch (seit 1833: Neues Jahrbuch) der Mineralogie, Geognosie, Geologie u. Petrefakten-Kunde, jhrl. I Band, Stuttgart, 8. 218) Bulletin de la Societe geologique de France. Paris, 80. (jhrl. 1 Bd.) voll. I. XIV., 1830 bis 1843; 2. serie, L XV., 184457. 219) Memoires de la Societe geologique de France. Paris, 4. voll. I. V., 183442; 2. ser. I. VI,. 184457. 220) The Quarterly Journal of the Geological Society of London. Lond. 8o. 1845 57, voll. I.-XII1. 221) Transactions of the Geological Society, London, 40. 1. series, L V., 1811 21; 2. series, 1. VIII., 182246. 222) Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft zu Berlin. 1. IX. So. 184857. 223) Jahrbuch der k. k. Geologischen Eeichs-Anstalt in Wien. Wien, So. 1850 57. Bd. I-V1I1. 224) Abhandlungen der geologischen Eeichs-Anstalt in Wien. Wien, 4. 185257. III Bde. (Hier htten wir im Grunde fast alle Rubriken A S der Litteratur zu wiederholen.) U. Bedeutung im Haushalte der Natur: 225) Ch. W. J. Gatterer: Vom Nutzen und Schaden der Thiere. II Bde. So. Leipzig 1781. 226) J. F.Brandt u. .1. T. C. Ratzeburg: Medizinische Zoologie, II Bde. 4o. Berlin 1827-33. 227) J. K. Zenker: Naturgeschichte schdlicher Thiere [Europa's]. Leipzig 1836, So. Im Laufe des Textes krzen wir die Verweisungen auf unsre eignen Tafeln" und Figuren" dadurch ab, dass wir ohne Beisatz dieser zwei Wrter jene mit grsseren, diese mit kleineren Arabischen Ziffern (meistens in Parenthese) zitiren. OOO^OO- Erster Kreis. Form -lose Thiere: Amorphozoa. *x~ Die Form -losen Thiere oder solehe Thiere, deren Form sich auf keinen gemeinsamen geometrischen Grund-Ausdruck zurckfhren lsst, bildeten bei Linne, welchem ausser einigen Schwmmen erst eine der jetzigen Klassen derselben (die Infusorien) bekannt gewesen, einen kleinen Theil seiner vierten Thier -Klasse, der Wrmer nmlich, und wuchsen in spteren Systemen unter verschiedenen Namen allmhlich zu grsserer Bedeutung heran. Auch nachdem Cuvier den Begriff der Grund- Typen, Unterreiche oder Kreise in's Thier-System eingefhrt, wurden die Schwmme als ein Anhang der Polypen in die vierte und die Infusorien mit den Rderthieren zusammen als die fnfte und letzte Klasse in das vierte Unter- reich seines Systemes aufgenommen, das er mit dem Namen der Thier- Pflanzen (Zoophi/ta) oder Strahlen -Thiere" bezeichnete, indem nmlich die Polycystinen noch gar nicht und von den Ehizopoden nur erst einige in die hchste Mollusken -Klasse verirrte Schaalen bekannt waren, zwei Klassen , deren Kenntniss so wie die genauere Erforschung der Infusorien und Schwmme erst den letzten drei Dezennien anheimfallen, in welchen die mikroskopischen Studien einen so grossen Aufschwung genommen haben. Nachdem sich aus diesen ergeben, dass die Amorphozoen hinter den Strahlen - Thieren noch eben so sehr in ihrer Organisation zurckstehen, als sie im Grundplane ihres Baues (in ihrer Grundform) mit ihnen unver- einbar sind, finden wir die Verwendung der schon bezeichneten vier Klassen zu einem selbststndigen fnften Unterreiche nothwendig, welches bestimmt ist, das erste Glied in der fnfzhligen Stufen -Reihe zu bilden, nachdem Cuvier bereits bemerkte, dass jene zwei von ihm gebrauchten Be- nennungen seines vierten Kreises nicht fr alle Bestandtheile desselben an- gemessen seien*). In solchen Klassifikationen, welche vorzugsweise auf dem Nerven-Systeme beruhen, hat man diese Thiere als Aneura, v. Siebold hat sie als Protozoa, Perty als Arche.zoa den brigen Hauptabtheilungen *) Will man jedoch der Krze halber die beiden untersten Kreise mit einem gemeinsamen Namen zusammenfassen, so drfte die Bezeichnung Pflanzen- Thiere = Thy tozoa" die geeigneteste sein, da beide in der That, die einen im organischen Gehalte den kryptogamischen, die andern in der Form den Blthen- Pflanzen nahestehen, der Name Zoophyta" aber falsch ist. Bronn, Klassen des Thier- Reichs. I. J 2 Amorphozoa. des Thier- Reichs gegenbergestellt. Was aber die erste dieser Benennungen betrifft, so kennt man auch bei den Polypen unter den Strahlen -Thieren noch keine Nerven, und so wrden mithin auch sie noch unter dem Namen Aneura mit inbegriffen sein. Die Amorphozoen sind (meist mikroskopische) Wasser - Thierchen ohne feste Grundform, aus Protein-artiger Substanz, hauptschlich Sarkode bestehend. Ihre Lebens -Verrichtungen werden nicht durch ihnen gemein- same Spezial- Organe, sondern durch die gesammte Krper -Masse oder die Haut, oder durch grssere Mengen gleichartig modifizirter Zellen (Wimper- Zellen, ? Eier-Zellen) aus der Krper -Masse vermittelt. Nerven kommen nicht, von Muskeln nur eine Andeutung, von generativen Verrichtungen bis jetzt nur wenige Spuren vor. Wenigstens sind fr diese letzten keine be- sonderen bleibenden Organe vorhanden, wenn auch Eier und Spermatoidien als Geschlechts-Produkte in der Krper-Masse gebildet werden. Wir unterscheiden die Form- losen Thiere vorlufig auf folgende kurze Weise, die vollkommenere Charakteristik der unterschiedenen Abtheilungen uns bis nach deren Beschreibung vorbehaltend, indem es kaum mglich ist, in wenigen Worten scharfe Grenzen zwischen ihnen zu ziehen. Mittel zu willkhrlichem Ortswechsel fehlen. TUalftii. Krper festgewachsen, gesttzt auf ein stiges Fibroin- Gerste mit Kiesel-\ T f Schwmme, oder Kalk-Nadeln und von Wasser in Lcken durchstrmt . . . ./ '( Spongiae. Krper lose flottirend im Wasser, gesttzt und theilweise umhllt von ge-j auA tv.- x. gittertem Kiesel - Gerste , mit beweglichen (?Saug-1 Fden an be-> n (Gitter -Thierchen, stimmten Stellen ) l ' "'yystina. Mittel zu willkhrlichem Ortswechsel vorhanden. Bewegung kriechend mittelst bestndig vernderlichen Scheinfsschen, die] auch zur Einverleibung der Nahrung dienen ; (nackt oder) umschlossen ( .., (Wurzelfsser, von zusammenhngend - vielkammerigen Kalk - Sensalen (keine! '\ Rhizopodu Wimpern) ) Bewegung schwimmend mittelst Wimpei -Haaren, die auch zu Herbeifhrung) der Nahrung u. Wasser-Wechsel dienen (selten sitzend oder unbewim-f .. (Aufguss -Thierchen, pert); mit Verdauungs-Hhle, Keim-Kern und kontraktiler Blase. Nackt./ ' ( Infusoria. (Ohne Gerste, Schaale undScheiufsse.) Eine Metamorphose bei allen?) -oooocx>- Eiste Klasse. Seh witinme: Spongiae. I. l'llldflili; "o* Namen. Die Schwmme, von Linne in seine Sippe Spongia zusiri- inerigefasst, sind spter zum Rang- einer Familie, Ordnung- oder Klasse unter den Benennungen Spngide, Spongidde von Gray und Fleming, Spongiaria von Milne -Edwards, Plypria foraminifera (zrn Thefl) von Lamarck, Ceratophyta sjwngiosa von Schweigger, Zoophyta polifera von Gran t und Amorphozoa von RlninviUe erhoben worden. Wir halten fr das zweckmssigste , ihnen als Klasse den kurzen einfachen und be- kannten Namen Spongiae, Schwmme, zu belassen, zumal die Bota- niker fr ihre Schwmme immer allgemeiner den Namen Pilze anwenden. Der alte Sippen -Name Spongia selbst aber drfte als solcher verschwin- den, sobald einmal alle Arten genau untersucht und in wohl umgrenzte Sippen eingetheilt sein werden. &-/:-* vi** Spongia. Geschichte. Nachdem Linne diese Wesen bereits unter die Thiere gerechnet, verwiesen doch spter Blumenbach, Sprengel und noch in den letzten Jahren Oken, Hogg, Burmeister u. A. dieselben in das Pflanzen -Reich, obwohl die neuesten Entdeckungen ihnen ihre Stellung an der untersten Grenze des Thier- Reiches sichern. Lamarck hat 1816 ihre Arten (130) gesammelt, beschrieben und nach ihrer usseren Beschaffenheit klassifizirt , worauf Schweigger 1820 einige Verbesse- rungen in letzter Hinsicht versuchte und Blainville 1819, Lamouroux 1824 die Arten -Zahl auf 200 brachten. Grant erkannte 1826 zuerst die Fortpflanzung- Organe der See -Schwmme und wies mit Fleming, de Blainville 1830 und Mi Ine- Edwards 1835 die Notwendigkeit einer auf die Art und Anordnung der inneren Theile gesttzten Klassi- ttkations- Weise nach, ohne jedoch die Mittel zu deren einigennaassen 1* 4. Schwmme. vollstndigen Durchfhrung zu linden, bezglich welcher auch Nardo 1834 1845 nicht ber einen Versuch hinauskam. Johnston hat 1842 eine vollstndige Arbeit ber die Britischen Schwmme geliefert; Bower- bank seit 1841 mehre neue Genera aufgestellt. Den anatomischen Bau und das physiologische Verhalten dieser Organismen haben Dutrochet, Dujardin 18341840, Laurent 18401844, Meyen 1839, Bower- bank, Hancock 1849, vor Allen aber Carter in Ostindien (1848 bis 1857) und Lieberkhn in Deutschland 1856 1857 durch sehr sorg- fltige mhsame und beharrliche Forschungen an Ssswasser- Schwmmen aufzuhellen gestrebt ; aus ihren Arbeiten werden wir das Meiste zu entleihen haben. Mit den fossilen Formen haben sich insbesondere Lamouroux, D e f r a n c e , M a n t e 1 1 , G o 1 d f u s s , in sehr unglcklicher Weise A. d ' r - bigny, mit den fossilen Kiesel -Nadeln Ehrenberg u. A. vielfach be- schftigt. Demungeachtet mangelt es noch gnzlich an einer natrlichen Klassifikation der Schwmme, die, auf eine durchgefhrte sehr sorgfltige mikroskopische Untersuchung der Arten in frischem oder vollstndig aufbe- wahrtem Zustande gesttzt, wir nur von Bowerbank erwarten drfen, der bereits einige Hundert Spezies in dieser Absicht untersucht und die baldige Verffentlichung einer umfassenden Arbeit angekndigt hat. Litteratur. ber die Schwmme ist noch keine selbsstndige Litteratur vorhanden. Die Quellen - Schriften ber dieselben sind solche allgemeineren Inhaltes, systematische und Bilder- Werke, welche einen grsseren Theil der Zoologie umfassen, Faunen und naturhistorische Zeit- schriften. Die wichtigsten sind : a) Bcher (chronologisch geordnet). Pallas, Elenchus zoophytorum , sistens generum adumbrationes etc. Haagae 1766. 8. F. Cavolini, Memoria per servire alla storia de'Polipi marini. Napoli 1785, p. 206 272. Solander and Ellis, the natural history of many curious and uncommon zoophytes etc., w. 63 pH. London. 1786. 4. Esper, die Pflanzen - Thiere , in Abbildungen nach der Natur. Nrnberg. 4. 111 Theile, 1788 18:51); Supplem. II Thle. 1794 1806. (435 Tafeln.) Strange u. Vio im Appendix zu Olivi, Zoologia Adriatica (Bassano 1792, 4.) p. i xxxi, pl. s '.). G. Montagu (1812) i. Werner. Memoirs, 4. 1818: II, 71119, pl. 316. de Lamarck, Histoire naturelle des Aniinaux sans vertebres. Paris, 8, II. vol. 346 (1816); nouv. edit. (par Milne- Edwards) IL, 111, 520 619. Lamouroux, Histoire des Polypiers flexibles, Paris 1816, 8. av. figg. (p. 6 etc.) Ex- position methodique des genres des Polypiers, avec les planches d' Ellis et Solander, Paris 1824, 4. Art. Eponge" i. Encyclop. method., Zoophytes. Tome IL, 326369, Paris 1824. A. Fr. Schweigger, (Beobachtungen auf naturhistorischen Reisen (Berlin 1819, 8.) S.28 40. Handbuch der Naturgeschichte d. Skelett-losen Thiere. ^Leipzig 1820. (S. 421 -423.) D. de Blainville i. Dictionnaire des sciencos natur. : Art. Eponge (1819, XV., 93 bis 133) et Zoophytes amorphozoaires (1830, XL., 491508, pH. 6364); Manuel d'Actino logie, p. 528 etc. Audouin et Milne -Edwards, Recherches sur l'Histoire naturelle du litoral de la France, II voll., 18 pll. Paris 8. 1832 34. Nardo, Klassifikation der Schwmme Olsis 1834: 314, 716; i. Annali della quinta riunione degli scienziati, in Lucca 1843, p. 436 >> Isis 1845, 635 637. > Annal. a. Magaz. nat.-hist. 1849, IV, 239 242.) F. Dujardin, Histoire naturelle des zoophytes infusoires, Paris 1841, 8. avec 22 pll. G. Johnston, a History of British Sponges and Lithophytes, w. 25 pll. Edinb. 1842. 8. Laurent i. Voyage autour du monde sur la corvette la Bonite ; Zoophytologie. Paris 1844. Ehrenberg in seiner Mikrogeologie" u. a. bei den Infusorien zu zitirenden Werken. Perty, zur Keiintiiiss der kleinsten Lebens -Formen in der Sehweite, m. Tafeln, 4. Bern 1852. Einleitung. 5 b) Anatomisch -physiologische Aufstze in Zeitschriften ber See - Schwmme ; (alphabetisch geordnet). Audouin und Milne - Edwards i. Annal. scienc. nat. 182S, XV. (Tcthya). Bowerbank i. Annais a. Magaz. of nat.-hist. 1841, VII. , 129132, pl. 3; 1845, XV. r 297, pl. 17 (Dunstervillia); XVI., 400410, pl. 13, 14 (Verongia, Auliskia, Stemmatumenia, Cartilospongia) ; 1S57, [2] XX., 298-301; i. Transact. microscop. Soc. I. 32; 1852, III. (Auszge: > l'Instit. 1841, IX., 137; 1843, XI., 111; 1857, 63); i. Proceed. Brit. Assoc. 1850. > Athenaeum no. 1505. (> Sillim. Amer. Joum. 1856, XXII., 439440). Duvernoy i. Eevue zoologique 1840, 343; > l'Institut 1S40, VIII., 374, 1841, IX 131 (Cliona ete.) Ph. H. Gosse (Brit. Species) Natural, rambles, 1853, p. 254, pl. 15 ; Tenby 26, 53,319. Grant, Outlines of Comparat. Anatomy (passim) ; i. James. Edinb. philos. Journ 1826, XIV., 114 ff.; i. New phil. Journ. 1826, 1, 78, 347, II., 122 ff., 1832, XIII., 94, 343,381; XIV., 84, 270,339. (> Annal. scienc. nat. [1] 1827, X., 162 (Cliona); XI., 150 210 pl. 21; 1828, XIII., 5262; XV., 17). Hancock i. Annal. Magaz. nat.-hist. 1849, [2] III., 321348, pl. 12 15 (Cliona, Thoosa); IV., 355. Hogg i. Linn. Transact. 1840, XV11L, 363. (> Isis 1843, 444447); i. Annal. Magaz nat.-hist. 1841, VIII., 37. Huxley i. Annal. Magaz. nat.-hist. 1851, VII., 370 373, pl. 14 (Tethya). J. Morris i. Annal. Magaz. nat.-hist. 1851 [2] VIII., 87 (fossile Clionae). Nardo i. Atti della prima riunione degli scienziati Italiani in Pisa, 1839, p. 161, Pisa 1840; i. Annali delle scienze del regno Lomb.-Veneto IX., 221. ^>Revue zoologique 1840, 27; i. Atti della sesta riunione etc. in Milano 1841, p. 372, 428. ^> ltevue zoologique 1846. > Annali delle scienze etc. 1845, II. ^> Annal. Magaz. nat.-hist. 1849, 239 242 (Vioa= Cliona). Owen i. Annal. Magaz. nat.-hist. 1841, VIII, 222 (Euplectella). c) Anatomisch -physiologische Aufstze ber Spongilla. Carter i. Annal. Magaz. nat.-hist. 1848, [2] 1,303-311; 1849, IV., 81 100, pll. 3 5; 1854, XIV., 334, pl. II; 1856, XVII., 101 127, XV1I1., 115132, 221 ff, pl. 6, fig. 37-44; 1857, XX., 21 41, pl. 1. F. Dujardin i. Annal. scienc. nat. 1834 (Botan.) IL, 328; 1838, X., 513 (> l'Instit. 1838, VI., 157; 1S40, VIII., 374). Dutrochet i. Annal. scienc. nat. 1828, XV., 205 217. Hogg (s. o.) Laurent i. l'Instit. 1840, 22, 32, 231; 1841, 242. Lieberkhn i. Mller's Arch. Anat. 1856, 1 19, 399414, Tf. 15, 496 515, Tf. 18, 1857, 376; i. Sieb. u. Kllik. Zeitschr. fr Zoologie 1856, VIII., 307, 1857, IX. 376403, Tf. 15. (> Annal. Magaz. nat.-hist. 1850, XVII., 403-413; >Biblioth. univers. 1857, XXXV., 72). Meyen i. Mll. Arch. 1839, 83 87. > Microscop. Journ. I, 42. d) Charakteristik und Abbildung der fossilen Sippen und Angabc ihrer Arten- Zahlen. Bronn, Lethaea geognostica, 3. Auflage. III Bnde mit Atlas. Stuttgart 1850 1856. II. Organische Zusammensetzung. Gesammt -Bildung. Alle Schwmme sind auf einer Unterlage im Wasser aufgewachsen. Die Anheftungs- Flche, gross oder klein, ist der einzige Theil des Krpers, nach welchem derselbe orientirt werden knnte, wenn noch andere ussere Theile oder Organe des Krpers von gleich-bleibender Bedeutung vorhanden wren. Dieser ist Form -los (amorph), indem er weder im Einzelnen jemals streng regelmssig oder symmetrisch gestaltet, ist, noch weniger sich die vorkommenden Gestalten im Ganzen durch einen gemeinsamen Ausdruck oder eine Formel bezeichnen lassen. Die Gestalten sind unregelmssige Kugeln, Knollen, flache berrindungen, derbe und hohle Kegel, Walzen, Kreisel, Becher, Bltter, zuweilen Filter- Schwmme. frmig; oder sie theilen sich Strauch - artig in drehrunde Aste oder flache Lappen von ungeordneter, dichotomer, anastoinosirender , Fcher- oder Netz -artiger Bildung. Die Schwmme bestehen aus einem starren oder elastischen, berall durchbrochenen und von Lcken durchzogenen Gerste und einem halt- losen Gallert -artigen berzuge seiner inneren und usseren Oberflchen, welche selbst von grsseren und kleineren Offnungen durchbohrt sind. Jenes wird allein von knorpeligen, Kork -artigen oder hornigen Fibroin- Fden oder von ihnen und von kieseligen oder kalkigen Nadeln zugleich, der berzug von kontraktilem Zellgewebe gebildet. Die Struktur ist fr den ganzen Krper berall die nmliche, wenn sich nicht nchst der usseren Oberflche 1 2 etwas abweichende Schichten darbieten. Die Oberflche ist bald eben, bald mit regelmssigen oder unregel- mssigen Vertiefungen versehen, bald in Zitzen, Wrzchen, Dornen u. dgl. hervortretend. Die Grsse kann bis ber 1' erreichen. Die Farbe ist gelblich, rthlich, brunlich, braun, schwarz, und nur bei Ssswasser- Bewohnern grn. Histologische Elemente. Die hornigen Fasern sind in jeder Schwamm -Art von ziemlich gleich -bleibender Beschaffenheit, fein, doch noch mit blossem Auge kenntlich, von fast einerlei Dicke, derb oder hohl, drehrund oder von unregelmssigem Queerschnitte , vereinzelt oder Bschel -frmig und, gleich den Bscheln selbst, einfach oder anastomo- sirend, parallel oder in gewissen Flchen oder in allen Richtungen sich mit andern durchkreutzend; die Fasern und Faser-Bndel jedoch zuweilen durch eine gewisse Regelmssigkeit des Verlaufes , durch Kreis -, Strahlen- oder Netz -frmige Anordnung, durch eine grosse Zierlichkeit und Gleich- artigkeit der Maschen des von ihnen gebildeten Netzes ausgezeichnet. Die hohle Faser zeigt entweder eine einfache Hhle lngs ihrer Achse, oder es gehen blinde Kanlchen strahlenfrmig von dieser hohlen Achse aus (Taf. 2, Fig. 3). Die Nadeln (Spiculae) ursprnglich in Kern -haltigen Schwamm -Zellen gebildet (1, 8), liegen theils in den Fasern eingeschlossen, theils in und zwischen den Faser -Bndeln in der Sarkode, sind bald von kieseliger und bald von kalkiger Beschaffenheit, oft hohl, gewhnlich grssere und kleinere beisammen, fehlen zuweilen aber auch ganz. Die grsseren, meist noch fr das blosse Auge sichtbaren und dem Innern des Krpers ange- hrend, sind schlank (2, ld, 2e, 4e). Die Oberflche ist glatt oder hckerig, die Achse hohl. fters ist auch nur eine kugelige Anschwellung vorhan- den, welche glatt oder durch viele auseinander- strebende krzere Spitzen Stern -frmig erscheinen kann (2, 4e). Die Nadeln liegen bald einzeln nach allen Richtungen durch- und ber -einander, bald zu Bndeln und Stbchen neben- und hinter- einander geordnet (1, ldd; 2, 4b), welche dann selbst unregelmssig im Krper vertheilt, schief gegen einander geneigt oder reihenweise zu Kreisen und Strahlen in demselben gruppirt Organische Zusammensetzung. 7 sein knnen und durch eine Struktur -lose Haut zusammengehalten werden. Andere Nadeln von hnlicher Bildung, aber viel kleiner und dem blossen Auge mehr und mehr entgehend, sind, wie schon erwhnt, oft auf die oberflchlichen Schichten der Schwamm -Krper beschrnkt. Dieselbe Form von Nadeln kann eben sowohl aus Kiesel -Erde (1, 8; 2, ld, 4ef) als aus Kalk-Erde (2, 2e) gebildet sein, also in ganz verschie- denen Sippen vorkommen, wogegen oft mehrerlei Formen sich in einer Art vereinigt finden. Bowerbank unterscheidet nach ihrer Bestimmung sechserlei Arten davon. 1) Skelett -Nadeln, den Haupttheil des inneren Gerstes der Kiesel- Schwmme zusammensetzend, sehr verlngert, einfach, zylindrisch, Stecknadel -frmig oder Spindel -artig und in der Mitte zur Kugel angeschwollen (1, 8; 2, ld, 2e, 4e), zuweilen etwas dornig, zu Bndeln vereinigt oder auf und in den Hrn -Fasern zerstreut. 2) Binde- Nadeln kommen nur in Sippen mit dicker Kinde (Geodia etc.) vor, welche sie zu sttzen und mit der brigen Masse zu verbinden bestimmt sind, indem sie aus einem langen meist zylindrischen Stiele und einem in drei strahlenstndige Zacken auslaufenden Ende bestehen, wovon jener in der Hornskelett -Masse, dieses an der inneren Seite der Kruste befestigt ist ; sie sind vorzugsweise charakteristisch. 3) Wehr -Nadeln, nur bei manchen Arten vorkommend, theils mit V2 oder 2 3 ihrer Lnge ber die ussere Oberflche vorragend, theils auf den Hrn -Fasern aufsitzend und in die Kanle hinein-ragend. 4) Haut -Nadeln sollen theils die feinen Gewebe sttzen und spannen und sind dann einfach und einfrmig (1, ld, 12); theils sollen sie mithelfen die Sarkode in den Zwischenrumen des Skelettes und der Gewebe festzuhalten, und diese sind gewhnlich klein und zusammen- gesetzt. 5) Sarkode -Nadeln sollen wohl den inneren Sarkode -berzgen, worin sie liegen, mehr Konsistenz geben; sie sind klein oder sehr klein, ziemlich Stern -frmig, von 1 2erlei Form beisammen (2, 4f). 6) Gemmul- Nadeln liegen theils einzeln in strahliger und in tangentialer Richtung in der usseren Hlle der Keim - Hufchen , theils Bndel -weise auseinander- strahlend im Innern derselben (1, 13). Das gemeinsame kontraktile Zellgewebe, d. h. Gewebe von Zellen aus Sarkode" Dujardin's*) oder ungeformter kontraktiler Sub- stanz" Ecker's bestehend, ist gewhnlich von Gallert -Konsistenz, bald in grsserer und bald nur in sehr sprlicher Menge vorhanden und usserst vergnglich, so dass man es bis jetzt fast nur an Ssswasser- Schwmmen (Ephydatia Lmck. , Spongilla Lmx.) anatomisch genauer untersuchen konnte, die man im Zimmer erzog. Es besteht aus beweglichen Zellen und (nach Carter) etwas Intercellular- Substanz. Die Zellen (1, 20 21) sind bis 0,02 Millim. gross, haben einen Kern und Kern -Fleck (Nucleus und Nucleolus) von je 0,01 Mm. und 0,003 Mm. Durchmesser und sind mit grnen oder farblosen Krnchen erfllt, wodurch der Kern oft verdeckt wird. Sie besitzen ferner die Eigenschaft oder die Fhigkeit eines be- *) In Annal. d. scienc. nat. 1835. [2]. IV, 364 370. w Schwmme. stndigen aber sehr langsamen Formen -Wechsels, indem sie in der Weise, wie es von Amoeba unter den ebenfalls aus Sarkode bestehenden Wurzel- fssern bekannt ist, Lappen- und Finger-artige Fortstze (Pseudopodien, 1 19, 21, 7) bestndig hervortreten lassen und wieder zurckziehen, um sie durch neue zu ersetzen und sich einander zu nhern und zu entfernen oder in ihrer Lage etwas zu verschieben, fremde Krper zu umschliessen und zuweilen sich ganz von einander zu trennen. Die Sarkode scheint ferner die Eigenschaft zu besitzen, sehr rasch tdtend auf kleine Thierchen und zersetzend und aneignend auf alle organischen Stoffe einzuwirken, die whrend ihres lebensthtigen Zustandes mit ihr in Berhrung kommen. Haut. Die usserste Schicht oder Haut liegt gewhnlich dicht an der brigen Schwamm -Masse an; nur bei Spongilla bildet sie einen wenig damit zusammenhngenden, durch eine Hhlung von ihr getrennten Mantel. Immer ist sie von zahlreichen feinen Poren und von grsseren runden ovalen oder viereckigen, einfachen oder unregelmssig Stern -frmigen ffnungen durchbohrt, zuweilen (bei fossilen Schwmmen insbesondere) von der Basis an mehr und weniger weit aufwrts eine waagrecht - ge- runzelte Inkrustation bildend; im brigen aber stellt sie bald ein ziemlich regelmssiges Netzwerk aus hornigen Fasern mit rechteckigen oder sechs- seitigen Maschen dar, bald eine von sehr kleinen Nadeln dicht erfllte Hlle, bald einen aus losen Kiesel- Schppchen gebildeten berzug u. s. w. Die Bohrschwmme ( Vioa = Cliona, 2, 1) nmlich besitzen ausser den inneren Kiesel -Nadeln eine ganze Hlle aus losen Kiesel -Theilchen von 1 i,oo "Grsse bis zu Viiooo" herunter. Die grsseren sind Schuppen -frmig, sechseckig, aussen mit rautenfrmigen Erhhungen (2, le); die kleinen haben selbst die Form dieser Erhhungen. Alle sind dicht aneinander- gedrngt und einzelne zuweilen mit einander verwachsen. Bei andern (Thoosa, 2, lf) ist eine Menge doppelt Maulbeer -frmiger Kiesel -Kon- krezionen auf einer eigenthmlichen usserst feinrhrigen Haut der Ober- flche befestigt. Sie bestehen aus einer kurzen derben Achse, an deren beiden Enden je eine Gruppe von 7 9 unregelmssig wrfeliger Kiesel- Krperchen befestigt ist. Ernhrungs- Organe. Das Schwamm-Gerste mit seinem Sarkode-ber- zug hat in seinem Innern weite oder enge Lcken und Kanle (2, 2b cd), die durch Wnde von einander getrennt, von Balken, Brcken und Fasern durchzogen , aber immer in der Weise geordnet sind, dass sie zusammen- hngende Kanal -Systeme im Innern mit bestimmten Eingangs- und davon verschiedenen Ausmndungs-Stellen an irgend einem Theile der Oberflche (1, 1; 2, 4a -d,) bilden, der sich zuweilen in der hohlen Achse des Schwaru- nies befindet. Jene sind enger und viel zahlreicher und kleiner als diese, welche sich auf eine einzige Ausmndung beschrnken knnen (1, lg). Die Zufhrungs -Kanlchen verzweigen sich vielfltig und bilden im Innern ein Kanal-Netz. In den Ausmndungs-Offnungen treffen viele Kanle zusammen, welche durch die Vereinigung mehrer Zweige und feiner Aste aus dem Innern entstehen. Um die Ein- und Aus-gnge dieser Kanle pflegt das Organische Zusammensetzung. 9 Zellgewebe noch von zahlreichen kleinen Nadeln gesttzt zu sein, um sie offen zu erhalten. Die Schliessung wird durch ein langsames Teig- artiges Zusammenfliessen des oberflchlichsten Theiles des umgebenden Zellgewebes bis zur Unkenntlichkeit der ffnung bewirkt, welche indessen spter durch eine entgegengesetzte Bewegung wieder zum Vorschein kommt. So kann mithin das die Schwmme umsplende Wasser in ihr Inneres eintreten, sich in allen Richtungen darin vertheilen und rohe Nahrung in den Kanlen verbreiten, deren Sarkode -berzug die letzte sich aneignet. Um aber auch eine bestndige Erneuerung des Wassers zu bewirken, das berflssige wieder abzuleiten und vielleicht den innigen Kontakt zwischen Nhrstoff und Sarkode zu bewirken, sind noch andere Einrichtungen not- wendig (vergl. zum Folgenden die besondere Erklrung der Tafeln). In der That kommen auch in den Wnden der Kanle noch andere Sarkode -Zellen vor, Kern-haltige Wimper- Zellen nmlich, welche in je einen langen geschlngelten Wimper -Faden ausgehen. Einzelne sitzen nach Lieberkhn lngs der Kanle (1, 4 b), whrend andere (in Spongilla wie in Spongid) in grsserer Anzahl , allein oder mit Wimper -losen Zellen zusammengesellt, Kugei-frmige Schluche so auskleiden oder bilden, dass die Wimpern aller gegen die Mitte des leeren Kugel-Raumes gerichtet sind (1, 2 5). Der runde verengte Eingang zu jedem Schlauche ragt etwas in den Kanal hinein. Nach Lieberkhn, nach welchem diese Schluche keine andere Wand als die aus Wimper -Zellen gebildete haben, steht diesem Eingang eine Ausgangs-ffnung gegenber, durch welche die Wasser-Strme in ihrer Fortbewegung nach den Ausfhrungs- Kanlen nicht gehemmt werden; nach Carter aber sitzen die Wimper -Zellen an der eigenthm- lichen Haut oder Wand dieser Schluche an, welche hinten geschlossen sind (1, 2, 5), so dass sie mit den hinter ihnen gelegenen usserst feinen Zweigen der Ausfhrungs -Kanle nicht unmittelbar zusammenhngen. Die eben so raschen als ununterbrochenen Schwingungen der zahllosen Wimper-Haare lngs der Kanle und in den Wimper-Schluchen vermgen nun eine sehr schnelle und fast gewaltsame Strmung des Wassers zu den engen Einfhrungs- Offnungen der Oberflche herein, durch den ganzen Krper hindurch und zu den weiteren Abfhrungs- ffnungen wieder hinaus zu bewirken. Um aber durch die an der hinteren Wand nach Carter ge- schlossenen Wimper -Schluche (1, 5) hindurchzugehen, mssten die diese Wand bildenden Wimper -Zellen ebenfalls in einer bestndigen Bewegung sein, um das Wasser mit seinem Inhalte nach Amben-Art auf ihrer inneren Seite zwischen und in sich aufzunehmen und auf der usseren wieder aus- zustossen, so dass sie whrend dieses Durchganges innig und lange genug mit den im Wasser schwimmenden organischen Krperchen in Berhrung blieben, um ihnen das Assimilirbarc zu entziehen und nur das Unbrauch- bare wieder abzugeben. Diese Wimper-Schluche wren dann als eben so viele Magen der Schwmme zu betrachten. Nach Lieberkhn wrde schon gengen, dass die im Wasser enthaltenen organischen Krperchen da und dort in Lcken und Poren des Zellgewebes hngen blieben. Aber ein ~[() Schwmme. wirklicher Kreislauf eigener Sfte existirt in Ermangelung; von Gelassen nicht in den Schwmmen. Die Sfte knnen nur von Zelle zu Zelle endos- motisch durchschwitzen und so sich ausgleichen. Auch Athmungs- Organe mangeln gnzlich. Empfindungs- und Bewegungs-Organe. Von eigenen Muskeln und Nerven, Bcwegungs- und Sinnes -Werkzeugen ist keine Spur vorhanden, wie denn auch der Orts-Wechsel (ausser im Keim-Zustande) den Schwmmen gnzlich mangelt. Was von Empfindungs- und innerer Bewegungs - Fhigkeit vor- handen ist, hat gleich der Assimilations- Fhigkeit alles im Sarkode -Gewehe und nicht in besonderen Organen seinen Sitz. Versuche mit elektrischen und anderen Reitz- Mitteln sind gnzlich ohne Erfolg geblieben. Dennoch lassen sich Wahrnehmung^- Vermgen und Willkhrlichkeit mancher Be- wegungen den Schwmmen keineswegs abstreiten (vgl. Lebons-Thtigkeit). Fortpflanzungs- Organe. Nirgends sieht man eigenthmliche selbst- stndige Geschlechts -Organe; doch entstehen Zellen-frmige Fortpflanzungs- Krper aller Orten im ganzen Zellgewebe selbst. Saamenfden (Sperma- toidien, Zoospermen, Androsporen) zu entdecken ist nur Lieberkhn' bei Spongilla (1, 23 24) und Huxley'n bei Tethya gelungen. Erste entstehen und bewegen sich lebhaft in unbeweglichen kugeligen Kapseln (von "nMm. Durchmesser, 1, 23), welche dann einzeln oder zu 2, 6 10 zusammen- gruppirt gefunden werden, aus einer starken Struktur -losen Membran ge- bildet und von Schwamm - Zellen dicht umlagert sind und endlich durch Aufplatzen sich entleeren, wornach die Saamenfden gerne in kleinen Gruppen zusammenhngend frei herumsehwrmen. Diese Saamenfden, welche in 1 , 24 in den verschiedenen Entwickelungs - Stadien dargestellt sind, in welchen sie oft durcheinander vorkommen, haben kleinere Kpfchen und dickere Schwnzchen als die ihnen sonst hnlichen oben beschriebe- nen Wimper- Zellen. (Was Carter anfangs als Saamenfden eil beschrieben, sollen nach Lieberkhn Infusorien und zwar Trachelius trichophorus sein.) Ebenfalls hutig im Zellgewebe der See- und Ssswasser- Schwmme eingebettet liegen Insel -frmige Keimkrner- Gruppen, die Keimkrner- Konglomerate oder Eier (1, 11) und unbewimperten Embryonen Lieber- kiihn's, die Ovula Grant's, die Eier oder Keim - frmigen Reproduktoren Laurent's. Sie finden sich oft am hufigsten und mitunter in ungeheurer Menge im Grund -Theile des Schwammes vor. Sie sind Kugel - frmig, i jb i U Mm. gross, bei Spongilla dem blossen Auge als weisse Pnktchen sichtbar und zusammengesetzt aus gleichmssig vertheilten oder in Huf- chen gruppirten Keimkrnern (1, 22), welche in ihrem Inneren ein fein- krniges Kgelchen oder ein Zellen -artiges Gebilde mit schwach Licht- brechendem Krperchen wie einen Nchdlm enthalten, aus andern, welche einen Sarkode-artigen Fortsatz aus ihrem Innern hervorschieben, und aus kleineren und grsseren Schwamm -Zellen entweder mit einem NucUus oder mit einem Konglomerate von vielen feinen Krnchen und sich Amben -artig beAvegender Sarkode, endlich aus kleineren und grsseren glatten oder knorrigen Kiesel -Nadeln. Organische Zusammensetzung. 11 Bei Spongia (Sp. Ivmbata) bestehen die unbewimperten Embryonen" nur aus Schwamm - Zellen und Eiweiss - artigem Stoff mit Fett- hnlichen Krnchen, ohne Elementar -Blschen und Keimkrnchen , verdienen also den Namen Keimkrner- Konglomerate nicht. Oft in den oberen, doch vorzugsweise in den ltesten Theilen der Schwmme (Spongilla und Spongia) imd vielfltig mit den vorigen zusam- men, liegen ebenfalls in grosser Anzahl die Keimchen oder Gemmul Lieberkhn s, die Sphrul Gvant's und Johnston's, die tSporidien und Sporangien Meyen's, die Ei -frmigen Krper Laurent's (zum Theil) und Carter's (1, 14). Weiss oder braun, die grssten Schwamm -Zellen bald an Grsse bertreffend, Kugel- oder Ei-frmig, aus einer hrtlichen Schaale und aus einem Gehalte von zusammengeballten Zellen gebildet, stecken sie oft in zahllosen kleinen Lcken und Poren des Zellgewebes. Die Schaale ist hornig und von einer kieseligen Kruste umhllt, welche bei mehren Spongilla- Arten mit einer in regelmssig sechsseitige Felder ge- theilten Oberflche versehen ist (1,16), in deren Mitte sichScheiben-frmige Kiesel -Krperchen von Amphidiscus - Form erheben (1, 17, 18), so dass sie mit ihrem einen Scheiben -frmigen ganz-randigen oder gezhnten Ende auf je einem jener Felder stehen und sich mit dem andern gleich be- schaffenen Ende etwas ber die ussere Oberflche einer amorphen Kiesel- Masse erheben, welche die Zwischenrume zwischen ihren Achsen ausfllt (1, 14 a). Nach Lieberkhn sind die einzelnen Amphidisken von Zellen umschlossen (1, 18). In andern Fllen ist keine solche regelmssige Ein- theilung der Gemmul -Schaale vorhanden, und die Kruste enthlt in ihrer Dicke nur gewhnliche kleine glatte oder hckerige und mit ihren Spitzen oft etwas vorragende Kiesel -Nadeln in verschiedener Menge, Richtung und Vertheilung, wodurch die Oberflche zuweilen stachelig wird. An allen Schaalen aber ist ein (mitunter auch 2 4 zhliger) ins Innere fhrender Trichter - frmiger Nabel (Hilnm, Porus, 1, 14 d) vorhanden. Der Inhalt besteht in grossen rundlichen Zellen (1, 14c, 15) oder kugeligen Massen (Ballen Meyen's), welche mit Nucleus und Nucleolus versehen, von vielen Blschen und noch mehr Krnchen oder Keimchen erfllt sind, die sich Amben-artig verndern knnen und weiterer Entwickelung fhig sind. Die meisten Beobachter kannten die Saamenfdchen nicht und glaub- ten daher auch nirgends wirkliche Eier zu sehen. Auch jetzt noch hat man die Saamenfdchen weder mit den zuerst erwhnten Keimkrner- Konglomeraten noch mit den Gemmul in Verbindung treten sehen, obwohl man weiss, dass -beide sich zu neuen Schwamm -Individuen entwickeln knnen*). Indessen hlt Lieberkhn die ersten fr die Befruchtungs-fhigen *) Da die Schwrm - Sporen grosse 'hnlichkeit in ihrem Verhalten mit den bewimperten Embryonen anderer niedriger Thiere zeigen , so ist es wahrscheiiilich , dass die Keimkrner- Konglomerate , woraus sie hervorgehen, die Befruehtungs - fhigen Theile oder Eier seien. Meyen glaubte, dass die Embryonen aus dem Nabel der Gemmul ausschlpfen; Carter, der nie umherschwrmende Embryonen gesehen, lsst die Keimkrnor- Konglomerate daraus hervorgehen. 12 Schwmme. Eier, aus welchen die Embryonen entstehen, die letzten fr blosse Cysten, die das Thier, welches sich darin fr einige Zeit zur Ruhe begeben, spter durch den Nabel wieder verlasse. III. Chemische Zusammensetzung. Man besitzt verschiedene Elementar -Analysen von Schwmmen, welche aber ein sehr ungleiches Resultat ergeben mssen, je nachdem in dem untersuchten Schwmme kieselige oder kalkige Schwamm -Nadeln vorhan- den sind oder solche ganz fehlen. So fand R. D. Thompson in zwei Arten mit Kiesel -Nadeln, nmlich in Halichondria panicea, Spongilla uviatilis organische Materie 28,60 26,00 kohlensaure Kalkerde . . . 48,79 ..... 13,00 Kieselerde 19,04 50,66 phosphorsaure Kalkerde ... 2,38 10,10 Chlor -Natrium] iV , f . 1.19 .. , J- unwesentlich { Ci a . Alaunerde . . .] \ . Spur ..... Spur TTXT 99,86 avo die Natur der organischen Materie unbekannt und das Vorkommen der kohlen- und phosphor-sauren Kalkerde unerklrt bleibt. Eine Zerlegung von Euspongia officinalis, die keine Nadeln enthlt, wies als Bestandteile haupt- schlich Fibroin- Fasern mit wenig Jod, Schwefel und Phosphor nach. Man darf in den Schwmmen, wenn man sie nach ihren organischen Bestandthcilen betrachtet, wenigstens viererlei von einander unabhngige chemische Verbindungen zu finden erwarten: 1) die des Hrn - Gerstes unter Abrechnung der etwa in seinem Innern noch eingeschlossenen Nadeln ; 2) die der kieseligen oder 3) kalkigen Bestandteile der Nadeln; 4) die des Gallert-artigen Sarkode-berzugs, welcher physiologisch genommen zweifels- ohne der Hauptbestandteil ist. Die Sarkode ist noch nicht genauer chemisch zerlegt worden, gilt aber gewhnlich als eine Protein -Verbin- dung. Das elastische Horn-Gerste besteht aus Fibroin, einer Verbindung N 2 C 12 H 10 0"> = 150 Mischungsgewichten, 18,6 48,0 6,Q 26,6 = 100 (99,8) Prozenten. Das Fibroin ist einestheils dem Fibrin unter den Protein -Verbin- dungen, anderntheils den Leim-gebenden Materien und in seinem Stickstoff- Gehalte insbesondere dem Knochen-Leim zunchst verwandt, unterscheidet sich von diesem aber durch seine Unlslichkeit in kochendem Wasser u. s. w. und findet sich ausserdem noch in Spinnen- und Seide -Fden vor. Der Jod- Gehalt der Schwmme ist nach den Untersuchungen von Sommer und von Hornemann theils fest mit der Horn-Faser verbunden, theils durch Wasser ausziehbar und daher nach dem vorausgegangenen Reinigungs- Grade der Schwmme vernderlich. Die Schwamm -Substanz in Kali -Lauge aufgelst u. s. w. kann bis 1,90 Jod abgeben. aus \ Lebens - Thtigkeit und Entwickelungs - Geschichte. 13 IV. Lebens -Thtigkeit und Entwickelungs -Geschichte. Entwickelung der Gemmul. Eine zusammenhngendere Darstellung der Entwicklung- und des Lebens knnen wir, wenn auch mit einigen Lcken, nur von den Ssswasser-Schwmmen geben. Nach allem Anschein jedoch stimmen die See -Schwmme in allem Wesentlichen damit berein. Wenn die Gemmul (1, 14, 15) sich im Parenchym einer Spongille aus Schwammzellen -Haufen erst zu entwickeln beginnen, was im Herbste geschieht, sind sie von dichterem Zellgewebe umgeben als spter und haben eine dnnere Schaale; ihr Kugel -krniger Sarkode -Inhalt (1, 15) ist strker Licht-brechend, fester zusammen-klebend, mit dicht eingestreuten Fett-artigen Krnchen. Zuweilen geht sogar die gesammte ber das Kiesel- Gerste verbreitete Schwammzellen -Masse in solche Gemmul ber. Bei weiterer Entwickelung nehmen sie die oben (S. 11) beschriebene Be- schaffenheit an. In dieser verharren sie den Winter ber. Mit dem ersten Frhling (im Mrz) und besonders unter Einfluss der Sonnen -Wrme ver- ndern sich die Gemmul; viele ihrer Zellen enthalten doppelte Kerne und Kern -Krperchen, sie sind jetzt weniger zerfliesslich als vorher und zeigen eine Amben -artige Beweglichkeit; die kleinen Krnchen nehmen auf Kosten der Blschen zu; aus dem Porus ergiessen sich endlich zusammenhngende Schwamm -Zellen welche sich, wenn sie ihre Un- terlage erreichen, mit der Schaale daran festheften. Das Ausfliessen dauert etwa vier Tage. Whrend dessen wird der ussere Band der ausgeflossenen Masse durchsichtiger, indem sich die grsseren Blschen hier ganz verlieren und zerfallen, so dass die kleinen Krnchen gewhn- licher Schwanim-Zellen mehr berhand-nehmen, wodurch allmhlich wieder ein Schwamm -Stck entsteht, das dem in der Gemmul aufgegangenen ganz hnlich ist, daher dieses auch, wenn die Gemmul noch auf dem Nadel- Gerste liegt, solches berzieht und die Stelle des vorigen ein- nimmt und meist mit andern benachbarten in gleicher Vernderung be- griffenen zusammenfliesst. Am 6. Tage nach dem Austritte beginnt die Entstehung neuer Nadeln. Am S.Tage bildet der junge Schwamm, wenn er vom Gerste getrennt einzeln auf flacher Unterlage sitzt, eine Scheiben- frmige etwas gewlbte Masse von 3 Mm. Breite (1, 1), welche in der Mitte die entleerte Schaale enthlt und gegen den Rand hin farbloser und durch- sichtiger wird. Nach (5 Wochen unterscheidet man bereits daran die nur die Sippe der Spongillen charakterisirende, den inneren Krper lose um- gebende (1, 16) Haut mit ihren eigenthmlichen sich in lange Fortstze theilen- den Zellen (1, 6 d, 7) und ihren feinen Einlass- Poren (1, lf und 6 a c), die zwischen Krper und Haut gelegene Hhle und die kurz Bohren- oder Kegel -frmig vorragende Ausfhrungs -Mndung (1, lg) derselben, alle bereits in voller Thtigkeit. Die Haut ist von kleinen Nadeln erfllt und von grsseren Nadel-Bndeln des Parenchyms gesttzt (1, ldd) und las st vermge ihrer Durchsichtigkeit die Anfnge der Kanle erkennen (lee), welche aus der unter der Haut befindlichen Hhle ins Parenchym fhren. 14 Schwmme. Entwickelung der Keimkrner -Konglomerate zu Schwrm- Sporen. Diese kugeligen Konglomerate (1, 11 [s. S. 10]) kommen in allen Tlieilen der Spongillen oh in der Nhe der vorigen und auf sehr verschiedenen Ent- wickelungs - .Stufen durcheinander vor. In leicht zerstrbarer Umhllung zeigen sie sich mit Keim -Krnern erfllt. Man unterscheidet grssere und kleinere, jene schon dem blossen Auge erkennbar, diese nur ein Drittel so gross, aber noch immer vor der doppelten Grsse der grssten Schwamm- Zellen, oft einen Nucleus und Nucleolus zeigend und oft Amben - artig in langsamer Bewegung begriffen. Im Winter sieht man statt der Keim- Krnchen stark Licht -brechende Krperchen von noch grsserer Feinheit darin. Zu Anfang des Sommers (im Mai) nehmen sie eine ovale Gestalt an und zeigen eine helle und eine dunkle Hlfte. Knstlich abgelst lassen sie Zellen und Kiesel -Nadeln im Innern erkennen und bewegen sich durch ein Wimper -Epithelium ihrer Oberflche leicht im Wasser herum. Spter (im Juni bis Oktober) trennen sie sich von selbst von dem Mutter -Thiere ab und schwimmen als Seh wrm-Sporen (1, 13) lebhaft umher. Die Schwrm -Sporen, zuerst von Grant und Laurent beobachtet, sind i ji Mm. dick und 2 k Mm. lang, regelmssig oval, in dem beim Schwim- men nach vorn gerichteten Ende eine Wasser-helle halb-kugelige, im hin- teren eine blendend weisse Masse enthaltend. Von aussen nach innen besteht der Krper a) aus einem Epithelium, das ringsum von einer ein- fachen Lage kugeliger Zellen von etwa \jzm Mm. Durchmesser gebildet ist, deren jede ein Wimper -Haar trgt; b) aus einer Kortikal -Substanz, welche bedeutend dicker, gallertig, Struktur -los ist und nur einige Fett- artige Krnchen eingestreut enthlt; c) aus der fast kugeligen Medullar- Masse, die bis '/2 Mm. dick das Innere ausfllt, im vorderen grsseren Wasser-hellen Theile slzig ist und feine Krnchen eingestreut enthlt, whrend der hintre weisse aus grsseren und kleineren Fett - hnlichen Krnchen besteht, die mit Sarkode -Substanz zusammen Kgelchen von verschiedener Grsse bilden, gewhnlich aber mehr und weniger durch ein stark Licht -brechendes Krperchen verdrngt werden, welches das erwhnte weisse Ansehen des Hintertheils der Schwrm -Spore veranlasst. Beide Theile enthalten ausserdem auch immer sehr feine Kiesel -Nadeln (wie die im Schwamm selbst gestaltet). In dieser Medullr -Masse nun nehmen die ohnediess zahlreichen Keim -Krner oft so sehr berhand, da ss sie mit den Kiesel -Nadeln und Eiweiss- artiger Substanz allein diese Masse bilden. Die Schwrm -Sporen der See -Schwmme sind nach Graut nur an ihrem Vordertheile bewimpert. Die Schwrm- Sporen, von den nach aussen gehenden Wasser -Strm- chen aus dem Schwmme entfhrt oder auch an andern Stellen hervor- brechend, bewegen sich in verschiedenen Kichtungen umher, bleiben eine Zeit lang an der Oberflche des Wassers, gehen dann in die Tiefe lngs dem Boden (des zur Beobachtung dienenden Gefsses) fort, kommen wieder in die Hhe, drehen sich zuweilen im Kreise, halten sich bei Lebens -Thtigkeit und Entwiekelungs- Geschichte. 15 wechselseitiger Begegnung einige Minuten lang beisammen auf und entfernen sich dann wieder von einander. Zuweilen bleiben sie eine Weile unbewegt und fangen dann von selbst oder, wenn sie angestossen worden, aufs Neue sich zu bewegen an, breiten sich zuweilen eine Zeit lang an der Oberflche des Wassers aus und setzen sich endlich mittelst der Kortikal- Substanz gewhnlich an ltere leere Schwamm - Gerste oder an fremde Krper, als Steine, Phryganen - Rhren, Holz und andere Pflanzen -Stcke, an lebenden Zweigen und selbst auf den Krusten lebender Krabben fest, wo 1 2 Arten sehr regelmssig vorkommen. Die Schwmmchen sind jetzt schon schwer von den aus Gemmul entstandenen zu unterscheiden und entwickeln sich weiter, wie diese. Carter ist geneigt, die Fortpflanzung der Schwmme durch Gemmul als eine geschlechtliche zu betrachten, deren Zellen durch Krnchen von Spermatoidien- Natur befruchtet Avorden wren, wie er es auch bei den einkammerigen Rhizopoden und noch mehr bei den Infusorien darzustellen bemht ist (vgl. dagegen Lieberkhn, S. 1112). Zwei bis acht Tage nach ihrem Freiwerden ist es , wo die Schwrm- Sporen zu Boden sinken und sich hier befestigen, indem sie ihr Epitheliom abwerfen (was zuweilen auch schon im Mutter-Thiere geschieht), nach dessen Verlust der Keimkrner -Gehalt unter der Struktur-losen Kortikal -Substanz deutlich sichtbar wird. Diese letzte erscheint nach einigen (1 2) Tagen dnner; von der inneren Masse weniger als zuvor unterscheidbar fliesst sie langsam hin und her, schiebt Fortstze hinaus und zieht sie wieder ein, nimmt einzelne Keim -Krnchen in diese auf und drngt sie wieder ins Innere zurck, indem zuweilen auch eine Kiesel -Nadel mit ihrer Spitze weiter an die Oberflche hervortritt. Oft schon vom Freiwerden der Sporen an, oft auch erst jetzt beginnen die Keim -Krnchen in immer feinere Stckchen zu zerfallen. Nach etwa 8 Tagen zeigen sich die Nadeln zahlreicher und in vernderten Lagen, die meisten in der Mitte der Sporen zu Bndeln vereint, manche bereits aufgerichtet und mit ihren Spitzen den Schwamm -Krper berragend. Die Keimkmer - Theilchen sondern sich in Hufchen von der Grsse gewhnlicher Zellen; viele dieser Huf- chen lassen in ihrer Mitte einen Glas -hellen Nuckus und Nucleolns, zu- weilen auch kugelige Nadel -Rudimente von der Grsse dieser letzten wahrnehmen, und manche dem Rande nahe gelegene wechselen selbst ihre Stelle. Aus den zerfallenen Keim - Krnchen entstehen kontraktile Zellen. Nach ti Wochen hat die junge Spongille bis zur 1 l ,/i fachen Breite und G fachen Hhe zugenommen (1, 12); die Nadeln (an Zahl von 10 bis auf 70 gestiegen) liegen in zahlreichen Bndeln wie im ausgebildeten Zu- stande geordnet, die Bndel von einer Struktur-losen Membran, welche die Gallert -Masse berdauern kann, umschlossen und mit einander ver- bunden. Die Einsaugungs - Poren und der Ausfhrungs -Fortsatz sind schon frher kenntlich. Gegen den Herbst ist der junge Schwamm nur noch in der Grsse vom alten verschieden. Whrend der Entwickelung des jungen Schwammes lsst sich auch die Entstellung der Spicul beobachten. Man hat sie insbesondere an 1(5 Schwmme. den Spindel -frmigen Kiesel -Nadeln der Spongillen verfolgt, welche in der Mitte eine kugelige Anschwellung haben. Sie entstehen in Kern-haltigen Schwamm -Zellen, worin die Nadel dann weiter theils durch Ausdehmuig und theils durch Auflagerung neuer Kiesel -Schichtchen von aussen her fortwchst (1, 8). Auch aus zufllig oder durch freiwillige Theilung abgelsten Zellen- Gruppen und einzelnen Zellen der Schwmme knnen sich neue Individuen bilden (Vermehrungs - Weise durch Selbsttheilung, Scissiparite Laurent'.?). Nachdem sie sich eine Zeit lang am Boden umher-bewegt , befestigen sie sich langsam mit ihrer Oberflche, nhren und entwickeln sich weiter. Zuweilen lst sich eine ganze Zellen -Gemeinde auf; jede Zelle verlsst ihren Sitz und kriecht mittelst ihrer Pseudopodien umher, gewhnliche Schwamm- Zellen sowohl als Wimper -Schluche, welche letzten jedoch die Form eines Actinophorus -rtigeit? Infusoriums annehmen. Aber auch die bewimpelten und unbewimperten Zellen eines solchen Wimper -Schlauches knnen ihre Verbindung lsen und sich einzeln oder noch in kleinen Gruppen zusammenhngend umher -bewegen, welche letzten dann den Uvellen unter den Infusorien hnlich sind (1 , 10). Die einwimperigen Zellen (welche Carter frher fr Saamenfdchen gehalten) sieht man dann oft einzeln (1, 9) oder gruppenweise (1, 10) irgendwo am Roden mit- telst je eines an einer Seite hervor-tretenden Fortsatzes sich befestigen, whrend an dem entgegengesetzten Ende die Wimper sich schlngelt, zu deren beiden Seiten sich die Nahrung -zufhrenden Wasser -Strmchen gegen die Zelle bewegen, welche die einzelnen Nahrungs - Krnchen mit ihrer Oberflche einschlingt oder mittelst eines ausgestreckten Fortsatzes hereinzieht, sie umfliesst und verzehrt. (Das Zusammenwirken vieler solcher lngs einem Schwamm -Kanle vertheilter Wimper -Zellen ist daher zweifelsohne auch sehr geeignet, eine fortwhrende Strmung in demselben zu bewirken, aber deren Vereinigung in einem blinden Schlauche noch nicht gengend, um ein unausgesetztes Einstrmen des Wassers in diesen zu erklren.) Leben der reifen Schwmme. Die Reitz- Empfnglichkeit der See- Schwmme, obwohl spter oft gelugnet, hat schon Cavolini gekannt; sie werden dadurch veranlasst ihre Offnungen zusammenzuziehen und zu erweitern, zu schliessen und zu ffnen. Durch die geffneten engeren Poren der Oberflche dringt das sie umgebende Wasser bestndig ein und durch die weiteren Offnungen mit zunehmender Schnelligkeit wieder heraus, vorwrts getrieben durch die im Inneren vorhandenen Wimper- Apparate, welche oben beschrieben worden sind. (Man beobachtet Diess am besten, wenn man unschdliche sehr fein gepulverte und unauflsliche organische Farbstoffe wie Karmin ins Wasser streut, die Bewegung der der Oberflche des Schwammes zunchst kommenden Krnchen derselben verfolgt und, wenn eine grssere Menge derselben eingedrungen ist, das umgebende Wasser durch ungefrbtes ersetzt.) Mit diesem Wasser ge- langen denn auch die rohen Nahrungs -Stoffe des Thieres zu allen Theilen Lebens -Thtigkeit und Entwickelungs- Geschichte. 17 seines Inneren und werden durch die Sarkode zerlegt, sei es nun dass die kugeligen Wimper -Schluche dabei noch eine besondere Rolle spielen oder nicht. Die Aufnahme fremder Stoffe ins Innere des Krpers findet ohne Auswahl statt (whrend der Wimper- Mund der Infusorien das Un- brauchbare zurckstsst) , wenn sie nur fein genug sind, um durch die ffnungen einzugehen, welche ihre Form etwas ndern knnen, um sie aufzunehmen. Wenige Minuten gengen oft schon, um ein Schwmmehen oder ein Schwamm-Stckchen, wie man es unter das Mikroskop bringt, mit farbigen Krnchen durch eine einzige ffnung zu fllen, und erst nach 12 Stunden sind alle diese Krperchen wieder entfernt. Verfolgt man den Weg, welchen diese letzten machen, so sieht man sie nach Lieberkhn theils rasch und geradezu fortstrmen und wieder ausgeworfen werden, whrend andre zwischen das Zellgewebe gerathen und darin stecken bleiben und verzehrt werden. Die Zellen bewegen sich fortwhrend langsam, nehmen ovale vieleckige und scheibenartige Formen an, ent- fernen sich von einander, so dass kleine Lcken oder weite Spalten und Lappen entstehen, nhern sich wieder, ohne eine Spur der Trennung zu hinterlassen, oder strecken einander ihre Fortstze entgegen, welche bald kurz und stumpf, bald spitz und viel lnger sein knnen, als sie selbst. Sie umfliessen und umhllen auf diese Weise dann auch jeden zu ihnen gelangenden fremden Krper und entziehen ihm seine assimilirbaren Be- standteile. Erfassen sie lebende Infusorien, so kann man in diesen das Spiel ihrer kontraktilen Blase noch etwa eine halbe Stunde lang beob- achten; dann hrt es auf; das Thierchen zerfllt allmhlich und ver- schwindet (gerade so, wie wenn man Aenophrys ein Infusorium fressen sieht). Nach Carter jedoch wre die Verarbeitung der Nahrung aus- schliesslich den Wimper -Schluchen vorbehalten und wrden daher auch die Karmin -Krnchen sich nur in ihnen anhufen, indem der Durchgang eines Krnchens durch die dasselbe umfliessenden Zellen eines solchen Schlauches bis in die Ausfhrungs -Kanle wohl eine Viertelstunde erfor- derte. Das setzte denn eine Art Filtrir - Thtigkeit aller Schlauch -Zellen in gleichbleibender Richtung voraus. An manchen Tagen nimmt der Schwamm (immer noch die Spongille) keine Farbstoffe auf. Es geschieht Diess unter Andern auch insbesondere alsdann, wenn derselbe mit Karmin - Krnchen auf einmal zu sehr ber- fttert worden ist. Wie Carter erzhlt, hren dann die Strmungen auf, die Eingangs -Poren und die Ausfhrungs - ffnungen schliessen sich und werden unsichtbar. Das Thier ruhet einige Stunden lang ; dann werden allmhlich die ffnungen wieder sichtbar, die Strme bewegen sich aufs Neue und fhren den Karmin -Unrath mit sich nach aussen. Auch an See -Schwmmen ( Hymeniaciduni) bemerkt man nach Bo- werbank, dass ihre Strmungen nachlassen, wenn sie zu lange im nm- lichen Wasser unterhalten werden, so dass man endlich' von allen ihren Mndungen nichts mehr sieht. Fhrt man ihnen aber wieder frisches See-Wasser zu, so ffnen sich dieselben rasch und stossen Wasser-Strme Bronn, Klassen des Thier -Reichs. I. O jy Schwmme. mit ziemlicher Heftigkeit aus. Nach einiger Zeit lassen sie, nach dem Willen des Thieres allmhlich oder pltzlich, einzeln oder gruppenweise oder alle wieder nach, bis sie neues Wasser erhalten. Dabei ndert sich die Form der Mndungen manchfaltig ab, indem sich ihr hutiger (? Sarkode-) Rand bald in eine kurze Rhre verlngert und bald sich flach ber die Mndung spannt, so dass nur eine mittle ffnung brig bleibt, Nur selten sieht man den ganzen Krper sich langsam zusammen- ziehen oder seine Form ndern, auch sogar sich in % 3 ganz geschiedene Theile sondern, wie es scheint insbesondre dann, wenn es an Nahrung gebricht oder das Wasser nicht gengend erneuert wird. Es ist Diess eine Wirkung des vorhin beschriebenen Formen -Wechsels und der Tren- nung der einzelnen Spongille- Zellen zu einem gemeinsamen Zwecke; die ganze Schwamm -Masse gerth in eine langsam fliessende Bewegung wie ghrender Brod-Teig, ndert die Lage ihrer Nadeln, dehnt ihre Grundflche zu einem weiteren Umfang aus, kann sich aber auch wieder zusammen- ziehen; ja ganz getrennte Massen knnen sich wieder vereinigen. Von Interesse ist diese Verschmelzungs - Fhigkeit junger Individuen, wo sie sich auch am genauesten beobachten lsst. Haben sich mehre neben einander festgesetzt und kommen sie bei weiterer Ausdehnung mit einander in Berhrung, so schwindet ihre Grenz-Haut, die Nadeln kreutzen sich, die inneren Kanle treten mit einander in Verbindung, die Zahl und Lage der oberflchlichen Poren- und Ausmndungs- ffnungen passt sich der Form und dem Bedrfnisse des so gebildeten Schwamnies an. Man kann ihn jetzt nur noch gewaltsam zerreissen. Auch an ausgewachsenen See-Schwmmen beobachtete Bowerbank, dass, wenn man sie in mehre Stcke zerschneidet und diese Stcke dann in der anfnglichen Weise an einander legt, sie nach wenigen Stunden wieder vollkommen mit einander vereinigt sind. Eben so sah er ganz verschiedene Individuen, wenn sie nahe an einander gedrngt wurden, in einigen Stunden vllig mit einander verschmelzen. (Bringt man aber Stcke oder Individuen verschiedener Schwmme-Arten auf gleiche Weise an ein- ander, so hat Diess keinen Erfolg.) Eine ihnen eigenthmliche Art von Lebens-Thtigkeit zeigen die boh- renden Schwmme (Vioa, Thoosa, 2, 1), indem sie mit einer punktfrmigen ffnung (2, 1 b, eine ganze Entwicklungs-Reihe) beginnend sich in Kalk- steine, Weichthier-Schaalen, Nulliporen und Korallen -Stcke einbohren und dann in geringer Tiefe unter der Oberflche und mit ihr parallel allmhlich erweiterte Kanle aushhlen, die sie genau mit ihrem Krper ausfllen. Immer sind diese Kanle verstelt, die Aste im Allgemeinen fiederstndig, oft anastomosirend, allmhlich an Breiten -Ausdehnung zu- nehmend und dann gewhnlich durch verengte Stellen fast regelmssig in Glieder getheilt. Feine Poren -ffnungen, welche berall von diesen Asten aus zur Oberflche des durchbohrten Krpers gefhrt werden, stellen allenthalben die Verbindung des Thieres mit dem frischen AVasser her. Hancock glaubt nicht, dass sie diese Aushhlungen, welche bisher nur Lebens -Thtigkeit und Entwickelimgs - Geschiente. \ty in Krpern aus kohlensaurem Kalke bestehend gefunden worden sind, durch ausgeschiedene Suern bewirken, indem frische Schwamm-Exemplare nicht nur nicht darauf reagiren, sondern selbst mit Suern brausen. Er betrachtet sie als eine Folge der Reibung der rauhen, losen Kieselhlle dieser Thiere (vgl. S. 8) an den Kalk- Wnden, zumal diese Wnde berall fein punktirt seien. Die Kontraktilitt der Sarkode-Zellen und vielleicht die Flimmer- Bewegungen sollen dabei behlflich sein. Indessen knnen gerade durch Reibung nicht wohl punktfrmige Vertiefungen hervorgebracht werden und scheint der angedeuteten Bewegungs-Weise des Reib-Apparats die nthige Druck-Kraft und Schnelligkeit zu fehlen. In psychischer Hinsicht ist nicht zu verkennen, dass in mehren dieser Bewegungen sich ein Zusammenwirken aller einzelnen Theile des Schwammes zu einem gemeinsamen und zwar einem mehr und weniger bewussten Zwecke ausspricht. Jhrliche Vernderungen. Die grsste vegetative und geschlechtliche Thtigkeit findet im Sommer statt, indem von Mrz an die Fortpflanzungs- Krper sich mehr und mehr entwickeln, im Juni bis August am reichlich- sten und ausgebildetsten im Innern des Schwammes vorkommen, wie auch um diese Zeit sich die Kapselchen, in welchen sich die Saamen-Fdchen bilden, zur Reife gelangen und aufplatzen. Sie liegen einzeln oder in Gruppen vereinigt und zu verschiedenen Entwickelimgs - Stufen gelangt im Zellgewebe beisammen. Whrend einige nur erst eine feinkrnige Masse enthalten, zeigen die anderen bereits kugelige, Ei- und Weck-frmige Krperchen, welche theils langsam bewegliche stumpfe Fortstze hervor- schieben und bald zerfallen, theils mehrfach eingeschnrt sind und schon an jedem Segmente einen Faden (Schwanz) erkennen lassen, wogegen von den einzelnen kleineren Kgelchen jedes schon seinen Faden besitzt. Noch andre sind ganz von lebhaft bewegten Saamen-Fdchen erfllt. Im Herbste und Winter scheinen die Schwmme wenigstens unsrer Ssswasser eine Reduktion zu erleiden; ihr Zellgewebe zeigt weniger Be- weglichkeit in seinem Innern, es zieht sich oft von den auseinanderfal- lenden oder noch zusammenhaltenden Nadel -Bndeln mehr und mehr zu- rck, theils in Folge einer stellenweisen oder gnzlichen Atrophie und theils um sich in feinere Zcllchen und Krnchen zu zertheilen und sich endlich in Keimkrner-Konglomerate umzubilden, welche den Winter ber ruhen, bei ihrer Entwicklung im nchsten Sommer aber den durch ihre Bildung kahl gewordenen Theil des Nadel-Gerstes oft wieder berziehen und den alten Schwamm weiter vergrssern und ausdehnen. Manche Schwmme selbst des Meeres scheinen nur eine einjhrige Lebens -Dauer zu besitzen, da sie sich ziemlich regelmssig nur an ein- jhrige Algen zu befestigen pflegen. Andre leben unzweifelhaft viel lnger, sei es Folge einer Art periodischer Regeneration von der eben angedeuteten Art oder weil sie schon an und fr sich von mehr ausdauernder Natur sind. Des Falles, dass unter ungnstigen Existenz -Bedingungen wohl zu jeder Zeit alle Zellen eines jungen Schwammes (und vielleicht auch 20 Schwmme. die von lteren) ihre Gemeinschaft auflsen und sich einzeln fortlebend zerstreuen knnen, ist schon oben gedacht worden. Individualitt bei den Schwmmen. Carter betrachtet einen Schwamm gleich dem Polypen-Stocke nur als eine Kolonie, die aus so vielen Einzel- wesen zusammengesetzt wre, als Wimper-Schluche oder Magen in sei- nem Innern enthalten sind, wobei die Wimper -Zellen dieser Schluche den bewimperten Gallen -Organen im Magen andrer niedrer Thiere ver- glichen werden. Auch Perty sieht ihn als einen Rhizopoden- Stock an, der sich sein Nadel-Gerste gemeinsam (?) erzeuge, und worin jede Zelle einen Rhizopoden darstelle; die bewimperten Krperchen erscheinen ihm als etwas blos Ansitzendes, Fremdartiges und Zuflliges. Aber man msste, wie Lieb er khn bemerkt, nach seinen genaueren Beobachtungen dann ferner annehmen, dass (wie die Individuen im Ameisen-Haufen) ver- schiedene der anfangs gleichartigen Zellen verschiedene Verrichtungen bernehmen, indem die einen sich nur mit der Ernhrung beschftigen, andre Nadeln erzeugen, einige zu Bewegungs-Organen werden, noch andre sich in Saamenfden- Kapseln und viele endlich in Schwrm -Sporen ver- wandeln, woraus neue Rhizopoden wie die Cercarien aus Ammen ent- stehen; die Gemmul-Bildung wre als eine Art gemeinsamer Incystirung einer ganzen Gruppe zu betrachten. Indessen neigt sich Lieberkhn selbst der Duj ardin 'sehen Ansicht zu, welche den Schwmmen ein ge- meinsames Leben zuschreibt. Dann wre jede Schwrm -Spore und der daraus entstehende Schwamm ein Individuum, das sich durch seine vor- geschobenen Pseudopodien langsam bewegte, indem die kontraktilen Zellen der Sarkode die Muskeln vertrten; Wimpern kleideten innere Kanle aus, welche mglicher Weise Abtheilungen eines ununterbrochenen Darm- rohres wren. Die Fortpflanzung geschhe durch Eier und Saamen-Fden. Der Begriff der Individualitt darf hier keinenfalls so strenge wie bei hheren Thieren genommen werden. Dieselbe erscheint berall und ins- besondre wenn wir auf die Pflanzen und zumal die niedern Pflanzen zu- rckblicken, um so geringer, je grsser die der zusammensetzenden Zellen ist. Dort vermag jede Zelle sich allein zu ernhren und fortzupflanzen, und vielleicht nur von ihrer Lage an der Pflanze selbst hngt es ab, ob sie auch zur geschlechtlichen Fortpflanzungs-Weise befhigt wird. Hier ernhrt und vermehrt sich, empfindet und bewegt sich jede einzelne Zelle unabhngig von den andern; jeder Fetzen eines vorhandenen Schwammes kann sich selbststndig erhalten und vervielfltigen; und wenn verschie- dene Zellen noch verschiedene Funktionen haben, so scheinen diese gleich- wohl alle aus einer gleichen Anlage entstanden und nur durch verschiedene Einflsse der Lage u. s. w. verschieden ausgebildet worden zu sein. Selbst das regelrecht aus einem befruchteten Ei (wenn anders diese Befruchtung sich besttigt) als Schwrm -Spore hervorgegangene wirkliche Individuum kann in mehre zerfallen oder mit anderen solchen Individuen und bereits vorhandenen ganzen Kolonie'n zusammenfliessen, ohne dass etwas noch spter diesen zusammengesetzten Ursprung verriethe. Immerhin aber wrde Klassifikation. 21 die Individualisirung bei den Ssswasser-Schwmmen oder Spongillen um eine Stufe hher als bei allen anderen Schwmmen dadurch steigen, dass jeder Schwamm in der Regel nur eine gemeinsame am Ende verschliess- bare Ausfiihrungs - Rhre besitzt, die ausnahmsweise freilich auch hier wechselweise durch eine andere ersetzt und verdoppelt werden kann. Leuckart endlich bemerkt, dass die Organisation der Spongien sich zunchst an die der Polypen-Stcke anschliesse, und rckt sie demgemss im Systeme zu diesen hinauf. Sie erscheinen ihm wie Kolonie'n von un- vollstndig getrennten Polypen ohne Tentakeln, Magensack und Scheide- wnde im Innern der Leibeshhle. Die zahlreichen Wasser-Kanle erinnern an hnliche, nur viel feinere Kommunikationen zwischen dem Innern und der Oberflche bei gewissen Polypen (Actinia z. B.). V. Klassifikation. Man hat seit Grant angefangen, die Lamarck'sche und Schweig- ger'sche Familien-E int hei hing der Spongien, die auf ihre ussere Form gegrndet war, zu verlassen, immer mehr Gewicht auf die chemische Zu- sammensetzung ihres inneren Gerstes zur Charakterisirung ihrer Haupt- Abtheilungen zu legen, und die brigen Merkmale mehr nur zur Bildung der Unterabtheilungen und insbesondre der Sippen zu benutzen, zumal es bei den zahllosen Modifikationen der brigen Bildungen schwer werden wrde, mit ihrer Hlfe scharfe Grenzen zu ziehen. Inzwischen ist selbst die chemische Natur bei einer vergleichungsweise nur geringen Arten-Zahl bekannt, so dass wir von den bis jetzt beschriebenen etwa 300 lebenden Schwamm - Arten noch kaum 130 in die ihnen entsprechenden Haupt- Abtheilungen einzuordnen vermchten; und noch grsser wird jene Un- sicherheit bei den fossilen, meist in Kalk- oder in Kiesel-Masse versteinerten 500 Schwamm- Arten, fr welche man eine grosse Anzahl (50 60) von Sippen aufgestellt hat, ohne ihre ehemalige Mineral-Natur ermitteln zu knnen; man vermag sie hchstens nach ihrer usseren hnlichkeit mit bereits genauer bekannten lebenden Formen der einen oder der anderen Hauptabtheilung zu nhern und ihnen so eine muthmassliche Stelle anzu- weisen, obwohl nichts in der ussern Form selbst der lebenden Schwmme mit Sicherheit verrth, ob sie kalkige, kieselige oder gar keine Nadeln enthalten und hnliche Gestalten in verschiedenen Haupt -Abtheilungen vorkommen. Manche der fossilen Arten, welche jetzt eigene Genera bil- den, wrden zweifelsohne in die fr die lebenden Formen aufgestellten Sippen eingetheilt, manche ihrer Genera aufgehoben werden mssen, wenn es mglich wre, ihre einstige chemische Natur und die Einzelnheiten ihres mikroskopischen Baues so wie bei den lebenden noch ausznmitteln. Die in den meisten Fllen vorliegende Unmglichkeit dieses Ziel zu er- reichen wird zweifelsohne die Folge haben, dass die fossilen Arten hier mehr als in anderen Thier-Klassen von den lebenden in eigenthmlichen Geschlechtern getrennt erhalten werden mssen. 22 Schwmme. Wir fassen die wesentlichen Charaktere dieser Thier-Klasse in folgender Weise zusammen: Die Schwmme sind formlose Wasser -Thiere aus lose vereinigten kontraktilen Zellen, innerlich untersttzt und getragen von einem aufge- wachsenen netzartig verwebten Fibroiufaser- Gerste und gewhnlich auch noch von Kiesel- oder Kalk-Nadeln. Sie haben keine besonderen Organe, sondern die ganze Zellen-Masse (Sarkode) besitzt Assimilations-, Bewegungs-, Einpfindungs- und Fortpflanzung- Vermgen ; doch lassen zahlreiche enge Einmndungs- Poren der Oberflche das umgebende Wasser mit seinen feinsten Nahrstoff-Krperchen nach dem Innern zu, welches von verzweig- ten wandlosen Kanlen durchzogen ist, die durch eine geringere Anzahl grsserer ffnungen wieder nach aussen mnden. Besondere Zellen-Gruppen wandeln sich in Wimper - Schluche um, um die Zirkulation in den Kanlen zu frdern; andere werden zu Saamen-Fden, Eiern (?) und Keimen. rbnuttfleti, Sippen. (Eaf., Stfl. Krper gallertig, ohne Fasern und Nadel -Gerste (zweifelhaft) J Halisarca Duj. Krper ein Gerste enthaltend* . Gerste aus hornigen oder knorpeligen Fasern allein ohne Nadeln in dessen! Cera ospongiae. n. innerem (zuweilen einige Kiesel-Nadeln in einzelnen zusammen-/ Hrn - Schwmme. gedrckten Hrn - Fasern , oder lose in der Gallerte) ' dasselbe zerreiblieh und Sand -Krnchen regelmssig einsehliessend .... Dysidea Johnst. dasselbe fest oder zhe, ohne fremde Krper im Innern. . Faser knorpelig, derb, viele Haferkoni- frmige Lcken enthaltend, vonl . Ghondrospongia n. welchen viele feine Kanlchen ausstrahlen ) . ( Cartilospongia Bb.) . Faser hornig und von gleichbleibender innerer Beschaffenheit. . . mit dichter oder oben geschlossener Achse. . . . Fasern zusammengedrckt; Kanle erfllt von einer faserig -hutigen Substanz fast ohne Sarkode Steminatumenia Bb. . . . Fasern zylinderisch; Schwamm -Kanle mit reichlicher Sarkode. .... Schwamm aus einfachen Fasern gebildet; Achse voll. Netzwerk etwas unregelmssig , nach allen Richtungen.; Achilleum) . Euspongia n. Schw, (theils) i . (Spngia [Lk.J Bb.) Netzwerk regelmssig, aus senk- und waage- rechten Fasern, mit meist viereckigen Maschen Hymenacidum Bb. .... Schwamm -Fasern zu Bscheln verwachsen, senk- und waage-recht ; eine Achsen -Hhle von Spiral -Fasern umgeben und von einer Netz -artigen Kappe bedeckt Euplectella Ow. . . mit hohler oben offener Achse. . . . Hhle einfach, zylindrisch (Fistulwia Bb. frher) Verongia Bb. . . . Hhle: blinde Kanlchen nach der Faser -Wand ausstrahlend .... Auliscia Bb. 2, 3. Gerste aus Hrn- oder Knorpel -Fasern und Nadeln gebildet. ,. , , ,. ,. (Silicispo'ngiae Nardo Nadeln beselig \ Kiesel -Schwmme. . Schwamm ganz in Kalk eingebohrt; mit Kiesel -Hlle. . . Hlle aus seitigen u. Rauten-frm. Plttchen ; Nadeln Stecknadel-frmig| ' y^^riem ) * a "' . . Hlle mit Maulbeer-frmig. Krperchen ; oberflchl. Nadeln Stern-frmig . Thoosa Hancock 2, 1 f. . Schwamm ganz frei wachsend. . . ussre Haut locker anliegend, pors, durch eine Hhle vom brigen i . Spongilla Lk. 1, 1-24. Krper getrennt; eine Rhren-frmige Ausfhrungs-lTnung ; (in< . (EphiiJatia Ix.) Ssswassern lebend) | . (adiaga Spr.) . . ussre Haut dicht anliegend, keine Hhle umgebend; mehrfache Aus- fhrungs-ffuungen. . . . Schwamm-Massc netzartig, locker, elastisch, homogen j . Halichondria Flem. (noch mehr abzutheilen: Alcyoiiaii Lk. theils; Haliclona Grant) 1 . (Ilalispongia Blv.) ungetheilt oder stig ; die Enden einfach gebildet ( . (Haliita Grant.) wenig gctheilt; die terminalen Mndungen der hohlen Zweige von durchbohrten polygouen Krnchen umgeben; Spiculae zahllos, dreizackig, kieselig? Alcyoncella O.G. . . . Schwamm-Masse dicht, fleischig, voll Nadel-Bndeln, massig, mit derber Kinde. .... Mitte hohl; Fleisch darum mit Nadel-Bndeln und gewundenen Ka- nlen; Rinde aus Kiesel-Kgekhen Geodia Link. .... Mitte derb; Nadel-Bndel zur Peripherie ausstrahlend Tethya Lmk. 2, 4. Na.loh, Ic-Ukip- f c l c i sp o ng i ae Blv. IN adeln kalkig "(Kalk-Schwmme. . Oberflche in 4 Geckige Feldchen getheilt , ohne sichtliche ffnungen"; eine Zentral-Hohle; darum radiale Kanle; Spicul zahllos, spin- delfrmig oder zweizackig Dunstervillia Bb. 2, 2. . Oberflche ohne getfelte Eintheitung , zellig, pors. Im brigen der t . Grantia Flem. Schwamm violfrmig, derb, elastisch; Kalk-Nadeln in gallertiger { . (Liurului Grant) Basis. (Bedarf fernerer Uuterabtheilung nach Art des Gewebes etc. { . (Leticnia Grant) Bumliche Verbreitung. 23 VI. Rumliche Verbreitung. Im Allgemeinen. Die Schwmme sind zu unansehnliche Krper, als dass sie bis jetzt htten die Lust der Sammler erregen knnen. Man kennt ihre Arten und deren Verbreitung ber der Erd- Oberflche daher weniger vollstndig , als bei anderen Thier- Klassen, und kann so lange als ihre Arten nicht vollstndig in ein natrliches System vertheilt sind, auch keine allgemeinen Folgerungen von grossem naturgeschichtlichem Werthe daraus ziehen. Topographie. Wie schon erwhnt, sind alle Schwmme Wasser -Be- wohner und alle mit Ausnahme der Spongillen bewohnen das Meer. Die 8 10 bekannten Spongilla- Arten kommen im sssen Wasser der Flsse und Smpfe vor und zwar, wie Carter meldet, ziemlich hufig sogar in solchen Stellen der Smpfe, welche in der heissen Jahres -Zeit 6 8 Mo- nate lang vllig vertrocknen und sie der grellsten Sonnen -Hitze preis- geben. Zweifelsohne gehen sie in dieser Zeit mehr und weniger in ihrer Entwickelung zurck, schwinden theilweise an ihrer Oberflche, behalten aber durch ihre hygroskopische Natur in ihrem Innern immer Feuchtigkeit genug, um nicht ganz abzusterben. Vielleicht wirkt dieses Zurckgehen sogar gnstig auf das Zerfallen der Sarkode-Zellen zu Keim- Krperehen und zu reichlicherer Entwickelung von Knospen (Gemmul), welche dann auf den Schwamm -Gersten da, wo die vorigen verkommen sind, sich entwickeln und durch Verwachsung unter einander die Wiederherstellung und weitere Ausbildung des lterlichen Schwamni-Stockes bewirken. Die See-Schwinme halten sich im Ganzen lieber und in grsserer Anzahl an der felsigen Kste, in steinigen Buchten und endlich etwa auf Untiefen als auf dem Grunde des hohen Meeres auf. Schlamm- und feiner Sand-Grund wrden ihnen keinen gengenden Halt geben. Sie beginnen in schon ziemlich betrchtlicher Anzahl an der obersten Grenze des Fluth- Standes, wo sie einen grossen oder den grssten Theil des Tages hin- durch ausser dem Wasser kommen, jedoch in Hhlen, Fels -Spalten und unter Steinen, wo sie der Einwirkung der Sonne nicht unmittelbar ausgesetzt sind; gern wohnen sie zwischen Korallen ; oft sitzen sie sehr oberflchlich an Tangen fest, zwischen welchen geborgen sie sich mit der Fluth heben und senken. Manche kleinere Arten setzen sich ziemlich regelmssig auf lebenden Krusten- und Schaal-Tliieren an und bewegen sich und wandern so mit denselben herum. Die Bohr-Schwmme bohren sich in Kalksteinen, Konchylien, Korallen und Bryozoen ein. Bis zu welcher Tiefe die Schwmme in das Meer hinabsteigen, lsst sich nicht unmittelbar nachweisen, da unsere Apparate zum Auffischen grsserer festsitzender Krper aus den betrchtlicheren Tiefen nicht zu- reichen. Doch wurden einzelne Schwamm -Nadeln (in Gesellschaft von Diatomeen, Polycystinen , Polythalamien mit noch lebensfhigen Leibern) bei fast allen bis jetzt unternommenen Sondirungen bis zu 16,000 ' mit heraufgebracht, wohin sie aus den Stationen der Thiere selbst bei ihrer 24 Schwmme. Kleinheit allerdings mehr und weniger weit von Wogen und Strmungen entfhrt worden sein knnten. Man hat bemerkt, dass die nher an der Oberflche lebenden und den Bewegungen des Wassers, des Sandes, der Steine u. s. w. mehr ausge- setzten Arten dichter von Gewebe sind, als jene aus grossen Tiefen, oder dass sie wenigstens die geschtztesten Stationen aufsuchen. Geographie. Als die Haupt -Heimath der Schwmme hat man die Tropen-Zone und insbesondre die Sdsee bezeichnet, obwohl es sich noch fragen knnte, ob die in der That grosse Anzahl von Arten, welche uns von daher zugekommen sind, nicht doch im Verhltniss stehe theils zur grs- seren Ausdehnung der tropischen Meere berhaupt und theils zu ihrer topographischen Beschaffenheit, ihren zahlreichen Untiefen, Korallen-Riffen, Lagunen u. s. w. Indessen ist es Thatsache, dass, wenn man auch an den Britischen Gestaden in Folge der fleissigsten Forschungen 54 Arten aufzutreiben vermochte, man an Norwegens Kste noch kaum 4 5 Arten und aus den Meeren innerhalb der Polar- Kreise noch gar keine kennt. Die Arten von dichterer Textur, welche Lamarck unter Alcyonium zu- sammengeordnet, kommen zahlreicher in den khleren (Europischen), seine lockerern Spongien hauptschlich in den wrmeren Meeren vor. Die von Lamarck und deBlainville beschriebenen (ausschliesslich einiger fremdartigen und einschliesslich einiger unsicheren) Spezies vertheilen sich folgendermaassen in die verschiedenen Weltmeere und Zonen*). E2" F 3 F* M - -*, 3 S3 U unbekannt Summe Sponpia . . 31 3 18 20 46 32 150 Alcyonium . 10 2 1 5 2 7 6 33 Spongilla . . 3 3 Tethya . . . 4 1 1 6 Geodia . . . 1 1 ! 48 39 193 Von den 135 Arten, deren Heimath entweder gewiss oder nach Ver- muthungen angegeben werden konnte, wrden also (bei einigen Amerika- nischen ist die Zone nicht nher bezeichnet) etwa 95 der tropischen, 58 der nrdlichen und sdlichen gemssigten Zone angehren, in welchen dann freilich die am genauesten durchforschten Europischen Meere fast Alles allein geliefert haben. Ordnen wir indessen die Spongia- und Alcyonium -Arten nach der Beschaffenheit ihrer Spicul, soweit uns diese bekannt sind, in ihre Sippen ein, bergehen die anderen und fgen die erst nach Lamarck auf- gestellten Sippen mit ihren Arten dem Systeme bei, so gelangen wir *) Da ausser Europa alle Welttheile mit A anfangende Namen besitzen, so werden wir sie in denjenigen unserer Tabellen, wo es auf Raum-Ersparniss ankommt, mit dem zweiten ihrer Buchstaben bezeichnen, so dass E = Europa, E = Afrika, M = Amerika, S = Asien, U = Australien (Neuholland, Sdsee) bedeutet. Die jenen Namen oder jenen Buchstaben in Expouenten - Form beigesetzten Ziffern 1 5 bedeuten dann ferner immer eine der 5 Zonen in der Weise, dass mit der Nordpolar-Zone (1) angefangen wird; M 1 ist also das kalte, M* das gemssigte Nord-Amerika, M 3 das tropische und M 4 das gemssigte Sd-Amerika, u. s. w. Geologische Entwickelung. 25 zu folgender bersicht der geographischen Verbreitung, wobei aber die Mehrzahl der vorhin mit aufgezhlten Spongia- und Alcyonium-Arten noch ausser Berechnung bleiben muss, wofr manche dort nicht verzeichneten Arten hinzukommen. E2 F 3 M2 M3 S3 U3 unbekannt 1 1 2 2 6 2 2 2 ? 1 2 1 1 1 1 13 1 1 4 1 8 1 4 4 . 40 1 1 1 2 1 8 1 4 1 1 1 1 8 Summe | Zusammen I. Dubiae: Halisarca . . . II. Ceraospongiae .... Dysidea .... Chondrospongia . Stemmatumenia . Euspongia . . . Hymeniacidum . Euplectella . . Verongia . . . Auliscia .... III. Bilicispongiae .... Vioa Thoosa .... Spongilla . . . Halichondria , . Alcyoncella . . Geodia .... Tethya .... IV. Calcispongiae . . . . Dunstervillia . . Grantia .... 1 11 2 1 1 7 1 1 1 1 27 2 8 53 1 2 6 26 99 Summe | 77 | 3 3 | 9 11 19 122 13 135 | 135 127 36 Dazu dann die noch nicht in ihre neueren Sippen eingeteilten Arten bei! Spongia Lamarck und Blainville ) Alcyonium ergiebt bis jetzt beschriebene Schwamm-Artcn 298. Von den 122 bestimmten Arten aus bekannter Heimath kommen dem- nach 30 auf die gemssigte Zone, 77 auf Europa allein, ein Zahlen- Ver- hltnis, welches, vom Stande unserer augenblicklichen sehr unvollkomme- nen Kenntniss von der chemischen Natur der Schwmme abhngig, sehr wenig geeignet ist, uns einen richtigen Begriff von der geographischen Verbreitung der Sippen dieser Wesen zu geben. Dabei scheinen die einzelnen Arten eine nicht unbedeutende Verbrei- tung zu besitzen, da man eine verhltnissmssig ziemlich grosse Anzahl der Arten der Britischen und Norwegischen Meere auch aus dem Mittel- meere kennt, das doch nur wenige Konchylien-Arten mit ersten gemein hat. VII. Geologische Entwickeluug. Die Unmglichkeit, die fossilen Schwmme auf die chemische Klassi- fikations-Weise der lebenden nach Gehalt oder Gestalt mit einiger Sicher- heit zurckzufhren oder sie nach irgend welchem anderen Merkmale von einigem Werthe in Ordnungen oder Familien einzutheilen, macht alle Ver- suche erfolglos, irgend ein Entwickelungs - Gesetz fr diese Thier-Klasse zu entdecken. Zwar hat man viele ltere fossile Arten in die von La- marck und Schweigger fr lebende Formen aufgestellten Sippen, Spon- gia, Achilleum, Tragos, Manon, Scyphia u. s. w. eingeordnet; aber nachdem eben diese Sippen nicht einmal fr die lebenden Schwmme haltbar befunden worden, hat diese Einordnung keinen weiteren wissen- schaftlichen Werth, als dass sie das Wiederauffinden der schon beschrie- 26 Schwmme. benen Arten berhaupt mglich macht. Eine vergleichende chemische Analyse der in Kalk versteinerten Schwmme und der sie einschliessenden Gebirgsarten drfte manche Aufschlsse geben , da nicht anzunehmen, dass die Kiesel -Masse der Kiesel -Schwmme durch den Versteinerungs- Prozess verloren gegangen ist. Ausser den oben genannten hat man allmhlich noch etwa 27 ganz fossile Genera gebildet, welche d'Orbigny theils durch weitres Zerspalten und theils durch vllige Verdrngung durch andre auf meistens eben so ungengende Merkmale gegrndete bis auf 60 (die verdrngten mitgerechnet) gebracht hat. Wir wollen versuchen, wenigstens eine Zahlen -bersicht der fossilen Schwmme in den verschiedenen geologischen Perioden zu geben. S c h p f u n g s - P e r i o tl I Palolithe II Trias Reeeptaclites Dfr. . hchadites Murch. Tetragoi/is Eichw. ? Keticulites Eichw. . ! Blumenbachium Kn. ! Astraeospongia Roem. Acanthospongia McC. Mastopora Eichw. Palaeospongia d'O. . Spongiarium Murch. . Hothroconus King VertkiUites Dfr. . . ! Siphonia Parks. . . Haiirrhof Lmx. . Jerea Lmx. . . Polypothecia Eenn. ? Aulocopium . . ! Cnemtdium Gf. . . Spongia Lm. . . . Spongolithis Ehrb. ! Scyphia Schwg. . . Rhtzocorallium Zenk. Achilkum Schwg. (!)Manon Schwg. . . Tragos Schwg. . . (!) Myrmeeium Gf. .- . Conis Lnsd Eudea Lmx. . . . ! Mammillipora Br. Lymnorea Lmx. . Alcyonium Lmk. . . ! Hippalimas Lmx . . ! Chenendopora Lmx. . Tlironia Michn. . . Plocoscyphia Rss. ! Ventriculites Mant. . Ocellaria Rnul. . Choaniles Mant. . Cephalites Sm. Brachiolites Sm. (!) Guettardia Michn. . ! Coeloptychium Gf. Pleurostoma Rocm. . Spongilla Lk. . . . Vioa Nardo .... ! Tethya Lmk. . . . Geodia Schwg. . . Fossile Sippen 37. Fossile Arten 5U2. 14 ai 'j 1 10 1 14 5 8 1 III Jura 12 2 48 4 ;i 9 1 1 1 1 1 IV V Kreide ICnolithe e n VI jetzige 50 10 31 1 63 13 17 11 12 12 10 2 16 2 2 8 49 12 85 23 268 3 50 4 10 69 10 CO Die bis jetzt bekannte Zahl der fossilen Arten ist demnach 500, die sich mit ihren Sippen so vertheilen, dass etwa 14 dieser letzten mit 30 Ar- ten auf die erste oder palolithische Periode, 8 Sippen mit 50 Arten auf die zweite, 12 mit 85 Arten auf die dritte oder jurassische, 23 Sippen mit 270 Arten auf die Kreide -Periode kommen, wo die Schwmme ihre Bedeutung im Haushalte der Natur. 27 hchste Entwickelung zeigen, indem aus der ganzen fnften oder Mollassen- Periode kaum 10 Sippen mit 70 Arten bekannt sind, wenn man nicht die nur hier zahlreich und in manchfaltigen Gestalten vorkommenden losen Kiesel-Nadeln, welchen Ehrenberg 5 6 besondre Sippen-Namen gegeben, obwohl sie nur Bestandteile schon anderweitig aufgestellter Genera bilden, noch besonders aufzhlen will. Er hat indessen von diesen Nadeln allein (Spongolithis) gegen 50 Formen unterschieden, die man wohl nicht fr eben so viele Schwamm-Arten gelten lassen darf, da in den meisten Schwmmen mehre Nadel-Formen vorkommen. Vielleicht kann man finden, dass unter den frheren Schwmmen die einfachen und die mehr und weniger regel- mssigen (Kugel-, Kegel-, Walzen-, Kreisel-, Napf-, Trichter-, Hutschwamm- und hnlichen) Formen, welche in voranstehender Tabelle mit einem ! vor ihren Namen bezeichnet worden sind, den freilich nicht scharf abzu- grenzenden unregelmssigen kriechenden und stigen Gestalten gegenber hufiger als heutzutage gewesen sind, indem jene gegen ein Drittheil der Sippen im Ganzen bilden, worunter gerade die Arten-reichsten mitbegriffen sind, whrend in der heutigen Schpfung nur die wenigen einfachen rh- renfrmigen (Scyphia-artigen) Spongien etwa mit Tethya und einer oder zwei neu aufgestellten Arten -armen Sippen einige Regelmssigkeit der Gestalt wahrnehmen lassen. Vielleicht lsst sich als Unterschied noch beifgen, dass es frher Arten gegeben hat, die von ihrer Basis an mehr und weniger weit aufwrts runzelig inkrustirt (Mammillipora etc.), auch fters mit regelmssig oder unregelmssig vertheilten oberflchlichen Ver- tiefungen dieser Kruste (manche Seyplae, etc.) versehen gewesen sind, welche wohl nie von Eintritts -Boren und selten oder nie von Ausfhrungs- Kanlen durchbohrt gewesen ist. Auch die Sternfrmigen Offnungen bei Myriuecium u. e. Verwandten scheinen manchen fossilen Schwmmen eigen- thmlich zu sein, weshalb man diese fr Polypen-Gebilde halten wollte. Eine merkwrdige und gegen 30 40 Arten zhlende Sippe ist endlich Siphonia, welche sich durch verdichtete Wandungen einiger senkrechten wie radialen Kanle auszeichnete und von den ltesten bis zu den Kreide- Bildungen reichte *). VIII. Bedeutung im Haushalte der Natur. Die Bedeutung der Schwmme fr den Haushalt der Natur im Ganzen genommen oder fr einzelne andre Verzweigungen des Organisme.u-Systemes ist nicht erheblich. Die Spongillen-Nadeln finden sich als charakteristische Bestandtheile aller aus Ssswassern abgesetzten Alluvial- und Diluvial- Bden und Tertir-Bildungen vor, und manche Jura- und Kreide-Schichten *) Im brigen findet mau die bis jetzt aufgestellten Sippen fossiler Schwmme charakterisirt und abgebildet und ihre Arten nach deren Vertheilung in den Gesteins-Perioden aufgezhlt in unserer Lethaea geognostica, 3. Aufl., Stuttgart 1S51 1856. 23 Schwmme. sind zum grossen Theile aus Seeschwmmen zusammengesetzt, welche fast berall die Sammelpunkte des Feuersteins und der Feuerstein-Nieren und -Knollen in der Kreide und der Hornstein - Nieren in den obern Jura- Schichten geworden sind. Die lebenden Schwmme selbst knnen wohl nur von den kleinsten Infusorien welche als Nahrung sich aneignen, und es mgen da, wo sie in Verfall begriffen sind, manche andre kleine Thiere sich einfinden, um von ihren berresten zu zehren. Die von ihnen ge- bildeten Lcken und Hhlen mgen kleinen Krustern und dgl. gelegentlich Schutz und Zuflucht gewhren. Manche Konchylien werden zufllig von ihnen umwachsen. Nur einige Cirripeden (Acasta) nehmen regelmssig ihren Sitz so in deren Gewebe, dass sie nur mit ihrer Mndung daraus hervorragen. In den Ssswasser- Schwmmen hat ein grnes von West- wood Branchiotoma Sponglllae genanntes Insekt seinen ausschliesslichen Aufenthalt, welches indessen nur eine Larve vielleicht von einer Phryganen- oder andern Neuropteren-Art zu sein scheint. Eine bedeutendere Wichtigkeit haben die massiveren weich-elastischen Hrn -Schwmme ohne Nadeln, die chten Euspongia- Arten insbesondre, fr die huslichen und gelegentlich heilkundigen Zwecke des Menschen. Als Wasch- oder Bade -Schwmme sind sie fast in jedem Hause Bedrf- niss, daher Millionen -weise in Verbrauch. Ihre Auffischung vom See- Grunde, ihre Reinigung und z. Tb. Bleichung, wie ihr Vertrieb beschf- tigen zahlreiche Menschen. In der alten Welt ist besonders die Spongia officinalis Lift, des Rothen und Mittel-Meeres, in Amerika Sp. nsitatissvma in Anwendung. Ein ergiebiger Einsammlungs-Ort fr erste ist unter andern beim stlichen Ende von Greta, wo man jeden Sommer viele Gruppen kleiner Schiffe mit deren Auffischung beschftigt sieht; aber die Gewin- nung findet im ganzen Mittelmeere statt, obwohl die Schwmme aus den stlichen Theilen dieses Meeres, fr welche Smyrna der Haupt-Handels- platz ist, doppelt so hoch als die Algierischen u. a. geschtzt werden. In der Arznei -Kunde dienen nur die gersteten Abflle als Kropf- Mittel, wahrscheinlich eines schwachen und nicht immer sicheren (?Brom- und) Jod-Gehaltes wegen. Zaocite Klasse. Gitter-Thierchen: Polycystina. I. Eiuleitung. Namen. Die Namen Gitter-Thierchen und Zellen -Thierchen, Viel- zellige = Polycystina (Ehrenberg 1838), haben diese Wesen von dein Gitter- frmigen Bau einer starren und oft hohlen Schaale oder Zelle, in oder auf welcher der Haupt- oder Zentral-Theil ihres Krpers zu ruhen pflegt, obwohl dieselbe in einigen Fllen nur sehr rudimentr ist und in einer oder zwei Sippen noch ganz fehlt, vielleicht blos weil solche nur erst ein jugendlicheres Lebens-Alter vorstellen? Doch ist die Benennung Vielzellige oder Zellen -Thierchen nicht geeignet, da jene Schaale, wenn auch mit- unter von schwammiger Textur, nicht viele Zellen und Zellen-Bewohner zu enthalten, sondern nur viele Lcken zwischen dem Gitterwerk zu be- sitzen pflegt. Geschichte. Nachdem man lngere Zeit nur die mikroskopischen Schaalen weniger Formen gekannt und bald unter die Infusorien mitge- rechnet, bald den Bryozoen beigesellt hatte, gelang es Ehrenberg' vor etwa einem Dezennium, einen grossen Formen -Reichthum derselben in frischem und fossilem Zustande mit chemisch und morphologisch so ber- einstimmendem Grund -Typus nachzuweisen, dass ihre Aufstellung zuerst als eine eigne Gruppe der Polygastern (1838), dann allmhlich deren Ei- genstellung als besondre Klasse (1847) nthig erschien und von demselben Forscher auch eine auf den Bau der Schaale und die Annahme eines oft gruppenweisen Zusammenhangs vieler Einzelnwesen gegrndete Klassi- fikation nach Sippen und Familien mitgetheilt wurde, obwohl ber die Organisation ihrer Weichtheile kaum mehr ermittelt worden war, als dass auch diese weder dem Typus der Infusorien und Rhizopoden, noch dem der Bryozoen entsprechen. Nur einige grssre, ganz oder fast ganz Schaalen-lose Arten, deren Stellung im Systeme und Beziehungen zu den brigen noch unsicher geblieben, hatten etwas eingehendere Untersuchun- gen von Meyen (ber Palmellarien 1834) und spter von Huxley (1851) veranlasst, als Johannes Mller 1855 u. ff. dieselben an den nrd- lichen und sdlichen Ksten Europa's aufzusuchen, lebend zu beobachten und zu beschreiben begann. Aber nicht nur erstrecken sich auch diese Forschungen erst auf eine sehr geringe Anzahl von bereits aufgestellten 30 Gitter -Thierchen. oder neuen Sippen, sondern es hat auch das indifferente Verhalten und die geringe Lebenszhigkeit dieser Wesen sowie die Schwierigkeit ihrer Untersuchung im Inneren opaker Sehaalen ein grossentheils nur sehr negatives Resultat geliefert. Abbildungen der Sehaalen -Bewohner aber sind seitdem noch gar nicht verffentlicht worden. Wichtigen Mitthei- lungen von Ehren berg in Betreff der vielen meist fossilen Arten, welche er bisher aufgestellt, und von Job. Mller zum Zweck der bildlichen Erluterung der von ihm an lebenden Thieren, gemachten Beobachtungen drfen wir wohl in Blde entgegensehen. Litteratur. Baird: i. Loudon's Magaz. nat. hist. 1830, III., 312, Fig. 81 a. Meyen: (Thiere ohne Magen) i. N. Acta Aead. Garol. Leopold, nat. cur. 1834 [2] XVI., Supplem. 1., 159104, T. 28. Ehrenberg: i. Monats -Berichte der K. Akademie in Berlin, 1846, 382 ff., 1847, 54 ff., 1850, 470, 1853, 782, 1854, 54, 191, 230, 305, 1855, 173, 1856, 197, 471, 1857, 142 et passim ; in seiner Mikrogeologie, Berlin 1S54, in Fol., Taf. 19 36 z. Th. Tb.. H. Huxley: (Thalassicolla) i. Ann. Magaz. nat. hist. 1851 [2] VIII., 433442, pl. 16. Joh. Mller (u. Claparede) : i. Monats - Berichte der K. Akademie zu Berlin. 1855, 229253, 671-676, 1856, 474503. II. Organisehe Bildung. Gesammt - Bau. Mikroskopische Krper, theils von sphrischer und gestreckt-rundlicher Form, gewhnlicher gesttzt und theilweise umschlossen von einem kieseligen Gitterwerk, das um eine vertikale Achse mit gleichen oder meistens ungleichen Polen symmetrisch oder zweiseitig geordnet die Form von Blumenkrbchen, Kfigen , Fischreusen , Haspeln, Schnallen, Kreutzen, Reifen, Scheiben u. a. m. nachahmt, meistens auch 3 8, doch am hufigsten 4 radiale Stbe, Zacken, Lappen u. s. w. aus- oder ab- wrts aussendet, zwischen denen sich andre kleine strahlenfrmige Fort- stze aus der weichen Oberflche erheben, unter welcher ein- bis drei- erlei Schichten von organischer Bildung auf und in dem Gerste um den Mittelpunkt oder die Achse liegen. Eine feste gemeinsame Grund- Form ist, trotz der allgemeinen Neigung zu einem strahligen von einem Mittelpunkte nach allen Seiten gleichmssig ausgehenden Baue, um so we- niger fr diese Gestalten zu finden, da noch nicht einmal erkannt ist und in physiologischem Sinne wohl gar nicht nachzuweisen steht, was Unten und Oben, oder was Vorn und Hinten seie. Kugel-, Ellipsoid-, Ooid-, Hemisphenoid- und vielleicht Sagittal-Form gehen in der manchfaltigsten Weise in einander ber. Die Grsse der einfachen Thiere betrgt 7 bis gegen '/ 2 Linie und steht zwischen der der kieselschaaligen Diatomaceen und der Rhizopoden inne; die zusammengesetzten sind Erbsen-gross bis x j-i Zoll lang. Als organische Elemente lassen sich verschiedenfarbige Substanzen, Zellen von zwei- bis dreierlei Art, ? l-Blschen, Haut und usserst feine Strahlen-artige Fortstze anfhren, zu welchen sich dann meistens noch Organische Bildung. 31 ein Kiesel - Gerste und fter Krystalle als Bestandtheile des Krpers von Einzelnthieren gesellen, welcbe zuweilen in grssrer Anzahl mit- einander in amorphe Gallert- Masse eingebettet und durch sie zusammen- gehalten sind. Am besten lassen sich freie Einzelnwesen ohne oder mit nur unvoll- stndigem Kiesel-Gerste untersuchen. Solche enthlt die Sippe Tkalasso- colla Midi. (77t. nucleata Huxl. 16,11, ? Physacmatiwn Meyen). Es ist eine 3 4"' grosse Gallert -Kugel, die in ihrer Mitte eine farblose dicke Haut- Kapsel einschliesst, welche zu usserst dicht gedrngte (?1-) Kgelchen und Krner und innerhalb derselben eine dnne Zentral -Zelle voll kleiner blasser Kgelchen enthlt. Aussen ist die Kapsel (in der Gallert-Masse) umlagert zuerst von einer Schicht Pigment-Krner, durch welche ihre Ober- flche ein schwarz-braunes Ansehen erhlt; dann von gelben Zellen V200 bis 1 /ir,o /y/ gross, in deren gelbem Inhalte ein paar grssre und kleinre Krnchen bemerklich werden ; und endlich zwischen und ber den Zellen noch von grossen durchsichtigen Blasen, deren ussersten zuweilen so gross wie die Kapsel selbst werden, und welche alle oft eine zweite hnliche Zelle mit einer orangegelben Kugel in sich enthalten, zuweilen auch leer sind. Ausserdem erstrecken sich von der Kapsel aus zwischen diese drei Auflagerungen hindurch nach allen Seiten ausstrahlende Bndel zarter platter und zuweilen anastomosirender fein granulirter Fden bis gegen die Oberflche der Gallert- Hlle oder frei ber sie hinaus. Kiesel -Theile sind hier nicht vorhanden. An diese schliessen sich nun auf der einen Seite Formen ohne oder mit unvollkommnem Kiesel -Gitter an (Sphaerozoum Mey. , Thalassicolla punctata Huxl.), die nur ausnahmsweise einzeln, gewhnlich zu Kolonie'n vereinigt vorkommen. Sie erscheinen dann gewhnlich als usserst weiche durchsichtige Frb- und Struktur-lose Gallert -Massen von kugeliger bis ellip- tischer Form und bis von V" Lnge, ohne Haut, ohne Kontraktilitt, mit einer grossen oder mehren kleinen Hhlen (Yacuolen) im Innern. In die Gallerte nchst ihrer Oberflche sind viele (und mitunter bis gegen 300) kugelige oder ovale Zellen (Nest-Zellen Mllers) von l /^ Y 200 '" einge- bettet, welche der Masse ein getpfeltes Ansehen geben und aus einer dnnen festen Haut und einem klaren (? 1-) Kern von '/noo v [sm" J Durchmesser bestehen, der von einer Masse kleiner Krnchen umgeben ist, welche zuweilen zellenfrmig erscheinen. Stets liegen auch kleine hellgelbe Zellen von tyiao"; in der Masse vor, Avelche sich entweder um die vorigen ansammeln, oder berall zerstreut liegen. Von den Nest-Zellen strahlen Bschel zarter fein-granulirter stiger und zuweilen unter sich anastomosirender Fden in allen Richtungen aus, die sich wohl mit denen der Nachbar-Zellen kreutzen, aber nicht verbinden. Wenn die gelben Zel- len zerstreut liegen, sind einzelne von ihnen mehr in die Lnge gezogen und ihr gelber Inhalt in 2 (3- 4) Kugeln getrennt und jede Kugel wieder von einer besondern Zellen-Membran umschlossen. In manchen Arten sind die Nest- Zellen auch noch umlagert von Kiesel -Spicul, welche je nach 32 Gitter - Thierchen. der Thier-Art selbst von verschiedener Form sind. Job. Mller be- merkt brigens, dass der Gallert -berzug bei dieser Sippe [also wohl auch bei voriger?] wie bei der nachher zu beschreibenden ActinonMra sich nicht bei ganz frischen, sondern nur bei absterbenden Individuen finde und sich durch Ausschwitzung oder Zersetzung der Strahlen-Fden bilde, ohne jedoch darber Aufschluss zu geben, wodurch die Kolonie'n zusammengehalten werden, so lange derselbe noch fehlt, da er (wie Huxley) ausdrcklich bemerkt, dass die Strahlen-Fden verschiedener Nester nicht unter sich verschmelzen. Auf der andern Seite reihet sich die grosse Masse der gewhnlichen Poly cystin en von individueller Selbststndigkeit an, jedes Individuum an der Stelle der losen Kiesel -Nadeln mit einem zusammenhngenden Kiesel-Gerste versehen, welches entweder die Form strahlenstndig von einem Mittelpunkte auseinanderlaufender Balken, oder eines gegittert durch- lcherten mehr und weniger usserlichen Panzers oder Gefsses besitzt. Von ihnen weiss man nur, dass ihre Weichtheile in einer hutigen Kapsel enthalten sind, welche bald den Zentral - Theil des (oft strahlig aus ihr hervorstehenden) Gerstes mit einschliesst, bald aber auch, wo ein solcher Zentral-Theil fehlt oder die Gitter-Schaale eine ganz usserliche Hlle ist oder aus einem Kerne und einer usseren Wandung besteht, noch dicht unter der usseren Gitter-Wand liegt. Diese Kapsel nun enthlt in ihrem Inneren eine weiche, oft braune, zuweilen rothe und sonst lebhaft gefrbte Substanz, ist fast immer noch innerhalb, selten ausserhalb der Gitter- Schaale wieder von einer Schicht der mehr-erwhnten gelben Zellen ber- lagert und sendet durch diese hindurch eine mehr und weniger grosse Anzahl weicher, jedoch gerader einfacher oder stiger Fortstze mit oft unkennbar feinem Ende strahlenartig nach allen Richtungen aus. Diese Fortstze sieht man nur bei Acanthometra sich von der farbigen Masse im Inneren der Kapsel an zur ussren Haut begeben und diese durch- dringen ; bei allen anderen Sippen lassen sie sich nur von der Oberflche der letzten an erkennen. Alle haben, wie es scheint, feste und bleibende Zahl und Stellung sowohl da wo die engen ffnungen in der das Thier umschliessenden Gitter-Schaale (oder Zellen- artigen Vertiefungen in der Oberflche des von ihm eingeschlossenen Gitter -Kernes?) solche einzeln zu bedingen scheinen, als dort wo die Unvollkommenheit der usseren Gitter-Wand oder weite ffnungen in derselben ihrer Zahl und Stellung keine Schranken setzen. Eben so auch bei Acanthometra, wo sie sowohl aus den freien Enden der vorragenden hohlen Kiesel -Speichen, als aus dem obren Rande der Scheiden hervortreten, welche die Haut der Kapsel bildet, indem sie sich an diesen Speichen oder ber deren Enden mehr und weniger weit in die Hhe zieht. Auf diesen Scheiden pflegen diese Tentakeln-frmigen Strahlen-Fden Krnze zu bilden. Es kommt aber auch ein Fall vor, wo Kolonie'n-weise zusammen- hngende Thierchen dieser Klasse mit ausgebildeten Gitter-Schaalen ver- sehen sind, nmlich bei Collosphaera J. Mller (C. Iluxleyi Mll. = Tha- Organische Eildung. 33 lassocolla punctata Huxl. partim, Tf. 16, Fig. 6). Auch hier sind, wie bei Sphaerozoum , grssre Nest- Zellen von blauer Farbe in eine gemeinsame Masse eingebettet, deren Inhalt in einem hellen l-artigen Kern und einer Menge ihn umlagernder blauer kleiner runder oder lnglicher Krperchen nebst einigen Krystllchen besteht. Jede dieser Zellen ist aussen zunchst von einer feinkrnigen schmierigen Masse mit einigen grsseren Krnern und dann von gelben Zellen umhllt, und dieses Nest endlich jedesmal umschlossen von einer zerbrechlichen gefensterten Hohlkugel (von Y20 bis V12'" Durchmesser) an der Stelle der bei Sphaerozoum vorkommenden losen Kiesel-Nadeln. Einzelne gelbe Zellen kommen auch ausserhalb der Nester vor. Der unorganischen Form-Elemente sind zweierlei: Kiesel-Gebilde, welche fast berall den Haupttheil des Krpers sttzen und schtzen, und Kry- stllchen, welche zuweilen in der Zentral -Zelle vorhanden sind, und von welchen nachher (S. 35) die Rede sein wird. Davon erheischen die ersten eine ausfhrliche Beschreibung, da es viele Genera giebt, welche lediglich auf der Verschiedenheit dieser Theile beruhen und dem Thiere nach noch gar nicht bekannt sind. Die Kiesel-Gebilde sind entweder lose ganz von einander getrennte Theile, d. i. blosse Spicul, oder zusammenhngende Gerste. Jene beschrn- ken sich auf die Sippe Sphaerozoum und sind drehrundlich oder kantig, gerade oder gebogen, an beiden Enden spitz oder stumpf, einfach oder am Schafte mit Seiten-sten oder an den Enden mit 2, 3 4 schief divergi- renden Spitzen versehen, Alles je nach Verschiedenheit der Arten: 4, iE F. Das zusammenhngende Gerste besteht entweder aus leicht aus- einander - fallenden Bestandteilen, oder bildet nur eine fest verwachsene Masse. Jenes ist nur der Fall bei der Sippe Actinometra, die auch noch in sofern von den brigen abweicht, als alle Theile vom Mittelpunkt des Thieres aus entspringen, ohne in dessen Peripherie sich weiter auf- einander zu sttzen. Das Gerste besteht nmlich aus geraden kantigen Kiesel-Stbchen, welche vom Mittelpunkte aus strahlenfrmig auseinander- laufen, dort aber nicht fest verwachsen, sondern durch keilfrmige Zu- schrfung ihrer Anfnge in einander gestemmt sind und leicht zerfallen. Ihre Zahl ist 12 30. Bei 22 Strahlen lsst sich das Gesetz ihrer Stel- lung am besten ermitteln. Denkt man sich zwei Pol -Radien senkrecht aufwrts und abwrts gekehrt, so liegen vier andre rechtwinkelig unter sich und zu den ersten in wagrechter Ebene, vor- und rck-wrts, rechts und links. Denkt man sich nun zwischen Pol und quator rechts wie links noch zwei andre Ebenen, in gleichen Abstnden von einander (also der eine 30 und der andre 60 vom Pole entfernt) gegen die wagrechte Ebene einfallend und ihre Mitte schneidend, und nun auch in jeder dieser 4 Ebenen 4 Radien rechtwinkelig zu einander und mit denen der nchsten Ebene alternirend, so hat man das Stellungs- Gesetz fr die volle Zahl dieser Radien (5x4 -(-2), von welchen aber wie in anderen Arten auch ein Theil in symmetrischer Weise unentwickelt bleiben kann. Am ftesten Bronn, Klassen des Thier-Reichs. I. ** 34 Gitter -Thierehen. scheinen die 2 Pol-Radien zu fehlen. Diese Stbe sind gewhnlich hohl, stielrund oder meistens vierkantig oder vierflgelig, an den Kanten zu- weilen zackig, am Ende oder auch zuweilen fast ihrer ganzen Lnge nach fein gespalten, an der Oberflche des weichen Krpers, aus welchem sie in allen Richtungen hervorragen, zuweilen in ste getheilt, die sich ber dem Krper wie zu dessen Schutz ausbreiten, aber ohne sich gegenseitig zu erreichen und mit einander zu verwachsen. Auch Plgiaahtha besitzt solche strahlenstndige Stbe, die aber nicht hohl sind und nicht bis in den Mittelpunkt hinab reichen, um sich dort auf einander zu sttzen, sondern auswendig an einer Seite des Kr- pers sich begegnen und verwachsen, so dass das Skelett bloss eine Art Gelnder bildet, an welches sich der Krper anlehnt, aber mit der eigen- thiimlichen Modifikation, dass zarte Verlngerungen, analog den Strahlen- Fden, vom Krper ausgehend die Stbe und deren ste begleiten und tlieils an deren Enden frei auslaufen, theils zwischen denselben Faden- artige Brcken bilden, aus welchen wieder Faden-formige Sehem-Fsschen (Strahlen-Fden) hervorgehen u. s. w. Das Kiesel-Gerste der gewhnlichen Polycystinen (3, 4, 3, 4) ist entweder ein ganz usserliches und mithin hohles von Reif-, Kugel-, Ei-, Birn-, Schlauch- oder hnlicher Form, dessen Theile sich mithin ziemlich regelmssig (wie an einem Ei) rund um eine Hauptachse mit 2 ungleichen Polen ordnen. Diese Schaale nun zeigt gewhnlich 1 2 queere nach innen vorsprin- gende Einschnrungen und ist berall gitterartig durchbrochen, die Gitter- Arbeit zuweilen an beiden Enden verschieden, eines oder jedes der Enden mit einer grsseren ffnung versehen, von welchen die minder grosse (soge- nannte vordere) oft wieder durch anderes Gitterwerk berbaut, seltener nur von Zacken umstellt ist. An der Seiten-Flche der Schaale oder am Rande der grossen ffnung, welcher zuweilen etwas zusammengezogen oder Glocken- artig erweitert ist, stehen oft ungegitterte Rippen, Zacken, Strahlen, Stbe, Flgel u. dgl. hervor, deren Zahl verschieden sein kann, jedoch oft auf die Grundzahl Vier zurckfkrbar ist. Zuweilen ist ein schwacher iinssrer Eindruck der Lnge nach bemerklich, als ob zwei nebeneinander- liegende solcher Schaalen seitlich mit einander verschmolzen wren. Jn anderen Fllen scheint das Kiesel -Gerste ein ganz inneres zu sein und ist dann Schwamm-artig aus zahlreichen kleinen (aber wohl un- vollstndigen) nach aussen offnen Zellchcn zusammengesetzt, welche in konzentrischen Kreisen, zuweilen auch spiral um einen Mittelpunkt geordnet sind (3, 10-12). Die Gestalt des Ganzen erscheint flach, Scheiben- und Linsen- frmig (ohne zentrale Hhle?), im Umfange bald ganz -randig und bald wie ein Stern oder Kreutz in viele kleine oder wenige grosse Frangen, Griffel, Zacken und Lappen getheilt, welche alle entweder derb oder ebenfalls von zelligem Bau sein knnen. Zuweilen sind die ussersten Spitzen ihrer Strahlen durch ein von der einen zur andern ziehendes zelliges Band mit einander verkettet (3, !>) Chemische Zusammensetzung. 35 In noch anderen Fllen endlich sind ein innrer und ein ussrer Ge- rst-Theil mit einander verbunden. Der ussre ist Kugel-, Linsen- bis Scheiben-frmig, ganzrandig oder im Umfange strahlig getheilt und ge- lappt, mit derben oder zelligen Strahlen. Im Mittelpunkte dieser Scheibe zeichnet sich ein ebenfalls zellig-gegitterter Kern aus, der mithin gewhn- lich nur in einer Ebene von dem vorigen (wie der Globus vom Horizonte) umgeben ist und unmittelbar in denselben fortsetzt, selten auf allen Seiten von diesem umhllt wird. (So bei THctyosoma Mll., wo gleichwohl die hutige Wand der weichen Kapsel des Thieres mit ihren Fortstzen zwischen Kern und Schaale hinzieht.) Beide pflegen in der Art und An- ordnung des Zellen- und Gitter- AVerks verschieden zu sein. Auf diese Verschiedenheiten des Gerstes werden sich auch die Haupt- Abtheilungen der Klassifikation sttzen mssen, da man noch zu wenige dieser Thiere ihren weichen Krper -Theilen nach kennt und in diesen meistens nur unerhebliche Abnderungen der Organisation gefunden hat*). III. Chemische Zusammensetzung. Bei der Kleinheit dieser Wesen und ihrer Zusammensetzung aus ver- schiedenen organischen Elementar- Theilen ist es noch nicht mglich ge- wesen und wird es auch kaum sobald gelingen, sich eine genaue Einsicht in die Natur ihrer organischen Mischung zu verschaffen. Doch weiss man durch Mller von den 1 /i-2o '/lo'" grossen gelben Zellen, welche bei allen Polycystinen vorzukommen scheinen, dass ihre Membran frblos ist, ihr krniger gelber Inhalt von Jod gebrunt, durch Schwefel- oder Salz -Sure nur unter Mitwirkung von Jod tief- braun und mulftrchseheinend, durch kaustisches Kali wieder farblos und durchsichtig wird, durch Sure abermals eine braune und undurchsichtige Beschaffen- heit annimmt. Der Inhalt der grossen oder Nest -Zellen dagegen wird durch beide Beugenden nicht weiter verndert, als dass er gelb wird. Die Spicul und die Gitter -Huschen sind allgemein fr Kiesel er- kannt worden. Die farblosen Krystllchen , welche in den blauen Zellen von Collo- sphaera vorkommen, sind rhombische Prismen des zwei-und-zwei-gliedrigen Systemcs, vierseitig zugespitzt, daher nicht mit Quarz, Avohl aber mit schwefelsaurem Baryt oder Strontian vertrglich (deren Vorkommen frei- lich im Meer-Wasser nicht bekannt), womit auch ihre Schwerauflslichkeit und sonstiges chemisches Verhalten, so weit es geprft werden konnte, wenigstens nicht in Widerspruch ist. *) Eine selbststndige Beschreibung der Gerste nach den einzelnen Sippen hat Ehrenberg noch nicht gegeben, und seine Abbildungen (in der Mikrogeologie) sind ohne solche nicht berall verstndlich. - . 3* 3(3 Gitter -Thierchen. IV, V. Lebens-Thiigkeit und Fntwickliings-Geschichte. Bewegung. Diese Thierchen schweben, wie es scheint, willenlos v oin Wasser des Meeres getragen. Nur bei sehr frischen und lebenskrftigen Exemplaren der bis jetzt lebend untersuchten Formen gelang es dreierlei Bewegungs- Arten wahr- zunehmen. 1) Als Molekular -Bewegung ein Aufundab-, ein Hinundher- strmen usserst feiner Krnchen aussen an der Oberflche der ausge- streckten Strahlen - Fden (genau so wie es bei den Rhizopoden bereits von vielen Beobachtern bemerkt worden), ohne irgend eine bestimmte Regel oder herrschende Richtung. Diese Strmungen theilen sich, wo die Strahlen sich verzweigen, gehen auf andre ber, wo solche anastomosiren, und kehren um, wo sie andern strkeren Strmen begegnen. Sie sind, wenn auch langsam, doch wirksam genug, um andre nchst den Fden im Wasser schwebende Krperchen in gleicher Richtung mit sich in Be- wegung zu setzen. Zuweilen zeigen sich Anschwellungen der Fden, welche an und in diesen sich vorwrts bewegen , obwohl letzte ruhen (4, 5 B). 2) Als Organe -Bewegung darf man wohl die der weichen aber ge- whnlich ruhig und unvernderlich ins Freie hinausragenden Fden selber bezeichnen, welche zuweilen so langsam hin-und-her-sehwanken, dass man Diess erst nach einiger Zeit daraus erkennt, dass sie ihre Richtung gegen oder ihre Entfernung von anderen ihnen benachbarten Fden verndert haben. Nie jedoch hat man diese stets flottirenden Thierchen irgend-wo sich befestigen oder etwas ergreifen sehen. 3) Endlich vermgen sie in ganz ruhigem Wasser einigermaassen einen Ortswechsel zu bewirken durch ein Wanken und Drehen des Krpers nach verschiedenen Seiten, wobei die Strahlen zAveifelsohne mitwirken. Von Reitz -Empfnglichkeit hat man nichts bemerkt. Wie die Ernhrung geschehe, ist eben so unbekannt. Da indessen die Molekular-Bewegung an den Strahlen-Fden dieselbe ist, wie an den Schein -Fsschen in der nachfolgenden Klasse der Rhizopoden, so ist es wahrscheinlich, dass die ganze organische Oberflche jener Thierchen stofflich dieselbe zersetzende und assimilircnde Eigenschaft besitze, wie bei diesen. ber Entwickelung und Wachsthum liegen nur zwei Beobachtungen vor: 1) Der Inhalt der gelben Zellen theilt sich in 2, selten 3 4 Kugeln, welche noch im Innern derselben Zelle je eine eigne Haut bekommen, so dass Zellen-Vermehrung durch Theilung stattfindet, die jedoch noch nicht etwa zur Bildung neuer Nest -Zellen fhrt. 2) Die Einzelwesen von Chi- lospharra besitzen noch keine Gitter- Sehaale, so lange sie erst l /3 ihres reifen Durchmessers (Veo V 50 '" statt 7* /y haben, in welchem Falle dann auch die Krystllchen noch viel kleiner als spterhin sind. Auch hat man Sphroznen ohne Spicul gefunden, ohne indessen bestimmen zu knnen, ob diese Individuen noch jung oder von besonderen Arten sind. In der Tliat ist es wahrscheinlich, dass sieh wenigstens die umschliessenden Klassifikation. 37 Gitter-Schaalen erst entwickeln, wenn die Individuen schon fast ausge- wachsen sind, wenn man nicht annehmen darf, dass solche in dem Maasse, als die in ihnen enthaltenen Thicre grsser werden, fortdauernd von innen Kiesel -Materie wieder auflsen, um sie von aussen abzulagern und die Maschen des Gitterwerks dabei zu erweitern. Hinsichtlich ihrer Fortpflanzung: glaubt J. Mller einmal im August in einer canthmetva (bei unzureichender Vergrsserung) ein innres Ge- wimmel wie von sehr kleinen Infusorien bemerkt zu haben, von denen sich auch einige ablsten und umhertrieben. Bis eine strkre Vergrs- serung eingerichtet wurde, war die Bewegung schon im Erlschen. Es fanden sich dann, ausser den gewhnlichen gefrbten Theilen des Thier- chens, nur viele runde durchsichtige Blschen von V-ioo'" Durchmesser vor, die mit einigen sehr kleinen dunkleren Krnchen hin und wieder wie bestubt waren und an welchen einige beraus zarte Fden, denen von Acanthometra hnlich, von verschiedenen Stellen des Krpers aus- gingen. War Dieses nun junge Nachkommenschaft, so wre dieselbe den Alten hnlich, aber mit lebhafterer Bewegung begabt? Sterben. Mit Meer- Wasser in ein Gefss versetzt scheinen die Gitter- Thierchen bald abzustehen. Die bisher starren und gerade hervorragenden Strahlen-Fden fangen an, Gallerte an der Oberflche auszusondern und das Thier mehr und weniger darin einzuhllen, whrend sie selbst welken, sich etwas biegen und zusammenziehen, auch mitunter, wie es scheint, einzelne Zweige ganz eingehen lassen. VI. Klassifikation. Die Zahl der bis jetzt aufgestellten Sippen, wenngleich grsstentheils erst auf der Beschaffenheit der Kiesel-Theile beruhend, betrgt gegen 00 ; nur bei einem Dutzend ist auch das Thier selbst beobachtet worden und die dreifache Anzahl davon oder etwas ber die Hlfte der ganzen Zahl ist bis jetzt lebend bekannt. Der Arten sind ber 500, wovon 100 lebende. Wenn man aber bercksichtigt, dass diese fast alle nur von einigen we- nigen Punkten des Mittelmeeres und des nord- atlantischen Ozeans ab- stammen, so wird man ermessen, welch' eine reiche Arndte hier noch fr den Forscher brig bleibt, zumal die fossilen Arten an manchen rtlich- keiten in merkwrdiger Weise zusammengehuft sind. Die Polycystinen sind mikroskopische, pelagische, amorphe, gewhn- lich einfache Thierchen, welche alle (?) ohne freiwilligen Ortswechsel frei vom Meere getragen und berhaupt mit nur wenig eigner Beweglichkeit, auf ein gegittertes und oft strahliges Kiesel-Gerste gesttzt und theilweise davon umgeben, aus einer zentralen von mehren farbigen Stoffen erfllten Nest -Zelle, davon ausgehenden Strahlen -Fden und zwischen diese ein- gelagerten gelben Zellen bestehen. Die Strahlen-Fden, quivalente der beweglicheren Schein-Fsse der Rhizopoden, entspringen auf der ganzen 38 Gitter- Thierchen. weichen Oberflche aus bestimmten bleibenden Punkten in verschiedener Anordnung, stehen gerade aus, schwanken sehr unmerklich, versteln sich, anastomosiren zuweilen unter sich, zeigen ein bestndiges Aufundab- strmen feiner Krnchen an ihrer Oberflche und wirken zweifelsohne zur Ernhrung, aber nicht (wie es scheint) zur Bewegung und zum Er- greifen mit. Die Grundlagen der Klassifikation knnen nur fr die wenigen meistens ziemlich nackten Sippen, welche Job. Mller untersucht, aus den Weichtheilen und mssen fr alle andern aus dem Kiesel - Gerste ent- nommen werden. Fr diese hat Ehrenberg eine Eintheilung gegeben, welche wir mit einigen jetzt nthig gewordenen Abnderungen und mit Einschaltung der neuerlich aufgestellten Sippen hier aufnehmen, wobei freilich in Bezug auf diese letzten immer einige Unsicherheit bleibt, indem wir sie bis jetzt nur aus kurzen Beschreibungen ohne bildliche Darstel- lungen kennen. bersicht der Familien. Individuen zahlreich zu ('/ 4 '/-i") grossen rundlichen Massen vereinigt I. Aggregata. Individuen einzeln fr sicli bestehend II. Solitaria. . Kiesel -Theile fehlen ganz Thalssocollac. . Kiesel -Theile vorhanden. . . Diese fest zu wenigstens theilwcise gegittertem Gefsse (Schaale) oder Gerste verbunden. . '. . Schaale hohl , innen leer. .... bestehend aus nur 1 oder wenigen peripherischen Bogen oder Reifen Lithocircina n. .... bestehend aus einer bis zur Form einer Glocke oder Kugel geschlossenen Hhle. Mndung doppult; vordere oft bergittert , hintere (grssere) offen Eucyrtidina Eb. Mndung einfach , fters bergittert. Binnenraum durch 1 2 queere Einschnrungen etwas abgesetzt Lithochytrina Eb. Binneni'aum ohne alle queere Verengungen. Oberflche ohne Anzeigen einer inneren Trennung in die Lnge Halicalyplrina Eb. ........ Oberflche mit 2 schwachen Lngs -Depressionen , als ob 2 Individuen halb miteinander verschmolzen seien , in Form einer Nuss , gegittert .... Spyri'dina Eb. ..... Mndung fehlt ganz au der kugeligen Gitter - Schaale Cenosphaerina. .-... Schaale innen zellig, voll; aussen oft strahlig. .... Strahlen fehlend oder einfach und nur in einen Kreis geordnet. mittle Scheibe ohne Kern , schwammig , aus Zellen in konzentrischen Kreisen oder Spiralen Calodictya Eb. mittler Theil der Schaale mit eingehlltem Kerne. Schaale fast kugelig, Kern strahlig Haliommatina Eb. Schaale mit gekernter Scheibe und zelligem Kande Lithocyclidina Eb. .... Strahlen stig, nicht hohl, unregelmssig radial nach verschiedenen Seiten [Ebenen??] ausgehend Cladococcina //. . . Diese aus Stben oder Stacheln mit innerem Kanle gebildet, welche in einem Mittel- punkte ineinandergestemmt , nach allen Richtungen und in mehren Kreisen auseinanderstrahlen und nach dem Tode des Thierea einzeln auseinanderfallen Acanthometrina n. bersicht der Sippen. Aggregata. Die Individuen bestehen aus Nestzellen" mit Strahlen- Fden dnf., 5i s I er 1 2 2 3 2 11 10 13 70 10 27 8 1 5 2 2 3 4 5 5 11 12 5 7 6 1-1 5 10 1 ]:. 2 10 13 4 10 3 4 2 1 2 54 1 4 1 1 1 16 1 426 00 Verbreitung geologische (neogene) M ffl 3 7t 50 a 77 geographische g 516 12 46 2 2 1 10 9 13 56 10 25 8 1 5 2 2 3 4 3 4 3 7 4 6 3 9 1 14 2 10 2 7 1 2 1 6 1 22 1 283 4 - 90 426 1* 2 1 1 1 1 2 7 1 1 1 13 2 1 1 1 16 41 102 1.1* 7.2* Bemerkung: Europa begreift auch 3 Arten von Oran in Algerien, das Mittelmecr 2* (eine mit * be- zeichnet) aus der Nordsee; in und unter Sdsee" sind die 2* Arten aus dem Sudpolar -Eis. Stellung im Haushalte der Natur. 43 von Barbados unter den Antillen (13 N. Br. und 43 W. L.) geniein. Ebenso sind die zahlreichen Arten im Gesteine der Nikobaren (8 N. Br. und 110 W. L.) hufig dieselben wie auf Barbados. IX. Stellung im Haushalte der Natur. Die mikroskopischen Polycystinen sind, obwohl erst aus den jngsten Formationen bekannt, von einer grossen geologischen Wichtigkeit, indem sie fortwhrend zur Bildung von kieseligen Niederschlgen in allen Ge- genden des Ozeans mitwirken und an Ortlichkeiten, die ihrer Entwickelung gnstig gewesen, zur Bildung von mchtigen Gebirgs -Massen beigetragen und sogar fast ausschliesslich solche zusammengesetzt haben. Die Grund -Proben hauptschlich aus dem Agischcn Meere bis zu 1200' Tiefe und aus dem nord- atlantischen Ozean in der Nhe der Linie des Telegraphen-Drahts bis zu 16,000' haben ergeben, dass der See-Grund aus einem weisslich- grauen und gelblichen sehr feinen Schlamm oder Sande besteht, worin, bei grssern Tiefen namentlich, die organischen Reste den vorherrschenden Bestandteil ausmachen ber die andren aus gerolltem Quarz -Sand, Kalkspath- und einigen Glimmer-, Augit- und mit- unter Bimsstein- Theilchen. Jene bestehen in kenntlichen Rhizopoden- Schaalcn,Polycystinen, Spongia-Nadeln, Diatomaceen-Panzernu. a. Konferven, auch Kiesel-Zellen von Grsern [?] nebst mancherlei Trmmern derselben. Die Polycy stinen scheinen sich erst von 400 ''Tiefe an zu zeigen und werden dann nebst den Diatomaceen immer zahlreicher an Formen, so Avie die Tiefe zunimmt, so dass sie die der Rhizopoden endlich bisweilen bertreffen, wenn gleich diese auch dann noch gewhnlich die vorherrschende Masse bilden. Endlich jedoch scheinen auch sie (nach der bei den Rhizo- poden mitzuteilenden Tabelle) abzunehmen und noch spter die Diato- maceen zuzunehmen, was jedoch vorerst noch eine Folge der geringen Anzahl von Proben sein kann, die aus den grssten jener Tiefen vorliegen. Die tertiren Gesteine, an deren Bildung sich nun die Polycystinen hauptschlich in Gesellschaft von Kiesel -Schaalen der Diatomaceen be- teiligen, sind meistens Tripel, Polir- Schiefer und Mergel. So jene von Oran, Agina, Zante, von Caltanisetta auf Sizilien, von den Bermuda- Inseln im Atlantischen Ozean und in Virginien. Der Kiesel-Gehalt von beiderlei Wesen hat zweifelsohne auch zur Bildung der Feuerstein- und Halbopal-Nieren in einigen dieser Gesteine mitgewirkt. Oft sind diese Gitter-Schaalen sehr schn erhalten, oft auch nur in Trmmern vorhanden, aus denen sich aber nicht selten noch die Geschlechter erkennen lassen. In andren Gesteinen machen die Polycystinen einen mehr vorherrschenden Bestandteil aus. So in dem mchtigen an vulkanischem Tuff und Bims- stein-Staub sehr reichen Mergel oder Tuff von Barbados (s. o.) , welcher unter Wasser abgelagert jetzt bis zu 1148' Hhe ber das Meer gehoben ist; er hat 232 Polycystinen- Arten gegen nur 18 Diatomaceen mit 7 Rhi- 44 Gitter -Thierchen. zopoden geliefert. Ebenso besteht ein ganzer Hgel auf Camorta unter den Nikobaren aus einem Meerschaum-hnlichen leichten weissen Thone (Tripel), der ein ziemlich reines Konglomerat der prchtigen Polycystinen (100 Arten) und ihrer Fragmente mit vielen Spongolithen ist. Wir erhalten, fr die Benutzung zu spt, so eben A. Schneider 's Beschreibung und Abbildung zweier neuen Arten von Meer-Qualstern, nmlich von Physaematiiim (Ph. Mlleri) und von Thalassocolla (TA. coerulea), beide von Messina. (Mller' s Archiv f. Physiol., 1858 S. 3841, Taf. 3b.) XX>iOOo- Dritte Klasse. Wurzelfsser: Rhizopoda. Tafeln V VIII. a Amoeba porrecta Schz. b Amoeba oiov. sp. Schz. I. Einleitung. Namen. Man hat diese Thierchen, so weit sie wie Nautilus und Am- moniten eine vielkammerige Schaale besitzen, seit Breyn (1732) und Soldani mit diesen unter dem Namen Pob/thalaviia zusammengefasst, bis A. d'Orbigny (1826) hervorhob, dass die Kammer -Scheidewnde der einen von einer geschlossenen und mit den Kammern nicht in Ver- bindung stehenden Rhre durchsetzt, die der andern aber von einer oder mehren einfachen ffnungen so durchbohrt werden, dass hiedurch die aufeinander-folgenden Kammern selbst mit einander in unmittelbare Ver- bindung treten; diesem Unterschiede entsprechend nannte er die ersten derselben (Polythalamia) Sipho?iifera, die letzten Foramirfera, welchen Namen Philippi durch Tremtophra ersetzte. Da aber doch nicht alle Thiere dieser Klasse eine Schaale haben und nicht alle beschaalten auch Kammern besitzen, so fhrte Duj ardin (1835) mit Bezugnahme auf die von ihm entdeckten eigenthmlichen Bewegungs - Mittel den fr alle an- gemessenen Namen Wurzelfsser oder Rhkopoda ein. 40 Wurzelfsser. Geschichte. Die erste Aufmerksamkeit erregten die kleinen zierlichen Schaaleu dieser Wesen in der ersten Hlfte des vorigen Jahrhunderts hauptschlich in Italien durch die Menge, in welcher sie in frisch ans geworfenem See-Sande wie in den tertiren Sand-Ablagerungen vorkommen. Beccari (1731), Bianchi (1739) und Soldani (1780 1798) widmeten ihrer Beschreibung und Abbildung selbststndige Abhandlungen und Schrif- ten, der letzte sogar ein grosses Folio-Werk mit 228 Kupfertafeln, das er aber bald darauf selbst wieder vernichtete, als er sah, dass diese Frucht seines mehr als 20jhrigen Fleisses nur etwa ein halbes Dutzend Abnehmer gefunden hatte. Fichtel und Moll haben (1803) diese Schaaleu in frischem und fossilem Zustande aus verschiedenen Welt-Gegenden gesam- melt und sorgfltiger beschrieben und abgebildet, worauf Denis Mont- fort (1808) fast jede Art und Variett derselben zu einer eignen Sippe zu erheben bemht war. Erst Lamarck fhrte 1812 1822 eine ange- messenere Klassifikations-Weise fr die bisher noch immer sprlich bekannt gewordenen wesentlichen Formen -Verschiedenheiten ein, welche sodann von Aleide d'Orbigny 1826 durch ein reichliches aus allen AVeit- Gegenden zusammengebrachtes, frisches wie fossiles Material bis zu einem Grade verbessert und vervollstndigt und durch Verbreitung von Originalien, Bildern und Modellen zur Anschauung gebracht wurde, dass sie spter mir allmhlich und mehr in Einzelnheiten ergnzt und durchgefhrt zu werden brauchte; die meisten der noch heutzutage bestehenden Sippen sind von ihm aufgestellt worden. Dennoch beschrnkten sich alle bis- herigen Untersuchungen nur auf die kalkige Sehaale, deren meist spiraler und stets vielkammeriger Bau eine Zusammenstellung mit Nautilus- und Ammonitcn-Schaalen in der Klasse der Cephalopoden zu rechtfertigen schien, obwohl man den Mangel des bei diesen letzten alle Kammern durchsetzenden Siphons schon lange wahrgenommen hatte. Von einer kurzen Andeutung Blainville's (1825) abgesehen, war es erst Duj ardin, der sich 1835 das Verdienst erwarb, die in den Schaalen wohnenden Thiere selbst zu beobachten, ihre gnzliche Verschiedenheit von den Ce- phalopoden und ihre tiefe Stellung im Systeme nachzuweisen. Spter haben Ehrenberg, der sie mit den Bryozoen zusammengestellt, Gervais, Perty u. v. A. noch manche Beobachtungen ber die Thiere gemacht und Ehrenberg, Williamson, Carpenter und Carter sehr werth- volle Untersuchungen ber den Bau der Schaale verffentlicht , welche letzten auch ber die Beschaffenheit der Thiere noch mehr Licht zu ver- breiten geeignet sind, aber im Ganzen nur beweisen, dass wir erst am Anfange der Untersuchungen angelangt sind, welche die innre Struktur aller Rhizopoden-Schaalen noch erheischt, bevor wir mit deren Hlfe eine Klassifikation durchzufhren vermgen, obwohl wir die Kammer -Bildungen ziemlich kennen. Die an den Ksten Grossbritanniens lebenden Arten sind 1808 von Montague, die an den Gestaden Sdamerika^, Cuba's und der Kanarischen Inseln gesammelten Schaalen 1839 1844 von d'Orbigny, die Arten des Rothen und des Norddeutschen Meeres von Einleitung. 47 Ehrenberg* beschrieben worden. Die fossilen Schanlen haben zahlreiche Bearbeiter gefunden theils in Bezug- auf ihre innre Struktur und theils nach den Formationen, worin sie vorkommen. Weit entfernt, alle in die- ser Beziehung- verdienten Schriftsteller mit Namen auffhren zu knnen, nennen wir unter den ersten noch Deshay es, Rtimayer, Leymerie, Reuss, unter den letzten Fortis, Deine, Defrance, d'Orbigny, Ehrenberg-, Reuss, A. Roemer, d'Archiac und Haime, Czjzek, Carter, Cornuel, Neugeboren und Egger, deren Einige besondre Werke darber geliefert haben. Auch mit der geographischen Verbreitung und dem Einflsse der Schaalen- Reste auf die Gesteins -Bildung hat sich Ehrenberg vorzugsweise beschftigt. Durch die neuesten vielfachsten und sorgfltigsten Untersuchungen ber die Organisation und Physiologie der Thiere selbst hat sich Max Schultz e verdient gemacht in einein herrlichen Kupfer - Werke , worin ebenmssig auch die Geschichte und Klassifikation derselben vorbehaltlich sptrer umfassenderer Arbeiten be- rcksichtigt worden. Unsre Organen- und Lebens -Beschreibung- dieser Thiere, ein Theil unsrer Klassifikation und unsrer bildlichen Darstellungen sind vorzugsweise daraus entnommen. Nachdem Agassi z noch vor einigen Jahren diese Thiere ans untre Ende der Mollusken zu stellen geneigt war und in ihrer Kammern-Abthei- lung eine Analogie der auf ganz andern Formen -Gesetzen beruhenden Dotter-Theilung, in ihnen selbst daher den embryonischen Typus der Ma- lakozoen in Beharrung erblickte, ist man jetzt ber deren Klassifikation bei den Amorphozoen wohl allgemein einverstanden. So deutlich brigens die meisten Spongiae, jRhizopoda und Tnfvsoria sich von einander unterscheiden, so ist nicht zu lugnen, dass in allen diesen Klassen Amba-artige Erscheinungen, wenn auch nur als Entwick- lungs- Stufen andrer Formen vorkommen, welche die Begrenzung dieser Klassen, so wie selbst jene gegen das Pflanzen-Reich noch sehr erschweren. ber die kleine Gruppe von Gregarma (Fig. a, b) sind die Ansichten noch so wenig zum Abschluss gekommen, dass die Angehrigen dersel- ben bald als einzellige und bald als zum Theil mehr zu- a b sammengesetzte Thiere, als Larven und Ammen oder als ausgebildete blos durch Copulation sich vermehrende Zu- stnde, bald als Rhizopoden, Infusorien und Wrmer dar- gestellt werden. Da sie weder Mund noch Magen, aber auch weder Scheinfsse noch Wimpern besitzen und para- a regaHna. sitisch im Darme von Insekten leben, so stimmen sie in b Gr * scoiapendrae. der That mit keiner dieser Klassen berein. Da wir noch nicht vermgen, ihnen eine feste Stelle anzuweisen *) , so seie derselben hier einstweilen *) Vgl. brigens v. Frantzius Dissertation und in Wiegm. Archiv XIV, 18S; v. Sie- bold das. 1850, II, 453;. Stein in Mller's Archiv 1848, 182; Lcydig das. 1851, 221; Klliker in der Zeitschrift fr Wissensch. Zoologie 1, 1; Henle u. Bruch das. 11, 110; Leidy in Transart Amer. philos. Soc. Philad. 1852, X, 231; u. a. m. 43 Wurzelfsser. nur erwhnt. Nach Stein, der sie als ausgebildete Thiere, nicht als Larven u. s. w. betrachtet, incystiren sie sich paarweise in gemeinschaft- licher von ihnen selbst excernirter Kapsel, zerfliesseu zu einem Ballen, dessen Inhalt grossentheils in spindelfrmige Sporen (sogenannte Navicellen) bergeht, whrend der Rest jenes Inhaltes sich auflst, um zur Sprengung der Kapsel und zum Austreiben der zahlreichen Sporen zu dienen. Aus den Sporen entstehen neue Thierchen, welche den alten vllig hnlich sind. Litteratur. Breyn: Dissert. physica de polythalamiis, nova testaccorum classe. Gedani 1732. J. Plancus: de Conchis minus notis, Venetiis 1739; edit. 2. Romae 1760. Soldani Saggio orittografico ossia osservazioni sopra le terre nautilitiche e ammonitiche della Toseana, 4, Siena 1780; Testaceographiae ac zoographiae parvae et microscopicae 11 tomi, in partibus 4. Senis 1789 1798 in fol. 0. Fr. Mller : Animalcula infusoria, fluviatilia et marina etc. c. tab. aen. Hafniae et Lips. 1786. 40. (Proteus.) Batsch sechs Kupfer-Tafeln mit Konchylien des See -Sandes. Jena 1791. Fortis: Memoires pour servir l'histoire naturelle de l'Italie IL Paris 1802(11, 1 129). Deluc (Lenticulaire) : i. Journal de Physique 1802, XLVI1I, 319, L1V, 173. Fichtel et Moll: Testacea microscopica aliaque minuta, Wien 1803. 4o. Denis de Montfort: Conchyliologie systematique. 11 voll. Paris 1808. 8. de Lamarck, Histoire naturelle des animaux sans vertebres. Paris, 8. VII. vol. 1822, p. 595 ss. 2. edit. par Deshayes et Milne - Edwards , 1845, XI, 218 ss. Defrance et de Blainville : i. Dictionnaire des sciences naturelles, LX voll. 80. Paris, 1814 1830. de Haan: Monographiae Ammoniteorum et Goniatiteorum specimen. Lugd.Bat. 1825. 8o. d'Orbigny (tabl. systemat.): i. Annal. des sciences naturelles 1826. (1) VII, 96, 245. Deshayes (Alveolina) : i. Annal. des sciences nat. 1828 (l) XIV, 225 -236; i. Ency- elopedie methodique 4o. Vers. 1830 II, 1832 III. pll. 465471. Dujardin (Rhizopodes) : i. Annal. sc. nat. 1835 (2) III, 108, 312, 369; IV, 343 364; V, 193 205; i. d'Orbigny: Dictionn. univers. d'hist. nat. (passini); - und in seiner: Histoire naturelle des lnfusoires, Paris, 1841. Ehrenberg: in den Monats - Berichten der Berlin. Akademie. Berlin. 8o. 1837 1857. (Liste der Kreide-Polythalamien) 1854, 320 ff. ; die Bildung der Kreide-Felsen aus mikrosko- pischen Organismen. Berlin 1839. 4o.; (ber noch jetzt zahlreich lebende Thier- Arten der Kreide - Bildung und den Organismus der Polytbalamien u. a. m.) in Abhandl. d. k. Akad. der Wissensch. 1839, 81 ff; 1855, 185, 176, Tf. 17; Mikrogeologie , Leipzig, 1854 in Fol. (passim) Taf. 16 39. d'Orbigny (Foraminiferes) : i. Voyage dans l'Amerique meridionale, Paris, 1839, 85 pp., 9 pll.; i. Ramon de la Sagra: Histoire de l'ile de Cuba, Paris 1839; i. Webb et Berthelot: Hist. nat. des iles Canaries, vol. II, Zoologie, 1844, 123 [vgl. Wie gm. Arch. 1840, VI, 398402] ; (Foraminif. de la craie de Paris) i. Memoires de la societe geol. de France 1840, IV, 1, et 55. pl. 1 4. Foraminiferes fossiles du bassin tertiaire de Vienne. Paris, 1846, 4o. Ralfs (Spirulina und Coleochaeta) : i. Annal. scienc. nat. 1845 [3] XVI, 30S 311, pl. P. Gervais (Fortpflanz, d. Miliolen) : i. Compt. rendus de l'Acad. 1847, 469; i. l'Instit. 1847, 316. Czjzek (Wiener Foraminif.): i. Haiding. Naturwiss. Abhandl. 184S, I, 137. Diesing (Forminifcra monostegia) ; i. Sitzungs - Bericht d. Wien. Akad. 1S4S, V, 19. Rtimayer ber das Schweitzerische Nummuliten- Terrain, i. Biblioth. univers. de Geneve, 1848, VII, 177, und Bern, 1850, 80. Reuss: neue Foraminiferen des sterreich. Tertir-Beckens, Wien, 1849, 4. ; (dgl. i. Berlin. Septarien-Thon) i. Zeitschr. d. Deutsch, geolog. Gesellsch. Berlin, 1851, III, 49. (dgl. i. Tertir- Schichten Ober -Schlesiens) daselbst 149. (i. Mainzer Tertir -Becken) i. N. Jahrb. f. Mineral. 1853, 670. Williamson (Polystomella etc.): i. Transact. of thc Microsc. Soc. 1849, II, 159; 1851, III, 105; (Faujasina) i. Quart. Journ. microscop. Scienc. 1853, IV, 87. Carpenter (Schaalcn-Bau von Nummulina, Orbitulites , Orbitoides) : i. Quart. Journ. geol. Soc. Lond. 1850, VI, 21 ss. ; i. Philos. Transact. 1856, CXLVI, 181236, pl. 49; (Orbiculina, Alveolina, Cycloelypeus, Heterostegina) ebendas. CXLVI, 547 569, pl, 28 31. Cohn (Fortpflanzung): i. Sieb. u. Kolli k. Zeitschr. f. wissensch. Zoologie, 1852, IV, 252. Perty: zur Kenutniss der kleinsten Lebens - Formen in der Schweitz. Bern, 1852. 4. S. 1 82 1 89. Organische Zusammensetzung. . ^9 Carter (Operculina) : i. Annal. Magaz. nat. List. Lonil. 1852, So. (2.) X, 101- ITC, pl. 4 ; (Schaalen-Bau der Foraminiferen von Seind), das. 1S53, XL; (Alveolina) das. 1S54, (2.) XIV, 99101, pl. 3; (Orbitulites) daselbst 1855, XVI, 207209;' (Eier - fhrende Amben) daselbst 1856, XVII, 101 ff.; XVIII, 115 ff, 221 ff; 1857, XX, 37 40, pl. 1, f. 12. d'Archiac et Jul. Haime : Description des auimaux fossiles du groupe nummulitique Paris, 1853. 4o. A. Schneider (Knospen von Diffiugia) : i. Mll.: Arch. 1854, 331. G. Jeffreys (lebende Foraminif. Grossbritt.) : i. Ann. Magaz. nat. -hist. 1855, XVI, 209 212. L. Auerbach (Einzelligkeit der Amben): i. Zeitschr. f. wissenscnaftl. Zool. 1856 VII 305 430, Taf. 1922. Neugeboren: die Stichostegier von Ober - Lapugy, Wien 1857. 4. Egger (tertire Foraminiferen v. Ortenburg) : i. N. Jahrb. f. Mineral. 1857,200312. 11 Taf.; auch besonders abgedruckt. Parker und Jones (lebende Foraminiferen Norwegens): i. Annal. Magaz. nat. bist. 1857 [21, XIX, 273 304, pl. 10, 11. Macdonald (dgl. von den Figi- Inseln), daselbst XX, 193190, Taf. 5. M. S. Schultze: ber den Organismus der Polythalamien (Foraminiferen). Leipzig, 1854, in Fol. (7 Tafeln); i. Mll. Archiv 1856, 105 174, Taf. 0. ber Noctiluca (Hlabberia Ok.^ insbesondere. J. F. Brandt: i. Bullet. Acad. Petersb. 1837, II, 353355. J. Pring: i. Lond. Edinb. philos. Journ. 1849, XXXV, 401422. Brightwell: i. Ann. Magaz. nat.-hist. 1850, VI, 304. Quatrefages : i. Ann. scienc. nat. 1850, XIV, 220 236. Dareste: daselbst 1855, (4), III, 203 212. Huxley: i. Microscop. Journ. 1854, III, 49 54. W. Webb: daselbst 1855, III, 103100. W. Busch: Beob. b. Wirbel-lose See-Thiere 1851, S. 101 100, Taf. 15, Fig. 14 23. Ph. H. Gosse: Natu'ralist's Kambles (1S53), p. 250, pl. 10, Fig. 11; Tenby p. 48. Diese Schriften mgen ungefhr die wichtigsten Fortschritte der Wissenschaft in Bezug auf die Rhizopoden bezeichnen und die bedeutendsten Quellen fr das Studium derselben ber- haupt und fr unseren Zweck insbesondere sein. Viele Aufstze und Mittheilungen sind in grsseren Sammelschriften enthalten, welche theils in dem zuletzt genannten Werke von Schultze vollstndig aufgezhlt , theils , was die fossilen Reste betrifft , in dem Neuen Jahrbuche fr Mineralogie seit 1830 nachgewiesen und mittelst der dazu gehrigen Repertorien leicht auf- zufinden, theils endlich in Geinitz's Versteinerungs - Kunde , Dresd. u. Leipzig, 1840; in Quenstedt's Petrefakten - Kunde und in unserer Lethaea geognostica, wie in der Geschichte der Natur von Zeit zu Zeit bersichtlich zusammengestellt sind. II. Organische Zusammensetzung. Gesammt-Bau. Der Krper dieser Wasser-Thiere ist in seinem Innern und, so weit er nicht umhllt ist 7 auch im usseren von unbestimm- ter Form (S. 45; 8, 1) und unausgesetzt Formen-wechselnd im Indivi- duum, whrend die gewhnlich vorhandene starre ein- bis viel-kammerige Schaale innerhalb der Klasse eine grssre Manchfaltigkeit von nicht aufeinander zurckftihrbaren Grund-Formen darstellt, als sonst im ganzen Thier- und Pflanzen -Reiche zusammenzufinden mglich ist. usserlich gesehen sind es Kugeln, Eier, Spindeln, Keulen, Stbchen, Spateln, Schei- ben, Linsen, Schrauben tu dgl.; aber in Rcksicht auf ihre innre Zu- sammensetzung, die Wachsthums-Weise , die Zahl und Lage ihrer Achsen und die Pole dieser Achsen scheinen alle von der Ei -Form auszugehen, woraus sich dann noch Sphenoid, gleichseitiges und ungleichseitiges Hemi- sphenoid, Spindel, Knuel, Reifbndel u. a. m. entwickeln (6). Nicht einmal eine gleiche Haltung, eine Homologie der Stellung lsst sich fr diese Formen bei aller Zierlichkeit derselben festsetzen. Nur Das haben die, mit wenigen Ausnahmen, viel-kammerigen und kalkigen Schaalen mit Bronn, Klassen des Thier- Reichs. I. A 50 Wurzelfsser. einander gemein, dass sich immer eine Kammer nach der andern bildet, dass jede an dem einen Ende mit ihrer Vorgngerin in innerem Zusam- menhange steht und an ihrem anderen Ende, wo Bschel-artige Fden des Thieres durch eine oder mehre ffnungen hervortreten, wieder einer in der Regel hnlichen Kammer zur Sttze dienen kann (8). Die Grsse dieser Thierchen wechselt fast von den kleinsten beobacht- baren Dimensionen an (z. B. 0,05 '") bis zu einem Durchmesser von 1 2'", 3'", sehr selten 0,5 1 2,2", bei dann gewhnlich nur geringer Dicke. Selten sind diese Schaalen mit einer Seite festgewachsen, was brigens mit keiner weiteren Eigenthmlichkeit von Thier und Schaale in Ver- bindung steht, als dass diese letzte hiedurch nothwendig ungleichseitig und unten weniger regelmssig ausgebildet erscheint. Das Thier besteht aus halbflssiger Sarkode (S. 57) und (ausser Amoeba, S. 45; 8, 1) aus einer Schaale von organischer hutiger oder knorpeliger Beschaffenheit, welche fast immer durch eine Einlagerung von erdigen Theilen starr wird. Zwischen beiden und von beiden ab- lsbar befindet sich noch eine genau anliegende Struktur-lose Haut von usserster Feinheit und chemischer Unzerstrbarkeit, welche sich mitunter selbst im Fossil -Zustande bewhrt. Alle drei sind gewhnlich glashell, durchscheinend, farblos, das Thier ausgenommen, wenn dasselbe eine farbige Nahrung aufgenommen hat ; nur in manchen Fllen ist die Schaale opak, weisslich oder auch braun, welche letzte Frbung indessen meistens von der innen anklebenden Haut herrhrt und nur in der letzten Kammer nie sichtbar wird. Histologie. Der Sarkode-Krper (S. 45 ; 5 ; 8, 1) besteht aus einer zh- flssigen usserst feinkrnigen Grund -Masse, worin um so weniger eine rtliche Verschiedenartigkeit stattfindet, als alle seine inneren wie usseren Theilchen in bestndig langsam fliessender Durcheinanderbewegung begrif- fen sind. In dieser Grund-Masse liegen (0,001 0,002 "') grosse und kleine Fett-Trpfchen mit halb so grossen Farbstoff-Blschen, deren Menge und Farbe von der frisch aufgenommenen Nahrung abhngt, und endlich einige zerstreute ganz blasse Blschen von nur 0,002 0,003 '" Durch- messer und homogener oder fein-krniger Beschaffenheit, zuweilen auch mit einigen grsseren Krnchen erfllt. Doch pflegen sich die Einmengungen von der Oberflche und den Fortstzen derselben zurckzuziehen, bis diese dicker anschwellen. Nur an den nackten (Amoeba) oder dnn- wandigen einzelligen Formen ist es bis jetzt gelungen, noch weitere Theile zu unterscheiden: bald 1 2 und in Gromia (Figur auf S. 51) selbst 8 18 blasse, zhe und mit vielen usserst feinen Blschen (nucleoli) erfllte Kgelchen von 0,008 0,010"' Grsse, die man bei andern Amorpho- zoen mit dem Namen Kerne belegt hat"; bald 1 2 chte mit nur einem Nucleolus versehene Nuclei wie bei Diffiugia , Amoeba (8, 1 B c) ; oft auch vergngliche kugelige Leerrume (Vakuolen) oder kontraktile Blasen" in einfacher oder grsserer Anzahl, wie bei den Infusorien (daher man die Organische Zusammensetzung. 51 mit dergleichen versehenen Formen auch zuweilen mit den Infusorien selbst vereinigt), deren Wimperzellen jedoch gnzlich fehlen. Die Schaale besteht aus einer durchsichtigen, hutig-biegsamen orga- nischen Grundlage., welche bei den starr-schaaligen Sippen Kalk -Erde (sehr selten Kiesel-Erde) aufnimmt, von der sie durch Sure wieder befreit und so zur Anschauung gebracht werden kann. Sie zeigt dann alle Form- und Relief- Verhltnisse der starren Schaale, alle dieselbe durchziehenden Lcken und Poren, ohne jedoch eine Zusammensetzung aus Zellen erkennen zu lassen, welche durch jene Erd-Bestandtheile ausgefllt gewesen wren. Organe. Nirgends ist im Krper der Wurzelfsser etwas zu entdecken, das an ein Organ erinnerte, wenn nicht etwa die vorhin erwhnten Kerne bei der Fortpflanzung mitwirken (doch sind es auch dann keine bleibenden Werkzeuge). Die Natur der Sarkode , ihre innre und ussre Beweglichkeit, ihre Reitzbarkeit, ihre Kontraktilitt und Fhigkeit alle Gestalten nach Bedarf anzunehmen, ihre chemische Einwirkung auf nhrende Materien, die mit ihr in Berhrung kommen, macht fr diese Wesen noch alle Organe entbehrlich, indem sie in jedem ihrer Atome die Verrichtungen aller zugleich in allen Theilen des Krpers besorgt. Sie nimmt Nahrung ein, zersetzt sie, drngt das Unverdauliche wieder hinaus, trgt das Assimilirbare zirkulirend mit sich in alle Gegenden des Leibes, selbst bis in die entlegensten Kammern, und bringt abwechselnd alle ihre Theile, mithin alle Theile des Krpers, auch an die Oberflche zur Ein- athmung des Luft-Gehaltes im Wasser; von aussen aufgenommene Eindrcke veranlassen den lebenden Sarkode -Krper sich auszudehnen oder zurck- zuziehen und den Ort in zweckgemsser Weise zu wechseln, wie jedes abgerissene Stck desselben schon etwa zur Fortpflanzung gengt. Schaale. Der Krper der Wurzelfsser kann ganz nackt (Athalarrd S.45; 8, 1), oder er kann in eine einkammerige und gewhnlich hutige Schaale von unregelmssiger Linsen-Gestalt, wie hei Aredia ; r von Kugel- bis zur Retorten-Form mit end- stndiger Mndung eingeschlossen sein, wie Das bei Gromla und allen anderen Arten der Monothalamia des Ssswassers der Fall ist, unter welchen nur Vifugia eine krnige Kiesel-Masse mit in diese Haut ausscheidet und damit oft noch fremde Kiesel-Krper- chen an deren Oberflche fest-kittet. In allen anderen Fllen, bei allen Meeres-Bewohnern ist die Schaale kalkig (in 23 Fllen kieselig), vielkammerig (10- bis 12mal 1, sonst aber 10100 und mehr Kammern zhlend) und oft durch und durch pors (5 u. a.). Alle Kammern sind mit einer, endstndigen, entweder kleinen einlachen (6, 3-12, 14) oder zusammengesetzten (5, 1; 6, 13; 8, 2) ffnung oder Mndung versehen, durch welche das Thier einen Theil seines Krpers SSSSSS&S^ in. Form von Pseudopodien oder Wechseltssen her- u. 2 durchscheinend. Kernen. Aredia. 4 * 52 Wurzelfiisser. vorschieben kann, um sich von der Stelle zu bewegen, Nahrung auf- zunehmen und nach einiger Zeit eine neue meistens hnliche Kammer anzubauen. Die erste Kammer oder Keim -Zelle (Nucleus) ist mehr und weniger kugelig und gross (6, 3, 7; 7, 1 B D, 3 b; 8, 4x, 6x); die folgenden sind kleiner, meistens langsam wieder an Grsse zunehmend und gewhnlich von einer gleichartigen bei jeder Spezies eigenthmlichen Form. Bei manchen Sippen sind sie durch innre Vorsprnge und Queer- oder Lngs-Wnde unvollkommen oder vollkommen in Zellen (8, 8 c) unterabgetheilt, welche eben so wie die Kammern unter sich ineinander- mnden. Die End-ffnungen oder an der End-Wand stehenden Mndungen der Kannnern bestehen entweder in einem einfachen nur wenig Raum einnehmenden Loche von runder, ovaler, Halbmond-, Kreutz-, Spalt- u. a. Form (6), oder in einer grsseren Anzahl in Reihen geordneter oder zerstreut stehender feiner Poren (5, 1 ; 6,2; 13 b; 16 c). Jede solche End- Wand wird daher in der Regel spter zur Scheidewand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kammern und die Mndung zur Verbindungs-( )ffnung zwischen denselben. Auch wo man diese nicht sieht, kann man daher aus jener auf ihre Beschaffenheit schliessen, wie die Lage der Scheide- wnde im Innern durch mehr und weniger auffllige Einschnrungen und vertiefte Linien der Oberflche sich zu verrathen pflegt. Im brigen ist die Oberflche glatt oder warzig, hckerig, grubig, oft mit Strahlen, Leistchen, Kmmen u. dgl. verziert, in welchen zuweilen besondre Poren- Gruppen ausmnden. Hinsichtlich der Aneinanderreihung der Kammern und der Zusammen- setzung und Wachsthums- Richtung der ganzen Schaalen- Rhre der viel- kammerigen Rhizopoden (Polythalamia) ergeben sich folgende Verschieden- heiten. Eine Kammer setzt sich an die andre ohne bestimmte Ordnung (Anomostegia; 6, 17), oder nach einer sicheren Regel an, entweder in einfacher gerader und wenig gebogener (SHchostegia d'O. ; 6, 14,15), oder in spiral um eine Achse gewundener Linie (Ilelicostegia ; 6, 6- 12 u. a.). Alle Windungen der Spirale knnen wie die einer Uhrfeder in einer Ebene liegen (6, 10 12) und so einen an beiden Polar-Seiten der Achse gleich- gestalteten Krper bilden, indem sie entweder eine flach zusammengedrckte regelmssige Scheibe, oder eine bikonvexe Linse ( Nautiloidea), oder eine Spindel (Rhapkidostegia; 8, 2) darstellen, um deren krzere oder lngere (eingebildete) Achse sich die gekammerte Rhre aufwickelt; oder die Umgnge winden sich wie die einer Schraube lngs der Achse auf und bilden Schnecken-, Kegel- und Thurm-frmige Gehuse, wo die 2 den Polen der Achse entsprechenden Seiten keine hnlichkeit der Form mehr besitzen (Helicostegia Turbinoidea; 6, 5, 7). Nach der Grsse und Lage der Kammern in diesen Umgngen entstehen nun weitere Verschieden- heiten. Entweder sind dieselben auch usserlich durch mehr und weniger starke Einschnrungen von einander getrennt, oder dicht an einander gedrngt. Entweder liegt jeder spter gebildete Umgang eines Gewindes nur einfach auf dem Rcken des nchst vorhergehenden, so dass man Organische Zusammensetzung. 53 das vollstndige Gewinde von beiden Seiten her sehen kann ; oder der nachfolgende umsohliesst seinen Vorgnger theilweise, oder endlich Dies geschieht so vollstndig, dass jeder ber die vorigen hinweg bis zu den Polen der Achse des Gewindes reicht und mithin immer nur der letzte Umgang sichtbar bleibt; man nennt die Kammern dann reitende, da sie auf dem Rcken des vorigen Umgangs sitzend denselben mit 2 herab- hngenden Schenkeln umfassen (6, 11; 8, 4, f.). Dieses Umfassen kann sich jedoch auch bloss auf eine Seite beschrnken; das Gewinde verbirgt sich hier, whrend es auf der anderen Seite mehr und weniger vollstndig sichtbar bleibt (6, 8), zuweilen sogar bei sonst ganz gleichseitiger Scheiben- Form des Gehuses. Gewhnlich enthlt jede Windung eine grssere Anzahl und zuweilen bis 20 und mehr Kammern (6). In manchen Sippen sind deren aber regelmssig nur 2 3; dann kommen die ersten, die zweiten, die dritten Kammern aller Umgnge in je einer gemeinsamen Reihe auf zwei (6, 5 ; 8, 3) oder auf drei (6, 4) Seiten der Achse des Schrauben-Gewindes zu liegen, und diese Reihen treten oft deutlicher als die Spiral-Reihen hervor, weil die Kammern nicht gedrngt und daher auch aussen deutlich von einander unterschieden zu sein pflegen. Da aber auch die spirale Verkettung dabei fortdauert, so muss die erste Kammer der zweiten Reihe etwas hher als die der ersten liegen u. Si w., daher denn alle Kammern der 2 3 Reihen wechselstndig zu einander sind (Wechsel-kammerige Enallostegia d'Orbigny's). Whrend sich diese Formen-Reihe einfach auseinander entwickelt, folgt eine andre einem etwas abweichenden Entwicklungs - Plane; man knnte sie darnach Knuel-fcherige nennen. Auch hier bildet die Kammer- Rhre Windungen, und nehmen die Kammern immer genau die halbe Lnge einer Windung ein; diese Windungen setzen aber weder eine Uhrfeder-, noch eine Schrauben-Spirale zusammen, sondern wickeln sich wie der Faden eines Zwirn-Knuels auf, indem alle (statt queer um die Achse) von verschiedenen Seiten her ber die zwei Pole einer (einge- bildeten) Achse laufen, so dass die End-Mndung der meridianalen Kam- mern abwechselnd auf den einen und auf den andern Pol zu liegen kommt (6, 2, 3; 8, 7). Dabei lagern sich jedoch diese Halbumgnge nickt von allen mglichen, sondern bestimmt nur von 2, 3, 4, 5 6 Seiten her schichtweise ber einander (worauf sich d'Orbigny's Name Agathi- stegia bezieht). An einem ganz oder nahezu regelmssig scheibenfrmigen Gehuse der Heiko stegia kann eine zweite Kammer die erste an einer Seite wenig berhren, oder sie in \'?, x, s -i ihres Umkreises Bogen-frmig einschliessen, die dritte, vierte, zehnte, zwanzigste knnen sich noch weiter ausdehnen und frher oder spter alle vorangehenden auf 2 /3, 3 /4, 4 /s> oder endlich auf ihrem ganzen Umkreise umfassen, worauf alle folgenden Kammern in Form vollstndiger Reife sich um die frheren legen werden ((, 15; 7, 2 und deren Erklrung). Man hat Dies das cyclische Wachsthum genannt. Die anfangs lndliche Keim-Zelle rckt dann immer weiter nach innen, 54 Wurzelftisser. und aus dem excentrischen wird endlich ein subcentraler Nucleus. Die ersten noch nicht ringfrmig geschlossenen Kammern konnten dabei eben sowohl in einer geraden Richtung aneinandergereihet sein (6, 15), als einer Spiralen Linie folgen; es kann also auf diese Weise ein anfangs geradliniges Wachsthum eben sowohl als ein spirales in das cyclische bergehen ; doch ist nur der letzte Fall in seiner Vollendung (7, 2) nachgewiesen, viel- leicht nur, weil in einigen anderen Fllen dieser bergang allzu rasch erfolgt. Im ersten Falle wrde die End-Wand der cyclischen Kammern von Anfang her in der Peripherie der Schaale liegen (wie Das bei Pavo- nina [6, 13] schon angedeutet, bei Cyclolina d'O. (6, 16) vielleicht durch- gefhrt ist); im zweiten muss die anfangs in radialer Richtung sich ber die ersten Umgnge hoch erhebende, aber immer schon etwas nach hinten bergeneigte End-Wand der Kammern (vgl. Opemdina) all- mhlich ganz in eine Tangenten-Lage bergehen , um sich nach 2 ent- gegengesetzten Seiten hin ber den Rcken des letzten Umganges aus- zudehnen, bis sie diesen endlich vllig umschliesst und selbst die ganze Peripherie der Schaale bildet (Cyclosteyia d'Orbigny's); 7, 1,2,3. Unvollkommene Lngs- oder Queer-Wnde im Innern der Kammern kommen zwar bei ganz verschieden gebildeten Rhizopoden-Gehusen vor (8,4); solche aber, welche in regelmssiger Weise die Kammern vollstndig in Zellen unterabtheilen , vielleicht nur bei Fabularia unter den Agathiste- giern 6, 2, bei Borelis unter den Rhaphidostegiern 8, 2 und hauptschlich bei den eben erwhnten Cyclostegiern. Es sind die Entomostegia d'Or- bigny's oder Poly Somalia Ehrenberg's. Die Hhe der Kammer hat bei den Cyclostegiern anfangs keine Unterabtheilung und stellt mithin nur eine Zelle fr sich dar; je hher dieselbe aber bei weiterem Fortwachsen wird, desto mehr waagrechte Zwischenwnde treten in der Kammer auf, so dass in dieser allmhlich 2, 3, 5, 7, 10 100 und mehr Unterabthei- lungen oder Zellen ber einander zu liegen kommen. Da aber die End- Wand und somit die End-Kammer durch immer strkere Rckwrtsneigung endlich aus der radialen in die tangentiale Lage bergeht und hiedurch eben noch viel schneller zuwachsen muss, so nehmen diese radialen Zellen- Reihen allmhlich einen immer grsseren Theil des Umfangs und endlich die ganze Peripherie ein: 7, 2. Sobald die Kammern sich in mehre getrennte Zellen theilen (aber auch zuweilen ausserdem), entstehen statt einer einfachen Mndung in der letzten Kammer- Wand deren wenigstens so viele, als Zellen in der Kam- mer sind, weil diese unter sich nicht unmittelbar zusammen zu hngen pflegen (6, 2; 8 und deren Erklrung); sie erscheinen aber dann kleiner, gewhnlich auch zahlreicher, als die Zellen wirklich sind, in Form von grossen Poren, anfangs auf der radialen End-Wand der Kammer, endlich in Folge ihrer cyclischen Bildung auf dem kreisfrmigen Umfange des scheibenfrmigen Gehuses. In manchen Fllen aber kommuniziren auch die in einem solchen Kreise neben einander gelegenen Zellen unter sich durch 1 2 besondre Kanlchen. Die Zellen zweier einander umschlies- Organische Zusammensetzung. 55 sender Zellen-Kreise pflegen abwechselnd zu einander zu stehen, obwohl nur in unregelmssiger Weise, weil sich immer neue einschalten in dem Maasse, als die spteren Kreise grsser werden als die frheren, aber die Zellen alle doch von gleicher Grsse sind. Es kommen nun folgende Verbindungs-Weisen der Zellen vor. 1) Feine ffnungen oder Rhrchen (eine Sarkode-Schnur enthaltend) gehen in spiraler oder cyclischer Rich- tung von Kammer zu Kammer oder von Zelle zu Zelle, indem sie nur die Zwischenwand durchsetzen, welche 2 Nachbarn trennt. 2) Feine ein- zelne oder paarige Kanlchen gehen von jeder Zelle eines Kreises zu den zwei ihr benachbartesten im nchst-folgenden ; oder sie gehen von der cyclischen Schnur zwischen 2 Zellen eines Kreises aus durch die radi- ale Scheidewand, worin diese liegt, zu den nchsten Zellen des Nachbar- Kreises (7, 1). Ausserdem aber und ausser den Poren-Rhrchen, woraus in vielen Sippen die ganze porse Sehaale von der innern Hhle bis zur ussern Oberflche zusammengesetzt ist (5, 2), gehen von den radialen oder cyclischen oder beiderlei Scheidewnden aus oft auch noch etwas grssere Rhrchen ebenfalls zur Oberflche am Umkreise der Schaale, wo sich ein neuer Zellen-Kreis bildet. So steht in gewissen Sippen jede Zelle durch 6 10 Rhrchen mit vieren ihrer Nachbarn unten und oben, vorn und hinten, und oft durch noch andre in den Scheidewnden ver- laufende mit der Oberflche im Zusammenhange (s. die Erklrung von Taf. 7). Es ist bis daher angenommen worden, dass in der Breite eines Um- ganges berall nur eine Zelle liege; aber auch Diess ist fr keine der er- whnten 3 Entomostegier-Gruppen gengend. Bei Fabularia liegen Rhrchen- frmige Zellen in jedem Halbumgange ber und neben einander (6, 2). Bei der Spindel-frmigen Borelis, wo 8 12 Kammer-Lngen auf einen Umgang kommen, zieht in jeder Kammer eine meridianale Sarkode-Schnur von Pol zu Pol und steht mit vielen nebeneinander-liegender Zellen (8, 2) in Verbindung, ber welchen noch andere kleinre in der Dicke der Schaale selbst vorkommen. Auch bei den meisten Cyclostegiern liegen mehre Zellen- Schichten" neben einander in jeder Kammer (7, 1 3). Die grsste Manch- faltigkeit in dieser Beziehung herrscht bei Ovbitulites, wo in der Jugend bei noch spiralem Wachsthum nur eine Zellen-Schicht vorhanden ist und auch zuweilen nach Eintritt des cyclischen sich noch erhlt (Form wie bei Sorites Ehrb. , der aber keine cyclischen Kanle hat); frher oder spter legen sich deren zwei von gleicher Beschaffenheit neben einander, wobei dann nicht nur die Zellen eines Kreises und successiver Kreise, sondern auch in hnlicher Weise die der 2 Schichten mit einander kom- muniziren (Form von Amphisorus Ehrb.); ja es knnen zwischen diesen beiden allmhlich noch mehr (1, 3 5) solcher Schichten, gewhnlich mit etwas kleineren Zellen auftreten (= Marginipora QG.), theils in Folge von Alters-Verschiedenheit und theils von individueller Abnderung. Im brigen sieht man auch die Bildungs-Weise der Helicostegier in die der Stichostegier oder Enallostegier u. s. w. an einem und demselben 5 Wurzelfsser. Individuum in Folge des Alters bergehen und sogar gerad-achsige Enallo- stegier mit einer Spiral-Windung des wechselreihigen Gehuses beginnen (8, 3). Eine porse Beschaffenheit der Polythalamien-Schaale und ein Aus- mnden von Stolonen-Kanlchen, welche von den innersten Umgngen her durch die radialen Scheidewnde zur seitlichen Oberflche gelangen, mag noch nicht berall erkannt sein, wo Solches existirt; aber Beides scheint um so mehr eine Notwendigkeit zu werden, je mehr einestheils die Mndung der End-Wand sich selbst in Poren auflst und anderntheils die inneren Umgnge vollstndiger von den usseren eingeschlossen werden. Der in den ersten Windungen der Schaale enthaltene Theil des Thieres unterhlt auf diese Weise einen Verkehr mit der Aussenwelt entweder direkt durch die Kanlchen der Kammer-Scheidewnde, welche brigens auch mit allen Kammern der usseren Umgnge zu kommuniziren pflegen, oder indirekt durch die 0,0003 0,001 '" weiten Poren der Schaale, welche von Windung zu Windung durchgehen; und beide Wege sind viel krzer als der, welcher lngs der ganzen Kammer-Reihe des Gewindes durch die Mndungen smmtlicher Zwischenwnde der Kammern bis endlich durch den der End-Wand fhrt. Ausserdem gibt es endlich noch feine stige Gefss-Verzweigungen, welche lngs der Seh aalen- Wnde in deren Dicke verlaufen und zur Bil- dung und Ernhrung der Schaale mitzuwirken bestimmt scheinen, aber nur erst in etwa einem Dutzend Sippen verschiedener Gruppen wahr- genommen werden konnten (7, 3; 8, 5 c f, 6 d e f , 7 d d). Man hat also an Kammer- und Zellen-Verbindungen im Ganzen zu unterscheiden: 1) Die spirale (oder cyclische) Verbindung benachbarter Zellen eines Umganges durch die einfache Hauptmndung in der End- Wand jeder Kammer, welche jedoch oft bei einfachen Kammern sowohl, als wo diese in Zellen unterabgetheilt sind, durch mehrfache oder viele Poren-Mndungen in derselben Wand ersetzt ist; sie wird unrichtig oft Siphon genannt , stellt aber keine zusammenhngende Rhre dar. 2) Die feinen und gleichartigen Rhrchen, welche die ganze Dicke der seitlichen Schaalen- Wnde durchsetzen, und die innen eingeschlossenen Kammern durch die usseren hindurch berall (bei sitzenden Kammern) oder an der Stelle der Scheidewnde allein (bei reitenden Kammern) mit der Ober- flche in Verbindung bringen. 3) Die 1 3 zhligen Verbindungs-Rhrc-hen, durch welche Kammern oder Zellen eines Umgangs und Kreises oder einer Schicht mit denen des benachbarten oder erst des alternirenden Kreises (in diesem Falle durch die radialen Kammer- Wnde hindurch) und der benachbarten Schichten in Verbindung treten. 4) stige kapillre Schaalen-Gefsse", welche in der Dicke der radialen und Spiralen oder cyclischen Kammer- Wnde selbst verlaufen und in diesen oft ganze Netze bilden. Alle diese manchfaltigen Verbindung -Weisen findet man als Hohlrume neben einander dargestellt nach Carpenter in einem Stck Schaale von Cycloypeus (7, 3abc). Ausserdem pflegt man sie am Chemische Zusammensetzung. Lebens-Thtigkeit und Entwickelungs-Geschichte. 57 deutlichsten ausgedrckt zu rinden in Form von kieseligen Stein-Kernen der fossilen Polythalamien gewisser Lagersttten, von welchen eine Reihe in 8, 2 7 abgebildet ist. III. Chemische Zusammensetzung. Die Sarkode des Rhizopoden- Krpers gilt fr einen Protein -artigen Stoff. Die hutige Schaale der Gromien und Verwandten ist so wie die organische Grundlage der kalkigen Schaalen Chitin-artig, widersteht jedoch der Auflsung in konzentrirter Salpeter-, in Salz- und Chrom -Sure (in welchen Chitin zerfliessen wrde), aber nicht der in Schwefel-Sure. Das in ihr sich ablagernde Kalk-Salz ist kohlensaure mit etwas phosphorsaurer verbundene Kalkerde, deren Menge in keinem festen Verhltnisse zur organischen Grundlage zu stehen scheint. Bei Difflugia, Polymorphina silicea und Nonionina silicea tritt Kiesel- erde an die Stelle der kohlensauren Kalkerde, welche in allen brigen zahlreichen Arten dieser zwei letzten Sippen die Schaale, wie gewhn- lich, bildet. In mehrern Fllen, und so namentlich bei Difugia, kittet die ent- stehende Schaale fremde Krper, Sandkrnchen, Naviculae u. dgl. an ihrer Oberflche fest und heftet sich selbst, wenn diese gross sind, unbeweg- lich daran. Die zwischen Thier und Schaale lose gelegene Haut scheint mehr mit der organischen Grundlage der letzten bereinzustimmen, da ihr eine ausserordentliche Dauerhaftigkeit eigen ist. IV, V. Lebens -Thtigkeit und Entwickelungs-Geschichte. Geburt. Gervais und Schultze haben ein Lebendiggebren wenigstens bei den Milioliden beobachtet. Man sah aus Triloculina in kurzer Zeit je 40 100 kleine runde scharf begrenzte Krperchen hervorkommen und sich in kleiner Entfernung um das Mutter -Thier festsetzen. Bei etwa 3O0facher Vergrsserung unterschied man an ihnen eine kalkige Kugel- frmige Anfangs -Zelle einfach wie bei Gromia und Vifugia (Gervais) oder noch mit einer Halbkrcis-frmig sie umgebenden Rhre, im Ganzen von 0,027'" Durchmesser (Schultze). Bald streckten sie auch ihre Pseudo- podien aus der Mndung hervor, doch in geringerer Anzahl als die alten. Ihr in ganz durchsichtiger Schaale eingeschlossener Krper bestand aus der gewhnlichen feinkrnigen Grundmasse, nur mit einigen grssern Pro- tein-Moleklen und Fett -Krnchen. Mglicher Weise knnte aber in manchen Sippen diesem beschaalten noch ein nackter Amben -artiger Zustand bei der Geburt vorausgehen. 5g Wurzelfsser. Wachsthum. Weiter hat man die Entwicklung der Rbizopoden un- mittelbar zu verfolgen noch wenig Gelegenheit gehabt. Was die Verglei- chung der Schaalen einer Art auf verchiedenen Alters -Stufen miteinander in dieser Beziehung schliessen lsst, ist grsstenteils bereits angedeutet worden. Das Wesentliche ist, dass, whrend die nackten Rhizopoden nur einfach an Grsse zuzunehmen scheinen, bei den mit einzelliger hu- tiger Schaale versehenen {Gromia, Lagynis) auch diese letzte einer fort- whrenden gleichen Ausdehnung fhig ist, wie das Thier an Grsse zu- nimmt. Auch die in starrer Kalk- Schaale ganz eingeschlossenen Formen setzen die Kalk -Masse doch nur langsam und allmhlich in deren orga- nische Grundlage ab, whrend sich diese noch ausdehnt, und eine Er- weiterung der Kammern kann sogar noch stattfinden, nachdem die Schaale bereits ganz fest geworden ist, wie man insbesondere an Omdina und Orbulina erkennt, welche eine harte einkammerige Kalk -Schaale auf allen Stufen ihres Wachsthums zeigen , was nur durch eine bestndige Resorption derselben an der innern und ein neues Anlagern an der ussern Seite denkbar ist. Die Arten mit sich umschliessenden Kammern und Umgn- gen des Gewindes aber knnen den nthigen Raum fr ihren zuwachsen- den Krper nur dadurch gewinnen, dass sie von Zeit zu Zeit noch eine neue und gewhnlich etwas grssere Kammer an die bereits vorhandenen und im Zusammenhange mit denselben anbauen. Diese erscheint dann zuerst als ein Wulst um die Mndung oder die Mndungen der bisherigen End-Wand der Schaale und dehnt sich von hier weiter aus. Von der Vollendung einer Kammer bis zu der der andern scheinen Wochen und mithin bis zur Ausbildung einer ganzen Schaale Monate und vielleicht Jahre zu vergehen, da manche derselben aus einigen Dutzend und selbst Hundert Kammern bestehen. Whrend nun so die Schaale Absatz-weise wchst und der im Innern enthaltene Krper mit jeder neuen Kammer um einen dieser Kammer entsprechenden Lappen zunimmt, wird an letz- ten keinesweges ein neuer Theil hinzugefgt, sondern die halb-flssigen Bestandteile des bereits vorhandenen Krpers quellen oder fliessen durch die ein- oder mehr-fache ffnung der vorletzten Kammer -Wand in die neue Kammer ber. Die zwischen Krper und Schaale gelegene farbige Haut muss sich der Schaale gleich verhalten , weil da, wo diese pors ist, ihre Poren auf die der Haut passen mssen; auch ist diese Haut in der letzten neu -gebildeten Kammer gewhnlich noch gar nicht zu entdecken, obwohl der Krper bereits dahin bergequollen ist. Individualitt. Aus dieser Wachsthums - Art des weichen Thieres er- giebt sich, dass hier, trotz den Vorgngen in der starren Schaale, nicht etwa von einer Bildung neuer Sprossen aus dem alten Krper die Rede sein knne; dass eine Rhizopoden -Schaale mithin nicht eine ganze Thier- Kolonie, sondern wirklich nur ein Individuum enthalte, woran alle Lap- pen und andre Theile gleich alt und gleich neu sind. Sie verhalten sich umgekehrt wie die Wellen des Meeres, deren Form sich ber seine Oberflche fortwlzt, whrend die Masse des Wassers zurckbleibt; Lebens -Thtigkeit und Entwickelungs - Geschichte. 59 hier dagegen entstehen neue den neuen Kammern entsprechende Sarkode- Lappen, deren Inhalt ihnen mit den altern gemeinsam ist. Und nicht anders verhlt es sich bei denjenigen Rhizopoden- Formen, deren Kam- mern sich in Zellen unterabtheilen , welche doch alle durch Kanlchen zusammenhngen, durch welche die Masse des Krpers sich bewegen oder ihre homogene Mischung doch ungehindert von Atom zu Atom aus- gleichen kann. Nur bei einigen Polystomella- Arten (P.strigillata z.B.) erscheinen nach Schultze's Untersuchungen nach chemischer Auflsung der Schaale die weichen Ausfllungen der verschiedenen Kammern gnz- lich ohne Zusammenhang mit einander , als ob sie smmtlich von einander abgeschlossene, unabhngig von einander nur durch die Poren sich nh- rende Individuen wren, wozu noch kommt, dass auch die vom zackigen End- Rande herrhrende Reihe etwas grssrer Offnungen zu beiden Seiten jeder Kammer hchstens nur an einigen (2 3) der zuletzt entstandnen Kammern offen bleiben. Indessen kann fr diese Flle natrlich eine ab- weichende Erklrung um so weniger geltend gemacht werden, als der belebte Inhalt der Kammern innerlich eingeschlossener Umgnge mit der Aussenwelt in keiner andern unmittelbaren Verbindung steht, als durch die Kanlchen, Avelche von jenen durch die Scheidewnde darber lie- gender Umgnge zur usseren Oberflche gelangen; daher seine Ernh- rung von den Mittheilungen abzuhngen scheint, welche der Inhalt der usseren Kammern ihm durch die zahlreichen Poren zusendet, die sowohl in der die verschiedenen Umgnge trennenden Schaale als in den die aufeinander folgenden Kammern sondernden Scheidewnde vorhanden sind, wenngleich durch sie hindurchgehende bleibende Brcken der Krper- Masse nicht aufgefunden werden konnten. Denn diese Brcken knnen sich im Leben des Thieres gleich den vernderlichen Pseudopodien doch herstellen, so oft und viel es nthig ist*). Bewegung und Empfindung. Einige Wurzelfsser sind mit der Unter- seite ihrer Schaale festgewachsen, so dass deren Form dadurch entstellt wird. Andre sind mit einem dicken und oft ziemlich langen Sarkode- Stiel versehen, der vielleicht durch Zusammenfliessen vieler Scheinfsse entstanden ist, so dass sich diese Thierchen nur sehr langsam von ihrer Unterlage losmachen und, wenn berhaupt, den Ort wechseln knnen (Rosalia, Planorbulina etc.); ja Macdonald hat in der Sdsee dieses Ver- mgen nie beobachten knnen. Noch andre endlich und wohl die meisten haben die Fhigkeit der Lokomotion mit Hilfe hervortretender Sarkode- *) Auerbach vertheidigt auch neuerlich wieder die Ansicht , dass wenigstens die Amben (u. a. nackte Rhizopodenr) einzellige Thierchen seien, aus Sarkode und einer Struktur -losen vollkommen elastischen Membran mit Nueleus und Nucleolus (Arcella mit mehrfachem Nucleus) bestehend. Grnde dafr sind die Anwesenheit dieser Kerne , die oft sichtbaren doppelten Pontouren und die Schwierigkeit , manche Erscheinungen ohne solche Annahme zu erklren. Dagegn erheben sich andre Schwierigkeiten fr die Erklrung der Erscheinungen gerade in Folge dieser Annahme, und lsst sich einwenden, dass die (sareoide) Ursubstanz berhaupt noch nicht geformt sei. O Wurzelfsser. Fden. Die Bewegung des Rhizopoden- Krpers ist eine mehrfache, doch immer auf seiner Halbfissigkeit und der Verschiebbarkeit aller sei- ner Theile aneinander beruhend. Zunchst knnen diese in seinem Innern ihre Stellen gegenseitig austauschen. Die nackten Amben u. s. w. vermgen einen grsseren oder geringeren Theil ihrer flssigen Krper- Masse an jeder beliebigen Stelle oder an vielen Stellen zugleich ber de- ren bisherige Oberflche in Form von Fingern, Lappen und Platten-f rmigen Fortstzen (als sogenannte Pseudopodien) langsam hinauszutreiben (S. 45; 5,2, und 8, Iae) und so jeden Augenblick wechselnd die manchfaltigsten Formen anzunehmen, weshalb ihnen 0. Fr. Mller den Namen Proteus gegeben hatte. Sie knnen endlich diese Fortstze einzeln oder bschelweise vereinigt alle bis zum Zehnfachen ihres eignen Durch- messers verlngern, indem sie solche bis zur feinsten Faden- oder Haar- Form verdnnen, so dass sie oft erst bei 400maliger Vergrsserung deut- lich sichtbar werden. Diese Fden sind theils unter sich parallel, theils in schiefer Richtung bereinander gekreutzt, alle ganz geradlinig, einfach oder stig, die Aste gewhnlich unter spitzem und nur bei wenigen Arten zuweilen unter rechtem oder stumpfem Winkel abgehend. Da wo zwei Sarkode -Fden eines Individuums zusammentreffen, verfliessen sie mitein- ander, obwohl sie sich wieder zu trennen vermgen; in Folge solcher Trennungen spannen sich jedoch oft feine Fden oder breite Platten von Sarkode in den Zwischenrumen zwischen denselben aus. (vgl. 5, 2.) Von der geradlinigen Richtung scheinen sie gewhnlich nur dann abzu- weichen, wenn sie zuerst auswrts irgend einen neuen Sttzpunkt an sich selbst wechselseitig oder an fremden Krpern gefunden haben ; doch sieht man sie zuweilen auch sich spiral einrollen und wieder ausstrecken. Dieser Vorgang lsst nach Schultze nicht erkennen, dass eine Haut oder ein Epithelium irgendwo vorhanden ist, obwohl der zusammengezogene Amben -Krper nach Auerbach mitunter doppelte Contouren zeigt, die auf solche hinzudeuten scheinen (8, 1 ab). Zerdrckt man aber die Schaale einer Miliole vorsichtig, so fliessen alle Ausfllungen der verschiedenen Kammern in eine gemeinsame Masse zusammen. Die vollstndige Ausbrei- tung der Fden kann Stunden erfordern, die Zurckziehung rasch erfolgen. Ausser dieser langsam fliessenden Masse -Bewegung ist aber noch eine andre viel schnellere Strmung in den Fden wahrnehmbar, in deren Folge die feinen in die Sarkode eingebetteten Krnchen vom Kr- per aus rasch an einer Seite dieser Fden hinauf und an der Spitze um- wendend an der andern ebenso wieder bis in den Krper hinabstrmen, wenn ihnen nicht unterwegs eine Strmung aus einem andern Faden be- gegnet, der sie aufhlt, ablenkt oder wieder zurck-treibt. Die Krnchen gehen mithin ganz ungehindert aus einem Faden ber in den andern, der zufllig damit zusammentrifft. Sind die Fden dnner als diese Krper- chen, so sieht man sie dennoch in gleicher Art, aber ganz ber deren Oberflche vorragend, sich daran fortbewegen. Die Ausstreckung jener Scheinfsse (deren bei nackten Arten zuweilen auch nur ein etwas str- Lebens -Thtigkeit ufid Entwickelungs- Geschichte. Q\ kerer zu sehen ist) hat einen doppelten Zweck, nmlich entweder den der Mandukation oder des Ortswechsels. Langen dieselben mit ihren Enden auf festem Grunde an , so kleben sie sich dort fest ,- dehnen sich aus ; es fliesst immer mehr Masse durch sie nach , und Diess solange, bis das ganze Thier sich langsam fliessend oder, wie Perty angibt, ziehend oder wlzend an die neue Stelle versetzt hat. Gromien von V2 2 Mm. Grsse rcken auf diese Weise in l /-i Stunde nur 1 Mm., Miliolen 3 4 Mm., Polymorphinen ber Nacht (denn da zeigten sie sich am regsten) 2 3" weit vorwrts. Amben kriechen zuweilen scheiben- frmig auf einer Unterlage ausgebreitet vorwrts. Wenigstens die nack- ten Sss wasser -Rhizopoden knnen auch schwimmen oder schweben, in sofern sie durch Ausdehnung Leerrume im Innern des Krpers hervor- bringen und ihn so leichter machen als das Wasser. Je nachdem sie Diess berall, oder an der einen oder der andern Seite thun, knnen sie dem aufschwebenden Krper einige Richtung und Wendung geben: die Form- Vernderung dient zum Ortswechsel. Trifft das Thier aber mit seinen Pseudopodien auf einen organischen zu seiner Nahrung geeigneten ruhenden Krper, so unterscheidet es Diess ganz wohl, legt solche von 2 Seiten her an dessen Oberflche an, krmmt sie um dieselben herum, umgibt ihn damit immer weiter und dichter, bis derselbe endlich von dem ihn heranziehenden oder nachmessenden Thiere umschlossen und vllig ins Innere aufgenommen ist. Treffen die Pseudopodien auf ein be- wegtes Infusorien- artiges Thierchen ( Paramaecium , Colpoda oder Rota- torien u. dergl.), so gengt bei ersten oft schon ihre Berhrung (wie die der Nesselorgane der Quallen u. s. w.), um dasselbe bewegungslos zu machen. An einem einzelnen Fdchen hngend wird es dann von den Rhizopoden mit Sicherheit herangezogen. Ist das Thierchen aber grsser, so wird es ebenfalls auf die vorhin beschriebene Weise umflossen und ins Innre aufgenommen, oder, wenn die Offnungen der Schaale dafr zu fein, doch bis an die Schaale herangezogen. Fr das bezwingende Man- dukations- Vermgen bezeichnend ist eine Beobachtung Schultze's, der eine Gromia ein Haar so in seiner Mitte erfassen und durch die enge Schaalen-Mndung hinein-ziehen sah, dass diese zusammengebogene Mitte durch die Achse des Krpers hindurchgehend endlich innen an die hintere Wand der Schaale anstiess , whrend die 2 freien Enden des Haares noch zur ffnung hervorragten. Carter sah auch eine Ambe sich zusammen- ziehen , so oft ein Rder-Thierchen (Diglena) sie zwickte. Ernhrung. Die Sarkode hat als solche und ohne in besondre Or- gane geformt zu sein, das Vermgen viele organische Materien zu zer- setzen und in sich aufzunehmen. Durch dieses Vermgen ist das Thier im Stande, dem Kiesel -Panzer der Diatomeen wie dem Cellulose-Schlauch der Oszillatorien ihren auflslicheren Gehalt an Fett, Protein -Substanz und oft auch Farbestoff zu entziehen, welchen es dann durch die bestn- dig fliessenden Bewegungen der Sarkode in allen Theilen des Krpers als Nhrstoff verbreitet. Zuletzt stsst es die entleerten nicht assimilir- 2 Wurzelfiisser. baren Kiesel-, Zellulose- u. a. Reste, die man oft in grosser Menge zu- gleich und bereits in verschiedenem Grade entleert im Innern des Rkizo- poden- Krpers liegen siebt, als Exkremente wieder aus, indem es von denselben abfliesst. Bei den Polythalamien findet man indessen solche berreste selten tiefer als bis in die zweit- oder dritt- letzte Kammer eingefhrt, was auch bei der Beweglichkeit der ganzen Krper Masse zur Ernhrung hinreicht. (Auch bei Noctiluca hat Baddely ber 50 Arten Diatomaceen in den beweglichen Vacuolen eingebettet gefunden und be- stimmt). Die ganze Oberflche des Thieres und alle Theile seines Innern, welche diese Oberflche miteinander abwechselnd bilden, verrichten mithin alle Funktionen der Mandukation, der Assimilation und Absorption, der Respiration (durch den Einfluss des Luft-haltigen Wassers auf die Ober- flche), der Zirkulation und Sekretion, indem diese Krper-Theile bestn- dig nach der Nahrung und nach dem Athmungs- Medium zirkuliren, statt solche in sich zirkuliren zu machen. Alles an ihnen vertritt Hand, Fuss, Taster, Mund, Darm, After und Gefss zugleich. Es ist noch keine Spur von Differenzirung der Organe und Funktionen vorhanden. Indessen sah Auerbach in Amba 1 2 vergngliche wandlose Vakuolen pulsiren, wie sie bei den Infusorien vorkommen und zur Befrderung der Zirkulation beitragen. Einfluss der Jahres - Zeit. Bei niedriger Winter-Temperatur ziehen sich die Thierchen in wrmere Tiefen des Wassers zurck oder heften sich unbeweglich irgendwo fest; Zimmer- Wurme erweckt auch im Winter wie- der einige Beweglichkeit in ihnen. In heissen Klimaten sind sie daher wohl vom AVeehsel der Jahres-Zeit in dieser Hinsicht nur wenig abhngig; doch mag er auf ihr Fortpflanzungs - Geschft noch immer von Ein- fluss sein. Bei Anioeba (A. Ulimbosa) hat Auerbach eine Encystirung im Winter beobachtet (8, 1 A- e). Die Thiere zogen ihre Scheinfsse ein, Hessen ihre Vakuolen eingehen , schwitzten dann durch ihre Oberflche eine schleimige Materie aus, welche allmhlich zu einer kugeligen weniger durchsichtigen Kapsel erhrtete, innerhalb welcher jedoch der frhere Kern und Nahrungs-Reste noch zu erkennen waren. Aber im Mrz zeigten sich allmhlich alle Cysten leer; statt der nun gnzlich verschwundenen frheren Amben -Form war eine andre zum Vorschein gekommen, heller, ohne Kern und mit nur sparsamen Vakuolen, ausserdem in ihren Innern 1 4 grssere kugelige bis elliptische Krper enthaltend, jenen sehr hn- lich, woraus sich in den Acineten die Schwrm -Sprsslinge entwickeln. Der weitre Vorgang konnte in seinem Zusammenhange nicht mehr verfolgt werden, die Thierchen starben alle an einer Verfettungs - Krankheit. Auch die Noctiluken des Mittelmeers (wenn sie anders zu den Rhizopoden ge- hren) sah J. Mller im Herbste alle in einer Glas -hellen sphrischen Kapsel encystirt und leuchtend umherschwimmeu , ohne den Vorgang wei- ter verfolgen zu knnen. Lebens -Tktigkeit und Entwickelungs - Geschichte. (33 Fortpflanzung. Die Unvollstndigkeit unsrer Kenntnisse ber die Fortpflanzungs - Weise der Wurzelfiisser nthigt uns das wenige Bekannte mit grosser Vorsieht zu berichten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass ein abgeschnrtes Stck einer Ambe oder andrer nackter Wurzelfsser eine selbststndige Existenz fortzusetzen im Stande sei, mithin eine Ver- mehrung durch zufllige oder willkhrliche Theilung stattfinden knne, welche letzte seit Roesel fters an Amoeba gesehen, von Peltier aber auch an dnnschaaligen Arcellen beobachtet worden ist. Colin ist geneigt eine Vermehrung der Arcel/a und Difugia durch Conjugation anzunehmen , da er solche (so wie Carter diese und die Am- ben und Euglyphen) nicht selten paarweise bei der Schaalen -Mndung aneinanderhngen sah, wobei auch eine Verschiedenheit des Inhalts be- merkbar wurde und sogar je eine der Difflugia- Schaalen sich fast ganz entleerte, whrend die andre einen Kugei-frmig zusammengezogenen Krper erkennen Hess; wogegen Schneider sicher zu sein glaubt, dass das Zusammenhngen des Fusses von zwei Arcellen, wovon die eine klei- ner und mit einer durchsichtigeren Schaale versehen, oder das von 2, 3 5 Difflugien Folge einer Knospen- Bildung des Fusses sei; der ungleiche Zustand der zusammenhngenden Individuen wrde sich dann auch erklren. Auch sah Schneider das Thier im Innern der Difflugia- Schaale sich in 2 4 ruhende Sporen" theilen und dann die Schaale zerfallen. Gervais betrachtete Trilocullna sich paarweise zusammenbegebend und vereinigend, und da ihm die zwei Einzelwesen eines jeden Paares in Form und Weite der Schaale u. dgl. fast immer etwas verschieden erschienen, so vermuthete er sich begattende Mnnchen und Weibchen in ihnen, ob- wohl er keine Geschlechts - Werkzeuge zu entdecken vermochte. Bald nachher gab jedes Weibchen gegen 100 lebende Junge von sich. Eine von Schnitze beobachtete Trilocuhna war mehre Wochen lang, von einer Schicht braunen mittelst ihrer Pseudopodien festgehaltenen Schlammes um- geben, ruhig an einer Stelle gesessen und inzwischen nach allem An- scheine nicht mit anderen Individuen in Berhrung gekommen, als sie gegen 40 lebendiger Jungen von sich gab. Bei Lagynis Balthica sah Schnitze, ohne vorhergegangne Conjuga- tion den Krper sich im Hintergrunde der Schaale allmhlich zusammen- ziehen zu einem hellen (nicht genauer untersuchbaren) Fleck in der Mitte und ohne kenntliche Pseudopodien. Aber eine weitre Vernderung wurde nicht wahrgenommen. Doch ist wahrscheinlich, dass die oben erwhn- ten hellen Kerne der Stisswasser-Rhizopoden (wie bei den Infusorien) durch Theilung zur Vermehrung mitwirken. Eine noch andre mit einer Metamorphose verbundene Fortpflanzungs- Weise wird vielleicht durch folgende Beobachtung angedeutet. Schultze erhielt im Mrz von Triest einen Schlamm mit Rotaliden-Schaalen, welche theils bewohnt, theils leer, theils mit Kegungs-losen (und wohl schon ab- gestorbenen?) schwarzen Kugeln erfllt waren, deren jede ein Aggregat 64 Wurzelfsser. dunkler und von zher Masse zusammengehaltener Molekle ohne um- gebende Haut darstellte. Sie lagen bald in allen Kammern, bald nur in den letzten allein, alle nicht grsser, als dass sie durch die ffnung einer Kammer-Wand hindurch gehen konnten, daher die in den inneren Kam- mern kleiner als die in den usseren. Da wo die Thiere noch lebend vorhanden, sah man in ihrem Leibe hnliche schwarze Molekle, aber noch nicht in Kugeln zusammengeballt*). Eben solche Kugeln fanden sich in den ussern Kammern einer Kiesel- schaaligen Nonionina, jede Kugel aus etwas molekularer organischer Substanz und einer glnzenden Hlle von Kiesel -Theilchen bestehend; das Mutter -Thier war fast ganz aufgezehrt. Diese Beobachtungen scheinen durch eine andre ergnzt zu werden, welche Carter in Ostindien an einer Amoeba machte, worin er kugelige Krper (die er Ovula" nennt) aus einer glashellen Kapsel und einem Licht-brechenden Eiweiss-artigen Inhalte sich entwickeln sah, wel- cher endlich in einen Schleim voll feiner Krnchen berging, die sich zu bewegen anfingen. Whrend dieses Vorganges, der von April an gegen 9 Monate whrte und nicht bis zu Ende beobachtet werden konnte, wurde der Amba-Leib immer mehr von seinem sonstigen Inhalte ent- leert, bis er endlich nur noch einen zusammengefallenen Eier- Sack" mit 70 80 Eiern von beschriebener Art darstellte. In Folge fortgesetzter Beobachtungen an Amben und einkammerigen Ssswasser-Rhizopoden nimmt Carter sogar eine vollstndige geschlechtliche Vermehrung nach vorgngiger paarweiser Vereinigung der Individuen an, indem die Nuclei" sich in feine Kernchen von Spermatoidien- Natur und oft mit einem Faden-Sehwanze auflsten, umherschwrmten und sich einzeln mit jenen Ei'chen verbnden, welche dann in dem Grade, als die Verschmel- zung beider erfolgte, zu amorphen krneligen Zellen mit einer Vesicula und oft mit einer schwingenden Wimper, zu einem Monaden-artigen Wesen sich umgestalten. (Vgl. die Infusorien.) Diese Beobachtungen ber die Vermehrung der Rhizopoden sind noch unvollkommen, und die Vermehrungs- Weisen selbst hier deshalb oft nur augedeutet. Ausfhrlicher finden sie sich bei den Infusorien beschrieben, mit welchen brigens die Amben am nchsten verwandt sind. Noctiluca (4, 5). Gosse hatte bei N. miliaris 3 4 Blschen mit einem Nucleus" an den innern Wurzelfden, die er als Gefsse betrachtet, an- hngend und auch unter sich und mit dem Munde durch solche Fden in Verbindung gefunden, die sich dann zu kugeligen Krpern mit einem un- regelmssigen dunkleren Kern in der Mitte entwickelten und darauf langsam nach aussen glitten. Daran reihet sich W. Busch's Beobachtung ber *) Diese erinnern an hnlich zusammengesetzte , zur Fortpflanzung dienende Kugeln bei Infusorien und Uregarinen, wo sie in Folge eines Zerfallens grsserer Elemente des Krpers nach, vorgngiger Conjugatin entstehen ; aber sie weichen doch von den anderen ab durch den Mangel einer usseren Haut und grssern Widerstand gegen chemische Einwirkungen; ihre et- waigen ferneren Vernderungen konnten nicht beobachtet werden Klassifikation. 65 die Metamorphose der Noctilaca an, durch welche deren richtige Stellung unter den Rhizopoden noch zweifelhafter wird, als sie bereits gewesen, die wir deshalb eben nachtrglich einzuschalten uns begngen, da auch Busch's Mittheilungen die Mittel noch nicht bieten, dieser Sippe ander- wrts einen zuverlssigeren Platz anzuweisen. Er beobachtete nmlich in der Bucht von Malaga eine neue Art, N. punctata (vgl. 4, 5 c-j), in wel- cher die gewhnliche Nieren -Form des gallertigen Krpers so wie die von dem im Nabel-artigen Einsprang befindlichen Munde [a] an nach aussen fortsetzende Geisel d und nach innen ausstrahlenden stigen Wurzelfden zu bemerken waren, aber auch noch ein gerade nach innen tretender spitzer Stab b erkannt wurde, zuweilen mit einigen rundlichen oder ovalen braunen Krperchen , die in andren schon Schlauch-artig leeren Individuen derselben Thier-Art sich als weiter fortgeschrittene Keime ergaben, mit einem stumpfen Fortsatze nach unten. Solche kamen dann auch wieder ganz frei vor, und man sah sie Stufen-weise grsser und grsser werden, neben dem Fortsatz der Geisel hervorwachsen, ihn selbst sich zu dem spitzen Stab ausbilden , welcher aber nun frei nach aussen statt in den Krper hineingerichtet war, und endlich einige Lappen e e an dem Krper zum Vorschein kommen, von welchen Busch vermuthet, dass sie sich um den sich zurckbiegenden Stab herumschlagen und denselben so ins Innere einschliessen wrden (Hb, Jb), denn weiter reichten seine un- mittelbaren Beobachtungen nicht. Lebens-Dauer. Aus dem oben (S. 64) Mitgetheilten geht hervor, dass die natrliche Lebens-Dauer der Rhizopoden wenigstens ein oder einige Jahre erreichen muss. Es ist aber auch schon angefhrt, dass die che- mischen Elemente derselben zersetzenden Krften beharrlichen Widerstand zu leisten vermgen, was diese Thiere zu einer Ausdauer unter Verhlt- nissen befhigt, wo viele andre zu Grunde gehen. Dahin gehrt, dass sie, Wochen und selbst mehre Monate lang in Gelassen mit nicht erneuer- tem oder mit ganz faulem Wasser aufbewahrt und anscheinend lngst abge- storben, sich bald wieder erholen, wenn man das Wasser erneuert. Auch in sssem Wasser knnen die Meeres -Rhizopoden oft lange Zeit leben, obwohl sie darin in der Regel die gewohnte Nahrung nicht finden werden. Nur gegen Austrocknung scheinen sie empfindlicher zu sein. Zuweilen sieht man diese Thierchen absterben, indem ihr lslicherer Inhalt (Kern, einige Krnchen) sich mehr und mehr verliert, wobei sie aus- gespannt bleiben oder zusammenfallen. VI. Klassifikation, Allgemeiner Charakter. Wurzelfsser sind mikroskopische aus Sar- kode bestehende, viel-frmige und Form-wechselnde, fest-gewachsene oder meistens kriechende Wasser -Thierchen, welche ohne alle Differenzirung Bronn, Klassen des Thier- Reichs. I. K (36 Wurzelfsser. ihrer Masse, ohne Organe, selbst ohne Wimper-Zellen sich nhren, be- wegen, empfinden und ungeschlechtlich fortpflanzen, indem jedes ein- zelne Masse -Theilchen derselben zu allen diesen Verrichtungen befhigt ist. Sie bewegen sich und ergreifen ihre Nahrungs-Stoffe mittelst berall beliebig gebildeter und eben so vergnglicher Lappen- oder Faden-frmiger Scheinfsschen" und entziehen ihnen die Nahrungs- Flssigkeit in Folge blosser Berhrung. Fast alle sind in eine aus zusammenhngenden Kammern manchfaltig gebildete Kalk-Schaale eingeschlossen, woraus die Scheinfsschen durch die terminale Mndung der End-Kammera oder durch zahlreiche Poren der ganzen Aussenwand oder durch beide hervor- und wieder zurck-treten. Auch findet ein unausgesetztes Auf- und Ab- strmen kleiner Krnchen in der Masse oder an der Oberflche dieser Scheinfsschen in wechselnden Richtungen statt. Unterabtheilung. Weder die innre Organisation noch die vernder- lichen Wechselfsse der Rhizopoden, welche aus der Schaale hervortreten, bieten irgend ein Mittel zur Bildung von Sippen, Familien und Ordnungen dar. Merkmale fr diesen Zweck knnen daher nur von der Schaale entnommen werden, in deren Gesammt - Form , Wachsthums -Weise und Zellen-Eintheilung sich eine weit grssre Manchfaltigkeit und Bestndigkeit von Charakteren des Thieres abspiegelt, als man aus deren unmittelbarer Betrachtung htte erwarten drfen. Nicht minder wichtig wrden sich vielleicht die feineren Textur -Verhltnisse der Schaale selbst ausweisen, wenn sie erst bei einer grsseren Anzahl von Sippen studirt wren, was bei manchen derselben nur unter sehr gnstigen Verhltnissen mglich ist. Aber auch von jenen ersten Merkmalen ergibt sich bei nherer Prfung alsbald, dass es bis jetzt wenigstens unmglich erscheint, dominirende Charaktere zu finden, mit deren Hlfe sich eine fortlaufende und ansteigende Aneinanderordnung der Glieder dieser Klasse oder auch nur eine natr- liche Gruppirung ihrer Sippen durchfhren Hesse. Alle Modifikationen eines Charakters pflegen allen der brigen Charaktere der Reihe nach verbunden zu sein. Indessen wird man von den nackten und wohl auch noch den ein- kammerigen Sippen annehmen drfen, dass sie sich zu den brigen wie embryonische Formen zu den reifern verhalten, weil alle in ihrem Beginne nackt oder einkammerig Kugel- oder Ei-frmig sind, so dass aus ihnen alle Familien hervorgehen knnen, wenn man nmlich voraussetzen drfte, dass nackte und besehaalte Wurzelfsser sonst auf gleicher Orga- nis ations- Stufe stehen, was hinsichtlich der Amben kaum richtig sein wird, da sie sich durch dickre Scheinfsse, Anwesenheit von Kern und kontraktiler Blase und Anzeichen von Encystirung den Infusorien mehr zu nhern scheinen. Die einfache grssre End- Mndung der Schaale scheint eine mehr konzentrirte Bildung des Thieres anzudeuten, als eine siebartig durch- lcherte End-Wand der Kammern, die sich brigens mit den manchfaltig- steu Formen kombinirt findet. Klassifikation. (57 Welchen klassifikatorischen Werth eine porse oder nicht porse Be- schaffenheit der Schaale habe, lsst sich noch nicht sagen, zumal die Feinheit der Poren in solchem Grade variirt, dass wir noch nicht sieher sind, berall von ihrem Vorhandensein oder Mangel genau unterrichtet zu sein. Diess gilt insbesondre von den fossilen Arten. . Der wenn auch sehr seltene Fall, dass porse und nicht porse Schaalen in einer Sippe beisammen vorkommen, msste vor berschtzung des Werthes dieses Merkmales warnen. Wir werden nur annehmen drfen, dass eine porse Beschaffenheit der Schaale in Verbindung mit die Scheidewnde der innern Umgnge durchsetzenden Rhrchen da fast zur Notwendigkeit werde, wo jeder ussre Umgang die frheren ganz umschliesst, um spter wieder von einem andern eingeschlossen zu werden, und dass sie in diesem Falle bei einer Schaale um so weniger zu fehlen scheint, wenn auch deren End- Wand von porser Beschaffenheit ist, statt von einer weiteren Mndung durchbohrt zu sein. Die Bedeutung der eben so feinen als komplizirten Gefss- artigen Verstelungen, die man jetzt schon bei einem Dutzend Sippen der verschiedensten Familien lngs der Schaalen -Wnde selbst verfolgt hat, ist noch zu unbekannt. Zahlen. Die Zahl der bis jetzt bekannten lebenden Wurzelfsser betrgt schon wenigstens 1100 Arten in 100 Sippen, wovon indessen erst gegen 800 beschrieben sind. Die fossilen mitgerechnet, hebt sich die Zahl ber 130 Sippen mit 2400 beschriebene Arten, von welchen ziemlich viele lebend und fossil zugleich vorkommen. Dagegen ist die mhsame Erforschung dieser mikroskopischen Wesen noch kaum als begonnen zu betrachten und kann eine gewiss zehnmal so grosse Zahl als wirklich bestehend angenommen werden, da das nrdliche Ende des Adriatischen Meeres, welches am sorgfltigsten in dieser Hinsicht erforscht ist, allein fast 73 der beschriebenen Arten-Zahl geliefert hat. Folgende dichotome Clavis mag wenigstens die mglich -krzeste bersicht der bis jetzt angenommenen Sippen, Familien und Ordnungen gewhren, welche bei einer systematischen Aufstellung etwas anders an- einander gereihet werden mssten. Ob Noctiluca und Pamjiliagus zu dieser Klasse gehren, ist noch zweifelhaft. Eintheilung in Ordnungen und Familien. Krper nackt (Athalamia. 1 (Anmcbidae. Krper von einer Sehaale umgeben. . Schaale einkammerig lh . Mund nicht vorhanden. . Pseudopodien steif, fast regelmssig Strahlen-stndig Actinosphaera Pet. .. ,. , /Amoeba Eb. \ ,c ,,,> a i . Pseudopodien ganz vernderlich \? Corcyia Duj. f*- '* ' a ' 2) Lagynidae , Schz. (nur Fissurina pors). Schaale biegsam , hutig oder hornig. festsitzend, unregelmssig Linsen-frmig ; Mndung subzentral frei beweglich. Form Schild-artig, rundlich, strahlig gerippt ; Mndung subzentral . . . . . . nicht genug charakterisirt ist Form bauchig, Kugel- bis Retorten-frmig. . Mndung ganz endstndig. . . Schaale Retorten-frmig- Mndung auf dem gebognen Halse .... . . Schaale Ei-frmig; Mndung sitzend, weit. . . . Mndung einfach ; Oberflche glatt . . . Mndung gezhnt ; Oberflche mit regelmssigen Skulpturen . . . . Mndung schief gegen die Seite herabgeneigt Schaale starr, erdig, frei, aufgeblasen; Mndung subzentral, kieselig krnig, mit fremden Krperchen inkrustirt; Mndung rund . . . kalkig ; Mndung endstndig. . mit einwrts-gehenden Rhrchen (? Endosolenia Eb.) . ohne Rhrchen im Innern. . . Schaale ohne Poren, meist in eine dnne Rhren-frm. Mndung ausgezogen (Lagenula Mf., Amphorina d'O., Oolina d'O., Ovulina Eb., Miliola) . . . Schaale pors, gegen die queer- lineare Mndung hin sich zusammen- drckend Ungewisa: Cyphidium Eb.; Lccquereuxia , Cyphoderia, Pseudodifflugia und Squamulina Schz. Arcella Eb. (S. 51) Discodella Weisse. Lagynis Schz. Gromia Duj. (S. 51) Euglypha Duj. Trinema Duj. Difflugia Eb. *) Cenchridium Eb. Lagena Wlk. Fissurina Rss. Spbenoderia Schlumb. *) Difflugia Und Spirllllna betrachten Ehrenberg u. A. als polygastrische Infusorien, und in der That haben sie die kontraktile Blase und oft den Kern derselben. Klassifikation. (59 3) Orbulinidae, Schz (Miliola Eb., ?Monocystis Eb.) Orbulina d'O.*) (Ertf., 5ig. 4) Cornuspiridae, Schz. Planorben-frmig. Schaale kalkig, dicht (Orbis sp. Phil.) CornuspiraSchz.prs.**) 6, 1. Schaale glasig, pors (Opereulina sp. Rss.) Spirillina Eb. *) 5) Miliohdae (In der Schaale von Triloculina hat Ehrenberg grosse Gefss- Stmme gefunden, welche dieselbe der Lnge nach durchziehen.) Kammer einzig (ausnahmsweise eine ganze Windung bildend) Uniloculina d'O. **) Kammern viele, je '/ 2 Windung einnehmend, und von der Achse aus nach 2 Radien sich diametral gegenberliegend. . Kammern umfassend, daher nur 2 sichtbar Biloculina d'O. . Kammern nicht umfassend, daher alle sichtbar Spiriloculina d'O. 8, 7. nach drei Radien vertheilt,. . . in der Jugend wie in reifem Alter. . . . Mund rund, oval od. Halbmond-fhnig (in Quinqueloculina bergehend) Triloculina d'O. 6, 3, 7. . . . Mund Kreutz-frmig (wenig werth) Cruciloculma d'O. . . in der Jugend allein, spter in eine gerade Kammer-Reihe ausgehend . Articulina d'O.**) nach vier Radien vertheilt; 4 Kammern sichtbar Sphaeroklina d'O. nach fnf Radien vertheilt. . fnf Kammern nur im Alter sichtbar Quinqueloculina d'O. . fnf Kammern jederzeit sichtbar Adelosina d'O.**) nach sechs Radien vertheilt Sexloculina Cz. C) Fabulariidae (ussre Form und Lage der Kammern wie bei Biloculina ; grsser) Fabularia Dfr. 6, 2. 7) Cassidulinidae, fast ganz gleichseitig, einmndig. Spirale jederzeit vollkommen zusammengedrckt Cassidulina d'O. 6, 6. Spirale schon frhzeitig gerade auslaufend, flachgedrckt Ehreubcrgina Ras. 8) Textilariidae. Kammern frei, alle von aussen sichtbar. . wechselstndig in jedem Alter. . . Schaale vom Rcken der 2 Kammer-Reihen her ganz flach gedrckt, gleich- schenkelig dreieckig, mit vielen Poren -Mndungen in einfacher Queer-Reihe Cuneolina d'O. . . Schaale von der Naht der 2 Kammer-Reihen aus etwas zusammengedrckt; Mndung einfach. . . End -Wand mit Mndung parallel zur Schaalen-Achse stehend. . . . Mndung queer unten an dem Grunde, .... frei Textilaria d'O. 6, 5. .... halb bedeckt durch einen Deckel Clidostomum Eb. . . . Mndung lngs ihrer Mitte Bolivina d'O. . . End -Wand rechtwinkelig zur Schaalen-Achse liegend. . . . Mndung 1 Spalt parall. d.Zusammcndrckg.d. Schaale (Grammostom.Eb.) Vulvulina d'O. . . . Mndung rund, .... auf dem Ende der lnglichen Kammern sitzend Proroporus Eb. .... auf rhrigem Vorsprung der kugeligen Kammer Sagraina d'O. wcchselstndig in der Jugend; die sptem in 1 geraden Reihe. . Mndung mittelstndig Bigenerina d'O. . Mndung seitenstndig , Gemmulina d'O. wechselstndig in spterem Alter, anfangs in einfacher Spiralreihe ; Mndung (Spiroplecta Eb. 1844. 8, 3. einwrts gerichtet (Heterohelix. Eb. 1839) (Gaudryina d'O. 1846. Kammern umschliessend, nur 2 letzte sichtbar ; Mndung queer Chilostomella Rss. 9) Folymorphinidae. Wechselstellung zweier Kammer- Reihen mit ungleichen Seiten. Mndung Ruthen-frm., v. spitzen Ende seitl. herablauf. (?GrammobotrysEb.) Virgulina d'O. Mndung rund, endstndig (Aulostomella Alth) Polymorphiiia d'O. Wechselstellung dreier Kammer -Reihen, wenigstens in der Jugend. Kammern immer dreireihig ; Gehuse kugelig. . davon jederzeit 3 Kammern sichtbar. . . Mndung ein Queerspalt Allomorphina Rss. . . Mndung rund, endstndig Globulina d'O. . davon jederzeit 5 sichtbar; Mndung rund, endstndig Guttulina d'O. 6, 4. Kammern in der Jugend 3 Reihen, spter 1 einfache Reihe bildend . . . Dimorphina d'O. 10) Uvellinidae, Schz. Schaale bis zu Ende spiral. Mndung keine [?] ; Schaale [pors?] Kugei-frmig; Gewinde umhllt . . Strophoconus Eb. Mndung einzhlig, mssig-gross. . dieselbe rund. . . auf dem Ende der Kammer sitzend Pirulina d'O. . . auf dem verlngerten Ende der Kammer Uvigerina d'O. *) O rbulina d'O. (Miliola Eb.) enthlt nach den neuesten Beobachtungen von Pourtales oft eine Globigerina auf verschiedenen Entwickelungs - Stufen begriffen und mitunter fast ausgewachsen mit 10 15 Kammern in ihrer Schaale , wo oft auch noch fr andre Raum ist. Sic ist in jener innen durch viele schlanke Spicul befestigt. Findet hier ein Generations-Wechsel statt? Pourtales konnte die Entstehung von Orbulina selbst nie beobachten, noch ganz kleine Individuen finden; doch ist ein kleineres zuweilen in einem grsseren ein- geschlossen , erfllt dessen Hhle , bildet so eine doppelte Schaale und sprengt endlich dio ussre Schicht, deren Trmmer dann an ihm hngen bleiben. **) Nach W. K. Parker's neuesten Untersuchungen (Transact. Microscop. Soc. Lond. 1858, VI, 5358, pl. 5) wren Uniloculina und Adelosina nur Anfangs -Kammern von Milioliden, und Articulina nur eine zufllige Abweichung von Vertebralina, welche ebenfalls mit den Milioliden zu vereinigen sein wrde; endlich msste die Zahl der Milioliden -Arten ausserordentlich verringert werden, da sie grossen- theils auf Zuflligkeiten beruheten. Mit Schultze betrachtet er Cornuspira als eine reife Form, whrend Ehrenberg darin nur die Brut grssrer Polythalamien erblickt. 70 Wurzelfsser. . dieselbe Ruthcn-frmig in der Richtung der Gehus-Achse. ([af., $\$ . . Kammern einfach Bulimina d'O. . . Kammern in die Queere eingeschnrt Robertina d'O. . dieselbe Queerspalt- frmig, zur Achse gewendet. . . . Gehuse 3seitig pyramidal, Mndung ungesumt Verneuilina d'O. . . . Gehuse flach, aus kugeligen Kammern ( Mndung sitzend . . Globigerina d'O. 6, 9. ( Mundung etwas vorspringend Rhynchospira Eb. Mndung durch mchrzhlige kleinre ffnungen ersetzt; diese . an der vorletzten Kammer in 1 Bogen-Reihe anliegend Candeina d'O. . am End-Theile der 3 letzten Kammern zerstreut . . . (?Iupina d'O.) Chrysalidina d'O. . an den Seiten der letzten Kammer in Queerreihen (bei Polystoinclla V) Faujasina d'O. Sehaale: Anfang spiral, Ende gerade ausgehend Clavulina d'O. Anhang: Kammern in regelmssiger zusammenhngender Spirale, gross, jede durch 2 Queerlinien wie in Zellen getheilt. Mndung nicht sichtbar Entrochus Eb. 11) Rosalinidae (die Ehrenberg'schen Sippen meist unvollstndig bekannt.) Mndung in eine am Ende abgerundete Rhre seitlich vorspringend . . . Siphonina Rss. Mndung in der Naht zwischen derEnd-Wand und dem vorhergehend. Umgang, . durch eine Deckel-frmigc Lippe berwlbt Valvulina d'O. . durch keine Lippe bedeckt. . . von Spalt-Form; und vom Kiel der Umgnge aus bcurtheilt : . . . liegend auf der der Gewind-Seite entgegengesetzten (V Unter-) Seite. .... Nabel flach und klein (Turbinulina d'O) Rosalina d'O. .... Nabel offner, mehr vom Gewinde zeigend Planulina (d'O.) Eb. .... Nabel mit einer Schwiele erfllt Omphalophacus Eb. . . '. liegend auf der das Gewinde strker zeigenden Schaaleu-Seite. .... Gewinde an einer Seite allein sichtbar Truncatulina d'O. .... Gewinde von 2 Seiten her umfassend Anomalina d'O. 6, 8. . . von Halbmond- oder halbrunder Form, . . . an der flachen kein Gewinde zeigenden Seite der Scheibe, welche .Stern- frmige Poren -Linien hat Asterigerina d'O. ... an der Gewinde -Seite der Schaalen -Scheibe Planorbulina d'O. . . . an der End-Mitte, nchst dem Kiele des vorigen Umgangs. .... Umfang der Schaalen -Scheibe ganzrandig (Uiscorbina , Trochulina, Gyroidina d'O , Dorbignaea Dsh.) Rotalia d'O. .... Umfang der Schaale zackig Calcarina d'O. ... an einer (welcher?) Seite; Umfang der Schaale zackig Pleurotrema Eb. Anhang von nicht hinreichend bekannten Rosaliniden- Sippen. Scheibe ungleichseitig; Mndung seitenstndig, ausgerandet, an der flacheren Seite liegend (Planulina nahestehend in Form und Gewinde) . Colpopleura Eb. Scheibe ungleichseifig; die gewlbtere Seite allein spiral und pors. . Stundung nicht sichtbar, unter der ebeneren nicht porsen Seile verborgen, an Gyroidina und Truncatulina anschliessend Porospina Eb. . Mndung sichtbar an d. ebenen, verborgen auf d. convexeren Seite d. Sehaale Aspidospira Eb. Scheibe ungleichseitig, nur auf einer Seite spiral, am Rande zackig durch Bschel aus dem Innern kommender Poren-Kanlchen , wie bei Siderolithus; die Mndung unbekannt (V keine) Siderospira Eb. Scheibe ungleichseitig [ist die Spirale aussen sichtbar'?], aufgewachsen?, grob pors, die ersten 1 '/,, Umgnge ganz wie bei Rotalia mit einer Kam- mer-Reihe und einer mitten am Grunde der End-Wand stehenden Mndung; die spteren Kammern bekommen 2 Mndungen, eine vordre und eine hintre, verlngern sich alsdann bedeutend, schnren sich in der Mitte ein, so dass sie sich in 2 Zellen schei- den, deren jede erst eine Mndung in entgegengesetzter Richtung besitzt , dann aber wieder 2 ffnungen bekommt. Alle diese sptem Zellen liegen unregelmssig aneinander gehuft . . . Spirobotrys Eb. Kammern nicht reitend, sondern wechselstndig [V?j, ein vollstndiges Gewinde bedeckend, welches auf beiden Seiten sichtbar, auf einer Seite halb bedeckt ist; dieMndungrund, einfach, an der linken Seite jeder Kammer. Form von Rotalia (1843) Allotheca Eb. Gewinde von einer Seite frei, flach; Mndung nackt, sehr gross, anderVorder- wand jeder Zelle. Steht Planulina in der Form am nchsten (1843) Megathyra Eb. Gewinde von beiden Seiten vollstndig sichtbar, einerseits flach, anderseits etwas anschwellend; Mndung einfach, rund, mitten am Grunde der Endflche. Mit Planorbulina und Rotalia verwandt (1843) Phanerostomum Eb. Gewinde von einer Seite bedeckt und angeschwollen, an der andern frei und eben ; Rand einfach ; Mndung in einer Falte mitten am Grunde der Endflche. Form von Gyroidina (1843) Ptygostomum Eb. 12) Cristellariidae. Gewinde bis zu Ende spiral. . Mndung dreieckig oder lnglich Robulina d'O. 6 10 Mndung rund. . . Kammern alle schief (Saraccnaria, Planularia Dfr.) Cristellaria (Lk.) d'O. . . Kammern ebenso, nur die sptem Winkei-frmig Flabellina d'O. Gewinde erst spiral, dann gerade, in eine runde Mndung ausgehend: z. Th. Marginulina d'O. 13) Nonioninidae. Oft Kanlchen in den radialen Scheidewnden zwischen den Zollen; selbst Gefss-Netze lngs dem Sipho wie der Dorsal- VVand der Schaale. Mndung in der Mitte der End-Wand gelegen, rund oder oval. . Gewinde ganz umschlicssend , rasch zunehmend . Orbignyina Hag. . Gewinde halb umschliessend ; Umgnge aus wenigen Kammern Hauerina d'O. Mndung am Bauch-Rande der End -Wand gelegen , ein Queerspalt. . Schaale Spindel-frm. ; Kammern innen durch Lngsleisten unvollst, getheilt Fusulina Fisch. . Schaale kugelig oder zusammengedrckt. . . Mndung immer deutlich. . . . Rand einfach, flach-gedrckt ' Nonionina d'O. 8, 6 . . . Rand einfach, scharf Lenticulina Eb Klassifikation. 71 Mndung oft verhllt (durch eine Verzweigung der End -Zellen';'). . Windungen alle umfassend. . . ohne Anhnge . .mit Zacken aus rhrigen Poren -Bscheln . Windungen: die sptem aussen sichtbar, nur die anfnglichen umfassend . Windungen alle aussen sichtbar von 2 Seiten ; Schaale pors und Gefss- reich; Kammern zurckgekrmmt (Mndung und somit die Stel- lung in der Familie unsicher) 14) Peneroplidae. Schaale ganz spiral gewunden bis zu Ende. . Poren der End-Wand getrennt und in Lngs-Linien geordnet . Poren der End-Wand zusammenfliessend in Dendriten -Form Schaale anfangs Spiral, dann gerade-aus wachsend. . Poren der End-Wand zum vertikalen Spalt zusammenfliessend . Poren der End-Wand zahlreich , spter in 1 rundliche vereinigt. .... Kammern innen ohne Binnenwnde .... Kammern innen mit unvollkommneu Binnenwndcn (Coscinospira Eb.) 15) Polystomellidae, Schz. Ehrenberg behauptetgegen Schultze u. Williamson die Anwesenheit eines durch alle Kammern laufenden Siphons, oft einer Nabclscliwiele, von Rhrchen durchsetzt, die aus einer Kammer zur andern gehen, andrer Rhrchen, welche durch die Kammer-Scheidewnde ausstrahlen, und endlich eines die ganze Schaale durchziehenden Gefss-Netzes. (Vorticialis; Polysto- matium et Gcoponus Eb.) 16) Borelidae. Schaale Kugel- bis Spindel-frmig , rascher in die Lnge als I in die Dicke wachsend; Kammern so breit als die Spindel lang,J so lang, dass 8-10 auf einen Umgang kommen, und sehr nieder,! in mehre aufeinanderliep ende Schichten zahlreich nebeneinander! gelegener Zellen untcrabgethcilt, welche durch StoIonen-Kanl-> chen mittelbar mit einander verbunden sind ; End-Wand radiall aufgerichtet , nieder, lang, mit mehren bereinanderliegenden! Poren - Reihen ; Oberflche mit meridianalen Naht -Furchen und! Spiralen Lngsstreifen , Carpenter ) 17) Soritidae. Schaale Linsen-frmig, bikonvex oder plan-konvex, meist scharf-randig. . Wachsthum ganz spiral, die 2 Schenkel der reitenden Kammern gehen radial vom Pole zur Peripherie , senden dort einen dritten Schenkel rckwrts, nur '/arViUmgang weit ber dem Rcken der voran- gehenden. Eine Mndung mitten in der End-Wand nach vorn und mehre andre radial gegen den aulliegenden Rckenschenkel der nchstfolgenden Kammern gerichtet. Die Kammern innen unterbrochen von mehren Sulchen, wahrscheinlich Rhren-Bn- deln, die von den innern Kammern zu den Seitenflchen gehen, welche durch gebogene stige Radial-Liuien ausgezeichnet sind. . . die 2 radialen Schenkel der Kammern unter sich gleich und ohne Verbin- dung mit denen der nchsten Kammer . . diese 2 Schenkel etwas ungleich , nur die der einen Seite durch mehre ffnungen unter sich verbunden . Wachsthum anfangs spiral, die zelligen Kammern immer weiter vor- und rck-wrts um die Peripherie der Schaale herumgreifend, bis die sptem die frhem in >/ 4 , '/.> 3 / 4 und zuweilen in der ganzen Peripherie umfassen (worauf immer neue Zellen-Kreise entstellen), whrend wohl die Seitenwnde der Kammern, aber nicht diese selbst bis zu den mehr und weniger excentrischen Polen fort- setzen, doch ohne Zellchen in der Dicke der Schaalen-Wand zu bilden, die aber von Poren durchstochen sind; Zellen-Schichten von 1 bis zu 5 zunehmend. Die Zellen eines Kreises durch ein Rhrchen in der Zwischen-Wand, u. aus diesem mit einer wechsel- stnd. Zelle im nchsten Kreise verbunden (ohne O. rotella d'O.) . Wachsthum hchstens whrend 1 3 Windungen spiral, dann zyklisch; Pule subzentral; Linsen-frmig, oft verbogen. Zellen-Schicht einfach. Zellen zweier Nachbar-Kreise wechselstndig zu einander; daher die Oberflche oft konzentrisch und mit Bogen-frmigen Radial- Linien gezeichnet. . . Schaale beiderseits der mittein Kammern-Schicht aus bereinander liegen- den Lamellen, zwischen welchen sich Lcken befinden, die in Form und Zahl mit den Kammern nicht in Beziehung stehen. Sehaalen in der Mittelebene spaltbar. Die Kammein eines Kreises sind in zyklischer Richtung durch mehre ffnungen mit einander in Verbindung. Keine ffnungen auf der Peripherie - Flche ? Verbindung der innern Zellen mit der Oberflche durch Poren und Poren -Bschel. stige Schaalen - Gefsso ... die 2 Schaalen-Wnde dick, 2 Schichten verschiedenartiger Lcken ent- haltend; Kammern rektangulr, radial verlngert (Typ.: Orb.I'r.itti) . . . die 2 Schaalen-Wnde dnn ; die Lcken zwischen ihren Lamellen gleich- artig, aber weniger deutlich; Kammern rundlich (Typus: Nnm- mulites Mantelli = Orbitoidcs d'Orbigny's aus dem sogen. Num- muliten-Kalk in Alabama) . . Schaalen-Wand dnne, ohne Lcken ; keine zyklische Verbindung zwischen Zellen eines Kreises ; dagegen sendet jede derselb. 2 Kanlchen zu den 2 Wechsel -Zellen des nchsten Kreises; Poren -Kegel gehen von den Zwischenrumen zwischen je 3 Zellen zur Oberflche Nummulina (Lk ) Sid'erolithua Mf. Assilina d'O. Operculina d'O. Peneroplis Mf. Dendritina d'O. Vortcbralina d'O. *) ms. ii. \, 5. 6, 12. Spirulina Lk. Liluola Lk. Polystomella (Lk.) 5, 1.2 Faujasina d'O. Borelis Mf. 8, 2. (Alveolites, Alveolina d'O. ; Melonites, Melonia Lk. ; Discolithes Fort Oryzaria Dfr.) Amphistegina d'O. 8, 4. Heterostegiria d'O. Orbiculina Lk. 7, 2. Orbitoidcs d'O. (Hymenocyclus Br.) (Cyclosiphon Eb.) Cycloclypeus Carp. . 7, 3. *) Vergl S. 69 Anrnerk. ** 72 Wurzelfsscr. Schaale Schciben-frmig, von beiden Seiten gleich, eben oder konkav ; Schaalen- tLat-, -Sifl. Wnde einfach, aus Reif-frmig umeinandergeschlossencn Zellen- Kreisen zusammengesetzt ; Zellen nie reitend. . Zyklische Verbindungen zwischen Zellen eines Kreises fehlen ; dagegen stehen sie mittelst radialer Kanlchen durch die Zwischenwnde zwischen den Zellen des nchsten Kreises mit denen des dritten in Verbindung. Keine Schaalen- Gefsse. . . Kammern in einfacher Schicht Sorites Eb. . . Kammern in 2 Schichten nebeneinander Amphisorus Eb. . Zyklische Verbindung vorhanden. Von ihr gehen Rhrchen in die Peripherie- Flche aus, 1 5 reihig. Keine Schaalen -Gefsse. . . Der je 2 Zellen verbindende Kanal sendet durch die Zellen -Wand ein Kanlchen radial auswrts nach der Wechsel-Zelle des nchsten Kreises, worin die Anzahl der Zellen-Schichten von Zeit zu Zeit znnimmt von anfnglich einer auf 2, 4, 5, 7 9 Orbitulites Lk. 7, 1. . . Der die Zellen eines Kreises verbindende Kanal ist gleich weit mit diesen, so dass jede neue Kammer Reif-frmig um die Schaale geht [wohl nicht wesentlich von Orbitulites verschieden] Cyclolina d'O. Die Scheiben -frmig runde Schaale der Sippe Cyclolina d'O. 6, 16. soll aus Kammern gebildet sein, welche, ohne sich in Zellen unterabzutheilen, Reif-frm. eine sieh um die andre lagern u. im ganzen Umfange durch eine mehrfache Poren-Reihe ausmnden. Bei solcher Beschaffenheit msste sie eine zweite Familie der Cyclostegier bilden. Was aber Carter u.Carpenter unter diesem Namen auffhren und zum Theil besehreiben, hat viel-zellige Reif- Kammern und ist nichts andres als Orbitulites. 18) Conulinidae. Schaale Keulen-frmig verdickt, abgestutzt; Poren auf der Endflche zerstreut Conulina d'O. Schaale von2 Seiten flachgedrckt; aus Bogen-frm. Kammern; Poren einreihig Pavonina d'O. 6, 13. 19) Orthocerimdae. Mndung randlich oder seitlich. . Schaale anfangs spiral, dann gerade ; Mndung an der Basis der End-Kammer, wechselstndig an abwechselnden Kammern *) Spiropleurites Eb. Schaale ganz gerade. Form der Mndung rund. . auf einem End-Vorsprung d. anfangs gebognen Schaale (z. Th. Citharina) Marginulina d'O. . sitzend; Schaale zusammengedrckt; Kammern schief Vaginulina d'O. Form der Mndung ein schiefer Lngs -Spalt Rimulinad'O. Mndung mittelstndig. ihre Form ein Queer- Spalt Lingulina d'O. ihre Form unregelmssig ; Schaale Rben-frmig, wenig gebogen .... Daucina Brnm. ihre Form rund. Schaale zusammengedrckt. ganz Fcher -frmig Frondicularia d'O. 6, 15. spter drehrund Amphimorphina Hgb. Schaale drehrund. Achse gebogen _ Dentalina d'O. Achse gerade. .'Kammern nicht umfassend, . . nicht abgeschnrt; Mndung sitzend Orthocerina d'O. . . abgeschnrt: Mndung auf einem Vorsprung . . (Mucronina d'O.) Nodosaria d'O. C, 14. . Kammern umfassend, nicht abgeschnrt; Mndung auf 1 Vorsprung . Glandulina d'O. 20) Acervulinidae. Kammern voll (einspringender Schaalen - Theile V) ; zuweilen frei? .... Placopsilina d'O. Kammern leer : . durch vereinigte Rhrchen zu unregelmssiger Reihe verbunden .... Webbina d'O. . unmittelbar aneinandergehufte Kugeln j . Acervulina Schz. 6, 17. *) Der Mund ist nmlich an den aufeinander -folgenden Kammern Wechsel-weise einmal oben und unten (oder hinten und vorn) an der Zelle. Die Charakteristik der Sippen Endothrya Sorby, Globulus, Heterostomum , Losostomum, Mesopora, riatyoccus, rleurites, Prorospira, Synspira, Tetrataxis Eb. ist uns zur Zeit nicht zugnglich, weshalb wir uns begngen, sie nur zu nennen. In dieser Reihe folgen die Sippen und Familien mit vielporiger (statt einfacher) Mndung der Schaale grsstentheils aufeinander; es sind nm- lich die Familien 3, 6, 14, 15, 16, 17 und 18, whrend die Sippe Opereulina am Ende der 13. in dieser Hinsicht noch unsicher ist und Strophoconus am Anfange der 10. so wie die alten Nummulinen in der 13. bei brigens einmndigem Typus gar keine Mndung mehr erkennen lassen. Topographisch- geographische Verbreitung. 73 VII. Topographisch -geographische Verbreitung. Topographie. Die Rhizopoden sind Wasser- und zwar, mit Ausnahme der nackten und einkammerigen Sippen Pamphagus, Actinosphaera , Eu- glypha, Trinema und eines Theiles von Gromia und Amoeba, smmtlich Meeres -Bewohner. Jene ersten lieben mehr die Sumpf- als die Fluss- Wsser. Von den dem Ssswasser angehrigen Amba-, Arcella-, Difflugia- u. a. Arten weiss man jedoch, dass sie auch nicht selten in feuchten Pflanzen -Erden und Rasen sogar bis zu Alpen -Hhen von 12,000' vor- kommen und, sobald sich hinreichende Feuchtigkeit einstellt, zeitweise volle Lebensthtigkeit entwickeln. Der Aufenthalt der meerischen Formen ist hauptschlich an Algen (Fukoideen, Laminarien, Diatomaceen) und Korallinen, Spongien, Sertularien u. s. w., welche nur in massigen Tiefen (von Ebbe -Stand an bis zu 100200') zu wachsen pflegen; obwohl sie sich nicht von diesen allein, sondern auch von Infusorien und andern kleinen Thierchen nhren. Da die Tiefe, die ruhige oder bewegte, felsige, sandige oder schlammige Beschaffenheit der Kste von grsstem Einflsse auf die Verbreitung jener Pflanzen ist, so wirkt sie mittelbar auch be- stimmend ein auf das Vorkommen der Rhizopoden nach Zahl und Art. Ruhige, nicht sehr tiefe Grnde des Meeres mit Stein- und Kies-Boden von Korallinen oder Algen berwachsen sind dem Gedeihen dieser Wesen vorzugsweise gnstig, nicht die beweglichen Sand- oder Schlamm-Grnde. So geschieht es, dass, wenn man die in einer Gegend einheimischen Arten aufsucht, man an wenig von einander entfernten Stellen hier kaum welche und dort sehr viele, hier aus diesen und dort aus jenen Familien antrifft, whrend dann wieder sehr weit von einander entlegene Ortlichkeiten eine grosse hnlichkeit ihrer Rhizopoden-Fauna mit selbst identischen Spezies zeigen knnen. Aus dem gleichen topographischen Grunde kann die steil und tief abfallende offene West -Kste Sd-Amerika's meist nur wenige Wurzelfsser liefern, whrend das Adriatische Meer so reich daran ist. Da nun ferner diese mikroskopischen Thierchen ausser einigen Europischen Ksten-Punkten nur an wenigen Orten etwas vollstndiger aufgesucht und bestimmt worden sind, so haben wir noch kaum eine Ahnung von den Gesetzen ihrer geographischen Verbreitung. Dazu kmmt, dass berall an der Oberflche des Ozeans frei schwim- mende oder losgerissene Bschel von Diatomaceen und Schaum-Massen und andern kleinen Algen, weit von der Sttte ihrer Geburt angetroffen werden, welche gewhnlich reich mit Rhizopoden besetzt sind, die eben so all- mhlich in die Tiefe des Meeres versinken, als jene verwesen oder sie selbst sterben. Daher das Senkloth berall aus 100 500 1000 und selbst 12,000' Tiefe mehr und weniger zahlreiche, doch im Ganzen an Manchfaltigkeit abnehmende (in 16,00020,000' Tiefe bei den Curi- lischen Inseln wie im Atlantischen ? Ozean aber kaum mehr aufzufindende) Rhizopoden-Schaalen mit sich heraufbringt, in welchen grossentheils ent- weder noch lebende Thierchen (bis zu (3000') oder wenigstens bei 74 Wurzel fsscr. spterer Untersuchung der Schlamm- und Sand-Proben noch jene so schwer zerstrbare inr"e Haut gefunden wird, aus welcher man, vielleicht mitunter zu voreilig (da sie selbst in fossilen Schaalen zuweilen erhalten geblieben ist), auf eine lebende Existenz einer reichen Rhizopoden-Be- vlkerung in jenen Tiefen geschlossen hat. Dort ist die eigentliche Algen- Vegetation lngst erloschen und andre mikroskopische Thierchen mssten die rtliche Nahrung dieser Wesen abgeben, vorausgesetzt, dass es dann auch fr diese wieder an Futter nicht gebreche? Jedoch pflegt ausser Diatomaceen -Panzern, Schwamm -Nadeln und Polycystinen - Schaalen noch ein Konferven-Filz , der gleich diesen andern Resten wohl mit ihnen an- geschwemmt sein knnte, ein gewhnlicher Begleiter der Rhizopoden- Schaalen daselbst zu sein. Ehrenberg's mikroskopische Untersuchungen von Sand- und Schlamm-Proben, welche in den verschiedensten Meeren durch die Sonde mit herauf gebracht worden sind, ergeben, wenn man von den weniger als 100' tiefen Stellen ganz absieht, folgende aus den angedeuteten Gesichts -Punkten zu betrachtende Vertheilung der Wurzel- fiisser- Schaalen und sie begleitenden Organismen-Arten nach der Tiefe bis bis bis bis bis von 100 bis 500' 1000' 5000' 10,000' 16,000' 20,000' Phytolitharien (kieselig) ... 23 22 30 11 26 6 Diatomaceen (kieselig) ... 48 17 59 36 50 23 Polythalamien (kalkig) ... 69 46 44 47 35 Polycystinen (kieselig) .... 1 3 6 53 36 13 Andre mikroskopische Organismen (kalkig) 1 8 7 9 9 Zusammen 151 96 146 TlT ~15 42 ~ In einer neuesten Arbeit *) gibt Ehrenberg folgende bersicht von der Vertheilung Arten-weis aufgezhlter Organismen in den Tiefen hauptschlich des stlichen Theiles des Mittelmeeres. Die Tiefe ist in Englischen Fssen angegeben; die in erster Rubrik gezhlten Arten wurden schon 1854 aus nicht genauer bestimmter Tiefe gefrdert. Aus Tiefen von ? 1500' 3000' 0600' 6900' 9720' Zusammen Diatomaceen 46 3 3 16 13 7 67 Polythalamien 61 23 16 14 15 13 101 Polycystinen 6 9 2 24 15 6 36 Andre mikrosk. Organismen 33 3 8 3 5 3 14 Im Ganzen 146 38 29 57 48 29 218 Dabei jedoch ist zu bemerken, dass diese in grsseren Tiefen ge- fundenen Arten fast alle denselben nicht eigenthmlich, sondern in grosser Verbreitung auch an den Ksten bekannt sind. Dagegen hat Macdonald bei den Fidschi -Inseln die Stichostegier nur bis in 2600', in grsseren Tiefen bis zu 6000' nur andre Familien, und zwar viele von den einen wie von den andern Arten noch lebend an Algen ansitzend gefunden. *) Monatliche Berichte der Freussischen Akademie der Wissenschaften. 1857, 538 570. Topographisch geographische Verbreitung. 75 Geographie. Um bei dem Unzureichenden vorhandner Untersuchungen ber die geographische Verbreitung der Wurzelfsser wenigstens eine bersicht vom Stande unserer Kenntnisse und von einigen Thatsachen 7A\ geben, sind in der nachfolgenden Tabelle die ungefhren Zahlen der bis jetzt bekannten Arten berhaupt zusammengestellt, wozu jedoch zu bemerken ist, dass 1) diese Zusammenstellung nicht auf gnzliche Voll- stndigkeit Anspruch macht; dass 2) die Synonymie der Arten noch man- cher Berichtigung bedarf; 3) dass nur solche Gegenden in besonderen Rubriken 81(5 aufgefhrt sind, deren Rhizopoden -Fauna etwas voll- stndiger bekannt ist, whrend andere Welt -Gegenden, wie insbesondre Nord- Amerika, Afrika, Nord-Asien, Neuholland, gar nicht darin vertreten sind; dass 4) nicht selten die nmliche Art in verschiedenen dieser Orts- Rubriken zugleich vorkommt; daher 5) die Summen derselben mit den Gesammt- Summen lebender Arten in jeder Sippe nicht bereinstimmen, sondern grsser oder kleiner sein knnen. Daraus drften nur folgende Erscheinungen festzustellen sein. Die Wurzelfsser finden sich in allen Breiten, jedoch in einer, wie auch in andern Klassen gewhnlich, nach den Polen hin abnehmenden Menge und Manchialtigkeit. Die meisten und darunter alle etwas Arten-reicheren Sippen sind durch die ganze Breite der heissen und der gemssigten Zone an gnstigen rtlichkeiten vertreten, so dass Beispiels-weise wohl neun Zehntel der 55 im Mittelmeer aufgezhlten Sippen mit ihren 273 Arten an der von Soldani nach ihren Sehaalen so sorgfltig erforschten Ksten- Strecke des Adriatischen Meeres von Ancona bis Rimini aufgefunden worden sind, so wie dass die kleine und schon khle Insel-Gruppe der Mal- winen bei nur flchtiger Forschung 15 Sippen mit 38 Arten geliefert hat. Die kleinen an Arten armen Sippen gehren vorzugsweise der Tropen- Zone beider Ozeane an. Die der -Cyklostegier scheinen den Indischen Ozean hauptschlich zur Heimath zu haben. Das Zahlen -Verhltniss der lebenden Arten in verschiedenen Zonen ergibt sich A) nach d'Orbigny und B) nach der hier unten folgenden, in dieser Beziehung jedoch noch unvollstndigen Tabelle in nachstehender Weise. Kalte Zone. Gemssigte Zone. Heisse Zone. Zusammen. A) 75 350 575 1000 B) beilufig 34 416 370 820 Die Arten haben, gleich jenen andrer niedrig organisirter Klassen, zum Theile eine sehr weite Verbreitung in verschiedenen Zonen, so dass einige Bewohner des Nordkaps und viele der Nordsee sich im Mittelln- dischen Meere und mitunter selbst an den Kanarischen Inseln wiederfinden. Beispiele des Vorkommens im Mittelmeer und im Indischen Ozean, in Westindien und im Stillen Meere, zu Drontheim, im Rothen Meere und in Westindien oder Australien u. dgl. mehr sind gar nicht selten, auch wenn man den Art-Begriff nicht so weit, wie Parker und Jones, ausdehnt. So sind namentlich mehre Europische Athalamien und Monothalamien des 76 Wurzelfsser. Ssswassers von Carter in Ostindien wieder erkannt worden. So wird die Globig erina bulloides von d'Orbigny selbst im Mittelmeere, an den Ka- narischen Inseln, in Ostindien und, als der einzige Fall bei 82 beobach- teten Arten, an beiden Ksten Sd-Amerikas angefhrt. Dass diese letzten, obwohl sie am Cap Hrn an einander grenzen, doch sonst auch von anderen Thier- Klassen fast nichts gemein haben, rhrt von dem weiten Vorsprung her, welchen Sd- Amerika ins Eismeer hinein bildet, und von der Strmung, welche von dort entgegenkommend, lngs beider Ksten heraufgeht und den Organismen-Arten der gemssigten Zone die Umgehung des genannten Caps unmglich macht. Die universellste Verbreitung wrde die von den normalen Ehizopoden abweichende und den Polycystinen am nchsten stehende Noctiluca miliaris haben, wenn Alles, was man in der Ostsee, im Britischen Kanal, im Mittelmeer, im Atlantischen Ozean, im Golf von Guinea, in Westindien, an der Peruanischen Kste, am Cap, im Rothen Meere ihr zugeschrieben hat, wirklich nur einer Art angehrte. Fossile Arten Lebende Arten. Ordnungen und Sippen. 1 c 3 3 2 13 P, so: o_ 03 rt ff a 3 H CD CO* o O 4 c. e CR 60 CO* o 5 c tu w rt> a. ro 6 H ': -t ei 7 t a 3 3 9 8 1 1 s d US 9 sf o CO B 3 10 ?-"- 1 ff "1 11 o 3 pa 00 DD 12 3 2. N ~ . 3 1 P H 13 2. i OS o o OD 14 ES 1 -" 2 15 Sa I* to : = o. .* 16 i I s OS ?s Athalamia. Pamphagus ? (Nord-Amerika) . . Kono thalamia. Squamulina Lagynis Lagenal 7 15 7 1 6 1 2 1 1 3 7 1 4 3 6 2 3 1 3 4 8 7 1 5 2 1 22 20 25 17 2 60 4 2 2 1 2 22 1 14 2 1 7 1 20 4 16 1 1 2 2 1 17 24 50 1 1 1 80 2 5 38 l l i l l i l l i l l 1 1 1 1 2 3 4 4 1 2 2 1 1 20 1 9 2 7 1 6 1 5 5 13 1 20 2 1 15 1 1 1 4 4 1 3 5 1 1 3 7 16 1 17 16 10 5 1* 2 1 4 2 3 1 1 2 5 1 3 5 5 1 5 1 1 1 2 14 4 1 Oolina ) Fissurina Orbulina Cornuspira Folythalamia. Agathidostegia. Uniloculina 1 26 25 32 19 5 61 4 2 2 1 3 6 Triloculina 1 3 Sphaeroidina 1 2 Enallostegia. 86 | 5 30 | 50 2 *) Malwinen Patagonien. Topographisch -geographische Verbreitung. i ( Fossile Arten. Lebende Arten. 1 1 2 3 4 5 6 7 8 | 9 10 11 12 13 14 15 16 Ordnungen und Sippen. e Q CO p p: O er w m o o C-c C n P CO w (B O B" co p c X g CO H a 5 ': co OD 3 CD C3< 1 SS p 1 I Z- 1 6g | O CO 1 SS St p 2. CO . O CO CC2 o ST t/j3 p. 1- iE s Ol" - CO *-2! 2 ~< 3 3 3 O. CO 'S . CO 1 3 .*2 CO- | > 1 3 3 3 3 Vulvulina . . .) Grammostomum ,) ' 100 ', 50 50 20 1 2 7 1* 1? 13 8 b 3 5 5 1 1 r*- 9 6 3 4 3 2 5 2 3 3 7 3 4 2 1 1 3 2 1 53 1 14 38 13 1 3 4 4 2 4 '2 2 25 3 22 21 3 1 1 18 1 5 12 8 4 2 1 1 4 1 3 3 ~ 1 _ 2 Helicostegia. Strophoconus 32 16 16 ti Pirulina. . . 4 3 1 V Uvigerina . . 7 2 5 10 1 2 1 3 Buliiuina . . 30 15 15 20 1 12 1 1 3 Robertina . . 1 1 Veriieuilina . 4 3 1 Globigerina 24 7 17 20 1 1 4 4 3 1 1 2 Rhynchospira . j ? Candeina . . 1 1 Chrysalidiua . 1 1 Faujasina . . 1 1 Clavulina . . 9 3 6 5 2 2 2 Entrochus . . 1 1 Siphonina . . 1 1 Valvulina . . 12 4 8 10 1 2 1 1 1 Rosalina . . 30 5 25 25 1 7 2 14 4 5 Planulina . . 125 55 70 20 3 9 7 Omphalophacus 1 1 9 1 Truneatulina . 15 1 3 11 14 1 1 4 2 2 2 2 2 1 Anomalina. . 9 2 7 3 1 3 . Asterigcrina . 2 2 5 2 1 3 Planorbulina . 5 2 3 4 2 1 1 1 1 Rotalia . . . 130 3 3 60 64 50 1 13 6 17 2.2* 1 6 2 Calcarina . . 1 _ 1 8 2 3 2 Pleurotrema . 1 . 1 Colpopleura . 1 1 1 1 Porospira . . 3 1 2 1 1 Aspidospira 1 1 1 1 Siderospira 1 Spirobotrys 1 . 1 Allotheca . . 1 1 . Megathyra . . 2 2 Phanerostomum 13 1 12 1 . . 1 Ptygostomum . 3 32 2 2 5 1 25 1 18 13 1 1 1 - Flabelliiia 7 7 . 93 2 25 24 42 18 1 11 2 2 1 Marginulina (s. u.). 1 1 Hauerina 1 . 1 . - 2 2 4 26 26 5 1 11 2 5 2 1 2 1 Lenticulina Eb 2 2 5 3 : . f, 2 . . 2 1 1 4 . 3 1 2 2 14 6 2 5 9 4 3 12 1 1 1 3 2 1 2 1 Dendritiua ........ 4 4 2 1 1 1 9 Spirulina . . 25 2 14 9 1 1 78 Wurzelfsser. Ordnungen und Sippen. Fossile Arten. Lebende Arten. " 3 I - J, o I s Ol" fc 9 I s Vi I 10 -< 11 3 13 | 14 ' ' fr- 12 i -^ . CO Vi o p V. V. 15 ii DO IG Lituola . . . \ Coscinospira ) Polystpmella . Borelis Rhaphidostegia. Cprlostegia. Ampbistegina. Heterostegina . Orbiculina. . Orbioides . . Cycloclypeus . Soxites . . . Ampbisorus Orbitulitea . . Cyclolina . . Htkhostegia. Conuliua Pavonina Spiropleurites . . . Marginulina .... Vaginulina Rimulina Lingnlina Daucina Frondicularja .... Amphiraorphina . . . Dentalina Orthocrina. . . . . No'dosaria Glandiilina .... 2 25 18 4 3 20 24 28 1? 1 1 12 8 1 4 10 2 25 3 Anomostcgia. Plaeopsilina .... WebtMna Acervulina Anhang. Endothrya Tetrataxis Globulus Heterostomum \ ?Uvigerina . . ) ' Loxostomum .... Mesopora Platyoecus Pleurites Prorospira Synspira 11 38 12 1 58 1 73 1 97 8 6 8 1 4 10 6 is 10J io| 1 14 1 4d 1 62 7 Sippen 134 108 15 Arten ber 2400 1742 36 19 79 1 579 15 2 87 104S 101 826 22 39 55 273 21 42 48 169 16 34 41 117 23 46 VIII. Geologische Verbreitung. Im Allgemeinen. Es lsst sich erwarten, dass eine so niedrig- stehende Klasse von Meeres-Thieren, wie die der Wurzelfsser, schon ein Glied der frhesten Schpfung- gewesen sei, wenn auch die mikroskopische Kleinheit der Schaalen und die vielfltigen allmhlichen Vernderungen, welche die ltesten Gesteine erfahren mussten, wenig Hoffnung sie dort aufzufinden gewhrten. Gleichwohl hat man Reste dieser Klasse, selten freilich in vollstndigen und genau bestimmbaren Schaalen und gewhnlich bloss durch Geologische Verbreitung. 79 die von diesen hinterlassenen kieseligen Ausfllungen oder Kerne ihrer Kammern angedeutet, schon in den silurischen und devonischen Gesteinen, in der Kohlen- und permischen Formation gefunden. Wenn sie in der Trias noch nicht entdeckt worden, so liegt die Ursache zweifelsohne in dem Mangel von Gesteinen, welche diese Schaalen erkennbar zu bewahren vermochten. Dagegen kennt man sie in mehren Gliedern der Oolitke, in grosser Menge in der Kreide, am reichlichsten in sandigen und thonigen, noch keiner Mineral- Vernderung unterlegenen Tertir-Bildungen, wo nicht selten die Menge ihrer Individuen eben so berraschend, als die Zahl ihrer Arten betrchtlich ist. Im Ganzen aber bleibt bis zur Kreide herauf ihre Erscheinung noch zu selten, als dass man ber das Gesetzliche in ihrer Aufeinanderfolge ausreichende Rechenschaft zu geben vermchte. Auch die in andern Thier-Klassen gewhnlich so auffallenden Gegenstze zwischen den lebenden und fossilen Familien-Formen fehlen und wrden sich auch dann nicht darbieten, wenn man die eimniidige und poren- mndige Beschaffenheit der Schaale (vgl. S. 66) mehr und vorherrschend zur Klassifikation benutzt htte. Von den bis jetzt aufgefundenen Thatsachen gibt die Tabelle S. 6 ff. Kenntniss. Sippen. Unter den 124 besehaalten Sippen sind nur 12 16, welche noch nicht fossil, und 36, welche fossil und nicht auch lebend bekannt wren, was fast nur zufllig zu sein scheint, da die einen wie die andern gewhnlich nur 1 2 und nie ber 4 7 Arten enthalten. Dieses eigne Verhltniss hat wohl hauptschlich darin seinen Grund, dass in lteren Formationen noch zu wenige Rhizopoden bekannt geworden sind, so dass nur 2 3 der Arten-rmsten jetzt ausgestorbenen Geschlechter (Fasulina, Tetrataxis, Endothrya) der ersten oder palolithischen Periode ganz an- gehren, die brigen sich erst von der Kreide- oder Mollassen-Periode an zeigen und sich halb auf die eine und halb auf die andre dieser 2 Pe- rioden vertheilen, wie sich in der Tabelle leicht berblicken lsst. Die ausgestorbenen so wie die ltesten der noch lebenden Sippen sind durch keinen gemeinsamen Charakter nher verbunden. Da die grosse Mehr- zahl der untergegangenen Formen aus den zwei jngsten Gebirgs-Perioden stammt, so bieten die an fossilen Arten reichsten Sippen fast immer auch die meisten lebenden dar und umgekehrt, obwohl mit betrchtlichem Schwanken; nur Articulina, Sjrindina, Borelis, Orbitulites, Frondicularia und Dentalina fallen durch ihren frheren Arten-Reichthum dem sptem gegen- ber einigermaassen auf, whrend keine eben so erheblichen Beispiele des Gegentheils vorkommen. Die aufflligste geologische Erscheinung besteht darin, dass die so Arten-reiche Sippe Nummidina nicht nur ganz ausge- storben, sondern auch ganz auf die Tertir-Zeit und zwar, mit wohl nur sehr wenigen Ausnahmen, ganz auf die frheste oder eoene Tertir-Zeit beschrnkt ist, fr welche nicht nur die Menge ihrer Arten, sondern auch die ihrer Individuen eines der besten Merkmale abgibt. 80 Wurzelfsser. Arten. Wie die Anzahl der fossilen Sippen, so ist auch die der fossilen Arten schon grsser, als die Zahl der bis jetzt lebend gefundenen, und in steter Zunahme durch alle geologischen Perioden begriffen. Manche Arten besitzen, ihrer grossen geographischen Verbreitung ent- sprechend, auch eine sehr lange geologische Dauer, so dass Parker und Jones eine oder die andre unsrer lebenden, freilich mehr indifferent gestalteten Arten (Nodosari laevigata d'O.) sogar schon von der Trias an durch alle Perioden verfolgen zu knnen glauben; beide aber so wie Ehrenberg und sogar d'Orbigny erkennen wohl 8 10 noch lebende Species schon in der Kreide an, wo Ehrenberg auch die lebend so weit verbreitete (S. 76) Globig erina bulloides zitirt. Ungefhr 0,14 von den im Tertir- Gebirge vorhandenen Arten kommen auch noch lebend vor. IX. Allgemeine Bedeutung. Von grsster Wichtigkeit ist das Stein- bildende Vermgen dieser mikroskopischen Organismen, durch welche sich Linne's Ausspruch: Natura in minwnis maaima wieder bewhrt. Ihre Vermehrung ist nmlich an manchen Ksten so betrchtlich, dass der See-Sand zu 1 /^ V* im< * mem ' daraus besteht; wie zuerst Bianchi (1739) und spter Soldani in Italien beobachtet haben. Erster zhlte bei schwacher Vergrsserung 6000 In- dividuen in einer Unze des Sandes der Kste von Rimini am Adriatischen Meere, und Max Schultze fand, dass Sand vom Molo di Gaeta, nachdem er alle ber V 1 '" grosse Krnchen davon geschieden, noch halb aus Rhizopoden-Schaalen und halb aus anderen organischen und unorganischen Trmmern bestand. Ein Zentigramm so gesiebten Sandes enthielt 500, ein Gramm also 50,000 und eine Unze (zu 30 Grammen) 1,500,000 jener Schlchen; whrend d'Orbigny deren Menge im Sande von Cuba, welcher ungefhr eben so reich zu sein scheint, auf 3,840,000 berechnet, was etwas ber die Mglichkeit zu sein scheint. Aber wie an diesen Ksten so muss auch der Sand selbst in den grssten Tiefen in Mitten des Ozeans meistens und zwar insbesondre da zusammengesetzt sein, wo Strmungen herrschen (vgl. S. 73), so dass diese Thierchen entweder unmittelbar, oder unter Mitwirkung dieser Strmungen unausgesetzt an der Auffllung des Grundes durch kohlensaure und etwas phosphorsaure Kalkerde gerade da mitwirken, wo alle Anschttungen vom Lande her aufhren mssen. Daher dann in den heraufgebrachten Proben (nur aus feinen Theilchen bestehend, die sich an das mit Talg berzogene Senkloth anhngen) oft ein hnliches Menge-Verhltniss erscheint, wo nicht etwa Polycystinen und kieselige Diatomaceen zu sehr berwiegen. Ebenfalls sehr betrchtlich ist die Menge dieser Schlchen im subapenninischen Sande und Mergel von Siena und Coroncina in Italien; manche Kreide- und insbesondre manche Grnsand -Gesteine sind, selbst bis in die silurischen Gebirge hinab, grossentheils aus ihren Schaalen oder den kieseligen Ausfllungen Allgemeine Bedeutung. 81 der Kammern derselben zusammengesetzt, wenn auch spter mitunter noch mancherlei nderungen an ihnen erfolgt sind. Insbesondre zhlt Ehren- berg ber 300 ganz kleine mikroskopische Arten auf, welche sich nur an der Bildung der Schreib - Kreide betheiligen. Am betrchtlichsten jedoch pflegt ihre Menge bei deutlicher Erhaltung in den eocnen Tertir-Gesteinen zu sein, wobei man im Pariser-Becken einen Milioliten-Kalk, in West-Frank- reich einen Alveolinen-(Borelis-)Kalk, und endlich in einer langen und breiten lngs beiden Seiten des Mittelmeeres bis in den Himalaya fort- ziehenden Zone den Numinuliten - Kalk nach Rhizopoden- Geschlechtern unterschieden hat, deren Schaalen-Reste sie grossentheils oder, den letzten insbesondre, mitunter ganz allein in einer Mchtigkeit von vielen Hundert Fssen zusammensetzen; minder ausschliesslich nehmen die Nummuliten an der Zusammensetzung andrer ber 1000' mchtiger Gebirgs- Bildungen einen erheblichen Antheil. Die Rhizopoden mgen wohl manchen andern kleinen Wasser-Thier- chen, aber in Masse auch mitunter grssren aufwrts bis zu den Schlamm- fVessenden Fischen u. dgl. zur Nahrung dienen. Die uns noch unbekannte Sippe Umula Cl. et Lachm. lebt als Parasit auf Infusorien, namentlich auf Epistylis. Myriaden punktfrmiger Noctiluken, welche jedoch in mancher Be- ziehung von den brigen Rhizopoden abweichen, haben sich als die Haupt- Ursache einer zuweilen wahrgenommenen Blut-artigen Frbung des Meeres bei Tag und einer lebhaften Phosphorescenz bei Nacht an der Nord-Kste Frankreichs und weiterhin im Atlantischen Ozean, im Golfe von Guinea, im Rothen Meere und an der Peruanischen Kste ergeben, in der Manche whrend des Sommers und bis spt im Herbst. Von den Bewegungen des Wassers durcheinander gerttelt kommen sie immer wieder an die Oberflche herauf, wo sie eine dnne Gallert-artige Schicht bilden. Druck, Stoss und Elektrizitt vermehren das Leuchten. Es kann nicht in Verwunderung setzen, wenn nicht ganz selten eine ziemliche Anzahl dieser kleinen Wesen oder ihrer Keime durch Strme emporgehoben und von Luft-Strmungen umher gefhrt werden. Difflugien, Arcellen und selbst Amben machen einen Bestandtheil insbesondre des von Ehrenberg oft untersuchten sogenannten Passat-Staubes aus und ver- mgen wohl mitunter wieder ins Wasser gelangend sich neu zu beleben (was Colin jedoch lugnet), ohne dass man darum genthigt wre, an ein regelmssiges Leben der kleinen Organismen in der Atmosphre zu glauben. >00000- Bronn, Klassen des Thier-Reicha. I. Vierte Klasse. Aufguss-Thierchen: Infusoria (s. str.J. Tafeln IX XII. Epistylis nutans. I. Einleitung. Geschichte. Obwohl schon seit den ltesten Zeiten manche Natur- Erscheinungen, bei welchen Infusorien mitwirken (wie auffallende Frbungen des Wassers, der sogenannte Blut-Regen u. dgl. m.), die Aufmerksamkeit erregten , so Hess sich doch der Grund dieser Erscheinungen und die Natur dieser Wesen nicht eher als nach Erfindung des Mikroskops ermitteln. Es war wohl Leeuwe nhoek, der vor bald 200 Jahren die neue Erfindung zu diesem Zwecke anwendend von der Existenz solcher Organismen die erste Nachricht gab. Gewhnlich beobachtete man sie in Flssigkeiten, die durch Aufguss von Wasser auf organische Stoffe und beginnende Fulniss dersel- ben gebildet waren. Daher der Name Aufgussthierchen, Infusio ns- Thierchen, welchen Ledermller seit 1763, und die Benennung Animal- cula infusoria , welche Wrisberg seit 1765 solchen Thierchen gaben. Aber obwohl die Liebhaberei an ihrer Betrachtung zunahm, obwohl auch Trem- bley, de Geer, Needham, Spallanzani, Saussure u. A. manche werthvolle Beobachtung anstellten, so war doch Otto Fried r. Mller der erste, welcher seit 1769 ihr Studium planmssig verfolgte und in Schriften, welche zum Theile erst nach seinem Tode bekannt wurden, sie systematisch Einleitung. 33 beschrieb, nach Linne'schem Vorbilde klassifizirte und abbildete. Gze, v. Gleichen, Schrank, Schweigger, v. Baer hielten denselben Weg verfolgend manche Nachlese von neuen Arten und physiologischen Beobach- tungen, bis Bory de St. Vincent in Frankreich whrend der Jahre 1822 bis 1831 das vorhandene Material ordnete und durch neue Beobachtungen bereicherte. Von dieserZeit an hat sich Ehrenberg (1830 1857) mit einem fast beispiellosen Eifer und einer unverwstlichen Ausdauer dieses ganzen Gegenstandes bemchtigt und denselben mit allen Mitteln und in allen Be- ziehungen verfolgt. Er hat ein wissenschaftliches System gegrndet, die Sippen und Arten durch Diagnosen und Abbildungen festgestellt, eine Menge neuer entdeckt, jedoch sich in der anatomischen und physiologischen Deu- tung des Gesehenen oft zu weit fhren lassen, wie Das zuerst von Du- j ardin (1836 ff.), Focke, Meyen, v. Siebold nachgewiesen und seitdem wohl auch allseitig anerkannt (mitunter auch bertrieben dar- gestellt) worden ist. Wie Ehrenberg die Gesammtheit hauptschlich der Deutschen Infusorien zum Gegenstand seiner Beobachtungen und systematischen Darstellung machte, so geschah es von Duj ardin 1841 in Bezug auf die Franzsischen, von Wer neck auf die Salzburgischen (1841) und von Perty (1852) auf die Schweitzischen , whrend Riess und Schmarda (18201846) die Wienischen, Eichwald und Weisse (18441854) die Russischen Arten beobachteten und verzeichneten. Am erspriesslichsten fr die Fortschritte der Wissenschaft sind jedoch die Detail-Studien gewesen, welche vergleichende Anatomen und Physiologen meist erst seit dem Jahre 1848 bis jetzt in der Entwickelungs-Geschichte einzelner Arten und Sippen machten, und durch welche sie uns zuerst eine bersicht von dem ganzen Kreislaufe ihres Lebens verschafften, mit- unter sehr ungleich erscheinende Formen als verschiedene Stnde des Lebens auf einerlei Arten zurckfhrten und viel Fremdartiges aus die- ser Thier-Klasse, ja sogar aus dem Thier-Reiche selbst ausschieden. Ohne die Verdienste mancher Anderen in dieser Hinsicht zu verkennen, glauben wir die Namen Hai nie in Frankreich, Carter, Busk, Wil- liamson in England, Busch, Gegenbauer, Lachmann, Lieber- kuhn, Schneider und insbesondere Stein und Cohn in Deutschland besonders hervorheben zu mssen (vgl. die Litteratur) ; doch ist die neuere Bewegung auf diesem Gebiete hauptschlich eine Deutsche, hervorgerufen durch die Schler von Joh. Mller, v. Siebold, Klliker u. s. w. Noch im Augenblicke, wo wir Diess niederschreiben, erkannte die Fran- zsische Akademie den hohen Werth zweier Arbeiten ber die Infusorien, die eine vonLieberkhn und die andre von Claparede undLachmann, durch Ertheilung des grossen physikalischen Preises fr dieselben an; doch haben wir nur noch einen kurzen Auszug aus der letzten fr gegen- wrtige Darstellung benutzen knnen. Die Unsicherheit darber, wie weit manche Organisations- Verhltnisse und Lebens -Erscheinungen in den Gruppen dieser Klasse ausgedehnt sind, die Unzuverlssigkeit der Deutung von manchen derselben nthigt uns dabei mehr als gewhnlich ins Einzelne g4 Aufgusa-Thierchen. einzugehen, da wir uns gerade in einem Augenblicke befinden, welcher ber manche Frage eine entscheidende Lsung verspricht. Ehrenberg selbst hatte die Infusorien bereits in zwei Klassen scharf geschieden, in Rderthierchen (Rotatoria) und Magenthierchen (Polygastrica), die er jedoch neben einander erhielt, indem er ihnen beiden eine ziemlich gleiche Vollkommenheit der Organisation zuschrieb und eine Stelle am untren Ende des Thier-Systemes anwies. Nachdem sich jedoch die An- nahme einer solchen Vollkommenheit fr die zweite dieser Klassen als irrig, ihre Stellung aber eben hiedurch als richtig ergeben, wurden die Ansprche der Rotatorien auf eine Stufe an der unteren Grenze der Kerb- thiere als begrndet erkannt, und dort werden wir auf sie wieder zurck- kommen. Andrerseits umfassten die sogenannten Magenthierchen noch einige meistens hart-schaalige Gruppen von Organismen, welche hier theils schon fr die einkammerigen Rhizopoden in Anspruch genommen worden sind, theils aber auch sich schliesslich gar nicht als Thiere ausweisen knnen, obwohl ihnen 1) Aufnahme und Ausscheidung fester Stoffe durch bleibende ffnungen, 2) Kontraktilitt der Krper -Wandungen, 3) Ortswechsel, und zwar mittelst eigner Bewegungs-Organe, 4) oft auch Augenflecke fr Sinnes -Werkzeuge als thierische Kriterien zugeschrieben worden waren. Was das erste dieser Merkmale betrifft, so ist die erwhnte Ernhrungs- Weise an denjenigen Organismen-Gruppen, auf die wir uns hier beziehen wollen, freilich nicht berall und nicht oft beobachtet, aber doch auch nicht gnzlich wegzulugnen und daher noch weitrer Aufklrung vielleicht in der Art wie bei den Wurzelfssem gewrtig (S. 51). Die Kontraktilitt hat sich auch als Eigenschaft der Zellen mancher unzweifelhaften Gruppen niedriger Wasser -Pflanzen ergeben. Der langsame und unentschiedene Ortswechsel bei Diatomaceen lsst sich aus einem endosmotisch-exosmo- tischen Ernhrungs-Prozess , aus einem Moleklar-Umtausch zwischen den in einer Panzer -Haut eingeschlossenen Bestandteilen der (Pflanzen-) Individuen und der umgebenden Flssigkeit, worin sie schweben, in sofern erklren, als dieser Umtausch nicht auf der ganzen Oberflche gleich- massig, sondern nur durch wenige ffnungen an gewissen Stellen des Krpers geschehen kann. Eigne Bewegungs-Organe, angebliche Schein- fsse, hatte aber Ehrenberg trotz seiner fast tglichen Beobachtungen von Hunderten hieher gehriger Arten nach seinen eignen Angaben nur etwa zwei Mal wahrzunehmen geglaubt, und ein sogar anscheinend be- wusster Ortswechsel mittelst schwingender Wimpern und Borsten hat sich auch bei Fortpflanzungs-Zellen vieler Algen ergeben. Was endlich den einen oder die zwei lebhaft gefrbten, meist rothen Punkte oben auf dem vordren Ende des Krpers betrifft, die man als Augen gedeutet, so ist trotz allen Anscheines doch weder ihre Funktion erwiesen noch auch nur begreiflich, so lange als kein Nerven-System in diesen Wesen nachweisbar ist. Ja man kennt hnliche farbige Punkte selbst in den Gonidien ge- Einleitung. 85 wisser Faden-Algen (Ulothrix z. B.). Zu diesen mehr negativen Einwnden gegen die Aufnahme jener Formen - Gruppen unter die Thiere und ins- besondre die Infusorien gesellten sich aber noch Grnde von positiverer Natur: eine Entwickelung und ein Verlauf des Lebens, welcher in allen Einzelnheiten mit denen gewisser unzweifelhafter Algen bereinstimmt, ein gleicher chemischer Gehalt (Chlorophyll, Strkmehl, Cellulose) und zuweilen ein unmittelbarer bergang in anerkannte Algen-Formen (Ktzing U.A.). Die Gruppen oder Familien von Infusorien, welche somit jetzt schon allgemein dem Pflanzen -Reiche und zwar meistens den Diatomacea- ar- tigen Algen berwiesen werden, sind die kieselhutigen oder kieselpan- zerigen Bacilliariea und Desmidiacea, die Closterina und in Folge von Ktzing's, Flotow's, Focke's und neuerlich Cohn's Beobachtungen auch die Vibrionina und Volvocina Ehrenberg's, obgleich Cl aparede und Lach mann diese letzten wegen des Vorkommens kontraktiler Bls- chen noch festgehalten wissen wollen. Einige Naturforscher sind zwar geneigt, die ganze Hlfte der Formen unsrer Klasse, an welcher ein Mund nicht nachweisbar ist, noch an das Pflanzen-Reich abzutreten, wogegen aber spricht, dass direkten Beobachtungen zu Folge manche Mund-lose Infusorien offenbar in den Kreis der Formen gehren, welchen die chten Aufgussthierchen individuell zu durchlaufen haben, um zu ihrer charak- teristischen vollen Entwickelung zu gelangen oder in welchen sie wenig- stens bergehen, ohne dass man den Abschluss der Metamorphose noch zu verfolgen vermocht htte. So begrndet nun auch vielleicht die An- nahme sein mag, dass noch ein fernerer Theil der Mund-losen Infusorien (wie die Peridinea z. B.) wirkliche Pflanzen seien, so unmglich ist es doch zur Zeit noch, diese alle richtig zu bezeichnen und die Grenze zwi- schen ihnen und den chten Infusorien, zugleich die Grenze zwischen Pflanzen- und Thier-Reich, auf verlssige Weise zu ziehen. Wir nehmen aber hier um so weniger Anstand, auch diese letzten zweifelhaften Wesen mit in den Kreis unsrer Betrachtung aufzunehmen, als es nicht ohne In- teresse und nur auf diese Weise mglich ist, die innige Verkettung beider Natur-Reiche in ihren unvollkommensten Formen, die Schwierigkeiten ihrer Trennung und den gegenwrtigen Stand der Wissenschaft in dieser Hin- sicht kennen zu lernen. Diese obschwebende Unsicherheit zu bezeichnen, nicht sie zu verschweigen, ist daher unsre Aufgabe! Und wenn jetzt ein Widerspruch darin zu liegen scheint, dass beide organischen Reiche erst in der vierten und nicht den drei ersten Thier-Klassen am nchsten zusam- mengrenzen sollen, so wird dieses Missverhltniss schwinden, wenn man z. B. im Stande sein wird, die Mund-losen Infusorien als individuelle Durchgangs-Formen zwischen den Algen und den reifen Mund-Infusorien, deren Organisations-Hhe betrchtlich ber derjenigen der drei vorigen Thier-Klassen steht, richtig zu vertheilen. Endlich ist noch anzufhren, dass Agassiz u. A. die Klasse der Infusorien ganz aufgehoben wissen wollen, indem sie alle Mund-losen In- fusorien zu den Pflanzen verweisen, einen Theil der Mund-Infusorien als 8 Aufguss - Thierchen. Entwickelungs-Formen hherer Thiere ansehen und den brigen Rest, durch die Vorticellina vertreten, fr Bryozoen erklren. Indessen ist es noch nicht gelungen, die Behauptung jenes berhmten Forschers zu besttigen, dass die Paramecien . nur Planaria-Larven seien, und eine Versetzung der Vorticellinen unter die Bryozoen wrde noch eine betrchtliche Herab- setzung des Charakters dieser letzten erheischen. Namen. Unsre Klasse der Infusorien beschrnkt sich daher fast nur auf die Hlfte der Lebens-Formen, welche man anfnglich unter diesem Namen zusammenbegriffen hat, indem die oben genannten vier Familien dem Pflanzen-Reiche zugetheilt und eine andre allerdings verwandte Gruppe der nackten und einkammerigen Rhizopoda abgesondert worden sind, wh- rend eine dritte weit zahlreichere, die der Rotatoria oder Rder thiere nmlich, eine Stelle erst zwischen den "Wrmern und Krustern finden wird; denn die eine Zeit lang behauptete gleich hohe Ausbildung aller dieser ehemaligen Infusorien hat sich nicht besttigt. In diesem beschrnkteren Umfange genommen wrden unsre Infusorien weniger den Ehrenberg'schen Infusions-Thierchen als seinen Polygastrica oder Mag en-Thierchen ent- sprechen, indem von diesen nur die zwei ersten, von jenen dagegen drei Gruppen auszuscheiden wren. Da aber nun erwiesen ist, dass die vielen Magen, von welchen die Magenthierchen ihren Namen haben, gar nicht bestehen, so bleibt uns nur der alte Name Infusorien zu Bezeichnung dieser Klasse brig, wenn wir nicht einen ganz neuen erfinden wollen. Litteratur der Infusorien -Kunde in dem bezeichneten engern Sinne. a) Selbststndige Werke (chronologisch). H. A. Wrisberg: observationes de animalculis infusoriis, Gtting. 1765, 8. c. tab. J. C. Eichhorn: Wasser -Thiere , die mit dem blossen Auge nicht gesehen werden knnen und um Danzig leben, 8Eupf., Danzig 1775. 4o. Neue Aufl. Berlin 1781; Zustze, Danzig 1783, L. Spallanzani (allgemein) in seinen: Opuscoli di fisica animale. Modena 1776. W.F. v.Gleichen: ber die Saamen- u. Infusions-Thierchen. Mit 32 Tfln. Nrnb. 1778. 4. 0. Fr. Mller : Animalcula infusoria fluviatilia et marina, quae detexit, systematice descripsit et ad vivum delineari curavit, op. posth. cura 0. Fabricii, Havn. et Lipsiae 1786, 4. Bory de St. Vincent: Essai d'une Classification des animaux microscopiques , Paris 1826, 80. [Auszge aus dem Dictionnaire classique d'hist. nat. ?]. C. G. Ehrenberg : organische Systeme u. geographische Verhltnisse der Infusions -Thierchen, Berlin 1832, mit 8 Taf. ; Entwickelung und Lebensdauer der Infusions-Thierchen etc., mit 2 Taf. 1832; zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes, mit 4 Taf., Berlin 1832; die Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes, Berlin 1834; Dritter Beitrag u. s.w. mit 11 Tafeln. Berlin 1835; Zustze dazu, mit 1 Taf., Berlin 1836. [Alle diese Abhandlungen sind theilweise ingr. 40., theils in kl. Fol. aus den Abhandlungen der Berliner Akademie, 1830 1836, abgedruckt, dann aber zu einem grsseren Ganzen verarbeitet in:] die Infusions-Thierchen als vollkommene Organismen, gr. Fol. mit 64 Kupfer-Taf. Leipzig 1838; Mikrogeologie, Leipzig 1854, in gr. Fol. mit 40 Tafeln [abgesehen von denjenigen Schriften, welche nur von Diatomaceen handeln]. And. Pritchard: the natural history of animalcula, containing descriptions of all the known species of Infusoria, illustrated with 300 magnified figures, Lond. 1834; 2. edit. 1838. A. de Zigno : sopra aleuni corpi organici che si osservano nelle infusioni, Padova 1842, 8. Mayer: die Metamorphose der Monaden, Bonn 1840, 4o. Synoptische bersicht der Infusorien, nach Ehrenberg, Weimar 1841, in Fol. m. viel. Abbild. Riess: Beitrge zur Fauna der Infusorien um Wien. 44 S. 4o. Wien 1840 > Isis 1842, 557. F. Dujardin: Histoire naturelle des Infusoires, 1vol. 8. avec 22 pH. Paris 1841 (Suites BufFon, chez Roret). Pritchard : History of Infusoria, arranged to Ehrenberg's Infusions-Thierchen , with engra- vings, London 1841. 8. Einleitung. 37 Kutorga : Naturgeschichte der Infusions -Thiere, vorzglich nach Ehrenberg bearbeitet, mit 7 Tafeln. Karlsruhe 1841, 8. - Gravenhorst: Naturgeschichte d. Infusions-Thierchen, nach E hrenb erg. Breslau 1841, 8. Ktzing: ber d. Verwandlung d. Infusorien in niedre Algen-Formen. Nordhausen. 4. 1844. Schmarda: kleine Beitrge zur Naturgeschichte der Infusorien, Wien 1846. Filippi. Metamorphosi degli animali inferiori. Milano 1847. v. Siebold: Lehrbuch der vergleichenden Anatomie. I. (1848) 7 25. Frantzius : Analecta ad Ophrydii versatilis historiam naturalem. Vratislaw 1 849. Perty: zur Kenntniss der kleinsten Lebens-Formen in d. Schweitz, mit 17 Taf. Bern 1852, 4o. P. Laurent: Etudes physiologiq. sur les animalcules des infusions vegetales. Nancy 1854. 4. Fr. Stein: die Infusions -Thiere, auf ihre Entwickelungs -Geschichte untersucht. Leipzig 1S54. 4. mit 6 Kupfer - Tafeln. Lachmann : de Infusoriorum inprimis Vorticellinorum struetura. Diss. inaug., 50 pp. c. 2 tab. Berolini 1855. J. d'Udekem: Recherehes sur le developpement des Infusoires ( Vorticella) = Extrait des Me- moires de l'Acad. R. de Bruxelles 1856, XXX., 15 pp. 1 pl., Bruxell. 1857, 40. b) Mittheilungen in Journalen (alphabetisch, hauptschlich seit 1849). L. Auerbach (Encystirung von Oxytricha) : i. Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. 1854, V, 430, Taf. Balbiani: i. Compt. rend. de l'Acad. 1858, XLVI, 628632. W. Busch (Anatomie v. Trichodina) : i. Mll. Archiv 1S55, 357, Tf. G. Busk u. Williamson (Volvox): i. Transact. microscop. soc. 1853, I, 31 56. H. J. Carter (Ssswasser-Infusorien v. Bombay): i. Annal. Magaz. nat. bist. 1856, XVIII, 115, 221 etc. pll.; (Actinophrys) das. 1857, XIX, 259. Cienkowski (ber Cysten-Bildung) : i. Zeitschr. f. wissensch. Zool. 1854, VI, 301, Tfin. ; (Acineten- Lehre): i. Bullet. Acad. Petersb. 1855, XIII, 297, pl. Claparede (Actinophrys Eichhorni, A. sol): i. Mll. Arch. 1854, 398, Tf. ; und i. Annal. scienc. nat. 1855, XV, 211. Claparede u. Lachmann (Fortpflanz. d. Infus.): i. Ann. scienc. nat. 1857, [4] VIII, 221 244. F. Cohn (Blut - Frbung , Trinkwasser): i. Schles. 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Monatl. Ber. d. Preuss. Akad. 1840, 198; 1848, 233; 1849, 47; 1853, 183; (auf Gletschern) das. 1849, 287; 1853, 315; (Monas prodigiosa) das. 1849, 101. Eichwald (Russische Arten) : i. Bullet, d. Naturalist, de Moscou 1844, XVII, n, 480,653; 1847, XX, ii, 285; 1849, XXLI, i, 400; 1852, XXV, i, 388 ff. Gegenbauer (Trachelius) : i. Mll. Arch. 1857, 309. Gruby u. Delafond (Infusorien im Magen): i. Annal. sc. nat. 1844, XIII, 154. Guanzati (Amphileptus) : i. Zeitschr. f. Zool. 1854, VI, 432. Haime (Metamorphose v. Aspidiscus) : i. Annal. scienc. nat. 1S53, XIX, 109. Huxley (Dysteria): i. Microscop. Journ. 1857, V, 78. Rymer Jones: i. Annais Mag. of nat. hist. 1838, 121; > Mll. Arch. 1839, 80. Lachmann (Infus., zumal Vorticellen): i. Mll. Arch. 1856, 340, Taf. 13, 14. Lieberkhn (Actinophrys, Acineta): i. Zeitschr. f. Zoolog. 1856, VIII, 307; i. Mll. Arch. 1856, 505; (Ophryglena, Bursaria, raramecium, Phialina) das. 1856, 20. Meyen: i. Mll. Arch. 1839, 75. Jon. Mller (Anat. 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Monatsber. 1841, 379. II. Organischer Bau. 6* 1) Allgemeine Krper -Verhltnisse. Die Aufguss - Thierchen haben beim ersten Anblick im Allgemeinen die indifferenten Formen von Kugeln und Eiern, Hirse- und Gersten -Krnern, Bohnen und Linsen, Schluchen, Pantoffeln u. s. w., die einzeln aufgewachsenen solche von Kreiseln, Urnen, Krgen; die Kolonien-weise zusammenhngenden bilden Kugeln, Bumchen, Strucher. Regelmssig strahlige und spirale Formen fehlen ganz, obwohl der Mund -Spalt und die Reihen der Wimperhaare zuweilen spiralig ver- laufen oder der Stiel sich Schrauben -artig zusammenziehen kann. Eine gemeinsame Grund -Form lsst sich fr diese so manchfaltigen Gestalten nicht angeben, und die Schwierigkeiten mehren sich noch, sobald man auf eine nhere Orientirung einzugehen versucht, bald durch den Mangel eines allen gemeinsamen gleich-werthigen (homologen) Ausgangs -Punktes, da an vielen noch nicht einmal ein Mund nachweisbar ist, bald durch die grosse Kontraktilitt , welche einem und demselben Individuum einen manchfaltigen, ja mitunter unbegrenzten Formen-Wechsel gestattet, bald endlich durch das Vermgen und die bung vieler Arten unter passender Vernderung der Krper -Form abwechselnd mit dem einen oder dem an- dern Ende voran zu schwimmen (Diastrophie), dabei diese oder jene Seite nach oben zu wenden, ja eine zwei- bis drei -fache Art der Voranbewegung gleichzeitig mit einander zu verbinden. Die von ihrer Unterlage los-getrennten Vorticellen schwimmen mit dem bisherigen Ober- oder dem Mund-Theile voran, wenn sie noch nicht Zeit gehabt haben, an der Unterseite einen fr diesen Zweck eigens bestimmten Wimper- Kranz auszubilden; ausserdem ist dieser letzte Theil der vordre. Die Flagellaten schwimmen zwar regelmssig mit demjenigen Ende des Krpers vorwrts, wo die Wimper -Borsten sitzen; aber da ihnen eine kennbare Mund -ffnung meistens fehlt, so mangeln auch die Mittel zur Paralleli- sirung ihrer Stellung mit den brigen Familien. Endlich scheinen alle Arten ihre Formen durch Metamorphosen wesentlich umzugestalten. Von dieser Vielartigkeit und Vernderlichkeit der Formen und Richtungen ab- gesehen, ergibt sich aber noch ferner, dass nur wenige derselben voll- kommen symmetrisch sind oder zwei vollkommen gleiche und parallele Seiten besitzen, indem bald die Richtung des Mundes, bald die Stellung gewisser Borsten und am ftesten der allgemeine Umriss des Krpers von solcher Regelmssigkeit abweichet. So werden also auch die In- Organischer Bau. 89 fusorien mit Recht noch unter die Amorphozoen zu zhlen sein wegen der Form -Vernderlichkeit ihrer Individuen, der Asymmetrie ihrer Arten und der Polymorphie der Klasse im Ganzen. Die Grsse dieser Thierchen wechselt von den kleinsten noch unter dem Mikroskope beobachtbaren Maassen an (so dass man sicher die aller- kleinsten noch gar nicht kennt) bis zu den fr das blosse Auge schwer unterscheidbaren. Man kennt Einzelnwesen von 7*000 bis Y100, Y10 und 1 Linie Grsse, worunter diese zwei letzten Maasse aber schon selten sind; Strauch -artige Kolonie'n knnen x /h 1 Linie Hhe und mehr erreichen, so dass sie dem unbewaffneten Auge sich leicht verrathen; solche mit Gallert-artigem Kolonien-Stock ( Ophrydium) mgen bis Wallnuss- und Faust -Grsse erlangen, obwohl die darauf sitzenden Einzelnwesen sehr klein sind. Ein Wasser-Tropfen von 1 Kubik-Linie Grsse knnte da- her ber 10,000 Millionen der kleinsten jener Einzelnwesen enthalten und ist in der That zuweilen so dicht damit erfllt, dass man keine Zwischen- rume mehr unterscheidet. Die Farben wechseln manchfaltig vom durchsichtig Hellen ins Weiss- liche, Grne, Braune, Rothe u. s. w. 2) Histologie. Der Schlau ch-frmige Krper im Ganzen ist insoferne sehr einfach, als er bei jedem Einzelnwesen ungetheilt, ausser den Haaren der Oberflche ohne eigenthmliche Anhnge ist und nur zuweilen von einem Stiele getragen oder von einer besonderen Scheide umschlossen wird. Die Krper-Masse scheint in der Regel nur aus 2 3 histologischen Elementen zu bestehen, aus dem Parenchym und der Oberhaut, meist mit Wimperhaaren ; die innere Hhle ist stets erfllt von Chymus. Von Muskeln sind nur Spuren vorhanden, Gelasse zwar erweisbar, aber ihre Wnde kaum je unterscheidbar. Von diesen und von einigen andern seltener vor- kommenden Gewebe -Bildungen wird gelegentlich spter die Rede sein. Das Parenchym, von Cohn auch Rinden- oder Cortical-Schicht und von Carter Diaphane" genannt, das die ganze festere Krper-Masse und zumal die Leibes -Wnde bildende Element, ist eine Struktur- lose durch- sichtige und oft Krystall- helle sehr zusammenziehbare steife Gallerte, welche, an sich stets zur Abrundung ihrer Form geneigt, doch am leben- den Thiere auch zarte Fortstze zu bilden vermag und wenigstens eine auffallende bereinstimmung mit Sarkode in ihren kontraktilen, nesseln- den, zersetzenden, empfindenden Eigenschaften u. s. w. zu erkennen gibt, Zuweilen enthlt dasselbe Pigment- und andre Krnchen eingemengt, die ihm aber nicht wesentlich angehren. Von einer inneren Haut- artigen Aus- kleidung der Leibes -Wnde hat man bis jetzt fast keine Spur gefunden. Im Parenchym eingeschlossen sindNucleus, Vesicula und Pigment -Fleck, wovon unten. Nach Oskar Schmidt und Lieberkuhn soll auch eine Menge Stab - frmiger Krperchen darin eingebettet liegen, welche nach Allman zarte Fden hervortreiben knnten mit nesselnder Wirkung. An diese Krper-Wandungen lagert sich von innen eine hnliche aber minder dichte, flssigere, beweglichere, aber auch an fremdartigen Ein- Q0 Aufguss-Thierchen. mengungen reichere und daher kaum fr sich darstellbare Materie an, die man wohl als den Speisebrei (Chymus) bezeichnet hat, obwohl deren Grund- masse schon vor Aufnahme von Speise vorhanden ist (vgl. 10, 8). Von ihrem ersten Entstehen an ist sie mit kleinsten farblosen Moleklen von 73000 bis V1000 Linie Durchmesser beladen, zwischen welchen etwas spter eine ge- ringere Anzahl wenig grsserer farbloser oder gelblicher kugelig, elliptisch oder unregelmssig gestalteter, meist dunkel -randiger und Fett -artiger Krnchen sich einfindet. Nach der Nahrungs-Aufnahme kommen gewhn- lich auch kleine bunt-farbige Chlorophyll-Kgelchen meistens neben grssren Ballen von Nahrungs-Theilchen, Stcken von Algen -Fden und leben- dig verschluckten Thierchen darin vor, zwischen welchen mitunter einige kugelige (doch mit Wasser erfllte?) Leerrume oder Vacuolen liegen. Etwas grssre kugelige Blschen und Krperchen, welche, anfangs den oben erwhnten Moleklen hnlich, diese bald berwachsen und ein in jeder Art eigenthmliches Ansehen gewinnen sollten, hat man Ova oder Blastien und, wenn sie noch kleinre Zellchen in ihrem Inneren erkennen Hessen, spherical eells" genannt, berall eine mit der Fortpflanzung in Beziehung stehende Bedeutung unterstellend. Die ussre Begrenzung des Krpers wird fast berall von einem kaum wahrnehmbaren Oberhutchen (Cuticula, Pellicula) gebildet, das jedoch durch endosmotische Mittel zuweilen abgelst werden kann (bei Parame- cium, Loxodcs u. a.). In seinem Inneren Struktur-los, zeigt es auf seiner Oberflche bald eine regelmssige feine Lngsstreifung, bald eine spirale von zwei Seiten her sich kreutzende Gitterstreifung, in welchem Falle zwischen je 2 Paaren vertiefter Streifen immer eine Rauten - frmige Er- hhung bleibt, welche ein Wimper -Haar trgt. Diese Streifung scheint eine (passive ?) Kontraktilitt der Haut sehr zu begnstigen. In andern Fllen hat man die Anwesenheit einer Cuticula noch nicht unmittelbar zu erkennen vermocht, obwohl die Erscheinungen des Platzens beim Zer- drcken, die regelmssige Insertion der Wimper -Haare darauf, die rasche Entwickelung neuer Haare bei Beschdigung der Oberflche, so wie die unten berichteten Beobachtungen ber die Exkretionen bei Spirostomum und Chaetospira darauf hindeuten. Bei den gepanzerten" Infusorien dagegen wird dieses Hutchen dicker und steifer, bei Coleps (10, 1) durch Erhrtung ausgeschwitzter Krnchen wie getfelt, bei den Thecomonadinen sogar hart und sprde durch Ablagerung von Kieselerde darin. 3) Empfindungs - Organe. Von einem Nerven- System ha* sich noch keine Spur gezeigt, daher auch besondre Sinnes -Werkzeuge nicht zu er- warten sind. Doch kommt bei vielen Infusorien -Sippen ein kleiner ein- facher oder doppelter lebhaft gefrbter, rother oder selten schwarzer Fleck (Pigment-Fleck, Stigma; 9, 4, 5, 11, 14 16, 24, 25, 27) auf dem vor- deren Theile des Krpers vor, welcher in Form, Lage und Farbe den Punkt -Augen der nchst- folgenden Thier- Kreise zu entsprechen scheint. In frher Jugend ist er zuweilen blasser; unter dem Mikroskop lst er sich in feine Frb -Krnchen auf, wie sie auch wohl in der Nhe des Organischer Bau. 91 Flecks oder in anderen Theilen des Parenchyms eingestreut vorkommen. Eine Licht -brechende Linse liegt nicht davor, obwohl man eine solche ohne Pigment dicht am Munde von Bursaria ava gefunden hat. Bei Paramecivm, Uroc/lena, Trachelius und Bursaria hat Stein neulich Stbchen -frmige Organe um den Mund beobachtet, die er fr Tast- Werkzeuge hlt (vergl. S. 89). 4) Bewegungs-Organe : sind bei allen Infusorien hauptschlich die Haar- artigen Anhnge der Oberhaut, obwohl sie auch noch zu andern Zwecken dienen. Sie sind von verschiedener Art. Die eigentlichen Wimper- oder die F 1 i m m e r - H a a r e (cilia, 10 bei 1 \), welche der Haut-Streifung parallel in gerade oder spirale Reihen geordnet die Oberflche gleichmssig und meistens berall bedecken und sich in einer bestndig schwingenden wirbelnden Bewegung befinden, die bei ihrer Raschheit und der dichten Stellung der Haare ein undeutliches Flimmern der Oberflche des Krpers verursacht. Auf den Erhhungen zwischen den vertieften Linien stehend und deren Fortsetzungen bildend sind sie von allen Haaren die feinsten, kurz und von gleichmssiger Strke, selten mit etwas lngeren nach gewisser Regel durchmengt (Stentor, 10,4 b). Bei Paramecium Aurelia (10, 15) sind im Mittel etwa 50 Lngsreihen mit gegen 70 solcher Wimpern vorhanden, was gegen 3500 Bewegungs-Organe ausmacht. In andern Sippen ist die Zahl grsser oder kleiner; nur zuweilen sind sie auf queere Zonen des Krpers beschrnkt. Mit ihnen zusammen finden sich zuweilen Wimper- Borsten (10, 2,4,5) vor, lnger, krftiger, nur eine oder einige Reihen bildend, von mehr willkhrlicher Thtigkeit, bald in der Nhe des Mundes und bald an den Seiten, und hier mitunter wie in krftigen Ruderschlgen sich bewegend (10, 10). Folgende ebenfalls damit zusammen vorkommende Haare wirbeln nicht. Borsten (setae, 10, 7, 9, 10, 16 bei VV) schlechthin heissen hnliche bewegliche steife Haare, welche nicht zum Schwimmen, sondern zum Sttzen, Gehen und Klettern dienen und in geringer Anzahl unten oder hinten am Krper stehen. Griffel (styli) sind dick und gerade ohne verdickte Basis, am Hinterende des Krpers und diesen sttzend. Haken (uncini) endlich sind dick und kurz, Haken-artig gebogen, mittelst Zwiebel- artiger Basis angelenkt (10, 7), wirkliche Fsse vertretend, gewhnlich in zwei Reihen lngs der Bauch-Seite geordnet. Selten spalten sich einige dieser Theile in Fasern oder theilen sich in ste (Euplotes pafelfa). Endlich sind noch die strudelnden, durch die Form ihrer Bewegung einen Trichter nachahmenden Geis sein (agella, 9, 1-15, 18-23) zu unterscheiden, deren 12, zuweilen 3 5 und selten mehr beisammen aus einem Punkte an demjenigen Ende des Krpers, welches beim Ortswechsel vorangeht, ent- springen, sich bestndig im Wirbel drehen (9, 1) und hiedurch den schwim- menden Krper von der Stelle rcken. Wenn ihrer zwei beisammen, sind sie oft ungleich" in Stellung und Verrichtung, indem die eine vorwrts gestreckt bestndig strudelt, whrend die andre rckwrts nachgeschleift wird und dem Thier nach Art eines seitlichen Steuers zur Sttze und Richtung zu dienen scheint (9, 10, 22). Man unterscheidet daher die In- 92 Aufguss - Thierchen. fusorien in Ciliata und Flagellata, indem sich cilia und agella nur sel- ten bei einerlei Art beisammen finden. Selten endlich kommen Bschel langer gebogener Schnell-Haare (10, 12, 13 1"'!"') vor. Die Wimper- Haare und -Borsten, automatisch oder willkiihrlich bewegt, dienen also zum Schwimmen und zur Erneuerung des umgebenden Wassers, die Wimper- Borsten am Munde zur Erregung einer Wasserstrmung nach und in den- selben und somit zur Zufhrung der Nahrung; die brigen Haare zu einer Art gehenden Ortswechsels (10, 7, 9, 16 b; 11, 7 p). Die Bewegung der gewhnlichen Flimmer- Haare, welche sich auch an den Schwrm -Sporen der Algen findet, wird nicht durch Muskeln be- wirkt; sie ist eine unfreiwillige oder automatische und kann selbst an abgerissenen Haut-Fetzchen noch Stunden lang, bis zu beginnender Zer- setzung, fortdauern. Ihre nhere Betrachtung ist daher sogleich hier schon angemessen (9, 28). Alle Haare, die mit einander in einer Reihe stehen, pflegen auch in der Richtung dieser Reihe, etwa wie ein kurzer Perpendikel, sich rasch hin und her zu schwingen, aber so, dass jedes folgende seine Bewegung um einen Takt spter beginnt, vollendet und wieder anfngt als das vorhergehende. Hat nun das erste aufrechte Hrchen sich fast im Viertelsbogen um seine Basis gedreht und sich beinahe wagrecht niedergelegt, wenn das 8. seine Bewegung beginnt, und brauchte es dann eben so lange Zeit, um sich wieder senkrecht aufzu- richten, so kann es seine zweite Schwingung gleichzeitig mit der ersten des 15., seine dritte gleichzeitig mit der zweiten des 15. und der ersten des 29. beginnen u. s. w. Alle vierzehnten Hrchen in der Reihe wrden also gleichzeitig immer eine gleiche Richtung mit einander haben und abwechselnde Reihen von je 7 Hrchen hinter einander wrden, um je einen Takt verschieden, in gleichzeitiger Vorwrts- oder Rckwrts- Schwingung begriffen sein (9, 28). Zwar ist es nicht erwiesen, dass die Aufrichtung genau so lange Zeit als die Niederlegung braucht und mithin die Anzahl der vorwrts schwingenden Haare genau so gross als die der zurckschwingenden seie. Auch wrde eine solche Gleichvertheilung der Bewegung in Zeit und Raum sich in der Wirkung ausgleichen mssen, d. h. wohl ein Wogen, aber kein Vorwrts - Strmen des Wassers oder kein Fortrudern des Krpers bewirken knnen, wenn nicht etwa Breite und Dicke der Haare verschieden sind und eine solche Drehung derselben stattfindet, dass sie beim Hingang mit der breiten und bei der Rckkehr mit der schmalen Seite auf das Wasser wirken. Indessen sind die Infusorien nicht zu allen Zeiten Bewegungs-fhig und manche unter ihnen (Vorticellinen etc.) sitzen fast lebenslnglich auf einer Unterlage fest, entweder unmittelbar oder mittelst eines ihr Hinterende sttzenden drehrunden oder etwas zusammengedrckten Stieles (11,12). Dieser ist einfach oder stig, und entweder derb und steif, innen lngs- streifig, von Strecke zu Strecke undeutlich gegliedert und aussen von der cuticula berzogen; oder er ist hohl und von eigentmlicher Struktur (12, 1 B c D). Die Hhle liegt nmlich nicht in der Mitte des Stieles, son- Organischer Bau. 93 dem zieht schwach spiral um dessen Achsenlinie nahe an seiner Oberflche herauf und ist von einem Strange erfllt, der, unten wahrscheinlich daran befestigt, die Weite der Hhle nicht ganz ausfllt und sich bei seinem bergnge aus dem Stiele in das untre Kreisei-frmige Ende des Vorti- cellinen-Krpers Gabelfrmig oder vielleicht in Gestalt eines hohlen Trichters ausbreitet und an die Krper-Wnde anzusetzen scheint. Obwohl in An- sehen und Mischung mit dem gewhnlichen Parenchyni bereinstimmend, scheint dieser Strang doch die Verrichtung eines Muskels zu haben und dem Willen des Thieres zu gehorchen. Der spirale Verlauf des Kanales im Stiele ist es, der eine Schrauben-artige Zusammenziehung desselben bedingt, wenn der in demselben enthaltene Muskel -Strang sich verkrzt (12, lc), und die grssre Weite des Kanales ist nothwendig, damit der sich verkrzende Strang in angemessenem Verhltnisse sich verdicken knne; brigens erhlt der Schrauben-artig zusammengezogene Stiel auch noch ein dicht geringeltes Ansehen in Folge der eigenen Verkrzung (Fig. S. 82 und 12, 2). Bestimmter tritt die Muskel-Natur nach Lieberkhn in einigen Lngs- faser-Streifen hervor, welche den Stiel der Stentoren vom Rande der an seinem Ende befindlichen Saug -Scheibe an (wo ihrer mehre mit einander verbunden sind) bis zum Wimper-Kranze durchziehen. Sie verlaufen unter den ungekrnelten Zwischenstreifen zwischen den Lngs-Reihen der Wimper- Haare. Diese Fasern charakterisiren sich als Muskel -Fasern namentlich dadurch, dass sie abwechselnd in Wellenlinien verlaufen und pltzlich wie- der ganz gerade werden, so oft ein Wechsel in der Ausdehnung oder Zu- sammenziehung des Stentors sich wiederholt. Auch die Acineten-artigen Infusorien, jetzt schon in grosser Manchfaltig- keit bekannt, sitzen meistens mit oder ohne Stiel auf einer Unterlage fest, die aber fr Podophrya z. B. nur in schwimmenden Schleim-Kgelchen be- steht, whrend dagegen Actinophrys (10, 14) frei und ungestielt ist. Alle aber unterscheiden sich von den brigen Infusorien dadurch, dass sie gar keine Wimpern besitzen, die ihnen zum Ortswechsel oder zum Herbeiwir- beln ihrer Nahrung dienen knnten, daher man sie zum Theil fr ruhende Puppen-Zustnde andrer Infusorien zu halten geneigt ist (10, 6 1 , 14; 11,6; 12, 1f n; 2jko), so dass man sogar einzelne Acineten- Sippen als die Puppen-Stnde bestimmter andrer Infusorien-Sippen bezeichnete (S. 95). 5. Ernhrungs- Organe. Einen Mund kennt man bei fast allen aus- gebildeten Ciliaten (10 12), einen After bei den meisten (10, bei i, i), und wahrscheinlich fehlen beide bei keiner Art. Ungewisser sind sie bei den Flagellaten. Beide ffnungen stehen mit der inneren Leibes-Hhle in Verbindung, welche vom Chymus erfllt ist, an der aber nur in einem Falle eine besondre Haut -Auskleidung bemerkbar geworden ist (10, 8), so dass bei der weichen Beschaffenheit und grossen Kontraktilitt des Parenchyms Theile des ersten leicht in das letzte eindringen und Theile des letzten sich oft verschieben mgen, daher eine feste Grenze zwischen beiden schwer auszumitteln bleibt. Der Mund kann bei frei -beweglichen 94 Aufguss-Thierchen. Infusorien an einem Ende oder an einer Seite des Thierchens liegen; jenes ist dann das Vorderende, diese die Unterseite ; bei solchen Infusorien, welche mit einem Ende festgewachsen sind, liegt er immer am entgegen- gesetzten oberen Ende. Mund und After mnden entweder in einem gemeinsamen Vorhof zusammen (Einmndige, Anopisthia Eb. : 10,2,3), oder sind von einander getrennt und entfernt, der Mund am Vorderende und der After hinten (Gegen mndige, Enantiotreta: 10, 6 2 , 8) oder unten, oder der Mund liegt unten und der After hinten (10, 9: beide zu- sammen sind die Wechselmndigen, Allotreta Eb.), oder ebenfalls unten (Bauchmndige, Catotreta Eb. : 10, 7,15). Selten liegt der Mund unten und der After auf der Klick -Seite (10, 4, 5). Die Einmndigen (die Familie der Vorticellinen : 10, 2, 3; 11, 8 a) und Stentor haben oben ein abgestutztes Ende, die sogenannte Stirn, auf dessen Rande ein spiraler Spalt in etwas mehr als 1, 2 3 dichten Umgngen herumluft, dessen ussres Ende sich etwas abwrts senkt und dann durch eine massige ffnung einwrts in die gerumige Vorkammer fortsetzt, welche an einer Seite die After -Mndung aufnimmt, whrend sie im Hintergrunde durch den Mund in den Rhren- oder Triehter-frmigen Schlund bergeht, von dessen Ende dann noch ein etwas weitres Spindei-frmiges und unten offnes Stck Speiserhre schief in den Leib hinabhngt : 10, 3 (vgl. auch 10, 15 a). Lngs der ganzen Spiralrinne zieht sich auf ihrem usseren Rande eine Dop- pel-Reihe von Wimpern hin, beide Reihen zwar fast auf einer Linie stehend, aber die eine aus lngeren und aufrechteren, die andre aus krzeren und mehr auswrts geneigten Haaren zusammengesetzt : 1 0, 2 b. Schwchre Wim- perhaare finden sich auch in der Vorkammer und im Schlnde. In dieser Vor- kammer zwischen Mund-ffnung und After-Mndung steht eine nicht wim- pernde starke Borste, welche mit dem Ende gewhnlich noch aus dem Ein- gang zur Vorkammer hervorragt: 10, 2, 3, tt. Die Flimmer-Bewegung der Wimper-Spirale ist geeignet, einen wirbelnden Wasserstrom mit seinem Nah- rungs-Gehalte in Vorkammer, Schlund und Speiserhre hinabzufhren; jene Borste soll grssre Krperchen zurckschleudern, welche in die Mundflfnung nicht eingehen knnen, vielleicht auch die periodische Gegenstrmung aus dem After von der fortwhrenden Einstrmung in den Mund ablenken (Lach- mann). brigens knnen die Wimpern-tragenden Rnder der Spiralrinne mehr und weniger vorgezogen oder dieser ganze Wirbel-Apparat vllig nach Innen eingestlpt werden : 1 2, 2 b a. Bei allen andern Ciliaten ist der Mund vom After getrennt. Auch dann fhrt gewhnlich noch bald eine spirale Wimper-Reihe auf dem Stirn-Ende (Stentor; 10, 4) oder lngs der Seite (Spi- rostomum, Bursaria spp., Chaotospira: 10, 5, ? Spirotricha), bald eine schief- gebogene oder gerade Lngsreihe strkrer Wimpern ( Oxytrichina, Euplotea: 10, 7, 15, 16) zum Munde und in den Leib fortsetzenden Schlnde, und selbst da, wo der Mund ganz vorn liegt, sieht man sie mitunter noch eine kleine Gruppe bilden; aber nie ist mehr (ausser 10, 15a a?) ein als Anfang der Speiserhre zu deutender Theil hinter dem Schlund vorhanden, und selbst dieser ist nicht mehr berall zu erkennen. Da aber, wo er vorhanden, pflegt Organischer Bau. 95 er durch eine innere Wimper -Bekleidung offen gehalten zu werden. Bei Ophryoglena ist im Innern der Taschen - frmigen Mundhhle statt der Wimpern eine schwingende Membran zu linden. Bei Glaucoma und Cinetochilum, wo der Mund unten am Bauche liegt, ist er noch durch eine wie ein Augenlid zuckende Lngslippe bedeckt (11, 2 a). Wimperlos und zusammengefallen ist der Schlund jedoch bei der Familie der Chilodonten und bei Chlamydodon, seie er nun brigens glatt oder lngsfaltig. Glatt ist er nmlich bei Liosiphon , whrend er bei allen andern Sippen dieser Familie das Ansehen hat, als seie er aus 6 30 in Form einer Fisch-Reuse neben einander gelegten Lngsstbchen zusammengesetzt (Ehrenberg) oder von einer in eben so viele Lngsfalten gelegten Haut gebildet (Stein), welche mit ihrem vorderen Ende in Form paralleler Zhnchen Lippen- oder selbst Rssel-artig aus dem Krper hervortreten knnen, ohne jedoch wie ein Gebiss gegen einander zu wirken (10, 9). Hier fehlen auch die zufhrenden Wimper-Borsten vor dem Munde des Thierchens, und dieses muss daher seine Beute unmittelbar verfolgen und mit dem Munde erfassen, welcher bei diesen gefrssigen Wesen offenbar selbststndiger entwickelt ist, wie denn auch in der ihnen hierin so nahe stehenden Sippe Harmo- dirus (Trachelius ovum) der einzige Fall eines mit einer deutlicheren Haut ausgekleideten gerade zum After verlaufenden und seitenstigen Darmes vorliegt (10, 8). v. Siebold hat daher dieser Abtheilung der Infusorien den Namen Stomatoda, Mund - Infusorien gegeben. Nur in wenigen Sippen der Ciliaten hat man noch gar keine Mund-ffnung gefunden, sei es nun dass man sie bloss bersehen hat, oder dass solche, wie bei den im Inneren anderer Wasserthiere parasitisch lebenden Opalinen, nicht nthig ist. Auch bei den Flagellaten (9) ist noch kein Mund unmittelbar be- obachtet worden, obwohl man bei den noch theilweise bewimperten Peridi- mW- Arten einen seitlichen Ausschnitt des Krpers findet, von welchem ein lichter Streifen schief einwrts zieht, der eine Mundhhle anzudeuten scheint, und man bei Monadinen, Cryptomonadinen und einer Bodo- oder Astasia-Art einige Male verschluckte Bacillarien und grosse Vibrionen und bei Euglena lange Algen -Stcke im Inneren gesehen hat. Doch knnten diese auch wie bei den Rhizopoden ohne eigentlichen Mund eingenommen worden sein und scheint eine Beobachtung Lieberkhn's auf die Mg- lichkeit einer bloss saugenden Ernhrung mittelst eines willkhrlieh vor- gestreckten Rssels hinzudeuten, wie er etwa bei Rhizopoden und bei den mundlosen Actinophryen und Acineten vorkommt. Bei den Actinophryen nmlich nimmt man an der Oberflche des Krpers einige rundliche Aus- stlpungen wahr (10, 14 Ay), die, sobald ein Nhrstoff darauf zu liegen kommt, ihn an sich festkleben und sich mit ihm ins Innere zurckziehen, whrend der sie umgebende Rand des Krpers sich ber ihnen schliesst. Spitze ber die Oberflche zerstreute Fden mgen mitwirken , die Beute an jene Ausstlpungen zu bringen. Die eigentlichen Acineten sind mit Faden-frmigen und am Ende gewhnlich Kopf-artig verdickten Fden besetzt (10,6; 11, 6'; 12, 1,2). Kommt nun ein andres Thierchen mit diesen Fden in Q Aufguss-Thierchen. Berhrung, so klebt es an deren Kpfchen fest, das sich wie eine Scheibe an dessen Oberflche ausbreitet, auch wohl, wenn diese weich ist, eine Strecke weit in sie einsenkt und die Beute aussaugt. Man sieht dann die flssige Nahrung durch die hohle Achse der Saug -Fden in das Innere der Acinete berstrmen (10, 6 1 " 2 ). Bei Dendrocometes (11, 8hj) schei- nen 2 5 solcher Faden-Bschel zu eben so vielen bleibenden dreizackigen Armen umgestaltet zu sein; doch fehlen sie zuweilen auch ganz. Eines Afters bedrfen nur die feste Nahrung verschlingenden, nicht die saugenden Infusorien. Er drfte daher keinem derjenigen fehlen, die einen wirklichen Mund haben, und liegt fast immer entweder unten oder hinten. Nur bei Steator und der verwandten Chaetospira (10, 4, 5), vielleicht auch Sticho- tricha, liegt er in der Nhe des (vordem oder obern) Stirn -Endes, dem Munde gegenber, was bei Chaetospira mit durch die Einschliessung des hintren Krpers in eine Scheide bedingt sein mag. Auch unter den Fla- gellaten hat man bei Monadinen eine Exkretion nahe am Hinterende des Krpers wahrgenommen. Ehrenberg's Angabe einer bleibenden After- ffnung findet neuerlich durch Lachmann Untersttzung und theilweise Besttigung, nachdem andre Beobachter angenommen, dass (ausser etwa bei den Vorticellinen) fr jede Excretion, immer ungefhr in derselben Gegend des Krpers, eine neue ffnung entstehe, die sich dann sogleich spurlos wieder zuheile. Besonders deutlich widerlegt sich diese Ansicht bei der eben erwhnten Chaetospira, wo der After auf dem stabfrmigen Vorderende des Krpers liegt und die Koth-Ballen (vgl. die Fig.), welche zu ihm gelangen sollen, dicker als dieser Stab sind, so dass sie ihn lngs ihrem Wege auf allen Seiten aufschwellen machen, ohne frher als an der bestimmten Stelle herauszutreten. Eben so bei Spirostomum , wo die Koth-Ballen, um zum After am Hinterende des Krpers zu gelangen, sich zwischen dessen Oberflche und der Vesicula hindurch zwngen mssen und nach beiden Seiten hin eine Anschwellung verursachen, ohne jedoch in die Vesicula einzudringen oder frher als an der bestimmten Stelle nach aussen gelangen zu knnen. Das kontraktile Blschen (vesicula, die kontraktile Vakuole Stein's, die Saamen -Tasche Ehrenberg's: 1012 berall bei vv), ein im Parenchym nahe der Oberflche gelegenes Scheiben -artig rundes und durch seine durchsichtige Helle und Puls -artige Bewegung auf- fallendes Blschen, das vorn, mitten oder hinten im Krper, aber bei jeder Species immer an derselben Stelle vorkommt, obwohl es bei Arten mit undurchsichtigerer Haut, oder wenn der ganze Leib von Futter erfllt, schwer wahrzunehmen ist. Man kennt die Vesicula jetzt bei wohl allen Ciliaten (10 12) und unter den Flagellaten, wo sie schwerer zu ent- decken, bei Euglena, Dinobryon, Chilomonas , Cryptomonas , so dass sie wahrscheinlich auch in dieser Abtheilung nirgends fehlt*); zuweilen sind *) Aber auch bei Chlamydomonas u. a. Volvocinen kommt sie vor, so dass sie nicht als Unterscheidungs-Merkmal zwischen Thier- und Pflanzen-Infusorien" gebraucht werden kann, wenn man nicht die zuletzt genannten Wesen auch noch als Thiere ansehen will. Organischer Bau. 97 zwei (10, 15b CD), selten mehr (? Actinophrys, Chilodon, bei Harmodirus [10, 8] sogar 40 60) solcher Blschen zugleich, zwei vielleicht immer bei beginnender Selbsttheilung vorhanden (10, 9). Dass es nicht, wie ange- nommen worden, ein wandloser Leerraum (Vakuole) im Parenchym oder gar im Chymus sei, geht theils aus der bestimmten Lage und Zahl, theils aus den so eben berhrten Wahrnehmungen ber die Ausfhrung der Exkrement -Ballen bei Spirostomum, theils aus seiner ganz oberflch- ichen Lage bei Paramecium (10, 15 D bei vv) und Actinophrys (10, 14) u. a., wo derselbe im Zustande grsster Ausdehnung platzen msste, theils endlich aus den nachfolgenden unmittelbaren Beobachtungen hervor. Das Bls- chen ist nmlich in einem bestndigen wechselweisen Erscheinen und Ver- schwinden begriffen; es wchst langsam an und fllt dann rasch zusam- men , indem es sich dabei mit klarer Flssigkeit fllt und wieder entleert. Das Erscheinen des Blschens findet immer wieder genau an derselben Stelle statt, wo es verschwunden ist. Obwohl es aber in der Regel nur in der angegebenen einfachen Form bekannt ist, so hat man doch schon in mehren Sippen davon auslaufende Gefss-artige Verstelungen wahrge- nommen, welche, schon ihrerseits schwer zu beobachten, vermuthen lassen, dass sie auch in anderen Sippen nicht fehlen, wo eine Vesicula vorkommt. Aber sie sind in verschieden gestalteten Infusorien selbst von sehr un- gleicher Beschaffenheit. Schon von Spalanzani beobachtet und am ge- nauesten bekannt sind sie bei Paramecium Aurelia (10, 15), wo berdiess zwei Blschen zugleich regelmssig vorhanden sind. Von jedem derselben laufen 5 7 Gefsse Strahlen-artig nach allen Seiten aus, jedes Gefss gegliedert, indem es aus 2 5 aneinander-gereihten Birn- frmigen Erwei- terungen besteht, welche mit dem dicken Ende gegen das Blschen ge- wendet sind und mit dem dnnen bis zur nchsten Erweiterung dieser Art fortsetzen. berdiess sind diese Gefsse stig, so dass ihre Anzahl zunimmt, wie sie sich von der Vesicula entfernen, und zuletzt auf 28 32 steigen kann. Haben sie den Band des Krpers erreicht, so biegen sie nach innen um; ihre Endigungs - Weise kennt man jedoch nicht. Die mit dem einen Blschen zusammenhngenden Gefsse laufen ber oder unter denen des andern weg, ohne sich mit ihnen zu verbinden. Alle sind jedoch, wie die Vesicula selbst, nur im Zustande der Anschwellung oder Fllung kenntlich , und diese Anschwellung wechselt mit der der Vesicula ab; entleert sind sie nur selten noch in Form usserst feiner Fdchen von gleichmssiger Dicke aufzufinden. Auch bei Parameciwm bursaria hat das Blschen mit seinen Anhngen eine solche Rosetten-artige Bildung, kommt aber erst in Folge des Druckes (zwischen zwei Deck -Glschen) zum Vorschein. Bei Ophryoglena avicans, Bursaria flava und B. cordiformis^ bei Glaucoma , Phialina , Spirostomum , Actinophrys ist dieses Gefss-System ebenfalls bekannt, und die erstgenannte Art verhlt sich dem Paramecium sehr hnlich; sie hat oft 2 Blschen mit bis je 30 Gefssen. Bei der Vorticellinen -Sippe Carchesium (10, 3v) sendet die an der Stirn -Scheibe gelegene Vesicula einen kurzen Zweig schief ber das Vestibulum; bei Bronn, Klassen des Thier - Reichs. I. 7 J ) S Aufguss - TliierchcTK Dmdrosoma radialis zieht sieh ein stiger Gefss-Stamni mit mehrfltigeu kontraktilen Erweiterungen durch alle Verzweigungen des Krpers. Bei den kreiseifrmigen Stentoren, wo die Vesieula ebenfalls dicht an der wimpernden Stirn-Scheibe etwas links von der Speise-Rhre liegt (10, 4av), sendet sie ein Ring-Gefss w'w' dicht unter der Wimper-Spirale um den Krper herum, whrend ein andres mehrer Erweiterungen fhiges (b, w"w") an jeder Seite des lang und spitz zulaufenden Hintertheiles des Krpers hinzieht. Bei Flagellaten hat man von diesen Verstelungen noch nichts entdeckt. Es ist somit kaum zu zweifeln, dass hier eine Art Gefss- System vorhanden ist, nachdem man den Haupt-Bestandtheil desselben der Reihe nach fr ein Herz (Wiegmann, v. Siebold), ein mnnliches Organ, ein Wasser-Gefss, ein Exkretions-Werkzeug gehalten und sogar, durch das Vorspringen eines der Strahlen-Gefsse im Profile des Thieres (Paramecium: 10, 15 D, vv) getuscht, eine warzenfrmige Mndung des- selben nach aussen entdeckt zu haben glaubte. Eigenthmliche Sekretions-Organe sind nicht vorhanden; doch vermgen bald gewisse Stellen, bald die ganze Oberflche des Krpers eine Flssigkeit abzusondern, welche entweder in dieser Beschaffenheit oder nach vorgngiger Erhrtung seine Haut zu verstrken oder sie noch mit einer abgesondert bleibenden Hlle oder Cyste zu umgeben bestimmt ist, die man sehr hufig bei diesen Thieren findet. (Vgl. 11, 4e, 8f; 12, Icde, 2c, D.) 6. Fortpflanzungs-Organe von geschlechtlichem Charakter sind zwar nicht bekannt, da die Verjngung durch freiwillige Selbsttheilung und Bildung ussrer Knospen ohne Vermittelung eigenthmlicher Organe zu geschehen pflegt. Jedoch kommt in allen Infusorien noch ein besonderes Organ von zweifelhafter Natur vor, welches bei noch einer andren vielleicht geschlechtlichen Fortpflanzungs-Weise mitzuwirken bestimmt ist. Es ist diess der von Ehrenberg sogenannte Hode, Testis, nachher Nu eleu s oder Kern geheissen (10, 11, 12 bei nn), welcher Ausdruck jedoch nicht gleich-bedeutend mit Zellen-Kern genommen werden darf, obwohl man ihn anfangs in diesem Sinne angewendet und selbst einen Nucleolus dazu ge- funden hat. Man unterscheidet diesen Kern daher jetzt auch wohl als Nuclens germinativus oder Keim-Kern (Stein), oder als Embryogene (Cla- parede). Dieses Organ fehlt wohl keinem Infusorium, ist feinkrnig, durch seine opake Beschaffenheit der hellen Vesieula gegenber auffallend, ge- whnlich gelblich, hohl aber dick-wandig, von Scheiben-, Ei-, Spindel-, Walzen-, Hufeisen-, Darm- und Ketten-Form, zuweilen verstelt, immer von einer Haut lose umgeben. Oft liegt ein viel kleineres, strker licht- brechendes Krperchen dabei, von einer Seite oder einem Ende her in das erste eingedrckt, zuweilen auch lose daneben, das also auch kein wirklicher Nucleolus sein kann, wofr man es gehalten hat; in anderen Fllen fehlt dieses letzte ganz (Chilodon etc.). Der Nucleus ist immer einzhlig, liegt gewhnlich nach der Mitte des Krpers zu, sitzt im Pa- renehyme fest, ragt aber insbesondre bei lngrer Form oft mit einem Chemische Bestandtheile. 99 Tbeile frei in den Chymus-Rauni hinein und kann durch Bewegungen des Krpers etwas aus seiner Richtung gebracht werden, in welche er dann wieder zurckkehrt. Bildet sich ein junger Knspling am Krper des alten Infusoriums aus, so geht immer ein abgelster Theil vom Nucleus des letzten in den ersten ber. Bei einigen Oxytrichinen (Oxytricha, Stylonychis) ist ein doppelter Nucleus vorhanden. Sollte nun der Nucleus eine geschlechtliche Bedeutung haben, so wrde es nach dem Mitgetheilten scheinen, als msse er ein weibliches Organ sein. Inzwischen sahen J. Mller, Lieberkhn, Claparede und Lachmann bei Chilodon cucullulus und bei Paramecium im Nucleus oder seltener im Nucleolus sehr feine gewhnlich starre und gerade, selten wellig gebogene Stbchen oder Fdchen, dort in verschiedenen Richtun- gen durcheinander, hier parallel nebeneinander liegen, zuweilen auch schon aus demselben in die Chymus-Masse hervorgetreten, welche als Spermatoidien gedeutet werden konnten, aber nie eine Spur von Bewe- gung erkennen Hessen. Nur Balbiani, welcher den Nucleus fr den Ei- hlter und den Nucleolus fr ein Hoden-artiges Organ erklrt, sah ganz neuerlich die daraus hervorkommenden Fdchen sich unter Umstnden und in einer Weise bewegen, die, wenn sie sich besttigte, an seiner richtigen Deutung dieser Organe kaum einen Zweifel lassen wrden. Wir werden jedoch erst spter darauf zurckkommen. III. Chemische Bestandteile. Der Krper. Der Stoff, welcher die Wnde des Infusorien-Schlauches, mit Ausnahme der andern in denselben eingebetteten Theile, und den inneren Theil des Vorticellinen - Stieles bildet, entspricht in seinem che- mischen Verhalten den Protein -Verbindungen berhaupt und der Sarkode (S. 57, 89) insbesondere. Selbst die Haut des Krpers und Stieles verhlt sich nicht wie die (Stickstoff- freie) Cellulose der Pflanzen, da sie durch Schwefelsure nicht in (damit isomeres) Strkmehl verwandelt und des- halb dann nicht durch Jod geblut werden kann*). In hinreichend konzentrirter Schwefelsure lst sich dieser Stoff allmhlich auf, doch nicht in Salpeter- oder Salz-Sure noch in Kali. Diese letzte Unaufls- lichkeit hat er mit dem Chitin gemein , einer Stickstoff-armen Verbindung, die sich in den Hllen vieler niedrer Thiere bis zu den Insekten herauf wiederfindet; aber seine Unauflslichkeit in den 2 zuvor genannten Suren unterscheidet ihn davon. Der Nucleus soll zwar chemisch und optisch mit Strkmehl bereinstimmen, ohne jedoch wie dieses durch Jod geblut zu werden. Sich hnlich verhaltende Krperchen sind auch im Innern *) Diese Eigenschaft findet sich dagegen bei den Volvocinen Ehrenberg's, die wir dem Pflanzen- Reiche berlassen haben. 7* 1 00 Aufgusa - Thierchcn. der Euglenen gefunden worden. Gottlieb hat den sie bildenden Stoff Paramylon genannt. Doch viele lose Krnchen in der weichen Leibes- Substanz verhalten sich fters (in Chilomonas, Polytoma, Chloroc/onium etc.) ganz wie Strk - mehl, indem sie durch Jod schn blau werden und sich in konzentrirter Schwefelsure langsam lsen. Vielleicht noch unverndertes Futter? Pigmente. Viele durch lebhaft bunte und elegante Frbung auffal- lende Mund -Infusorien (Nassula, Chilodon, Prorodon, Chlamydodon u. S.w.) enthalten in der weichen inneren Krper -Masse eine eigenthmliche von Ngeli Pikrochrom genannte Farbestoff- Reihe, welche durch chemische wie durch Lebens -Prozesse sehr leicht aus Grn in Spangrn, Indigblau, Violett, Purpurroth und Braungelb bergeht. Dieser Stoff rhrt aus den Oscillatorien und Nostochinen her, welche jenen Thierchen zur Nahrung dienen und von ihnen in grsseren Stcken aufgenommen und verschluckt werden. In der lebenden Pflanze scheint er, mit dem Protoplasma in Verbindung, ungelst vorhanden zu sein, sich aber in Folge von Ful- niss, Verdauung u. s. w. zunchst mit blauer Farbe aufzulsen. Von den Infusorien wird jedoch das Pikrochrom, das sich in Form kleiner Trpf- chen im Hinterleibe ansammelt, mit andern Fces grsstentheils wieder ausgeworfen und verliert seine Farbe im Augenblicke, wo es ins Wasser bertritt. Ferner wird eines Orange- bis Karmin-rothen Farbstoffs bei gewissen lebhaft roth-gefrbten Euglenen und Astasien gedacht, welcher aus Algen und Flechten stammend sich Ol-hnlich gegen ther und Alkohol verhlt und sich unter gewissen Verhltnissen von der Peripherie nach dem Zen- trum hin in Chlorophyll umwandeln kann u. a. Auch die grnen K- gelchen in Euglena, Loxodes, Stentor etc. verhalten sich chemisch wie Chlorophyll -Krner, da sie durch konzentrirte Schwefelsure spangrn, dann blaugrn und endlich unter Auflsung blau werden (Colin). Es ist daher schon voraus zu erwarten, dass die meisten Infusorien- Arten vor der Aufnahme von Nahrung farblos erscheinen, welche nach derselben lebhaft gefrbt sind, und dass ihre Frbung oft in mehren der oben angegebenen Nuancen spiele. In der That kommen nach Focke alle grn angegebenen Arten auch farblos, und viele roth und blau an- gegebene oft roth und weiss vor. Die Ophrydinen sitzen auf einer von je einer Kolonie gemeinsam ab- gesonderten Struktur-losen Gallert-Kugel fest (11, 4 ab), welche bei der Analyse keinen Stickstoff liefert. 1Y. Lebens - Verrichtungen. p* 1. Bewegung. Die Bewegungen der Aufguss-Thierchen bertreffen an Lebhaftigkeit und Vielartigkeit bei Weitem die der brigen Amorphozoen. Die meisten sind durch eine grosse Kontraktilitt ausgezeichnet, welche Lebens - Verrichtungen. \ Q J jedoch nicht allen in so hohem Grade zukommt und auch bei einer mehr Panzer-artigen Erstarrung der ussern Hlle notwendiger Weise usser- lieh zurcktritt. Die meisten knnen daher in hherm Grade und mehr oder weniger rasch ihre Gestalt ndern, ovale oft sich bis zur Spindel - und Faden -Form ausdehnen und bis zur Kugel -Form zusammenziehen, sich in verschiedenen Richtungen krmmen und schwenken, den halbfls- sigen Inhalt ihres Innern schnell von einer Stelle des Krpers zur andern treiben, und ihre Wimper -Haare alle oder theilweise willkhrlich in Schwingung versetzen oder ruhen lassen. Die erwhnten Zusammenzie- hungen werden bei den Vorticellinen auf eine sehr pltzliche Weise durch ein heftiges Zusammenschnellen mittelst des oben (S. 92) beschriebenen Stieles bewirkt. Auch vermgen dieselben sowohl den vorn gelegenen Mund- und Wimper-Apparat als das hintre dem Stiel aufsitzende Ende des Urnen-frmigen Krpers ganz in sich hineinzuziehen und zu verber- gen, indem der Krper sich verkrzt und verdickt und in Ring-frmige Runzeln legt, wobei zweifelsohne die Muskel-Fden behlflich sind, welche man innen vom Stiel -Ende nach den Seiten -Wnden des Hinterkrpers auseinander laufen und sich befestigen sieht (S. 93). Ein Ortswechsel findet wenigstens in bedingter Weise bei fast allen Infusorien statt. Bei Weitem in den meisten Fllen ist er vollkom- men: alle Arten schwimmen frei, auch die aufgewachsenen wenigstens in ihrem Jugend-Zustande. Dieses Voranschwimmen wird auf mehrfache Weise bewirkt: entweder durch die wie es scheint an und fr sich dem Willen nicht unterliegende Bewegung der dichten kurzen Flimmerhaare, oder die Schwingung einiger krftigeren mehr im Umkreise des Krpers oder an einem Theile desselben stehenden Schwung- oder Ruder-Borsten der Ciliaten, oder durch eine strudelnde Bewegung von je 1, 23 langen nur am vordem Ende des Krpers wirkenden Strudel-Borsten oder Geiseln der Flagellaten (S. 91). Die Richtung des Thieres ist dann von Krmmun- gen des Krpers in sich oder in Beziehung zu jenen Haaren abhngig. Dabei ist sie meistens zusammengesetzter Art, indem nur die einer krf- tigeren Bewegung fhigen Species einfach gerade -aus schwimmen, die andern aber sich bald zugleich seitlich um ihre Lngs-Achse drehen und somit wie eine Schraube vorwrts dringen, bald wie eine Kegel- Kugel vorwrts um sich selbst rollen, obwohl der Lngs-Durchmesser zuweilen der grsste ist, so dass sie sich fortwhrend berschlagen mssen; bald endlich verbinden sich diese zweierlei Bewegungs -Arten etwas ab- gendert mit der ersten. Die Schnelligkeit der mit Ruder- Borsten sich vorantreibenden Arten ist eine vielfach grssere , als die der meisten blos flimmernden: Verminderung gleichnamiger Organe ist wie gewhnlich mit Steigerung der Funktion verbunden. Die Wimperborsten- und Griffel-tragenden Formen endlich (10, 7, 10, 16) vermgen mit deren Hlfe auch fast wie gehend und kletternd auf festen Unterlagen hinzugleiten, oder sich anzusetzen (10, 9a, 16b). Andre, welche ihre Haare unmit- telbar vor dem Eintreten einer Metamorphose abwerfen, knnen dann 102 Aufguss - Tbicrchen. noch fast nach Art der Amben und Sehwamm-Zellen (S. 16) kriechen. Stehen bei den Mundlosen zwei oder mehr ungleiche Geiseln" am vor- dem Ende oder nach dem Seitenrande hin beisammen (10, 10, 22), so dienen das oder die vorwrts gerichteten durch ihr Strudeln das Thier von der Stelle zu bewegen, die ruhenden nachschleppenden aber dazu, ihm eine Sttze und nach Art eines Steuers das Mittel zu bieten, auf die Richtung des Ortswechsels einzuwirken. Die fest-sitzenden Formen (Vor- ticellinen hauptschlich) sitzen fast immer entweder auf einem einfachen oder stigen Stiele, oder in einer zylindrischen bis Ei-frmigen oben offen- bleibenden Scheide. Diese (10, 5, 11, 5, 7) sind entweder am Boden der Scheide festgewachsen und knnen sich dann an diesem zusammen- ziehen und bis in deren Mndung ausdehnen , oder sie sind nur innerhalb des Mndungs - Randes und vielleicht gar nicht befestigt , und dann ziehen sie sich zeitweise ganz vom Boden zurck oder verlassen schwimmend die festgewachsene Scheide (Spirochona). Andre Vorticellinen sitzen auf einem derben oder hohlen Stiele. Auf dem ersten (12, 2 ab) knnen sie nur mehr oder weniger hin und her schwanken; mit Hlfe des letzten (12, 1b CD) merkwrdige Bewegungen ausfhren, indem sie denselben nmlich erst langsam gerade ausstrecken und dann pltzlich zusammen- schnellen, so dass er eine kurze enge geschlossene Hohl -Schraube nach Art der pflanzlichen Spiral-Gefsse darstellt. Sie bewirken Diess durch eine rasche zuckende Verkrzung und Verdickung (Zusammenziehung) des den weiten Spiral-Kanal des Stieles von unten bis in das ihm aufsitzende Hinterende des Krpers durchziehenden und sich in diesem verbreitenden und befestigenden Muskel - Streifens (10, 2 m). Diese fortwhrend sich wiederholenden Zusammenschnellungen sind zweifelsohne geeignet einen strkeren Wechsel des ruhenden Wassers mit seinem Nahrungs- Gehalte in der Umgebung dieser Thierchen zu bewirken, welche den Ort in der Regel nicht wechseln, obwohl sie gleich den brigen Vorticellinen auf allen Entwicklungs-Stufen das Vermgen besitzen, sich von ihren Stielen abzulsen, umherzuschwimmen, sich anderweitig niederzulassen und n- thigenfalls einen neuen Stiel zwischen sich und der Anheft - Stelle zu bil- den. Jene Ablsung erfolgt entweder ganz unvorbereitet, und dann schwimmt das Thierchen, vom Mundwimper -Organe gefhrt mit dem Mund - Theile des Krpers voran; oder es bildet sich zuerst einen das Hinterende des Krpers unfern dem Stiele umgebenden eignen Wimper- Kranz aus, und dann schwimmt es mit dem Hinterende voran. 2. Empfindung. Obwohl ein Nerven-System und (etwa von den nicht immer vorhandenen Pigment -Flecken abgesehen) Sinnes - Organe nicht nachweisbar sind, so zeigen sich die Infusions - Thierchen doch fr Ein- drcke des Lichts, der Temperatur, der Riech-Stoffe wie fr mechanischen Druck empfnglich. Sie suchen in der Regel (einige Euglena-Arten sehr auffllig) das Licht. (Von den hier ausgeschiedenen Volvocinen wird be- hauptet, dass sie es fliehen.) Sie erwachen zu einer lebhafteren Thtig- keit unter dem Einfluss der Wrme, Avelche das Sonnen -Licht, auf ein Lebens - Verrichtungen. 103 sie enthaltendes Wasser-Gefss fallend, in diesem entwickelt. Selbst unter dem Eise, wie im geheizten Zimmer, scheint das Licht oft mehr als die Wrme auf sie wirken. Sie sind im Stande ihnen erreichbare zur Nah- rung geeignete Stoffe aufzusuchen, wobei sie offenbar das Gesicht weni- ger als der Geruch oder Geschmack leitet. Diese Aufsuchung entfernter Nhrstoffe, ihre haufenweise Versammlung da, wo sie solche entdecken, deutet auf die ersten Spuren eines ber blosse Reitzbarkeit hinausgehen- den Bewusstseins hin. Eine ganz ausserordentliche Reitz-Empfnglichkeit zeigt sich zuweilen, wenn ein Infusorium mit einem andern grsseren, dessen Wirbeln jedoch nicht stark genug ist um jenes in seine Gewalt zu bekommen, zusammen- trifft. Es nhert sich ihm ohne Kenntniss oder Ahnung einer Gefahr, fhrt aber bei der ersten Berhrung mit den Wimpern desselben blitz- schnell zurck, zieht sich zusammen und sinkt regungslos nieder; es ist die Wirkung der Sarkode, wie wir sie bei den Rhizopoden gesehen haben. Festsitzende Infusorien knnen einer drohenden Gefahr nicht wie andre durch die Flucht, sondern nur durch Zusammenziehung entgehen (12, 2 iia) und bemessen den Grad dieser Zusammenziehung nach der Grsse und Dauer der Gefahr. So zieht Opercularia unter den Vorti- cellinen z. B. anfangs nur das Wirbel-Organ etwas zurck, um es bald wieder zu entfalten ; dann verkrzt und verdickt sie bei weiter drohender Gefahr den schmleren Basal-Theil ihres Krpers, so dass er Ring-frmige Runzeln bildet; endlich zieht sie sich so stark zurck, dass dieser an- fangs spitze Theil sich rund um das obre Ende des Stieles herabstlpt und solches einschliesst, whrend das Wimper -Organ sich tief in die Mundhhle herabzieht, deren obrer vordrer Rand sich dann ber das- selbe herlegt. Bloss kurze schwingende Erschtterungen des Wassers scheinen fr die Infusorien kaum wahrnehmbar zu sein , da sie sich dabei nicht beun- ruhigen oder zusammenziehen, wenn nicht eben die festsitzenden eine Ausnahme machen, welchen die Erschtterung noch durch ihre feste Un- terlage mitgetheilt wird. 3. Ernhrung. Mag das Thierchen festsitzen oder zu Auffindung seiner Nahrung den Ort wechseln, so scheint es doch in der Regel keine andren Nahr-Stoffe in sich aufnehmen zu knnen, als solche, welche mit der Wasser - Strmung in Folge der AVimper- Bewegungen um und in seinem Munde in diesen hineingefhrt werden, wobei sich aber ein wei- teres Gefhl und, wie es scheint, Urtheil mit willkhrlicher Bewegung kundgibt, indem unbrauchbare oder grossre Krperchen durch die Borsten im Vorhof des Vorticellinen - Mundes abgestossen werden? Da wo man die Aufnahme der Nhrstoffe unmittelbar beobachten konnte, bestanden solche in kleinen Theilchen von Konferven verschiedener Art, in Splitter- chen, Zellchen, Pigment -Krperchen, auch in ganzen kieseligen u. a. Diatomaceen, Vibrionen und kleineren Infusorien selbst. Die spiralen oder geraden Wimper-Reihen , welche vor dem Munde der meisten Ciliaren ^04 Aufguss - Thierchen. stehen und sich oft bis in den Schlund hinein fortsetzen (S. 94), leiten Wasser-Strmchen samnit ihrem Gehalte an organischen noch lebenden oder schon todten Krperchen dahin. Sind Schlund und Anfang* der Speiserhre wohl ausgebildet wie bei den Vorticellinen , so sammeln sich dieselben in dieser letzten zu spindelfrmigen Ballen an, werden dann von Zeit zu Zeit mit etwas Wasser in die Verdauungs-Hhle gestossen, in welcher der Chymus in bestndiger sehr langsam um die Mitte krei- sender Bewegung ist. Die Speise-Ballen treten mit einer grsseren Schnel- ligkeit auf der einen Seite in diesen Kreislauf ein, nehmen langsamer oder schneller eine Kugel-Form an (10, 2, 15a der Pfeil), ermssigen binnen etwa einem halben Umlaufe ihre Schnelligkeit allmhlich auf die der sie umgebenden Masse und wiederholen denselben mehrmals so, dass sie immer ungefhr in der nmlichen Kreisbahn bleiben , obwohl Bewegungen des Thieres, der Eintritt neuer Nahrungs- Ballen u. dgl. solche jedesmal etwas abndern werden. Colin beobachtete , dass ein Umlauf bei Loxodes 11 l j 2 Minuten whre. Ein Antheil dieser Speise -Ballen, Pigment -Krn- chen , Fett-Trpfchen u. dgl. gehen indess allmhlich in den Chymus ber. Der Rest sammelt sich, mitunter seine Ballen -Form verlierend, in der Nhe des Afters (der aber bei Chaetospira, Spirostomum u. a. ziemlich weit ausser Weges zu sein scheint) an und wird von Zeit zu Zeit durch diesen ausgestossen (10, 15 D bei i). Bei den Vorticellen muss er dabei durch die Vorkammer, an dem einfhrenden Wasser-Strome vorbei, nach aussen gehen (10, 3). Bei den Paramecien u. a. Sippen, deren Schlund noch bewimpert, aber ohne den Spindei-frmigen Anfang einer Speise- rhre ist, treten die Speise -Ballen schon mit Kugel -Form in die Ver- dauungs -Hhle ein (10, 15 a). Coleps (10, 1), dessen Mund ohne be- sonderen Wimper-Apparat ganz am Vorder-Ende liegt, schwimmt gegen die im Wasser aufgefundenen Nahrungs - Theilchen an und schiebt sie so gleichsam in den Mund hinein. Auch einige andre Sippen, deren Schlund weder aussen mit einem Wimperborsten-Streifen in Verbindung steht, noch einen inneren Wimper -berzug zu erkennen gestattet (Enchelys , Trache- Hus, Trachelocerca), scheinen gar keine Speise-Ballen zu bilden. Die mit einem Fischreusen -hnlichen oder lngsfaltigen unbewimperten Schlnde versehenen Chilodonten (10,9) mit Einschluss von Clamydodon, Liosiphon und Harmodirus (Trachelius ovum) schlingen grssre Thierchen und Kon- ferven-Fden ein, welche, oft betrchtlich lnger als sie selbst, dann bald das Thier bis zur Entstellung in die Lnge ziehen, bald sich 1 2 mal auf sich selbst zurckbiegend solches mehr in einer Ebene ausdehnen. Die Mittel, wodurch es so lange Fden in sich hineinstopft, sind noch nicht klar. Amphileptus (A. meleagris Eb.?) endlich sahen Claparede und Lachmann an einem Epistylis- oder Carchesium-BMwcken hinanklettern, es betasten und, als er eines der am Zweige sitzenden Thierchen fand, seinen Mund (der sonst nie zu erkennen ist) weit ffnen, von oben ber dasselbe stlpen, es ganz in sein Inneres einschliessen , sich mit einer Cyste um- geben, darin in halben und ganzen Drehungen rechts und links schwanken Lebens- Verrichtungen. 105 und endlich die Vorticelline von ihrem Stiele losreisseii, um nun unter fortwh- renden vollstndigen und regelmssigen Rotationen seine Beute zu verdauen, deren Pulsationen immer langsamer wurden und endlich aufhrten; das Thierchen war gestorben und verwandelte sich in eine opake Masse im Innern des Amphileptus, welcher mithin als Beispiel eines wirklich fres- senden Infusoriums aufgefhrt werden kann. Wie die des Ortswechsels? des Mundes und meistens der Wimpern entbehrenden Actinophryen, Aci- neten und (chten) Opalinen sich ernhren, ist schon oben angedeutet worden. Die ersten vermgen gewisse Blasen - frmige Stellen ihrer Krper-Oberflche mit den darauf klebenden Nahrungs -Krperchen in ihr Inneres einzustlpen (10, 14 Ay); die zweiten die auf die Enden der ausgestreckten Fden gerathende Beute mit Hlfe dieser Fden, die sich nun im Innern hhlen und am Ende Scheiben-frmig gestalten, auszusau- gen; die dritten, welche als Parasiten in anderen Wasser- Thieren leben, nhren sich endosmotisch, mithin gleich den vorigen nur durch Aufnahme flssiger Nhrstoffe. Die Flagellaten , an welchen Mund und After ebenfalls noch nicht nachgewiesen sind, obwohl in mehren Fllen angedeutet scheinen (S. 95), knnten sich jedenfalls auf eine dieser drei letzten Weisen ernhren. Eine Art Kreislauf der Sfte wird bei allen Infusorien durch, das oder die oben beschriebenen kontraktilen Blschen vermittelt. Indem sich das Blschen langsam mit wasserklarer Flssigkeit fllt und pltzlich zu- sammenfallend wieder im Parenchym verschwindet, vermag es einen Wechsel der Sfte in diesem letzten zu vermitteln, wie er sich in ausgebil- deterer Weise bei den Tracheen -Insekten wiederholt. In hherem Grade wird diese Wirkung eintreten, wo von den Blschen aus Gefss - artige Kanlchen sich durch den Krper verbreiten und versteln. An ihrem von dem Blschen entferntesten Ende fangen sie an sich zu fllen, nach- dem dieses sich entleert hat und zusammengefallen ist; die Fllung schrei- tet langsam gegen das Blschen vorwrts, indem mit der Lnge auch die Straffheit der gefllten Theile zunimmt; sie erreicht endlich das Bls- chen und, indem sich dieses (bei Paramecium Aurelia pltzlich) anfllt, fallen die Gefsse zusammen, so dass selbst jene, welche whrend ihrer Fllung kugelige, Birn-frmige u. a. Erweiterungen gezeigt, jetzt nur noch in Faden-Form oder gar nicht mehr zu entdecken sind. (Die Darstellung auf Taf. 10, Fig. 14 BC gibt der Deutlichkeit willen die Zustnde in Blschen und Gefssen als gleichzeitig, wie sie in Wirklichkeit nur abwechselnd erscheinen.) In welchem Zusammenhange dieses Gefss- System mit der Verdauungs-Hhle stehe, wo es entspringe und wohin es sich entleere, ist nicht ermittelt. Dass es jedoch nicht in blossen Lcken des Parenchyms bestehe, sondern seine eignen Wandungen habe, geht aus seiner ganzen pulsirenden Bewegungs-Weise hervor. Einen geschloss- nen Kreislauf bildet es aber wohl nicht. Auch Wimper-Haare sind in seinem Innern nicht vorhanden. Wo viele Blschen beisammen sind, wie \QQ Aufguss- Thierchen. bei Harmodirus, da ist immer nur eine geringe Anzahl derselben in gleich- zeitiger Thtigkeit sichtbar. brigens versichert Stein, erst neulich an der kontraktilen Vesicula von Bursaria leucas eine ffnung beobachtet zu haben, welche das Was- ser, das vom Thiere fortwhrend eingenommen wird, wieder hinausschaffe. Der Respirations-Prozess, die Einwirkung der im Wasser ent- haltenen Sauerstoff-Luft auf die Sfte-Masse der Infusorien, kann bei der Kleinheit ihres Krpers, der Zartheit ihrer Haut, dem steten Wechsel der sie umgebenden Flssigkeit und der bestndigen Einstrmung derselben mit den Nahrungs-Mitteln in den Krper gengend stattfinden, ohne dass be- sondre Organe dazu erforderlich wren. (Diesem Respirations- Medium gegenber befindet sich der ganze Krper in demselben Verhltnisse, wie bei den Fischen das besondre Athmungs-Organ , die Kiemen.) Sekretionen als gelegentliche Folgen der Assimilation sind nicht bekannt; wohl aber kommen solche vor, welche man als Exkretionen zu bezeichnen pflegt, obwohl sie bestimmte zum Thiere gehrige Bildungen unmittelbar bezwecken. So scheiden einige Sippen eine Gallert-artige oder schleimige Masse aus, auf der sie sich befestigen (Ophri/dium, 11,4) oder in die sie sich hllen (Chaetospira). In anderen Fllen erhrtet die ausgeschiedene Masse, welche entweder in kleinen Krnchen ausschwitzt und einen getfelten berzug auf der Haut selber bildet (Coleps, 10, 1), oder, nachdem das Thierchen sich in Kugel -Form zusammengezogen und zur Ruhe begeben, eine selbststndige weiche oder meistens sprde rundliche Hlle um dasselbe, eine Cyste, zu bilden bestimmt ist. Eine solche Cyste (dergleichen wir schon bei Amoeba gefunden) vermag sich das Thier auf jeder Stufe seines Lebens, bei jeder Grsse, in jedem Le- bens-Akte, selbst whrend der freiwilligen Theilung, wo dann Zwillings- Cysten entstehen, oder whrend jeder andern Vermehrungs- Weise zu bil- den, und thut es, wie es scheint, gewhnlich sobald ussre Verhltnisse zuflliger oder in der Jahreszeit bedingter Art (Trockne, Klte) seine Lebensthtigkeit erschweren oder zu hemmen drohen. Frei bewegliche Infusorien knnen sich auch dann noch rotirend bewegen und nach be- seitigter Gefahr sich unverndert wieder befreien, oder sie thun Diess erst, nachdem sie sich metamorphosirt oder vermehrt haben. Amphileptiis scheint sich, wie wir (S. 104) gesehen, gewhnlich zu incystiren, whrend er seine Beute verdauend auf Vorticellinen -Bumchen sitzt! Zuweilen sieht man Cothurra imberbis ihre Scheide, die aus gleicher Substanz wie die Cuticula, nur etwas strker gebildet ist, verlassen und sich ander- wrts festsetzen, wo sie alsbald beginnt sich eine neue zu bauen (11, 5). Das alte Thierchen steht fast zylindrisch auf Kreisei-frmiger Basis, welche oben durch eine Ring-Furche von dem Zylinder abgegrenzt wird, unten in einen kurzen Stiel fortsetzt. Da wo der Kreisei-frmige Theil in den Stiel bergeht, durchsetzt er den Boden der Scheide, welche dasselbe in Gestalt einer ausgeblasenen und oben offenen Ei-Schaale umgibt. Ist es Lebens - Verrichtungen. 1Q7 nun nach seiner Auswanderung und Wiederfestsetzung in der Notwen- digkeit eine neue Hlse zu bilden, so zieht es sich so zusammen, dass der zylindrische Theil in dem Kreisei-frmigen wie eine kurze Eichel in ihrem Npfchen steckt. Dieses Npfchen sondert nun auf seiner ganzen Oberflche den Stoff fr die neue Hlse aus, welche bald erhrtet und mit ihrem obren Rande einwrts gewendet an die Ring-Furche ber dem Npfchen anschliesst. Dann streckt sich das Thierchen immer mehr in die Hhe und die Scheide wchst in gleichem Verhltniss aufwrts, in- dem ihr obrer Rand immer einwrts gekrmmt bleibt und rund um das Thierchen herum gegen die Ring-Furche herabsteigt, von welcher es allein seinen Zuwachs erhlt. Hat die Scheide endlich die erforderliche Hhe, welche der des gestreckten Thierchens gleichkommt, erreicht, so lst sich ihr Zusammenhang mit der Ring-Furche, ihr Rand wird frei und durch die Bewegungen des Thierchens etwas auswrts gedrngt. 4. Fortpflanzung. Die Fortpflanzungs-Weise ist vielfltiger, und diese Vielfltigkeit allgemeiner bei einerlei Art von Infusorien zu finden, als in irgend einer andern Thier- Klasse; denn sie ist oft eine 2 4 fache bei einer und der nmlichen Species, doch bis jetzt noch nicht als geschlecht- liche Erscheinung mit Bestimmtheit nachweisbar. a) Die ussre Knospen-Bildung (Gemmiparite) kommt in den 2 oder 3 Hauptabtheilungen der Klasse in mehren Familien und zumal bei den Vorticellinen vor; doch gengt es hier, einige Flle nher anzugeben. Die Knospen erscheinen als kleine rundliche Hcker an der Oberflche des lterlichen Einzelwesens, aus dessen Verdauungs- Hhle bald ein feiner Kanal in dieselbe eintritt. Die Knospe vergrssert sich dann, nimmt usserlich die Form des Mutter -Thieres an, entwickelt in ihrem Innern Vesicula und Nucleus unabhngig von den lterlichen, schnrt sich ab und vermag bald selbst wieder auf diese Art sich zu vervielfltigen. Der Aussensprssling hngt bald nur durch sein spitzes Unterende, bald durch eine grssre Seitenflche mit dem Mutter-Thiere zusammen. Unter den Mundlosen vervielfltigt sich auf diese Weise die spitz kegelfrmige, nackte und am stumpfen Vorderende 3 5 Geissein tragende Uvella (Pha- celomonas) bodo; sie bedeckt sich in der Mitte des Krpers mit Hcker- frmigen Knospen, welche dann allmhlich so gross wie das Mutter-Tkier werden, ihre Geissein bekommen, zusammen eine Maulbeer-Form darstellen und zuletzt auseinanderfallen und einzeln umherschwimmen, aber schon whrend dessen anfangen, selbst neue Knospen zu bilden. Ferner Dino- bryon, eine von einer hohl kreiseifrmigen Scheide umgebene Monade, woran die Basis eines jeden neuen Kreisels auf dem Rande des lterlichen Kreisels sitzen bleibt, so dass aus dem Ganzen ein Sertularien- frmiger Infusorien-Stock entsteht (9, 27). Unter den Mund-Monaden ist die Knospen-Bildung bei den Vorticellinen sehr allgemein (11, 7A,kk; 8 AB, kk'; 12, 1b, kk')- Am untersten Theile des mehr und weniger Kreisei-frmigen Krpers, womit derselbe auf sei- 108 Aufguss- Thierchen. nein Stiele oder fremder Unterlage aufsitzt, entstehen 1, 2 3 Knspchen, gewhnlich etwas nach einander, doch mit einander sich entwickelnd. Wenn sie die Form und alle Bestandtheile wie das Mutter-Thier, oft lange zuvor als sie die Hlfte von dessen Grsse erlangt haben, besitzen, lsen sich die Knsplinge mit ihrem spitzen Unterende von demselben ab und schwimmen, mit dem Munde vorwrts und durch dessen Wimpern bewegt, in die Weite, um sich an einer andern Stelle niederzulassen und, selbst noch kaum zur Hlfte ausgewachsen, neue Knospen zu bilden. Gewhn- lich jedoch hat sich vor ihrer Ablsung auch noch ein Kranz von Wimper- Haaren etwas ber ihrer spitzen Basis gebildet, und dann schwimmen sie mit dieser voran. In der zur gleichen Familie gehrigen Sippe Spiro- chona mit steif-wandigem Krper entsteht der Knspling hher oben in der Nhe des Mund -Randes und vielleicht zugleich durch eine Art Theilung, da die eine dem Mutter-Krper zugewendete Nebenseite sich vor der Ab- trennung theilweise nur durch eine dnne Haut schliesst, worauf das junge Thier sich ablst, davon schwimmt, sich anderweitig festsetzt und erst hier das Wimper -Organ des Mundes ausbildet, wobei ber der hutigen Stelle ein Spalt offen bleibt (11, 8kk'). Auch bei Denrosoma radians Eb., einem ?Podophrya-hnlichen Thiere, rindet Vermehrung durch Aussensprsslinge statt, die aber mit dem Mutter- Thiere noch enger zusammenhngen, indem hier der (einzig bekannte) Fall vorkommt, wo auch ein Theil des mtterlichen Nucleus in den Sprss- ling bergeht. Es ist Diess schon mehr eine Art Selbsttheilung. b) Durch Selbsttheilung (Fissiparite) scheinen sich beinahe alle Infusorien (die vorhin erwhnte Spirochona u. e. a. ausgenommen) vervielfltigen zu knnen. Auch hiedurch erfolgen nur Mutter-hnliche Individuen, die jedoch, da die Theilung durch die Mitte des Krpers geht, immer auch eine Hlfte oder einen kleineren Theil des Nucleus in sich auf- nehmen, zuweilen auch eine Vesicula halbiren. Jedenfalls ist die zweite Vesicula immer schon gebildet, ehe die ussre Theilung beginnt. Ist aber in einer Sippe der Nucleus zweifach vorhanden, da geht jeder, sich zwei- theilend, in einen andern Hlbling ber. Das Thierchen, welches sich zur Selbsttheilung anschickt, wird ruhiger, trger, frisst nicht und entleert sich auf diese Weise allmhlich. Die Theilung des Krpers geschieht von entgegengesetzten Seiten oder nur von einer Seite her gegen die Mitte zu, je nach Verschiedenheit der Sippen und Arten entweder in longitudinaler oder in diagonaler oder in queerer Richtung, fter aber auch in Lngs- und Queer-Richtung zugleich, einfach oder mehrfach, und im letzten Falle ganz gleichzeitig oder rasch nach einander, so dass bereits eine neue Theilung beginnt, ehe die alte vollendet ist; und alle diese neuen Individuen knnen denselben oder einen etwas einfacheren Prozess schon wiederholen, wenn sie erst die halbe Normal-Grsse ihrer Art erreicht haben, so dass die Vervielfltigung eine ganz ausserordentliche werden knnte, wenn nicht da und dort eine Hemmung derselben eintrte. Es erklrt sich daraus die sehr auffallende Grsse- Verschiedenheit der zu Lebens -Verrichtungen. 109 einer Art zusammengehrigen Einzelnwesen, so wie die etwa ungleiche Lage des Nucleus in denselben. Nur bei wenigen Infusorien sind die 2 Seiten rechts und links einander vollkommen gleich, daher auch die aus der Theilung entstehenden Hlb- liuge fast immer mehr und weniger ungleich sein mssen. Bei Acineta, Mystacina und Umula ist der eine ganz bewimpert und der andre nackt; in andern Fllen trgt der eine mehr gemeinsame Organe als der andre davon und hat deren weniger nach-zubilden (vergl. Lagenophrys, 11, 7). Die Lngs -Theilung geht gewhnlich durch den Mund, wenn dieser in einem Lngs-Spalte liegt, der auf zwei Seiten mit einer Reihe Wimper- Borsten besetzt ist, und da wo zwei Reihen Fuss -Borsten am Bauche liegen, mitten zwischen diesen hin. Ausserdem wird der Mund meistens zur Seite der Theilungs- Linie liegen bleiben und mithin nur einem der Theilganzen zu gut kommen; das andre muss sich schon whrend der Trennung einen neuen Mund zu bilden beginnen und gewhnlich auch nachher noch eine kleine Form-Vernderung durchlaufen, whrend welcher es auch keine Nahrung zu sich nehmen, aber sich schon mehr und weniger von der Stelle bewegen kann. Hier einige Beispiele. Bei den Mundlosen {Chilomonas,Cryptomonas,Chlorogonium, Polytoma [9,2 16; 10, 9 b] u.s.w.) ist die Lngs -Theilung sehr allgemein, mehr und weniger oft mit Queer- Theilung(9, 1) verbunden. Bei Chilomonas(9, 8) und Cryptomonas ist sie meist einlach. Bei Cklorogonium (9, 15) tritt eine wiederholte schiefe Zweitheilung des innern Krper-Gehaltes ein, wodurch 4, 8 32 Individuen entstehen, welche dann (als Uvella s. Phacelomonas bodo) rasch nach einander durch eine ffnung aus der gemeinsamen Haut entweichen, die, obwohl nicht als Panzer bezeichnet, doch von der Theilung nicht mit betroffen worden ist. Bei Polytoma (9, 3) treten mehrfache Lngs- und Queer-Theilungen ein, welche in verschiedenen Individuen an Zahl und Richtung verschieden sind, indem bald 2 4 parallel neben einander liegende Theil-Sprsslinge entstehen, gewhnlich aber die weitre Scheidung der 2 ersten neben einander befindlichen Theilganzen in Ebenen erfolgt, welche nicht in einander fortsetzen oder parallel, sondern rechtwinkelig zu einander liegen. Unter den Stomatoden kommt bei den Vorticellinen ge- whnlich nur die diagonale (bei Spirochona gar keine) Selbsttheilung vor, die man hier gewhnlich als Lngstheilung bezeichnet. Das Thier fastet, zieht sich etwas zusammen, und die Theilung beginnt vom freien Ende und vom Stiele aus gegen die Mitte hin durch den Nucleus, aber so, dass der Mund mit dem Wimper - Organe nur dem einen Theile ver- bleibt. Der beide Individuen tragende Stiel verlngert sich unmittelbar unter deren Basen in 2 Aste, und an jedem von beiden Individuen kann sich Diess in kurzer Zeit wiederholen ; so entsteht eine Gabel und allmhlich ein Strauch aus dem einfachen Stiele (12, 2, a b). Aber meistens bildet sich an einem dieser Individuen, etwas ber seiner Basis, sogleich ein Wimpern -Kranz, worauf es sich von dem gemeinsamen Stiele oder dem Strauche ablst, mit dem Kranz Ende voran davon schwimmt, sich ander- \\Q Aufguss - Thierchen. wrta festsetzt, seinen Wimpern-Kranz verliert und so (als Scyphidia Duj.) eine neue Kolonie zu bilden beginnt. Lst es sieb frher von dem Mutter- Stocke ab, als sein Wimper-Kranz fertig ist, so schwimmt es (wie schon erwhnt) mit dem bewimperten Mund-Ende voran, um ebenfalls als Stamm- Vater einer neuen Kolonie sich irgend wo zu befestigen. Bei Stentor trgt der hintre Hlbling nur einen Theil des Nucleus davon und niuss sich alle brigen Organe neu bilden, whrend der vordre nur wenig zu seiner Wiederherstellung bedarf. Chilodon theilt sich durch den Nucleus auf dieselbe Weise in die Lnge (diagonal)-, so dass der Mund nur dem einen Sprssling verbleibt; dann tritt aber oft noch eine Queer- Theilung hinzu (10, 9, b c). Stylo- nychia mytilus schnrt sich qneer in einen Vorder- und Hinter -Theil ab, wovon jener ganz wie Kerona haustrvm O.Mll., dieser wie Trichoda erosa aussieht. Bei der in eine Scheide eingeschlossenen Sippe Lagenophrys (11, 7) ist die diagonale Theilung innerhalb der Scheide augenfllig schiefer; der hintre Theil -Sprssling' muss sich ohne Mund entwickeln, whrend es dem vordren daran nicht gebricht; aber ausserdem kann auch noch eine mehrfache Queertheilung in dem anfangs gemeinsamen Hinter- ende eintreten, dessen Theilganzen sich Nucleus und Vesicula ganz neu bilden mssen und dann nach einander die Scheide verlassen. Loxodes vermehrt sich durch Lngstheilung mit Queertheilung verbunden, aber auch noch (und zwar ohne vorgngige Encystirung) durch Entwicklung innerer Kern-Sprsslinge, wie sie sonst gewhnlich nur aus Cysten hervor- gehend im Nachfolgenden beschrieben werden sollen, und welche dann unmittelbar oder nachdem sie sich 2 4 fach getheilt haben, aus dem Mutter -Thiere hervorbrechen, ohne Mund und mit etwas abweichender Form (Stein: 11, 1 E F G, 2 c D e). Colpoda dagegen theilt sich auf ge- whnliche Weise, doch mir innerhalb einer Cyste und immer wieder nach einiger Khe in 2, 48 dem Mutter-Thiere ausser in der Grsse hnliche Individuen, welche sich in der Cyste lebhaft bewegen und endlich aus derselben hervorbrechen; nur wenn die Theilung bis zu 8 geht, bleiben die Theile unbeweglich, oder jeder derselben bekommt wieder eine eigne Cyste, wornach alle gemeinsam platzen (11, Ijkl). Im Ganzen scheinen die Theilungen bei den Mund-Infusorien einfacher als bei den Mundlosen zu sein. Merkwrdig ist die immer einfache, aber vollkommne Selbsttheilung bei den Acineta- und Podophrya- artigen Infusorien in so fern als diese keine Bewegungs - Organe haben, um sich nach der Theilung auch von einander zu entfernen. Cienkowsky sah einen solchen Fall bei Acineta mystacina und bei Podophrya fixa, wo dann der eine Hlbling die Saug. Fden einzog, sich mit Wimpern bedeckte, nach der Abtrennung mit deren Hlfe davon schwamm und dann erst die Acineten - Charaktere wieder annahm. c) Vermehrung durch Embryonen" oder innre Knospung" (Clap. u. Laclnn.), durch Kern- oder sogenannte Scnwrm-Sprsslinge (man Lebens -Verrichtungen. 11] knnte sie Keimlinge" im Gegensatz der ussern Knsplinge" nennen) kommt wahrscheinlich bei allen Stomatoden und Acineten vor. Sie ist unter den Stomatoden insbesondre beobachtet bei Vorticellinen, Colpodeen, Bursariinen, Oxytrichinen, Tracheliinen und Opalinen. Obwohl, wie oben (S. 106) bemerkt worden, weder jede Cysten-Bildung zu dieser Vermehrungs- Weise fhrt, noch diese letzte eine Encystirung voraussetzt (vgl. S. 110 bei Loxodes etc.), so ist die Incystirung doch bei den Stomatoden eine gewhnliche mittelbare oder unmittelbare Einleitung zu dieser Fortprlanzungs- Weise. Das ganze in der Cyste zusammengezogene oder zusammengerollte, anfnglich oft noch rotirende, aber bald Mund-, Wimper- und Bewegungs- los werdende Thierchen mit Ausnahme des Nucleus zerfllt (nach Art des Eichens im Dotterfurchungs- Prozesse der hheren geschlechtlichen Thiere) in kugelige Zellen und dann in eine feinkrnige Masse, Alles in einer gemeinsamen Mutter -Blase eingeschlossen (12, 2 e). An dem Nucleus entwickelt sich dann ein kleines rundes Kgelchen, das spter sich ver- grssert, in seinem Innern ein Blschen und einen eignen Nucleus bildet (oder, nach Stein's Darstellung, einen queeren Auswuchs des lterlichen Nucleus umlagert und abschnrt), sich zu einem selbststndigen Wesen entwickelt, das sich eine Zeit lang im lterlichen Leibe rotirend bewegt, diesen allmhlich beinahe ausfllt, ihn endlich langsam durchbricht, ein Wimper-Kleid entfaltet und etwas spter rasch davon schwimmt, whrend die gebildete ffnung der Cyste sich schnell und spurlos wieder schliesst (11, 6 c, 7 f, 8 k; 12, 2 l). Zu gleicher Zeit oder bald nachher beginnt auch oft schon die Entwickelung eines zweiten Individuums auf gleiche Weise, und so die eines dritten, bis der Inhalt der Cyste erschpft ist (wogegen Claparede und Lachmann Zweifel erheben), welche inzwischen nur hchstens auf endosmotisehe Weise sich nhren kann. Selten ent- stehen ganz gleichzeitig 23 solcher Individuen, welche dann verhltniss- mssig kleiner sind. Diese Abkmmlinge sind Ei-formig, Scheiben-frmig u. s. w., ganz oder nur an einem Ende Kappen-artig oder in der Mitte Grtel-weise, aber doch in mehren Reihen bewimpert, und gewhnlich von dem Mutter - Thiere sehr abweichende Gestalten. Sie verschwinden ge- whnlich so rasch (unter dem Gesichts-Felde des Mikroskops), dass man ihre weitre Entwickelung, ihre eigne Vermehrung oder Umwandlung in den mtterlichen Typus noch nicht unmittelbar zu verfolgen im Stande gewesen ist. Um ein Beispiel anzufhren, so sah man den Chodon cucullulus sich wiederholt in eine weich bleibende Cyste einschliesseu, lebhaft darin rotiren, wieder ausbrechen und sich aufs Neue encystiren, endlich zur Ruhe kommen, und dann unter Mitwirkung des Nucleus ein Infusorium ohne Mund -Trichter in seinem Innern entstehen, das, ganz wie Cyclldium glaucoma beschaffen, sich nach seiner Befreiung mit ausge- spreitzten Fuss-Borsten umher bewegte, was sich bis zur Erschpfung des Mutter-Thieres wiederholte, wenn nicht dieses selbst nach 1 2 Geburten schon die Cyste verliess. Der Cyclidium- frmige Sprssling theilt sich dann, mitunter mehrmals, und geht vielleicht durch Abwerfen seiner Fuss- \ \ 2 Aufguss - Thierchen. Borsten und Ausbildung seines Mund-Trichters in Chilodon ber ? ? Ganz hnlich verhlt sich Loxodes (11, 1d l) nach Stein. Dieselbe Verjngungs- Art durch einen Schwrm - Keimling nach vorgngiger Eneystirung ist bei allen Vorticellinen sehr gemein (Stein a. a. 0.), auch ohne Eneystirung unter Andern durch Claparede und Lachmann bei Parameciurn, bei Stentor und sowohl bei Epistylis (hier durch eine bleibende Uterin -Mndung an der Seite des Krpers) wie bei mehren Acinetinen (Acineta, Podophrya und Ophryodendron n. g.), die nach Stein nur Entwickelungs-Stnde der vorigen sein sollen, beobachtet worden. In einem Falle hatte ein solcher Keimling von Podophrya quadripartita (statt sich, wie Stein annimmt, in Epistylis zu verwandeln) schon 5 Stunden nach seinem Austritte sein an- fngliches Wimper-Kleid abgeworfen, seine Sauger gebildet und sich mit- telst eines schon etwas entwickelten Stieles auf einem Epistylis -Zweige festgesetzt; in einem zweiten hatte ein Keimling derselben Art schon im Mutter-Leibe seine Sauger und seinen Stiel so stark ausgebildet, dass derselbe sich zweifach auf sich selbst zurckfalten musste, um dort Raum zu finden. Durch ein unbekanntes Hinderniss in seiner rechtzeitigen Ge- burt aufgehalten, hatte sich dieser Keimling im Mutter-Thiere weiter ent- wickelt, und in solcher Weise kann also eine Form ohne Zwischenbildung unmittelbar aus der andern hervorgehen : Podophrye aus Podophrye. In anderen Fllen schwillt bei nicht encystirter Epistylis das ab- geschnrte Stck des Nucleus zu einer grsseren Masse an, die sich all- mhlich in eine grssre Anzahl Kugel- bis Ei-frmiger Krperchen sondert, deren jedes sein eignes Blschen und seinen eignen Wimpern-Grtel be- kmmt, im Mutter-Thiere rotirt und eines nach dem andern durch erwhnte Uterin -Mndung entweicht, wahrscheinlich um sich nach einigem Umher- schwrmen festzusetzen und in eine Epistylis umzugestalten (Gl. u. Lehm.). d) In wiefern die bei mehren Wimper - Infusorien beobachtete Ent- wickelung einer zahlreichen Mo na den- artigen Brut im Innern der Gyste von den so eben bezeichneten Vorgngen wesentlich verschieden seie, ob dieselbe von einem Zerfallen des Nucleus in zahlreiche Stcke zugleich, oder ob sie von einer fortschreitenden Selbsttheilung des Schwrm-Keim- lings herzuleiten seie, steht noch in Zweifel. Stein sah nmlich die un- gestielte Cyste der Vorticella microstoma (12, 1 R w) wie gewhnlich, wenn sie nicht in eine Acinete [?] berzugehen hat, alsbald eine Mutter- Blase mit fein -krnigem Inhalte in ihrem Innern ausbilden, Vesicula und Nucleus verschwinden, einen Fortsatz der Mutter -Blase die Gysten-Wand durchbohren und Hals-artig ausserhalb hervorragen, dann den ganzen Inhalt an Frucht- Wasser mit zahlreicher Brut darin sich durch jenen Hals nach aussen ergiessen und die Monaden nach einiger Zeit in allen Rich- tungen davon schwimmen. In andern Cysten dieser Art bildeten sich in der Mutter-Blase erst 4 5 Tochter-Blasen, welche dann Mutter-Blase und Cysten-Wand durchbohrend einen gleichen Inhalt auf dieselbe Weise ent- leerten. Eine hnliche Erscheinung lieferte die gestielte Cyste einer Vorticella nebulifera. Auch ist anzufhren eine [*?] Vaginicolen-Acinete (A. mystacina), Lebens- Verrichtungen. 113 deren Mutterblasen -Inhalt sich in 6 Zellen -artige Krper umgewandelt hat (Stein). Nassula viridis sah Cienkowsky in Form einer Cyste mit gezhnter Lippe, Kern und Blschen einige Tage lang ruhen, dann den Inhalt in viel kleine Kugelzellen (Sporen) zerfallen, die Zahn- lippe verschwinden, einige Schlauch-artige Ausstlpungen der Zellen die Cyste durchbohren, so dass sie ein Stern-frmiges Aussehen erhielt, den Inhalt ganz krnelig werden, endlich durch Platzen eines Schlauches Krner -Masse sich nach Aussen ergiessen, direkt ber dem Scheitel des Schlauches eine Zeit lang verweilen, worauf die Krnchen (wie Schwrm- Sporen) lebhaft zu zucken begannen und endlich in Form kleiner Monaden auseinander stoben. Wurden dieselben Cysten aber ein paar Tage lang getrocknet und dann mit Wasser befeuchtet, so schlpfte nach 24 Stunden ein ganz entwickeltes Individuum von Nassula aus. [War in diesem Falle vor dem Trocknen schon das Zerfallen des Mutter -Thier es in Kgelchen vor sich gegangen, oder war es hier wie in andern Fllen dieses selbst, das ausschlpfte?] Die frher berichteten Erscheinungen bei Chloro- gonium euchlorum (S. 109) wren vielleicht ebenfalls hier anzufhren, da die Jungen nicht durch eine ussre Selbsttheilung, sondern unter der Haut entstehen; doch sind sie den Alten hnlich. Flle von Incystirung theils mit unbekanntem Erfolge, theils zum Wiederausschlpfen des incystirten Thieres ganz oder nach vollbrachter Selbsttheilung ( l ), oder zur Bildung von Acineten mit Schwrm-Sprss- lingen ( 2 ), was erneueter Prfung bedarf, theils zur Monaden-Bildung ( 3 ) fhrend, kennt man jetzt unter den Flagellaten bei Volvocinen ( Volvox , Eudorina), Monaden (Polytoma), Astasien (Chlorogonium ** 2 ' 3 , Euglena \> 2 - 3 ) und unter den Ciliaten bei Cyclidinen (Pantotrichum), Enchelyinen (Trichoda, Trachelocerca, Leucophrys, Holophrya), Chilodontinen (Prorodon 2 , Chilodon 1>2 , Nassida 2 '' 3 ), Trachelinen (Trachelius, Loxodes 1 ' 2 , Bursaria), Colpodinen (Glaucoma, Colpoda l > 3 , Paramecium, Amphileptus), Oxytrichinen ( Oxytricha 2 , Urostyla 2 , Stylonychia l 2 ), Euplotinen (Euplotes), Stentorinen (Stentor 2 ), Vorticellinen (Ojyhrydium, Vorticella 2 , Zoothamnium 2 , Carchesium, Epi- stylis 2 , Opercidaria 2 , Spirochona 2 , Vaginicola 2 ), so dass sie nur etwa bei den Colepinen noch unbekannt geblieben wre. e) Auch eine Vermehrung durch Eier-Zellen (Kugel-Zellen Carter's, Blastien Perty's, Ovula Anderer) ist sehr allgemein, unter Andern von Focke, Haime, Perty, Cohn angenommen worden und Carter hat denselben sogar wie bei den Spongien Spermatoid-Zellen entgegengestellt, doch nicht bestimmter nachgewiesen. Man sah bei ?. Euglena, ? Astada, Dileptus, Bronn, Klassen des Thier -Reichs. I. g 1 1 4 Aufguss -Thierchen. Parameciwn, Euplotes u. a. viele (je 4 30) kleine Form-wechselnde In- fusorien hervorkommen unter Bedingungen, welche keiner der vorigen Verjngung - Weisen entsprechend schienen. Indessen wrde nher zu prfen sein, ob sie nicht durch eine Theilung des Nucleus in viele Kgel- chen, aus einer wiederholten Selbsttheilung des Schwrai-Sprsslings (vgl. c), oder auf die unter (d) angefhrte Weise aus der krnigen Masse der Mutter- blase entstanden sind und sich dort einreihen lassen, da alle diese Ver- mehrungs-Weisen erst neulich unterschieden worden sind. Die angefhrten Beispiele jener manchialtigen Verjngungs - Arten wrden sich noch vervielfltigen lassen ; doch mag es daran gengen. Im brigen hat man die vielartigsten Verbindungen aller dieser Vernieh- rungs- Weisen bei einerlei Art wahrgenommen, unter welchen die Wahl auf Seiten des Thieres, wie es scheint, gewhnlich von ussren Existenz- Bedingungen, Feuchtigkeit und Trockenheit, Jahres-Zeit, Temperatur u. s. w. abhngig ist. f) Mehre selbst unter den neuesten Beobachtern sprechen auch von Conjugation oder Zygose (bei Acineta, Podophrya, Actinophrys, Vorti- cella, Carchesium, Epistylis) , eine Angabe, welche nach Andrer Meinung auf der Beobachtung von Thierchen beruht, die sich whrend der Zwei- theilung incystirten (12, 2 d k) oder erst bei der Incystirung von aussen her zusammentreffend an einander klebten, ohne mit einander zu ver- schmelzen. Wenn dazu bemerkt wird, dass die von dem einen Thierchen aufgenommene Nahrung (ein der wirklichen Conjugation fremder Akt) in die Verdauungs-Hhle des andern berging und dort zirkulirte, so ist doch eine Bildung neuer Keime in Folge dieser Verbindung nie beobachtet worden. Nur bei Podophrya pyrum hat man Junge zwischen den in Conjugation neben einander liegenden (2, 4, 6, 7 V) Individuen gesehen, die aber auch auf andre Art entstanden sein konnten. In keinem Falle war dabei eine geschlechtliche Thtigkeit nachgewiesen worden; die in Conjugation betroffenen Individuen waren oft von sehr ungleicher Ent- wickelung, und von allen oben genannten Sippen sind noch anderweitige Fortpflanzungs-Arten aus dem Nucleus bekannt. g) So eben versichert jedoch Balbiani, die geschlechtliche Fortpflanzung der Infusorien bei 6-7 Arten verschiedener Sippen wirklich beobachtet zu haben und beschreibt sie bei Loxodes (Paramecium) bursaria in einer Art, welche die vorangehende Darstellung der Fortpflanzungs-Weisen sehr zu vereinfachen gestattet haben wrde, wenn es gerathen wre, das in wenigen Fllen Gesehene so rasch zu generalisiren, und nicht einige Bedenken noch zu schlichten wren. Der Nucleus ist nach ihm ein unentwickelter Eihlter; der an dessen einem Ende eingebettete Nucleolus ein Hoden- Kudiment. Nach mehren durch Selbsttheilung entwickelten Generationen schicken sich die Thiere zu gegenseitiger Befruchtung an, sammeln sich an gewissen Stellen massenweise, legen sich nach vorgngiger Einleitung paarweise an einander, Mund an Mund und Hinterende an Hinterende wie zur Conjugation, und bleiben 5 o Tage lang in dieser Verbindung, Lebens -Verrichtungen. 115 whrend welcher Nucleus und Nucleolus an Grsse zunehmen (indem erster krzer, breiter und runder wird), sich der Lnge nach in 2 4 und mehr Stcke theilen und die Stcke sich mit einem sehr zarten Hutchen umgeben und zu Kapseln gestalten. Durch die zwei an einander liegen- den Mund-ffnungen gehen dann die mnnlichen Kapseln des einen In- dividuums in das andre (alle oder nur eine Balbiani konnte diesen Prozess nicht ganz verfolgen) ber, wachsen dort noch betrchtlich weiter und befruchten zweifelsohne zuletzt jede ein gegenth eiliges Ovarium. Denn wenn man um diese Zeit eine solche mnnliche Kapsel isolirt, so erscheint sie gestreift durch innerlich reihenweise geordnete Kgelchen, und wenn man sie zerdrckt, so bricht eine zahllose Menge spindelfrmiger Sperma- toidien daraus hervor, die in ihrer charakteristischen Weise auf- und ab- wrts wanken und sich allmhlich in der umgebenden Flssigkeit zer- streuen. Erst 5 6 Tage nach erfolgter Befruchtung fangen die ersten Keime sich zu entwickeln an [aus . . ?), und noch spter brechen sie aus dem Mutterleibe hervor in Gestalt von Acineten mit geknpften Tentakeln, hngen und nhren sich mit Hlfe dieser Sauger noch eine kurze Zeit an der Mutter, verlassen diese endlich, verlieren ihre Sauger, entwickeln ihr Wimper-Kleid, bekommen einen lngs-spaltigen Mund und nehmen hiermit ganz die lterliche Form an. Wir gestehen indessen, dass uns der Austausch der schon in je einem Ovarium gebetteten Saamen- Kapseln zwischen beiden an einander liegenden Individuen sehr problematisch vor- komme. (Hinsichtlich der Acineten stnde Balbiani wieder auf Stein's Seite gegen Claparede und Lachmann, indem sie auch nach ihm blosse Entwickelungs-Stnde wren.) Vermehrungs-Schnelligkeit. Diese manchfaltigen Vermehrungs- Weisen mit einander vereinigt mssten, in Verbindung mit der Krze der Zeit, nach welcher ein junges Thierchen selbst wieder Vermehrungs-fhig wird, zu ganz ungeheueren Zahlen-Ergebnissen fhren, wenn nicht die Erschpfung des sich vermehrenden Individuums denselben eine Grenze setzte. Man muss daher die wirklich beobachtete Vermehrung von der bloss auf einige Flle hin berechneten wohl unterscheiden. So bedarf die Theilung einer Vorticelline nur *j\ 1 Stunde, was, da jedes Theilganze anfangs sich eben so bald wieder theilen kann, binnen 10 Stunden schon 1000 und binnen 20 Stunden 1,000,000 Individuen gbe; in Wirklichkeit erfolgen aber zwischen den einzelnen Theilungen immer grssre Zwischenrume und endlich ein vlliger Stillstand, so dass bloss die Entstehung von nur 8 In- dividuen binnen 3, von nur 64 Individuen binnen 6 und von 200 binnen 24 Stunden beobachtet worden ist. In anderen Fllen ist die Theilung langsamer, aber andauernder. So braucht Paramecium Aurelia wenigstens 2, oft aber auch viel mehr Stunden zu einer Lngstheilung und kann sich in 24 Stunden verachtfachen, was dann in einer Woche 2 Millionen gbe. Stylonychia gibt in 24 Stunden durch Queertheilung drei Theil- ganze, welche nach 24 stndiger Reife binnen 24 Stunden wieder 12 liefern , so dass auch hier binnen 20 Tagen eine mgliche Verviel- 8* \\Q Aufguss-Thierehen. fltigung bis zu einer Million angenommen werden darf. Hiebei ist aber nicht in Anschlag gebracht, dass manche dieser Wesen (die Vorticellinen) auch noch ussre Knsplinge bilden. V. Lebens -Lauf. Generations-Wechsel. Man kennt wahrscheinlich noch von keiner Infusorien-Art den vollstndigen Kreislauf ihres Lebens, vermag wenigstens noch nicht ein fr diese Thier- Klasse im Ganzen giltiges Bild desselben zu entwerfen, noch zu sagen, inwiefern diese und jene der nachgewiesenen manchfaltigen Verjngungs- und Verwandlungs-Weisen zufllig, oder von usseren Ursachen abhngig, oder im Kreislufe des Formen -Wechsels wesentlich, allgemein oder nur auf gewisse Sippen oder Familien be- schrnkt sind. Wahrscheinlich ist es jedoch, dass wenigstens bei den Vorticellinen und wohl auch andern Gruppen, dem Generations -Wechsel derjenigen Thier-Kreise analog, welche bereits geschlechtliche Fortpflanzung besitzen, die bei den Infusorien all-verbreitete Vermehrung durch Keimlinge ab- wechsele mit solcher durch Aussensprsslinge und Selbsttheilung, und dass vielleicht mehre Sprsslings - Generationen auf letztem Wege auf einander folgen, ehe die Abkommenschaft wieder zur Verjngung durch Keimlinge zurckkehrt, da man unter den Vorticellinen viele Kolonie'n trifft, welche in unvollkommner Selbsttheilung sich versteln und durch vollstndige Ablsung ihrer wimpernden Thierchen von den Stielen sich vervielfltigen, aber nur wenige, die Kern-Keimlinge hervorbringen. Welchen Verwand- lungen dann die Individuen jeder dieser successiven Generationen unter- liegen und wie sie auf einander folgen, bleibt ferner zu prfen. Die von Stein ausgegangene Annahme, dass die Acineten -Bildung ein wesentliches oder zuflliges Glied in dem Metamorphosen -Kreise der Infusorien bilde, ist von zu vielen Gewhrsmnnern und in zu verschie- denen Infusorien -Gruppen durch Beobachtungen, wie sie versichern, be- sttigt worden, als dass wir sie in Folge der Nachweisungen von Cla- parede und Lachmann schon unbedingt zu verwerfen uns berechtigt fhlten, wenn schon die von ihnen gemachten Wahrnehmungen an Amphileptus einen Beweis geben knnen, wie manchfaltige Tuschungen mglich sind (S. 104). Immer kann wenigstens noch ein Theil der Acineten solche Durchgangs-Formen enthalten. Dazu kmmt, dass Balbiani's Mittheilungen (S. 114) ber eine wirk- lich geschlechtliehe Fortpflanzung der Infusorien, wenn sie auch selbst noch im Einzelnen problematisch erscheinen, ein ganz neues Licht auf diese Vorgnge werfen. Wir sehen uns daher genthigt, die komplizirten Bilder, welche man sich bisher von diesen Vorgngen entworfen hat, noch in unsre Darstel- Lebens -Lauf. WJ lung mit aufzunehmen, sollten sie fr die Zukunft auch nur einen ge- schichtlichen Werth behaupten knnen? Die Kern-Sprsslinge, stets durch Wimper - Thtigkeit frei be- weglich und fast immer abweichend von der Form des lterlichen Indi- viduums, wrden nach der bisherigen Ansicht die vollkommenste Ausbildungs- Stufe jeder Art liefern, die brigen zur nmlichen Species gehrenden Formen nur Entwickelungs- und Vorbereitungs-Stufen sein. Indessen ist man noch weit davon entfernt, diese Formen alle zu kennen; selbst die Keimlinge sind erst von wenigen Sippen beobachtet worden und von mehrerlei Art einzelne und gesellige. Es steht zu erwarten, dass mit der Erweiterung der Beobachtungen in diesem Felde eine grssre oder kleinere Anzahl insbesondre Mund-loser Infusorien -Formen, welche bisher als selbststndige Arten und selbst Geschlechter im Systeme auf- gefhrt worden sind, sich als solche Durchgangs-Formen erweisen werden, wie Das bereits mit einigen der Fall ist. So sollen unter den Mund-losen gewisse Uvella- und Glenomoriicm - Arten in Chlorogonium, Trachelomonas- Arten (durch Abstossen des Panzers) in Microglena, Euglena- Arten in Enchelys, Epipyxis in Dinobryon, Cyclidium-Arten in Loxodes und Chilodon, oder wenigstens in Formen bergehen, welche den genannten sehr hn- lich sind. Dagegen wrde Stein's, Cohn's, Cienkowsky's, Udekem's u. A. Behauptung, dass die Acineten-artigen Infusorien nur Entwickelungs- oder Ubergangs-Formen zu andern Typen seien, nach Claparede und Lachmann auf Beobachtungs-Fehlern beruhen, obwohl man die meisten Genera der ersten bereits denjenigen Sippen der andern zugetheilt hat, die aus ihnen hervorgehen sollen, wie Das auch auf unsern Tafeln*) angenommen ist. So sollen Vorticellinen berhaupt zu Acineten (Stein), SActinophrys sol\ Poophrya fixa\ (Stein), (Vgl. 12, 1 F K) ) Podophrya Eb. zu Orcula Weisse (vgl. 12, 1 Q), Spirogona St. zu Dendrocometes (Stein) (vgl. 11, 8 h i), Stylonychia pustulata zu Discodella W. (Lachm.), ? zu Trichodiscus Eb., ? zu Dendrosorna Eb. werden. Nachdem Stein die Encystirung vieler Stomatoden und die Ent- wicklung von Schwrm-Sprsslingen aus Acineten-Arten (die er als Fort- setzungen der Cysten betrachtete) beobachtet und beschrieben hat, ohne den direkten bergang berall verfolgen und ohne das endliche Schicksal der Schwrm -Sprsslinge je beobachten zu knnen, glaubt er, die Ver- wandlungen von Loxodes bursaria in grssrem Zusammenhange ermittelt zu haben. Der in einer Loxodes-Aeinete [? Cyste] eingeschlossene Schwrm- Sprssling theilt sich in 2 Hlften, schlpft halb aus derselben hervor, *) Bei Bekanntwerden der letztgenannten Arbeit lagen dieselben schon fertig da. } \$ Aufguss-Thierchen. bildet Saugfden (?) auf seiner Oberflche, tritt vollends heraus und nimmt die Acineten-Form der Podophrya fixa an. Diese bildet spter neue Sprss- linge in ihrem Innern und theilt sich in 2 Hlften ab, wovon die obere ihre Saugfden einzieht und sich mit Wimper-Haaren bedeckt, whrend der untere Hlbling den Acineten- Typus behlt. Jene lst sich ab und bewegt sich frei umher; dieser kann unter Umstnden sich in eine usser- lich [? lngs- oder queer-] gerippte Cyste verwandeln *). Colin sah schon frher in einer gerumigen Zentral-Hhle des Mutterthieres (Loxodes) zwei Kugeln sich zu Acineten-hnlichen ungemein zarten Krpern mit geknpften Saugfden verwandeln, welche dann durch eine vergngliche (?) ffnung nach aussen gedrngt unbeweglich blieben. Hiemit ist nun S. 114 zu ver- gleichen, was Balbiani viel spter ber die Entwicklung derselben Thier- Art berichtet hat, und was ber die gewhnliche Fortpflanzungs -Weise derselben bekannt ist. Eine der lngsten Entwickelungs-Reihen glaubte Udekem, die Beobachtungen von Stein ergnzend, an Epistylis plicatilis unmittelbar beobachtet zu haben, obwohl auch sie noch keinen geschlossenen Kreislauf bildet, dessen letzte Formen wieder auf die ersten zurckfhrbar wren (12, 2). a) Es ist eine Baum-frmige Vorticelle mit dichotomem Stiele, worauf die Becher-frmigen Infusorien -Krperchen sitzen, welche aussen von kontraktiler Haut umschlossen sind und innen aus halb-flssiger Sar- kode voll kleiner Kernchen mit einem Bogen-frmigen Nucleus und einem kontraktilen Blschen bestehen. Die Infusorien - Krperchen vermehren sich fort und fort durch Aussenknsplinge wie durch Lngstheilung-, ver- lngern die Stielchen, worauf sie sitzen, und bilden so allmhlich das Bumchen. Ein Theil der neu entstehenden Becher verdickt jedoch die Spitze , womit sie am Stiele sitzen , umgibt die Verdickung mit einem Wimper-Kranz, lst sich ab und schwimmt, mit letztem voran, rasch da- von, um anderwrts sich festzusetzen, den Wimper -Kranz abzuwerfen, einen Stiel zu bilden und sofort eine neue Baum-frmige Kolonie zu grnden, b) Ein Theil der ohne Wimpern -Kranz zurckbleibenden, wie der sich anderwrts niederlassenden ungestielten Theil-Sprsslinge encystirt sich in der schon oben beschriebenen Weise, was in allen Altern und Grssen geschehen und oft durch ussre Ursachen veranlasst werden kann, mittelst einer kugeligen unbewehrten Cyste, zuweilen sogar, wh- rend sie mitten in einer Lngstheilung begriffen sind, wo dann die Cyste eine Zwillings- (Conjugaten-) Form annimmt, ohne dass eine Conjugation stattfnde, c) Das Thierchen in der Cyste lst sich ganz in eine homogene Sarkode -Flssigkeit voll Kernchen und mit einem Nucleus in der Mitte auf; die Kernchen vereinigen sich in Kugeln, die sich wieder zertheilen (analog der Dotter-Furchung-, wovon spter) ; an der Oberflche unter der *) Manches in dieser Beschreibung ist unklar. Wir haben noch keine andre Quelle dafr, als den Bericht ber den vom Verfasser 1856 bei der Wiener Naturforscher -Versammlung ge- haltenen Vortrag im l'Institut 1847, pag. 7980. Lebens -Lauf. 119 Cysten-Wand entsteht eine Haut (ein Mutter-Schlauch), die sich dann mit Flimmer- Haaren bedeckt; der ganze Krper des alten hat sich in ein neues Wesen von Opalina -Form verwandelt, welches die Cyste ausfllt und darin (wie ein Schnecken -Embryo) rotirt, dieselbe endlich sprengt und nach Entfaltung seines Wimper -Kleides davon schwimmt, d) Auch dieses Thierchen befestigt sich wieder auf irgend eine Unterlage, entweder sitzend und zu einer platten Form, oder auf einem kurzen und bald in die Lnge wachsenden Stielchen sich Birn-frmig gestaltend, verliert seine Wimpern und treibt (ohne Mund und andre ussre Organe) an seiner Peripherie allmhlich, das sitzende und platte je 4 8, das gestielte ge- whnlich 4 Hcker hervor, auf welchen allen ein Bschel langer kon- traktiler in feine Knpfchen endigender Saug-Fden (sogen. Tentakeln) zu stehen kommt. Es sind Diess mithin sitzende und gestielte Acineten, im Innern mit homogener krneliger Flssigkeit und einem Kerne in beiden von der Form wie bei Epistylis plicUlis erfllt. (Zuweilen kommen auch zwei Acineten an einander zu sitzen, doch ohne innre Verschmelzung mit einander, ohne Conjugation.) e) In beiderlei Acineten gestaltet sich der Nucleus zu einem Scheiben-formigen , gewimperten Schwrm- oder Keim- Sprssling um, welcher ebenfalls in der Acinete rotirt, endlich deren Wand durchbricht und behende umher schwimmt, whrend die Acinete jene ffnung spurlos wieder verschliesst, gewhnlich um im Innern einen neuen solchen Sprssling zu bilden und Diess oft bis zur Erschpfung ihres Inhaltes fortzusetzen, f) Alle diese Scheiben-frmigcn und im Um- kreise mit 3 4 Wimper-Reihen versehenen Kern-Sprsslinge setzen sich dann auf irgend einer Unterlage fest, bilden rasch einen Stiel, verlieren ihre Wimpern, gehen ebenfalls in eine gestielte Birn-frmige Acinete mit 4 Faden-Hckern ber und beginnen auch ihrerseits in ihrem Innern ge- wimperte Kern-Sprsslinge zu bilden. Indessen ist der weitre Verlauf nicht beobachtet worden ; es ist nicht bekannt, weder ob solche wiederholte Acineten -Bildung durch Acineten - Sprsslinge nothwendig ist, noch wie diese endlich sich wieder an die ursprngliche Epistylis-Form anschliessen. Dazu sind nun die Berichte von Claparede und Lachmann S. 114 zu ver- gleichen. * Auch Samuelson hat eine lange Entwickelungs - Reihe beobachtet, wornach sich Glaucoma scintillans aus Monaden-artigen Wesen entwickeln, sich incystiren und eine Cerona-Art ausgeben soll. Wir kennen indessen nichts Nheres ber diese Beobachtung. Die mgliche Lebens-Dauer dieser Organismen kann uns erst mit Vollendung ihrer Formen -Reihe bekannt werden, und ihre Bestimmung wird davon abhngig sein, ob man die aus Aussenknospen, aus dem Mutter -Schlauche, aus dem Nucleus hervorgehenden Wesen als neue In- dividuen oder nur als neue Formen der alten betrachten will. Indessen hat man einzelne Infusorien in entwickeltem Zustande ohne wesentliche Vernderung schon Monate-lang, und Vorticellinen in ihrer Selbsttheilung thtig schon Wochen -lang beobachtet unter Verhltnissen, die fr ihr 1 nrt Anfguss-Thierchen. Gedeihen wohl weniger gnstig gewesen, als ihre natrlichen Wohnorte im Freien, wenn auch eine einzelne solche Theilung oft kaum 1 2 Stunden erfordert. Ein ganzer Kreislauf kann daher vielleicht einen an- sehnlichen Theil des Sommers ausfllen ; und da die Beobachtungen lehren, dass viele Infusorien in Folge ungnstig vernderter ussrer Existenz- Bedingungen (Trockenheit, Frost, Ghrung, andres Wasser) sich oft massenweise rasch encystiren (z. B. Oxytricha pellionella whrend des Winters), wie es scheint, um im ruhenden Zustande weniger dadurch zu leiden, und dass sie bei niedriger Temperatur und mangelndem Wasser Monate und selbst ein Jahr lang unverndert in diesem Cysten-Zustande verweilen und sogar nach lngerer vlliger Austrocknung im Freien oder zwischen Schlamm und Sand bei Eintritt von Wrme und Feuchtigkeit sich zu entwickeln im Stande sind, so wre wohl mglich, dass mancher Kreislauf mehr als ein Jahr erheischte, wenn er gleich unter andern Bedin- gungen oder bei andern Arten sich mehrmals in dieser Frist vollenden kann. Obwohl auch fr die Infusorien so wie fr viele andre Thiere der Winter eine Zeit verhltnissmssiger Ruhe ist, so incystiren sich oder sterben doch nicht alle Infusorien whrend desselben. Man kann sogar viele im Wasser der Flsse und See'n unmittelbar unter deren Eis-Decke in lebhafter Bewegung finden. Im brigen zeigt die ganze bisher gegebene Darstellung, welche auf den zahlreichen neuesten Beobachtungen beruht, dass wir erst am Anfang des Studiums der Lebens-Geschichte dieser Thiere angelangt sind. VI. Klassifikation. Charakter. Die Infusorien knnen nun auf folgende Weise charak- terisirt werden. Mikroskopische auf das Wasser beschrnkte Thierchen von meist unsymmetrischer und sehr vernderlicher Form und im Ganzen genommen amorph. Ihre Grundlage ist eine sehr kontraktile Protein- hnliche Gallerte (Sarkode?) von einem zarten Hutchen umschlossen, stets mit einem Nucleus und immer oder meistens auch mit einer kon- traktilen Blase und mit einer Verdauungs-Hhle, und oft mit einem Mund und After, doch unter Ausschluss aller andern inneren Organe versehen; ohne Vermgen Scheinfsse (Pseudopodien) zu bilden; selten auf einer Unterlage festgewachsen (ausser den Vorticellinen und Acinetinen), durch Flimmer - Haare verschiedener Art gewhnlich den Ortswechsel und immer die Erneuung des umgebenden Elementes und die Zufuhr von Nahrung vermittelnd, endlich eine Reihe von Metamorphosen durchlaufend und zu allen geschlechtslosen Fortpflanzungs-Weisen fhig, wobei jedoch eine eigen- thmliche, durch die Theilung des Nucleus veranlasste Art den gewhnlicheren Vermehrungs- Weisen gegenber eine geschlechtliche Verjngung vertritt oder vielleicht wirklich darstellt und so in der Regel mit ihnen zusammenwirkend eine eigenthmliche Analogie von Generations-Wechsel vermittelt. Die ge- schlechtliche Verjngung bedarf noch wiederholter Beobachtung. Klassifikation. 121 Eintheilung. Die Infusorien zerfallen jedoch zunchst in zwei sehr scharf von einander unterschiedene Ordnungen, in Flagellaten mit einzelnen Schwing-Borsten ohne feinre Flimmer-Haare, und in Ciliaten, welche wohl diese letzten, aber nicht die ersten besitzen; jene sind Mund-los, diese besitzen eine Mund-ffnung, wenige Sippen ausgenommen, wo sie entweder noch nicht erkannt ist oder man unreife Entwickelungs-Formen als selbst- stndige Sippen aufgestellt hat, dergleichen bei den Flagellaten und Ci- liaten noch vorkommen; einige Genera der ersten drften solche Ent- wickelungs- Zustnde der zweiten bilden. Vielleicht wird ^nan spter veranlasst sein, diese 2 Haupt-Abtheilungen der Infusorien ganz zu trennen und von einander zu entfernen. Hinsichtlich der Unter-Abtheilung muss sehr vieles der Zeit einer genaueren Kenntniss dieser Thiere und ihrer Entwickelungs-Geschichte vorbehalten bleiben. Die Zahl der Arten beluft sich auf nahezu 600 im Ganzen, vertheilt in fast 140 Sippen. Die Fla- gellaten bilden die kleinre Hlfte. Im Ganzen lsst sich die Klasse der Infusorien sehr gut in eine aufsteigende Reihe ordnen. Den Anfang bilden die Mund-losen und auch sonst auf niedrigerer Stufe stehenden Flagellaten, einige ganz Gallert- artig, andre mit derber ausgebildeter Haut und mehr differenzirter Form. Auf sie folgen die Mund-losen und dann die mit einem Munde versehenen Ciliaten : anfangs weich und nur mit weichen Flimmer-Haaren zum Schwim- men, dann allmhlich (Oxytrichinen) mit 2 3 verschiedenen Arten von Bewegungs- Haaren versehen, die auch ein Gehen und Klettern mglich machen und, da sie zu diesem Zwecke eine bleibende Stelle einnehmen mssen, den ersten Gegensatz zwischen Oben und Unten des Krpers bedingen, welcher bald durch eine derbere Panzer-artige Haut (Loricaten) noch mehr befestigt wird, obwohl hier sich nochmals einige Mund-lose Sippen (vielleicht Entwickelungs-Stnde) einmengen. Den Schluss machen die Spastica (Stentorinen und Vorticellinen) , ebenfalls mit zweierlei Be- wegungs-Haaren versehen, durch Festsetzung ein differenzirtes Oben und Unten entwickelnd, zu manchfaltigrer Krper -Bewegung befhigt und in Form und Verhalten den bergang zu den Polypen unter den Aktinozoen anbahnend. Nur die auch sonst zweifelhaften Acineten fgen sich nicht in diese Stufenfolge. Wie manche Flagellaten den bergang von den Algen zu den unvollkommneren Infusorien in einer Weise vermitteln, dass die Grenze zwischen beiden noch nicht mit voller Sicherheit gezogen werden kann, so bilden die Acinetinen den bergang von den Sippen Amoeba, Difflugia u. a. Rhizopoden, mit welchen sie den Mangel an Wimpern, wenigstens im reifen Stande, und deren Saugfden, wenn auch in modifizirter Form von Wurzelfssen, gemein haben, zu den hheren Infusorien, so dass Eh- renberg u. A. diese Sippen noch mit den Infusorien vereinigen. Wir werden sie daher mehr Anhangs-weise aufnehmen mssen, da wir sie weder als Anfang oder Ende der ganzen Reihe bezeichnen, noch ohne Unterbrechung derselben einschalten knnen. 122 Aufguss - Thierchen. Was die Klassifikation in ihrer nachfolgenden weiteren Ausfhrung betrifft, so beruhet sie auf den Arbeiten, welche Ehrenberg, und auf den Ergnzungen und Berichtigungen, welche Dujardin, Perty, Stein, Lach- mann u. A. nach ihm geliefert haben. Die Familien sind mit sehr geringen Verbesserungen und 'Abnderungen die. von Ehrenberg aufgestellten; die Abnderungen waren durch die Notwendigkeit bedingt, der Lage des Mundes ein grssres, der des Afters ein minder grosses Gewicht bei der Klassifikation beizulegen, weil dieser in mehren Sippen noch ganz unbe- kannt, bei* den meisten aber berhaupt schwer zu beobachten und selbst bei verwandten Arten etwas abweichend oder unsicher ist. Aus diesem Grunde sind zwischen den Tracheliinen und Colpodinen 3 4 Sippen aus- getauscht worden. Die Stentorinen mussten jedenfalls von den Vorticellinen getrennt und diese an's Ende der Reihe versetzt werden, weil sie sich den Polypen am meisten nhern. Inzwischen war es um so weniger immer mglich, den von lteren neuerlich abgetrennten Sippen alle ihnen zukommenden Arten mit zu berweisen, als deren Autoren selbst nicht gewagt haben, sie smmtlich zu bezeichnen. Tabellarische bersicht der Familien. Schwingbbrsten (lange Geiseln) vorhanden 10, immer welche am Vorderende ; Mund keiner. Pigmentflecken selten 2, meist 1 oder . . . Wimper-Haare (gewhnliche) fehlen (ausser bei Trichomonas). . . Thiere ohne abstehende Scheide einzeln , meist frei beweglich (sich tlieils periodisch festsetzend) oder nur mittelst ihrer Geiseln und whrend der Thcilung (in Familie 1) zusammenhngend. . . . Oberflche klebrig, anregelmssig uneben ; Krper homogen , dehnbar, proteisch Form-wechselnd; selten mit Nebenanhngen (an einigen kleinsten zweifelhaften Formen ist noch keine Geisel bekannt) . . . . Oberflche fest, aus einem derberen Haut-ranzer. .... Krper -Form nicht vernderlich. Panzer nicht kiesclig und von der brigen Krper - Masse rundum nicht unterschieden Panzer weich, spter kicselig?, sprde, vorn offen fr die Geiseln (Selbsttheilung im Innern der Schaale) .... Krper -Form sehr vernderlich; Panzer dnn-hutig glatt oder regelmssig gestreift . . Thiere in einer weiten Becher-frmigen oben offnen Scheide ; die jngeren Becher, sich auf den Rand der lteren setzend, bilden allmhlich ein festsitzendes Bumchen . Wimper -Haare ausser der endstndigen Schwingborste vorhanden in 1 2 den harten Panzer Reif-artig umgebenden Furchen Sehwingborsteu fehlen. Flinimerhaare stetig ; ein Mund fast immer, nur mit Ausnahme weniger Sippen (Farn. 8) vorhanden. Pigment- Fleck nur in 1 Sippe . Krper -Bewegungen nur regelmssig. Ortswechsel frei, schwimmend, zu-J weilen auch gehend ; oder parasitisch. After vom Munde getrennt, > unten hinter demselben oder unbekannt ! . . Flimmerhaare ohne andre Bewegungshaare (zuweilen Schnellborstcn). . . . Mund fehlend oder unbekannt; Haare zerstreut, schwach . . . Mund vorhanden .... auf dem Vorderende des Krpers, ungezhnt. Panzer -hutige Panzer-lose .... auf oder hinter dem Vorderende, innen lngsfaltig, vorn kerbrandig . .... auf Vorderrand und Unterseite spaltartig fortsetzend, ungekerbt . . .... auf die Bauch - Seite beschrnkt, ungekerbt . . Flimmer- und andre Bewegungs-Haarc beisammen ; Mund unten od. fehlend. . . . Panzer -lose . . . Panzer- hutige . Krper-Bewegungen theils regelmssig und theils zusammenschuellend (bei allen). Thiere festgewachsen oder angesogen ; Mund und After vorn , hinter einer Spiral-Reihe von Wimper-Borsten gelegen *) (Flagellata s. A Stoma. Geisel-Infusorien, Mundlose. II. 1) Monadina Eb. 2) Cryptomonadina Eb. 3) Thecomonadina Prt. 4) Astasiaea Eb. 5) Dinobryina Eb. 6) Pendinaea Eb. fCiliata s. Stomaloda. (Wimper- od. Mund-lnfusor. A) Moni m a Prt. 8) Cyclidiua. 7) Colepina Eb. !)) Enchelyina Eb. 10) Chilodontina. 11) Tracheliina Eb. 12) Colpodina Eb. 13) Oxytrichina Eb. 14) Euplotina. B) Spastica Prt. *) Eine spirale Wimper-Reihe, zum Munde leitend , findet sich ausser den 2 Familien der Stentorinen und Vorticellinen nur noch bei Spirostomum und einem Theile von Bursaria Eb. , ist daher ein gutes praktisches Unterscheidungs-Mal , wenn man sich dieser 2 Ausnahmen erinnert. Klassifikation. 123 . . Mund und After getrennt, auf dem Vordeicnde, jener unten, dieser dorsal; Krper - Flche mit feinen Wimper- Haaren in Lngsleihen bedeckt 15) Stentorina. . . Mund und After in einer Vorkammer vereint unter dem Vorderende ; Krper-Oberflche kahl 16) Vortkellina. Anhang. Schwingborsten, Flimmer-Haare, Ortswechsel und Mund fehlen gnzlich. Dagegen erheben sich aus der Oberflche des Krpers wenig bewegliche, oft geknpfte und dann als Saugrhren verwendbare, zuweilen aber nur spitze Fden oder selten stige Arme . . . HI. Acinetae. Tabellarische bersicht der Sippen. 1) Monadina Eb. (vgl. S. 122). Alle haben einen bewegten und einen pflanz- (Enf., .Sifl. lieh ruhenden Zustand, den Schwrm -Sporen der Wasser- Pilze hnlich. (Pigment-Flecke haben nur die 6 bezeichneten Sippen.) Thicrchen einzeln lebend Solitaria. . Pigment-Flecken 1. . . die Geisel fehlend oder nicht beobachtet; Pigment-Flecken keine. . . . Krper kugelig, winzig, ohne alle Organe Acariaeum Perty. . . . Krper Halbmond-frmig mit wenigen Blschen im Innern Menoidium Prt. . . . Krper Blatt-frmig, wie ein Bohrer um die Lngsachse gewunden . . Spiromonas Prt. . . die Geisel einzhlig, schwingend. . . . Haare ausserdem nicht vorhanden. . . . . Geisel am Vorderende. Krper zylindrisch, queertheilig ; Geisel undeutlich Chromatium Prt. Krper Ei- oder Spindel-frmig. Vorderendc einfach, oben mit einem Pigment-Fleck Microglena Eb. 9, 4. oben ohne Pigment-Fleck. Bewegung rollend Doxococcus Eb. 9, 7. Bewegung gleitend (schwimmend). Geisel in ganzer Lnge schwingend Monas (Eb.) 9, 1. . . . Geisel am Grunde steif, mit dem dnnen Ende schwingend . Cyclidium Duj. (oh E,b.) Vorderende durch schiefen Ausschnitt Lippen-frmig; Geisel doppelt? Chilomonas Eb. 9, 8. Krper hinten durch einen Einschnitt spitz 2 lappig Trepomonas Dj. . . . . Geisel aus einer seitlichen Ausrandung des Krpers Pleuromonas Dj. . . . Haare noch ausser der vordren Geisel vorhanden, . . . . nicht schwingende im Umkreis des Krpers Mallomonas Prt. . . . . schwingende an einer Seite desselben Trichomonas Den. . . die Geiseln: zwei (Bodo sjip. Eb.): ,...,. j i i ,c i i7u > fCercnmonas Dj. . . . vorn 1, hinten 1 schwingende oder keine (Schwanz Eb.) )(Bodo s;>/< Eb 1 . . . vorn 1 und seitwrts 1, beide schwingend Ajnphiihonas Dj. 9, 9. . . . vorn 2 ungleiche, 1 schwingende und 1 schleifende Heteroiiiitiis Dj. 9, 10. . . die Geiseln: vier bis fnf, vorn, schwingend: . . . 4; Krper einfach, hinten gespitzt, kein Pigment-Heck (Bodo sp. Eb.) Tetramitus Prt. . . . 45; Krper mitten mit strahligen Warzen; mit Pigment-Fleck . . . Chloraster Eb. . . die Geiseln sechs, vorn 4 gleiche, hinten 2 dickere (Bodo spp. Eb.) . . Hexamitus Duj. 9, 18. . . die Geiseln 8 10 vorn Phacclomonas Eb. . Pigment-Flecken 2 vorn ; Krper Birn-frmig , hinten mit beweglich einge- lenktem Schwnze (? Wrmer-Larve) ?Melanoglena Echw. Thierchen Familien-weise beisammen lebend F a in i 1 i a r i a. . durch Zweitheilung kugelige Haufen bildend, welche rotirend freiwillig bei- sammen bleiben. . Einzelnthierchen ohne Pigment-Fleck Uvella Eb. 9, 2. . Einzelnthierchen mit 1 Pigment-Fleck (junges Chlorogonium?) .... Glenomurum Eb. 9, 5. durch Vieltheilung Trauben-frniig lngre Zeit zusammenhngend. . Einzelnthierchen mit 1 Pigment-Fleck Spondyloinorum Eb. . Einzelnthierchen ohne Pigment-Fleck Polytoma Eb. 9, 3. durch Lngstheilung bis in den erstarrenden festwachsend en Stiel Eaum- frmig Anthophysa Bory. 2) Cryptomonadina (Eb. in. m.) vgl. S. 122. Pigment-Flecke vorhanden : 1 ; Krper breit, flach. Geiseln unbekannt) Geisel eine > Krper hinten abgerundet Cryptoglena Eb. Geiseln vorn zwei ) Geiseln eine; Krper Blatt-frmig, mit Schwanz-frmiger Spitze .... Phacus Duj. 9, 11. Pigment-Flecke fehlen. Geiseln : eine, vorn. . Krper drehrundlich, kurz, Kugel- oder Ei-frmig, ohne Queertheilung .\ CrvDtomonrfs Eh . . Lngstheilung unbekannt \ . . Lngstheilung vorhanden; vier Theilganze zusammenhngend .... (Tctrabaena Dj.) . Krper lang, mit Queertheilung Ophidoinonas Eb. . Krper flach oder Blatt-frmig, . . vorn schmler mit Geisel auf schiefem Kerbzahn. Gestreift Crumenula Dj. . . vorn stumpfer, mit Geisel neben einer Dornspitze Prorocentron Eb. 9, 12. Geiseln zwei, auf abgerundetem Vordenande; . diese gleich (Cryptonionas Eb.) ,, .. ,- i i t^- /- l'Diselmis Di. . . Korper Kugel- oder Ei-formig { c/r r)iplot ^ icha Eb . . . Krper Linsen-frmig (Geiseln 2 4?) Phacotus Prt. 9, 6. 14. 124 Aufguss - Thierchen. . . diese ungleich, eine nachschleppend. Saf-, -Sifl . . . Krper prismatisch oder Kahn-frmig Ploeotia Dj. . . . Krper Ei- oder Melonen-frmig Anisonema Dj. . Geiseln mehre; Krper vorn spitz (vgl. Phacotus) Oxyrrhis Dj. 3) Thecomonadina Dj., Perty (z. Th. ; vgl. S. 122 und Peridinaea). Panzer unbewehrt oder nur rauh. . Stigma keines; Geisel 1 vorn. . . Panzer kugelig oder elpsoidisch , punktirt (Trachelomonas Eb.) . . . Trypomonas Prt. 9, 23. . . Panzer vorn Flaschenhals-artig etwas verschmlert Lagenella Eb. prs. . Stigma 1; Krper rauh, oval; Geiseln 1-2 {(Chonas^rt.) } 9 ' 24 " Panzer stachelspitzig, lnglich rund; Stigma 0; Geisel unbekannt .... Chaetotyphla Eb. 4) Astasiaea Eb. (vgl. S. 122). Die Euglenen incystiren sich und bilden in der Cyste junge Brut durch fortgesetzte Theilung. Schwrm- Sporen wie bei Protococcus. Thier frei beweglich , schwimmend oder kriechend. Geisel : eine, vorn, . mit dicker Basis aus einer Zuspitzung des Birn-frmigen Krpers; Stigma keines Peranema Dj. 9, 20. mit schlanker Basis aus stumpfem oder ausgeschnittenem Krper-Ende. Stigma keines Astasia Eb. 9, 13. Stigma : eines. . Thier hinten zugespitzt (geschwnzt), schwimmend (Luglena Eb. W, r vo (Lenocinclis Prt. . Thier walzig, hinten stumpf, kriechend Amblyophis Eb. Stigma doppelt; Krper formwechselnd; nach Verlust der Geisel kriechend Distigma Eb. 9, 17 Geiseln zwei, vorn; dieselben gleich. . Stigma keines; Geisel aus einer Ausrandung des Krpers Zygoselmis Dj. 9, 31 . Stigma 1. . . Krper formwechselnd proteisch Eutreptia Prt . . Krper formstet *) , Spindei-frmig zugespitzt dieselben ungleich, eine nachschleppend ; Stigma keines. . Form Birn-artig ; grn . Form vernderlich ; ohne Chlorophyll im Innern Geiseln viele (vielmehr ein Amba-artiger, in dnne Fortstze auslaufender Krper) ; Stigma 1 Thier mit dem Faden-frmigen Hinterende fest, oft viele in Folge der Selbst- theilung zusammenhngend; Geiseln unbekannt ; Stigma 1-0 ; kriechend 5) Dinobryina (vgl. S. 122). Pigment-Fleck vorhanden ; frei beweglich ; durch Knospung Strauch-artig . Dinobryon Eb. 9, 27. Pigment-Flecke keine; angeheftet [die Jugend der vorigen?] Epipyxis Eb. 6) Peridinaea Eb. (vgl. S. 122). Panzer unregelmssig in 1 2 grosse Hrner fortsetzend ; Stigma keines . . Ceratium Sehr. 9, 26. Panzer regelmssig, rund oder kugelig, unbewehrt. . Stigma fehlt Peridinium Eb. . Stigma vorhanden Glenodinium Eb. 9, 25. Unsicher ?Dinophysis Eb. 7) Colepina Eb. (vgl. S. 122). Krper gepanzert, Ei-frmig , wie getfelt! oder gegrtelt , hinten mit 3 5 Spitzchen. Mund vorn , end-> Coleps Eb. 10, 1. stndig; After unten ; Flimmer-Haare in Lngs- u. Queer-Reihen) 8) Cyclidina (Eb., in erweitertem Sinne). Vgl. S. 122. Mit Wimper-Haaren allein. Krper im Allgemeinen mehr und weniger flach, Kreis- bis Ei-rund, elliptisch, lnglich, selten Halbmond-frmig ; Mund unbekannt; die Flimmer -Haare zerstreut; die Rand -Wimpern oft Strahlen-stndig. Der Mund wird sich wohl noch berall finden (wie ihn Stein krzlich bei Cyclidium dicht am Vorderende entdeckt zu haben scheint) , wofern sich nicht diese Sippen als blosse Jugend-Zustnde andrer Familien ausweisen **). Rechte und linke Krper-Seite gleich. Vorder- und Hinter-Ende desselben ganz oder fast gleich, ohne Anhnge. Bewimperung an allen Seiten gleich. . Krper flach, lnglich rund ; Wimpern-Kranz rundum {Enchel""^ 1 '' ***^ . Krper angeschwollen, berall mit Wimpern bedeckt Pantotrichum Eb. 1 *n ., . Krper lnglich rund oder Sfrmig, mit langen Wimpern bedeckt; klein Megatricha Prt. j ' Bewimperung vorn und hinten ungleich. . Wimpern nur am Vorderende Aeomia Duj. . Wimpern vorn grsser als hinten; Krper subcylindrisch Baeonidium Prt. . Wimpern kurz ; hinten ein lngrer Bschel Opisthiotricha Prt. Vorder- und Hinter-Ende ungleich durch Anhnge. Hinterende mit langem nicht schwingendem Faden Uronema Dj. Vorderrand stumpf mit Zapfen-frmigem Vorsprung ; hinten spitz . . . Acropisthium Prt. Chlorogonium Eb. 9, 15 Heteronema Dj. Dinema Prt. 9, 22 Polyselmis Dj. 9, 19 Colacium Eb. 9, 16 *) Deshalb nach Schneider nicht in diese Familie gehrig. *) Die wirklich Mund-lose Sippe Opalina PV. (z= Leucophrys Duj., nicht Ehrb.) , welche parasitisch in andern Wasser-Thieren lebt , besteht nach Stein's Nachweisungen aus Entwickelungs-Zustnden , theils von andern Infusorien (O. planariarum von Trichodina mitra), theils vielleicht von Binnen-Wrmern (Distomum?). ***) Nach Stein's neueren Beobachtungen wird Cyclidium Eb. = Enchelys Duj. (nicht Eb.) eingehen mssen, da C. glaueoma der Schwrm-Sprssling von Chilodon cucullulus ist ; C. margaritaceum mit einem Munde ist Cinctochilum Perty geworden; die brigen Arten sind von Anfang her unsicher. Dujardin's Enchelys und vielleicht Uronema gehren ebenfalls zu Chilodon. Cohn nimmt Cyclidium als Schwrm-Sprssling frLoxodes in Anspruch. Klassifikation. 125 Rechte und linke Krper-Seite ungleich. &of-> -Sig. . Flimmer-Haare ber den ganzen Krper. . . Rand-Wimpern gleichmssig einerseits vor-, anderseits riick-wrts gekehrt Acineria Dj. . . Rand-Wimpern einerseits einen Bschel bildend, . . . welcher weit vorn steht, gerade und zurckgekehrt ist Siagontherium Prt. . . . welcher aus gebognen Borsten besteht (cfr. Pleuronema) Alyscum Dj. 10, 12. . Flimmer-Haare nur in 1 Lngsfalte der konkaven Seite Gastrochaeta Dj. 9) Enchelyina. Vgl. S. 122. Mit Wimper - Haaren allein. Lnglich rund, vorn zuweilen Hals-artig verlngert. Lebens- Weise frei oder pa- rasitisch in andern Thieren. Mund auf dem Vorderrande des Krpers, ohne gezhnelte Lippen-artige Einfassung vorn. Kontraktile lngs-streifige Krperhaut nicht unterscheidbar; Flimmer -Haare zerstreut stehend. . Thler doppelt, aus 2 seitlich verwachsenen Spindei-frmigen Krpern . . ?Disoma Eb. . Thier einfach. . . Mund auf queer abgeschnittenem Vorderrande, einfach Enchelys Eb. 10, 62. . . Mund auf schiefem Vorderrande (gelippt) ... des Ei- oder Beutel-frmieen Krpers Trichoda Eb. i'Pn fl i o lpfi rcfi Er) (juv. Phialina Eb.) Kontraktile Haut mit reihenstndigen Wimpern . Krper vorn verschmlert, hinten abgerundet. . . Mund gelippt, schief, . . . . auf dem Hals-artig verlngerten Vorderende Lacrymana Eb. . . . auf dem massig verschmlerten Vorderende , sehr schief Leucophrys Eb. prs. . . Mund einfach, . . . auf dem etwas verlngerten zusammengedrckten Vorderende, ein Queer- spalt (Prt.) Spathidium Dj. . . . auf dem abgerundeten lnger gewimperten Vorderende [wie ?].... Colobidium Prt. . . . auf dein spitzen lngsfaltigen Vorderende [wie ?] Ptyxidium Prt. . . . auf dem kurzen abgestutzten Vorderende rundlich Holophrya Eb. . Krper drehrund lnglich, nach vorn etwas verdickt Apionidium Prt. 10) Chilodontina (Decteria Prt.). Vgl. S. 122. Wimper-Haare allein. Krper Ei-frmig; Haut zusammenziehbar, gestreift, mit reihenstndigen Flimmer-Haaren; Mund Rlircn-frmig, die Rhre in viele Lngs- falten gelegt, deren Enden an dem Lippensaum-artig vorstehenden und gekerbten Vorderende der Rhre in Form kleiner Zhnchen vorspringen. Mund am vordren schmalen Ende des Krpers. . Krper krzer, Ei-frmig ; Zhne derber Prorodon Eb. . Krper lnger, gebogen , keulig ; Zhne sehr zart Habrodon Prt. Mund unten, hinter dem gerundeten Vorderende des Krpers, . drehrundlich , symmetrisch; Rcken Stirn-artig vorragend; Zhne zahlreich Nassula Eb. . platt, ungleichseitig; Oberlippe vorstehend. * , . b,. .,,,,, m (Chilodon Eb. 10,9. . . Haut langs-streifig ; Zahne zahlreich (10 30) HLoxodes Duj.) . . Haut am Umfang strahlig gestreift; Zhne wenige (47) . . . .... . Cyclogramma Prt. Hier scheint sich, obwohl mit ungezhntem Munde , anzuschliessen als ber- gangs-Form ?Liosiphon Eb. Vgl. noch Chlamydodon. 11) Tracheliina (Eb. m. m.). Vgl. S. 122. Wimper-Haare allein; Krper Ei-, Beutel- bis Spindei-frmig, fters unregelmssig, mehr und weniger flach gedrckt. Mund von dem Vorderrande anfangend und auf der Bauch - Seite des Krpers fortziehend. After ge- whnlich hinten *). Haut undeutlich lngsstreifig ; Haare dnn und ungeordnet. . Mund unter einem zylindrischen Rssel (Lngsstreifung kenntlich). . . Rssel ein Finger-artiger Anhang des kugeligen Krpers Harmodirus Prt. 10, 8. . . Rssel ein unmittelbarer Fortsatz des gestreckten Krpers Trachelius Eb. prs. . Mund unter einem Beil-artigen Vorsprung (Oberlippe) IfPelecida Di) Haut gestreift; Wimpern in Reihen geordnet. . Haar-Reihen oder Mund spiralig herablaufend ; Mund schnurrborstig. . . Krper verlngert, an beiden Enden flach ; Mundspalt gerade ..... Condylostoma (Bory). . . Krper oval ; Mundspalt Spiral Spirostomum Eb. . Haar-Reihen gerade, lngslaufend. . . Krper dick, an beiden Enden stumpf. . . . Mndung vorn weit , bis zu halber Krper-Lnge Bursaria Eb. prs. . . . Mundspalt von fast ganzer Krper-Lnge Lembadium Prt. . . Krper zusammengedrckt, 2 spitzig rhomboidal; Mund ein Lngsspalt unter der Vorderspitze. . . . Spalt von % Va Krper-Lnge , stark bewimpert Blepharisma Prt. . . . Spalt krzer unter der lngeren Vorderspitze (After unten) Loxophyllum Dj. 12) Colpodina (Eb. m. m.). Vgl. S. 122. Wimper -Haare allein. Mund an der Unterseite des Krpers, weniger oder mehr vom vordersten Endo entfernt, meist kurz , zuweilen in einem Spalt. After ge- whnlich unten*). Haut ohne Streifung; Wimpern nicht reihenstndig; Krper Spindei-frmig, vorn lang zulaufend Dileptus Dj. Haut kontraktil, mit reihenstndigen Flimmer-Haaren. . Flimmer-Haare nur gewhnlicher Art. . . Mund kurz mit besondren Anhngen : ) Nmlich, so weit er bekannt, nur mit Ausnahme der angegebenen Flle 126 Aufguss - Thierchen. . . . mit Augenlid-artig nickender Lngs-Lippe, oval. taf., 5ifl. .... Mund in der Vorderhlfte des wlbigen Krpers (After hinten) . . . Glaucoma Eb. 11, 2. .... Mund in der Ilinterhlfte des niedergedrckten Krpers Cinetochilum Prt. . . . mit vorspringender Unterlippe, Stirn-frmig (vgl. Plagiotoma) .... Colpoda Eb. 11, 1. . . Mund ohne besondre Anhnge. . . . Krper dick, ovoid abgerundet, oft kugelig zusammenziehbar. .... Pigment-Fleck vorhanden, After ber dem Schwnzchen! .... Ophryoglena Eb. .... Pigment-Fleck fehlt; After hinten (Frontoma Eb. (Panophrys Dj. . . . Krper zusammengedrckt, sich nicht kugelnd ; Mund in einem sehiefen Spalt oder Einschnitt. .... Mund im Grunde eines schiefen Queerspalts mitten; lange Rand- Wimpern davor (parasit.) Plagiotoma Dj. cfr. Otostoma Cart. .... Mund in einem schiefen Lngs-Spalt; Krper sehr platt Paramecium Eb. 10, 15. . . . Krper geschwollen und an einem oder zwei Enden lang zugespitzt. .... Leib Spindei-frmig, vor dem Munde Hals-artig verlngert .... Amphileptus (Eb.) .... Leib Keulen-frmig, vorn stumpf, hinten spitz zulaufend Uroleptus Eb. . Flimmer-Haare und aus einer Lugs-Falte (mit dem Munde) lange gebogene Borsten (vgl. Alyscum) Pleuronema Dj. 10, 13. 13) Oxytrichina (Eb. m. m.) Vgl. S. 122. Spindel-, Flaschen-, Walzen-, Lanzett-frmig mit Flimmer -Haaren und mit den Ortswechsel (das Gehen) vermittelnden lngern und steifern Haar-Formen au der Unterseite des Krpers. After unten. Mit Wimper-Haaren und Borsten, ohne Griffel und Haken. . Stirn mit homartigen Borsten Ceratidium Eb. . Stirn ohne dergl. Walzen- bis Spindei-frmig. . . Hinterende mit Krper-langem Faden Mitophora Prt . . Hinterende ohne Faden. . . . Unten 2 Lngs-Reihen von Borsten Oxytricha Eb. 10, 10. . . . Unten lngs dem Mundspalt eine Reihe queerer Borsten. (After unbe- kannt. Cfr. Chaetospira) Stichotricha Prt. Mit Wimper-Haaren und Haken, ohne Griffel ' IpAlasto^Prt ) 10 > 1G - Mit Wimper-Haaren und Griffeln, ohne Haken Urostyla Eb. Mit Wimper-Haaren , Griffeln und Haken Stylonychia Eb. 14) Euplotina Eb. (m. in.) vgl. S. 122. Krper gepanzert, mit Wimper- und mit Griffel- und Haken-Borsten , jene zum Schwimmen mehr allerwrts , diese zum Gehen an der bleibend flacheren Unter- seite (und hinten) angesetzt. After unten. Mund fehlend oder unbekannt. . Panzer mit beweglichem Schwanz-Anhang; Wimper-Borsten an den nackten Stellen. . . derselbe zusammengedrckt, vorn und neben offen fr die Wimpern . . Ervilia Dj. . . derselbe Sehild-frmig ovfcl, schief gefurcht Trochilia Dj. . Panzer ohne Schwanz-Anhang, flach gedrckt, . . rhomboidisch ; Wimper-Borsten vorn und hinten hinausstehend .... Diophrys Dj. . . nierenfrmig-oval, unten konkav mit Wimpern und Griffeln Coccudina Bory. Mund vorhanden, unten. . Krper mit Wimpern ohne Griffel. . . Mund ungezhnt. . . . Vorderkrper Kopf-artig abgesetzt Discocephalus Eb. . . . Vorderkrper nicht abgesetzt Himantophorus Eb. . . Mund gezlmelt (zu Chilodontae?) Chlamydodon Eb. . Krper mit Wimpern, Krallen und Griffeln. . . Pauzerschild den Krper vorn berragend, ungleichseitig Aspidisca Eb. . . Panzerschild den Krper vorn and hinten berragend Euplotes Eb. 10, 7. 15) Stentorina (S. 123). Von Kreisel-, Keulen- bis Walzen-Form, am Hinterende verdnnt und damit (entweder festgewachsen V oder) sich will- khrlich ansaugend und wechselweise schwimmend. Ausserdem zusammenschnellende Bewegungen des Krpers (ob bei allen Sippen ?). Mund und After befinden sich an dem mit einer Spiralreihe von Wimper -Borsten versehenen Vorderende, der Mund unten, der After am Rcken hinter oder ber der Spirale. Die ganze Oberflche des Krpers bewimpert. Thier frei , unbeweglich; Vorderende abgestutzt; die Stirnflche von einer Wimper-Spirale umgeben, hinter welcher der After ber dem Munde steht Stentor Ok. 10, 4. Thier zylindrisch in einer (? schwimmenden) Urnen-frmigen Scheide fest- sitzend, mit dem Stab -frmig verlngerten Vorderende des Krpers hervorragend , an welchem eine (im Aufrollen spirale) Wimperreihe zu dem darunter gelegenen Mund leitet ; After am Rcken des Stabes vor dem Mund (ob schnellend?) Chaetospira Lehm.*) 10, 5. IC) Vorticellina Eb. (m. m.) Vgl. S. 123. Kreisel- bis Walzen-frmig; das ein- ziehbare vordre (dickere, obre) Ende abgestutzt, mit einer krf- tigen Wimpern-Spirale um das Stirn-Ende versehen, welche zu einer darunter gelegenen Vorkammer leitet, in welcher Mund und After neben einander liegen. Der Krper ist allein oder nebst seinem Stiele zusammenschnellender Bewegungen fhig. Oberflche (ausser der vordem Wimper-Spirale und einem nur whrend des Wanderns der Sprsslinge erscheinenden hintern Wimpern-Kranz) ohne Wimper-Kleid. *) Lachmann stellt noch eine zweite und dieser hnliche Stentoren-Sippe auf, ohne sie jedoch zu benennen. Eine andre von Perty C ;i enomorpha genannte Sippe scheint ein ganz fremdartiges Wesen in sich zu begreifen. Klassifikation. 127 Krper mittelst Wimper-Spirale oder -Krauz schwimmend (und sich wechsel- weise ansetzend), hinten mit einem Wimper-Kranze; im Sitzen Scheiben-frmig; ungestielt . hinten ohne Wimper-Kranz, Kreisei-frmig, mit anhngendem Stiele . . . Krper mit dem Hinterende mittelbar oder unmittelbar festgewachsen auf einer von einer Kolonie ausgesonderten Gallert-Kugel . auf fremder Unterlage . Thierchen von einem hutigen Gehuse umgeben; einzeln. . . Gehuse (Scheide) ungestielt; . . . das Tliier darin gestielt [und bewimpert!] . . . das Thier darin ohne Stiel, .... im Grunde festsitzend ; Hlse mit der Basis angewachsen . . . . .... im Halse befestigt; Hlse mit der Seite angewachsen . . Gehuse auf einem Stiele . Thierchen frei, ohne Scheide ; . . dieselben mit breiter Basis aufsitzend . . dieselben auf spitzer (kurz gestielter) Basis; Wimper-Spirale blttrig . . . dieselben deutlich gestielt ; Stiele oft stig. . . . Stiel wenig biegsam, derb, nicht zusammenziehbar. .... Peristom scharfrandig .... Peristom aussen verdeckt Trichodina Eb. *) ? Urocentron Eb. **) Ophrydium Eb. ?Tintinnus Eb. ***) Vaginicola Eb. Lagenophrys St. Cothurnia Eb. Scyphidia Lehm, f) Spirochona St. Cnf., Sig. 11, 3. 11, 4. 11, G. 11, 7. 11, 5. 11, 8. Stiel hohl, in Schrauben-Form zusammenziehbar, erst einfach, . allmhlich stig werdend, . und grssre Thierchen zwischen den kleinern tragend . . . Opercularia (Eb.) St. Epistylis (Eb.) St. 12, 2. Vorticella Eb. jj^' J- Carchesium Eb. 10, 3. Zoothamnium Eb. Anhang. Acinetina Eb. (vgl. S. 123.). Rundliche Krper ohne Mund , Wimpern und Ortswechsel, mit spitzen oder geknpften, zuweilen bndelweise verwachsenen (Saug- V) Fden bedeckt; frei oder gestielt. Diese Familie besteht theils aus blossen V Entwickelungs-Formen der vorigen (Cysten , Acineten) und theils aus noch nicht genau geprften Sippen. Sie muss spter entweder aufgelst oder, was davon brig bleibt, als Bindeglied zwischen Polycystinen und Ciliaten anderwrtig eingeschaltet werden. Krper ungestielt. Fden vorhanden, spitz, . vom kugeligen Krper allseitig ausstrahlend. Retraktile Blasen .... . vom Scheiben-frniigen Krper in der Richtung seiner Ebene strahlend . Fden fehlend. . Krper-Oberflche Stem-frmig (Discodella Wss. -j-ff)) . Krper-Umfang in 02 5 dreitheilige Arme ausgehend DendrocometesSt.fttt) H,8G. Krper gestielt. Stiel einfach; Fden (erst fehlend, dann) geknpft, meist in 2 5 Bscheln. . Stiel festsitzend (einen Birn-frmigen Krper tragend) Acineta Eb ) 10, 6. . Stiel am Krper hngend, oder nur an Schleim ansitzend. . . Krper kugelig, platt Podophrya Eb. ) 12,(1,2). . . Krper kugelig oder oval, grtelartig, gereift Orcula Wss. ) 12, IQ. Stiel unten dick, stig, vielkpfig; Kpfe wie Actinophrys ?Dendrosoma Eb. ?Aetinophrys Eb. ft) 10,14. fTrichodiscus Eb. VII. Rumliche Verbreitung. 1) Topographische Bemerkungen. Wohn- Element der Infusions- Thierchen ist das Wasser. In ruhendem Zustande, in Cysten-Form , die sie bei beginnendem Wasser-Mangel gern annehmen, knnen sie jedoch *) Der von Lamarck dieser Sippe gegebene Name Urceolaria ist schon in der Botanik verbraucht. Einige kugelige Tiichodina-Arten, aussen behaart und ohne hintern Wimper-Kranz (Tr. glandinetla, Tr. vorax, Tr. tentaculata = Halteria Duj.) , welche Lachmann ganz aus den Vorticellinen ausscheidet, wren nach Stein nur Schwrm- oder Aussen-Sprsslinge von Vorticellinen; Tr. plandinelfa insbesondre von Epistylis [?]. **) Urocentron gehrt nach Lachmann nicht zu den Vorticellinen. Indessen sind bis jetzt weder die Grnde dagegen, noch ist die Familie bekannt, wohin diese Sippe versetzt werden soll. ***) Tintinnus weicht nach Lachmann durch eine wie bei den Stentoren behaarte Oberflche und einen eigenthmlichen Verdauungs -Apparat von den Vorticellinen ab, obwohl die Thierchen wie diese zusammen- schnellen und nach Ehrenberg eine Vorkammer fr Mund und After haben. Lachmann hat aber die Be- schaffenheit des Verdauungs-Apparates noch nicht nher bezeichnet, daher die Sippe vorerst noch hier stehen bleiben muss. t) Scyphidia Duj. begreift wohl nur junge, eben sich irgendwo neu ansetzende Vorticellinen in sich, und an diesen lsst sich auch fast immer sogleich schon der werdende Stiel erkennen. Lachmann verwirft diese Arten , benutzt aber denselben Namen fr 2 neue Species , welche mit breiter Basis auf dem nackten Theile des Krpers von Wasser-Schnecken sitzen. tt) Solche Formen entstehen aus Vorticellinen, insbesondre Epistylis, nach Stein und Udekem. ttt) Die Cyste von Stylonychia pustulata nach Lachmann. fftf) Die Acineten-Form von Spirochona nach Stein. ) Die Acineten sollen aus verschiedenen Vorticellinen-Sippen: Epistylis, Vaginicola, Opercularia, Vorti- cella, Cothurnia entstehen. ) Nach Stein und Udekem eine Umwnndehing der Epistylis (hypothetisch). ) Orcula sah Cienkowsky aus Podophrys entstehen. 1 28 Aufguss - Thierchen. in vllig ausgetrocknetem, ja steinhart gewordnem Schlamme, auf dem Schnee, in Rasen (Heu) und Moos, an Zweigen hoher Bume klebend, oder in der Luft umhergetrieben Wochen und Monate lang ohne ihre Lebens -Kraft einzubssen, und auf einem Stck Fliess-Papier aus dem Wasser geschpft Jahre lang aufbewahrt werden. Strme und Winde, ja der leiseste Luft-Zug, wirken daher fortdauernd zur raschen Verbreitung einer Menge von Wesen, die selbst keine Verbreitungs Mittel besitzen (Bodo, Cyclidiuni, Bursaria, Colpoda [im Heu], Trachelius, Oxytricha, Sty- lonychia etc.); ein Tropfen Feuchtigkeit reicht sofort hin, sie zur Fort- setzung ihrer Entwickelung und zur raschen Vermehrung an jeder neuen Wohnsttte zu befhigen, und es ist daher nicht zu verwundern, wenn selbst in destillirtem oder abgekochtem Wasser, falls es nicht in rasch und hermetisch verschlossenen Gefssen aufbewahrt wird, sich bald ein neues Infusorien -Leben entwickelt. Wo aber die angedeutete Vorsicht angewendet worden, da hat man noch keine Infusorien wieder aufkommen sehen. Am leichtesten und frhesten finden sich jedoch die Flagellaten und unter ihnen die Monadinen ein, welche selbst neuere Beobachter als Produkte einer Generatio aequivoca oder originaria bezeichnen mchten. Art des Wassers. brigens aber finden sich Infusorien in ge- salzenem und ungesalzenem, in Regen-, Quell- und Sumpf- Wasser, in warmen und Mineral-Quellen, auch im faulenden Wasser und in Infusionen aller Art (daher ihr Name), selbst von scharfen Substanzen, von vege- tabilischen Giften (Brechnuss etc.) und von Stoffen vor, welche in der Natur als solche nicht vorkommen, und eine jede dieser Flssigkeiten entwickelt auch unter sonst gleichen Verhltnissen eine eigens zusammen- gesetzte Infusorien -Welt, wenn auch manche Arten fast allen Wassern gemeinsam sind. Man hat in Pfeffer -Infusionen Arten gefunden, die bis jetzt noch nicht anderweitig beobachtet worden sind ; und andrerseits finden sich die Stentoren unter andern nur in frischem Wasser und nie in Infusionen vor. Das Salz-Wasser des Meeres scheint im Ganzen nicht so reich zu sein, als das ssse, und das Quell- und Fluss -Wasser ist weniger als das Sumpf- und Pftzen- Wasser, das der Regen-Fsser u. s. w. belebt, obwohl in kleinen abgeschlossenen Behltern aller Art fters zahl- lose Individuen von nur einer oder wenigen Arten enthalten sind, und selbst solches Salz -Wasser, welches (bei Cette) zum Zwecke der Salz- Bereitung schon mehr und weniger gradirt ist, kann durch Monas (Di- selmis) Dunali in weiter Ausdehnung ganz roth gefrbt werden. Zustze von manchen Salzen, wie von phosphorsaurem und kohlensaurem Natron und zumal von phosphorsaurem, salpetersaurem und kleesaurem Ammoniak zu den Infusionen organischer Materien gebracht, begnstigen die Entwicke- lung der Thierchen vorzugsweise, indem sie ihnen wahrscheinlich die Aufnahme von Stickstoff erleichtern. Wenn man Infusionen knstlich be- reitet, so sieht man, bei gengendem Lichte zugleich mit grnen Faden- Algen, die Aufguss -Thierchen in folgender Ordnung erscheinen: zuerst Kumliclie Verbreitung. 129 Monaden (zusammen mit Vibrionen und Amben); dann Enchelys, Tri- ehoda und Colpoda] zuletzt Tracheus , Loxodes, Euplota, Paramecmm, Cerona, Glaucoma und endlich Vorticella, welche zu ihrer Strauch-artigen Entwicklung etwas lngere Zeit braucht. Whrend neue Formen erscheinen, pflegen die frheren zu verschwinden. In gemeinem Brunnen-Wasser sind am hufigsten: Monas, Uvella, Cyclidium , Glaucoma, Trachelius larrieUa, Tr. strictus und Tr. trichophorus , Oxytricha pdliondla, Euplotes Charon, Amphileptus fasciola, Pleuronema chrysalis. Obwohl viele selbst der ent- wickeltesten Formen im Wasser unter der Eis-Decke der Flsse und Seen und einige Arten zuweilen (herange wehet?) selbst auf dem Schnee der Alpen getroffen werden, so fand Perty in dem von den Gletschern ab- fliessenden Wasser neben 24 Arten kieselschaaliger Diatomaceen doch keine chten Infusorien; und so auch nicht in Thermal- Wassern von 25 11. (was wohl zufllig war, indem das Wasser der Meeres -Salinen unfern Cette wie berhaupt das Sumpf- Wasser tropischer Gegenden diese Tem- peratur ja erreichen). Selbst fern von allem Lichte in einem 336 ' tiefen Schachte Sibiriens und in einem 1100 ' tiefen zu Freiberg fand Ehrenberg: in erstem Colpoda cucullus, Loxodes cuculhdus und L. cucullio, in letztem Monas termo mit einer Diatomee. Ebenso entdeckte Teilkampf im Wasser der Mammont-Hhle in Kentucky, 9 (?) Engl. Meilen vom Eingange ent- fernt, noch 2 Monas-Arten , 1 Bodo, 1 Chilomonas und 1 Chilodon. Monas sidphurina Joly ist in einer Schwefel-Quelle gefunden worden. Unsre Tabelle S. 131 zeigt, dass von 590 Infusorien -Arten 506 aus den Ssswassern, und nur 140 (= 7:2) aus dem Meere bekannt sind, mithin 56 Arten (0,1) in beiden Medien zugleich vorkommen, womit die Anzahl der ihnen gemeinsamen Arten sicher noch nicht erschpft ist. Aber weit ber die Hlfte dieser Arten ist von Eichwald an der Russischen Kste im hintersten Theile der Ost-See gefunden worden, wo der Salz- Gehalt des Meeres nur noch sehr unbedeutend ist, Andre dieser Arten stammen aus dem vordem Theile der Ost- und aus der Nord -See, und nur wenige von der Franziisischen Kste; fast alle gehren solchen Sippen an, deren meisten Species Ssswasser-Bewohner sind; nur die Arten-armen Sippen V Melanoglena, Prorocentron, Ploeotia, Oxyrrhis, Heteronema, und unter den Ciliaten : Urotiema, ?.Disoma, Ervilia, Trochilia (beide mundlos), Diophrys, IHscocephalus, Chlamydodon und das etwas Arten-reichere Vorti- cellinen-Geschlecht Tintinnus gehren ganz dem Meere an: einige unter ihnen von noch sehr zweifelhafter Natur. Im Ganzen genommen knnen die Familie der Peridinien und zumal die der Euplotinen als vorzugsweise meerisch bezeichnet werden, da die letzte zahlreicher an See- als an Ssswasser- Bewohnern ist. Die Zahl der meerischen Arten ist brigens verhltnissmssig grsser bei den Ciliaten (= 0,30) als bei den Fla- gellaten (= 0,16). Whrend manche festgewachsene Vorticcllen regelmssig nur an Wasser- linsen getroffen werden, kommen andre nur an gewissen Wasser -Kfern (an Agabus etc.), Kruster-Arten (an Astacus, Gammarus, Aseus, Cyclops) Bronn, Klassen des Thier- Reichs. I. Q 130 Aufguss-Thierehen. und zwar wieder nur an bestimmten Tkeilen derselben, an ihren Beinen, ihren Kiemen u. s. w. vor; dahin gehren zumal manche EpistyUs-, Co- tharnia- und Opncularia- , und die Lagenophrys-, Spirochona- und Opalina- Arten. Selbst die ganz frei bewegliehen whlen sich andre kleine Wasser- Thiere zu ihrem Aufenthalts-Orte. So hat man schon in frher Zeit gewissen Arten von Oxytricha (0. pellionelld), Cerona (C. poh/porum) und Tricho- dina (Tr. pediculus) den Namen Polypen-Luse gegeben, weil sie vorzugs- weise oder fast nur auf Ssswasser-Polypen auf- und ab-laufend gefunden werden. Einige Hexamitus-, Trichomonas-, Bodo-, wie die Condylostoma-, Plagiotoma- und Opalina -Arten leben im Darm-Kothe von Ringelwrmern, Planarien, Wasserschnecken und Frschen. Ein Paramechim kommt mit- unter bei Darm-kranken Menschen hufig vor. Wie verschiedenartig aber in verschiedenen Wasser-Becken oder selbst schon innerhalb kleiner Distanzen im nmlichen Wasser -Becken die In- fusorien-Bevlkerung sein kann, geht aus Michaelis' Beobachtung hervor, der von 100 Arten, welche 0. Fr. Mller in der Ost-See gefunden, nur 3 Arten im geschlossenen Kieler Hafen zu entdecken vermochte. In grossen Hhen (Perty beobachtete die Infusorien bis zu 9000' Hhe) bleiben manche Arten kleiner oder bilden ihren Panzer nnvollkomniner aus. Euploten und Vorticellinen sind in jenen Hhen am schwchsten vertreten. 2) Die geographische Verbreitung*) betreffend, so lsst sich darber noch kein Urtheil fllen, da von den 590- (300 Infusorien -Arten Hin- gegen 60 (zum Theil Europische) ausserhalb Europa: in den angren- zenden Theilen West-Asiens (S 2 ) und am Rothen Meere in Arabien und gypten (F 2 - 3 ), in Ost-Indien (S :i ) und Nord -Amerika (M 2 ) verzeichnet worden sind. Die Vertheilrmg der Arten -Zahl innerhalb Europas ist in nach-stehender Tabelle hauptschlich aus den Werken von Dujardin fr Frankreich, von Perty fr die Schweitz, von Ehrenberg fr Deutschland (besonders den Norden und Nord-Osten) , von Eichwald fr Pussland **) (Gegend von Petersburg und an der Ost-See) und von Ehrenberg fr Sd- Sibirien zusammengestellt worden. Charakteristische Zge der geogra- phischen Verbreitung ergeben sich daraus noch kaum, wenn man berck- sichtigt, dass die Schweitz viele (die meerischen) Arten und Sippen aus topographischen Grnden entbehrt und als Hochland Frankreich am meisten entgegensteht. Die Verbreitung der Familien scheint in allen diesen Ln- dern eine ziemlich gleichmssige zu sein, und die angegebenen Zahlen *) Im Kopfe unserer Thier- geographischen Tabellen bedeutet E = Europa, und da die Namen der brigen Welttheile alle mit A anfangen, so werden sie nach dem zweiten Buchstaben ihres Namens unterschieden, mithin F = Afrika, S = Asien, U = Australien, M = Amerika. Einigen Zahlen in den Eubriken selbst ist ein f, s, u, m mit gleicher Bedeutung beigefgt. Die Exponenten 1 , 2 , 3 , 4 , 5 hinter den die Welttheile bezeichnenden Buchstaben gelten fr die 5 Zonen von Nord nach Sd. **) Auch Weisse zhlt 400 Arten Infusorien, Ehizopoden und Eotatorien in der Petersburger (regend auf, fawt mir solche Arten, die Ehrenberg schon beschrieben hat. Eumliche Verbreitung. 131 hngen wohl in der Hauptsache nur vom Stande unsrer bisherigen Kennt- nisse derselben ab. Nach den Verhltnissen andrer Thier-Klassen berechnet, htten wir die allmhliche Unterscheidung von mindestens 10,000 Infusorien- Arten im Ganzen zu erwarten, bevor wir ein einigermaassen gengendes Bild ihrer Vertheilung gewinnen knnen. Beschrnken wir uns auf das Wenige, was wir bis jetzt ausserhalb Europa kennen, so sind unter 4(3 aus dem sdwestlichen Sibirien ( s der letzten Rubrike) wohl einige Europa fremde oder neue Arten*), aber keine neue Sippe, und die einzige Infusorien-Sippe, welche in Europa noch nicht angezeigt worden, ist ein Tropen -Bewohner und zweifelhaft hinsichtlich seiner Synonymik, indem nmlich Carter's Otostoma in Ostindien von Du- jardin's Plagiotoma kaum wesentlich verschieden zu sein scheint. Auch bemerkt Carter selbst, dass die Infusorien -Welt der Ostindischen S- wasser denselben Charakter wie in Europo trage und zum Theil aus den nmlichen Arten bestehe. Diess Letzte ist namentlich mit den Bewohnern faulender Wasser der Fall. Ganze Zahl. 73 c: Nach den Lndern. 55 n SO ET CD Gfc <-5 .- n X O z; a a e f g 1) Monadina. Acariaeum Menoidium Spiromonas Chromatium . . . Microglena . . . . , Doxococeus Monas Cyclidium (prs.) Duj. Chilomonas Trepomonas . . . . Pleuromonas . . . . Mallomonas .... Trichomonas ... Ccrcomonas Modo) Aniphimonas . . . . Heteromitus . . . . Tetramitns . . . . , Chloraster .... Hexamitus . . . Phacelomonas ... ?Melanoglena . . . , Uvella Glenomorum . . . . Spondylomorum . . . Polytoma . . . . . Anthophysa . . . . , 2) Cryptomonadina. Cryptoglena . . . . Cryptomonas . . . . Ophidomonas . . . . Phacus Crumenula Prorocentron . . . . Disclmis Phacotus- 1 1 1 1 1 1 1 1 3 s 1 3 9 1 1 2 4 :h 2 2 50 47 7 11 15 21 4 4 j 7 5 2 2 5 1 1 1 1 1 1 1 i i i , 3 1 2 24 24 1 11 12 7 4 4 3 1 5 5 4 4 1 3 3 2 1 1 1 3 1 3 1 1 1 6 1 2 1 c; 3 2 5 1 l 1 1 i 1 3 3 1 :i 1 1 1 1 l 3 3 3 8 8 3 2 2 5 1 1 1 H 3 3 2 2 1 1 2 2 2 4 2 o 4 1 1 1 1 1 1 1 3 20 3 s ls l m 3 s *) Ehrenberg weiset die geographische Vertheilung dieser Arten in den Abhandlungen der Berliner Akademie sehr umstndlich nach. 9* 132 Aufouss -Thierchen. Ganze Zahl. so 3 Nach den Lndern. cc 2 3 CD 1 OD 1 po P Cb Pj e f g *1 Ploeotia Anisonema Oxyrrhis 3) Thecoxnonadina. Trypomonas Lagenella (prs.) Chonemonas Chaetoglena Chaetotyphla 4) Astasiaea. Peranema , Astasia Euglena Amblyophis Distigma Zygoselmis Eutreptia Chlorogonium Heteronema Dinema Polyselmis Colacium 5) Dinobryina. Dinobryon Epipyxis 6) Peridiniaea. Ceratium . . Peridinium Glenodiniuin . . , Dinopbysis . Flageata {JjgJ 7) Golepina. Coleps 8) Cyclidina. Pantotricbuin Megatricha Acomia Baeonidium Opisthiotricha Uronema Acropisthium Acineria Siagontheriam Alyscum Gastrochaeta 9) Enchelyina. ? Disoma Enchelys Trichoda Trachelocerca Lacrymaria Leucophrys Spathiditim Colobidium Ptyxidium Holophrya Apionidium 10) Chilodontina. Prorodon Habrodon Nassula Chilodon \ Cyclogramma ?Lioaiphon Eb 11) Tracheliina. Harmodirus 4 12 18 1 4 2 1 1 1 2 1 2 10 11 5 2 G~ 260 3 2 8 1 1 1 1 2 1 1 1 4 10 18 1 4 2 1 1 2 1 2 8 7 4 2 55~ 235 2 5 2 ~W 40 30 88 3 4 11 35 101 1 I 2 17 1 3 1 38 131 27 81 Kumliche Verbreitung. 133 Ganze Zahl. Nach den Lndern. * r CD 09* CO 3 a CD n 3 CO S 1 3 n 1 3 Ol & >-i a w CD 1 o B Pi 00 & b C (1 e f g Trachelius Loxodes Condylostoma Spirostomum Bursaria Lenibadium Blepharisma Loxophyllum 12) Colpodina. Dileptus Glaucoma Cinetochilum Colpoda Ophryoglena , . Frontonia ) Panophrysj Plagiotoma Parameciuin Amphileptus Uroleptus Pleuronema 13) Oxytrichina. Ceratidium Mitophora Oxytricha Stichotrieha Corona Urostyla Stylonychia 14) Euplotina. Ervilia Trochilia Diophrys Coccudina Discocephalus Himantophorus Chlamydodon Aspidisca Euplotes ' 15) Stentorina. Stentor Chaetospira 16) Vorticellina. Trichodina ? Urocentron Ophrydium 'Tintinnus Vaginicola Lagenophrys Oothurnia , Scyphidia Spirochona Opercularla Epistylis Vorticclla infusoria {^P- Anhang. Actinophrya Trichodiscns Discodella Dcndrocometcs . Acineta Podophrya Orcula Dendrosoma 15 7 1 3 12 2 2 2 3 2 1 4 5 18 3 10 6 4 2 1 1 15 1 2 1 6 1 1 1 7 1 1 1 4 20 2 2 6 14 25 ~79~ 330 12 6 1 2 12 2 2 2 3 1 1 4 5 lti 3 9 6 4 2 1 1 11 1 2 1 5 4 1 1 1 4 3 5 2 1 6 11 23 72~ 271 139 590 1 1 1 10 3 i i 127 506 6 l 1 1 10 2 1 1 1 1 1 3 1 1 1 2 12 5 10 40 100 60 140 13 1 8 _10_ 44~ 130 1 1 1 2 4 10 2 5 4 3 1 1 10 1 2 1 5 57 153 6 4 2 12 1 2 1 1 3 3 13 1 5 6 4 1 1 1 3 10 4 1 1 5 4 3 6 2 2 6 8 17 2 7 13 60 209 47 125 74 218 92 254 96 340 5 1 1 1 10 1 1 1 74 206 3s 2a ls ls 3a 1 2a 3a 1 1 ls ls 1 2 s ls 2 _<5s_ T9~ 30 29 56 ls ls 134 Aufguss-Thierchen. Zu den am weitesten oder allgemeinsten verbreiteten Arten gehren Monas termo, M. prodigiosa, M. gliscens, Uvella uva, U. glaucoma, Bodo grandis , B. saltans , B. socialis , Chilomonas paramecium , Polytoma uvella, Phacus triqueter (E 2, M 2 ), Cyeiidiwn glaucoma (Europa, und von Dongola im 19 bis Bogoslawsk im 60" Bi\), Colpoda eucullus (eben so), Tricho- dina pedicidus, Trichoda pyrum, Trac/ielius lamella (wie Cyclidium), Chilodon cucullulus, Paramecium Aurelia (Europa bis Ost-Indien), P. chrysalis (wie Cyclidium) , Plmronema chrysalis, PL crassa (E 2, S^.F 2 ' 3 ), Coccudina cimcx (E 2 'S 2 'F-), Coleps hirtus (E 2 ,M 2 ), Aspidisca Lynceus, Vorticella nebulifera s. convallaria (E 2, S. 2, F 3 ) u. a. m. Am sdlichen wrmeren Fusse der Alpen sah Perty manche Arten grsser als am nrdlichen Fusse werden. VIII. Zeitliche Verbreitung. So zahlreich auch die fossilen Reste sind, welche uns die frher mit den Infusorien unter dem gemeinsamen Namen Polygastrica verbunden gewesenen Kiesel-Diatomeen hinterlassen haben, so wenig sind die mikro- skopischen und Gallert -artigen eigentlichen Infusorien dazu geeignet ge- wesen, ihren geologischen Entwickelungs - Gang durch fossile berreste fr eine sptre Zeit aufzuzeichnen, obwohl sie sicher zu den frhesten Bewohnern der Gewsser unsrer Erde gehrt haben, zumal die Existenz andrer Wesen von ihnen abhngig gewesen ist. Nur unter den Panzer- Monaden und Peridinien scheinen einige mehr und weniger Erhaltungs- fhige zu sein, und in der That versichert Ehrenberg ein halbes Dutzend Arten von Peridinium, Chaetotyphla, Chaetoglena und Trachelomonas in durchsichtigeren Kiesel -Ausscheidungen der Steinkohlen -Formation, des Coral rag, der Kreide und in einigen Tuff- Gesteinen entdeckt zu haben, worunter sogar das jetzige Peridinium monas in der Steinkohlen-Formation. I\. Verhalten zum brigen Haushalt der Natur. Die Infusorien nhren sich theils von organischen Moleklen, die im Wasser zerstreut sind, theils von kleinen Algen und von andern noch kleinern Infusorien, welche durch ihre Wimper-Apparate ihnen zu Munde gefhrt werden. Daher die Infusorien auch berall mit den Konferven zusammen vorkommen, um mit ihnen gemeinsam wirkend die erste anima- lische Materie zur Nahrung hherer Thier-Organismen zu bereiten als ein ebenso unsichtbarer wie grossartiger im Wasser jeder Art allgegenwrtiger Assimilations-Apparat. Die Muschel-Thiere insbesondre, welche mit einem analogen Apparate wie die Infusorien selbst, durch ihre Lippen -Anhnge nmlich, Strmungen des Wassers gegen ihren Mund veranlassen, scheinen sich vorzugsweise von Diatomeen, Vibrionen und Monadinen zu nhren. Verhalten zum brigen Haushalt der Natur. 135 Manche Infusorien machen sich durch die, in Folge ihrer ungeheuren Vervielfltigung mitunter sehr rasche und intense Frbung des Wassers in Gefssen wie in ganzen Pftzen, Teichen und See'n auf berraschende Weise bemerklich, zuweilen unter Mitwirkung von Konferven, die gleichen Farbstoff wie sie enthalten und ihn zuerst bereiten. Ganz abgesehen von einer bloss oberflchlichen Grnfrbung stehender Gewsser durch Kon- ferven -berzge, dem sogenannten Blhen des Wassers"', und von der Mitwirkung grner Yolvocinen auch in den tieferen Schichten, kann durch Monas bicolor , Tetramitus boclo , Cryptomonas glauca , Cryptoglena conica, Euglena viridis, E. spirogyra, Eutreptia viridis, Chlorogonium euchlorum, Glenomoriurn tingens , Parameciuni bursaria und Ophrydiitm versatile eine grne Frbung ganzer Wasser -Massen vorkommen; eine dunkel-braune bis schwarze durch Stentor niger und Ophryoglena atra (Dinte-Kegen") ; ein Milch-artiges Aussehen erlangen sie manchmal durch Polytoma uvell'a. Gelb wird das Wasser zuweilen durch Monas -Arten, Astasia avicns, A. ochracea; roth wird dasselbe durch Monas vinosa, M. eritbescens , M. Okeni, M. rosea, Euglena sanguinea, Astasia haematodes u. a. Der Alpen -Schnee erscheint zuweilen roth (ausser durch Protocoecus 'pluvialis, Pr. (Hysginwn) nivalis, Pr. nebidosus, Gyges sangidneus , Pando- rina hyalina) durch Monas scintillans, Astasia nivalis, Bursaria arborum. Das pltzliche Erscheinen rother Flecken selbst an trocknen Orten (sogar bis in geschlossenen Schrnken u. s. w.) , welches man einem Blut-Kegen" zugeschrieben und oft aberglubisch gedeutet hat, wird hauptschlich durch Monas prodigiosa verursacht. Das Auftreten solcher Blut-Flecken an Speisen und geweihten Hostien hat schon mehrmals den Fanatismus gegen die Juden erregt, welche Hundert-weise darber das Leben verloren*). Der oft schnelle Wechsel in der Frbung der Gewsser erklrt sich durch den Einfluss, welchen Licht und Wrme zu verschiedenen Tages -Zeiten auf die Infusorien ausben knnen, indem sie solche veranlassen, auf den Grund niederzugehen oder sich von demselben zu erheben. Auch ist das phosphorische Leuchten des See-Wassers zu erwhnen, zu welchem einige Flagellaten - Infusorien mit beitragen. Nach Ausschei- dung der Diatomeen u. a. wirken noch Ceratium- Alien , wie C. acuminatum, C. tripos, C. Michaelis, C. fuscum und C. furca, im Eis-Meere C. dicergens und Peridinium (? Ceratimn) areticum dabei mit. Es scheint nicht, dass diejenigen Infusorien, welche parasitisch im Darmkanale hherer Thiere leben, sie sehr belstigen. Doch fand Malmsten bei zwei mit Darm-Geschwren behafteten Menschen eine Menge Infusorien (ein Paramecium mit 2 Blschen) in den Gedrmen vor, wohl mehr in Folge denn als Ursache der Krankheit? *) Vgl. Ehrenberg in den monatlichen Berichten der Berliner Akademie 1S49, 101 106. Rckblicke auf die vier Klassen. Die vorangehenden Betrachtungen haben die Benennung Form -lose Thiere" gerechtfertigt, welche wir diesem Kreise gegeben. Form-los sind diese Wesen, insofern ihre Gestalten berhaupt sich selten auf eine ein- fache regelmssige geometrische Form zurckfhren lassen, wie Diess bei den brigen Kreisen mglich ist ; Form-los , weil selbst in den wenigen Fllen, wo es gelingt, diese Form nicht eine gleiche gemeinsame ist; meist Form-los, weil nur bei wenigen ein bleibendes Organ zur Orientirung vorhanden; Form-los endlich, weil sogar ein und das nmliche Individuum (von den harten Schaalen-Hllen abgesehen) oft Proteus-artig seine Krper- Gestalt durch Kontraktilitt so vielfltig wechseln kann, dass es kaum sie zu bezeichnen mglich ist. Die Benennung ist freilich, wie auch der Name Aneura u. a., nur eine negative, wie alle Charaktere dieser Thiere negativ sind und Negativitt eben ihr Charakter ist. Indessen ist auch die Formlosigkeit bei den verschiedenen Klassen im Allgemeinen von verschiedener Art : bei den Kolonie'n-artig zusammen- gesetzten Schwmmen hauptschlich auf unvollkommner oder zweifelhafter Individualitt, doch mit einem Anheftungs-I'unkt beruhend, bei den Rhizo- poden durch den bestndigen Form-Wechsel ihrer halb-flssigen eigenen Krper -Masse und die unendliche Vielgestaltigkeit ihrer harten Hllen bedingt; bei den Infusorien in dem eben so manchfaltigen als, bei mehren Familien wenigstens, usserst kontraktilen Krper ausgesprochen. Von den erdigen inneren Gersten und usseren Sckaalen ganz ab- gesehen, haben diese Thiere eigentlich noch keine Organe, sondern die verschiedenen Lebens -Verrichtungen stehen bald alle gleichmssig allen Theilen des Krpers zu (wie bei den Khizopoden) oder sind grsseren Mengen unter sich gleichartiger und gleichartig zusammenwirkender Ele- mentar -Theile (als Zellen und Haaren) statt einzelneu, aus ungleich- artigen Zellen zusammengesetzten Organen zugetheilt, wie die Strmung des Wassers im Innern der Schwmme, der Ortswechsel durch Fliinmer- Il;iare, die Fortpflanzung durch Zellen. Nur die Infusorien beginnen sich auf eine hhere .Stufe zu erheben durch ihre Verdauungs- Hhle, ihren Mund, ihre kontraktile Blase und den Nucleus von noch zweifelhafter Natur. Wie einfach jedoch diese Lebens -Werkzeuge noch sein mgen, so gengen sie doch zu beweisen, dass es sich hier nicht mehr um einzellige Organismen" um nur aus einer Kern-Zelle bestehende Thiere handle, und dass ihr Nucleus jedenfalls ein andrer als der Nucleus einer einfachen Kern-Zelle seie. Bei den Polycystinen sind ohnediess immer viele Zellen Rckblicke auf die vier Klassen. 137 zu beobachten ; bei den Bhizopoden ist ohnediess keine Zellen-Individualitt erkennbar; bei den Schwmmen endlich wre die Theorie der ein- zelligen T liiere, die man eine Zeit lang bald auf einen grsseren und bald auf einen kleineren Theil der Amorphozoen anwenden wollte, nur in der Art statthaft, dass man eben jede Zelle, woraus ein Schwamm-Stock besteht, als ein Thier-Individuum betrachtete, wogegen aber einzuwenden, dass wenigstens bei vielen See-Schwmmen eine solche Individualitt der sie zusammensetzenden Zellen nicht mehr zu erkennen ist. Ein nheres Studium der Lebens-Verrichtungcn und insbesondre der Ernhrung und Bewegung dieser Thiere scheint zu ergeben, dass sie noch sehr nahe mit den physikalischen Eigenschaften ihrer Materie, mit deren Chemismus, Endosmose, Kontraktilitt, mit der Bewegungs-Art fester Atome im Wasser zusammenhngen. Vielleicht knnte aus dem Umstnde, dass die Schwmme zweierlei geschlechtlich differenzirte Zellen bereits erkennen Hessen , wovon in den drei anderen Klassen noch keine Spur erkannt worden*), eine hhere Stellung derselben ber diesen letzten in Anspruch genommen werden. Allein wie sie einestheils offenbar den Wasser-Algen und -Pilzen nher stehen, so sind sie diesen unvollkommensten Pflanzen noch insofern analog, als auch diese letzten schon solche Zellen zeigen und ihrerseits dennoch die Flechten ber sich haben, in welchen man noch keine Sexual -Zellen wahrgenommen hat. Es scheint somit die im Eingange (S. 2) gegebene Stufen-Folge der vier Amorphozoen-Klassen gerechtfertigt zu sein. Whrend die Amorphozoen die viererlei Lebens-Verrichtungen zeigen, deren Vereinigung alle Thiere charakterisirt, bringen sie es doch im Ganzen noch nicht zu eigenthmlichen Organen dafr. Eine Verdauungs- Hhle mit nachweisbarem Mund haben nur die vollkommneren Infusorien, bisexuale Zellen nur die Schwmme, Spuren von Muskeln einige Vorti- cellinen unter den ersten, whrend die Pigment -Flecken, welche anderen Infusorien mit den nchst-verwandten Algen gemein sind, zwar lebhaft an die Punkt -Augen einiger etwas hher stehender Thiere erinnern, aber gleichwohl noch mit keinem Nerven -System in Verbindung sind. Obwohl wir den Amorphozoen eine regelmssige Grund-Form abge- sprochen, so lsst sich doch ein gewisses Streben darnach nicht verkennen und zwar in der Weise, dass jede der vier Klassen in gleicher Aufeinander- Folge die Grund -Form je eines der vier untern Kreise des Thier-Eeiches vorbereitet. Ebenso besteht eine gewisse Analogie zwischen der vor- herrschenden Bewegungs- Weise dieser vier Klassen und den vier Haupt- Abtheilungen des nchsten Thi er -Kreises, der Aktinozoen nmlich. Doch ist auf diese Beziehungen kein andres Gewicht zu legen, als insofern sich im Allgemeinen ein gleicher Entwickelungs-Gang darin wiederholt findet. *) Die neuesten Beobachtungen von Balbiani, S. 114, ausgenommen. 138 Rckblicke auf die vier Klassen. Evertebraten- Kroise Form Amorphozoen- Klassen Bewegung Aktinozoen- Klassen IV. Entomozoa (brauchiata) III. Malacozoa II. Actinozoa I. Amorphozoa hemisphenoid f 4. Infus \(Oxytrich. Infusoria Euplot, {meist ungleichseitiges oft! spirales Gehuse ) strahlig amorph 3. Rhizopoda Mund voran, bei Bewegung) auf fester Unterlage der > 4. Holothuriae Bauch unten ) 'auf fester Unterlage ein'l nmes Schleppen mitl ov . j H Fsschen, ohne KEchinodermata r r orn und Unten J {auf fester langsam tausend stetes Vi di 4.1 (sehr passivl: vom Wasser) , . 2. Polycystrna| getr ; ngen ' J2. Acalephae 1. Spongiae festsitzend 1. Polypi. Trotz der strahligen Stellung gewisser Zacken des inneren Gerstes haben die Polycystinen jedoch keinen Anspruch auf eine Stellung unter den Aktinozoen, weil ihre Organisation viel niedriger, jene Stellung nicht von einer funktionellen Hauptachse ausgehend , wesentliche Organe daran nicht betheiligt sind und dieselbe berhaupt ohne allen funktionellen Werth ist. Selbst mit den vier unteren Malakozoen- Klassen lassen sich die Amorphozoen hinsichtlich ihrer Bewegungs - Art noch vergleichen, so dass Bryozoen, (schwimmende) Tunikaten, Schaalen-Acephalen und Gastro- poden an der Stelle der Polypen, Akalephcn, Echinodermen und Holo- thurien genannt werden knnten, wie sich freilich erst spter deutlicher ergeben wird. Register. Von den mit einem f bezeichneten Sippen sind im Atlas Abbildungen enthalten. Acanthodesmia Acanthometra . Acanthometrin Aeanthospongia Acariaeum Acervnlina f Acervulinidae Achilleum Acineria . Acineta f Acinetae Acomia Acropisthiiun Actinophrys + Actinosphaera Adelosina Agathidost Alastor Alcyonella Alcyonium Allomorphina Allotheca . Alveolina . Alveolites Alyscum f Amblyophis Amoeba f Amoebidae Amorphozoa Amphileptus Amphimonas f Amphimorphina Amphisorus . Amphistegina f Aneura . Anisonema Anomalina f Seite . 39 . 40 38, 40 . 26 . 123 . 72 . 68 22, 26 . 125 . 127 . 123 . 124 . 124 . 127 . 68 . 69 . 67 . 126 . 22 22, 26 . 69 . 70 . 71 . 71 . 125 . 124 . 68 . 67 1 . 126 . 123 . 72 . 72 . 71 1 . 124 . 70 Seite Anomostegia . . . 68 Anthocyrtis f . . . . 38 Anthophysa 123 Apionidium 125 Arcella 68 Archezoa 1 Articulina 69 Aspidisca 126 Aspidospira 70 Assilina 71 Astasia f 124 Astasiaea .... 122 Asterigerina 70 Astraeospongia .... 26 Astromma f 39 Athalamia .... 67 Aufguss-Thierchen . . 82 Auliscia f 22 Aulocopium 26 B a c i 1 1 i a r i e a . . . . 85 Badiaga f 22 Baeonidium 124 Bigenerina 69 Biloculina 69 Blepharisma 125 Blumenbachium . . .26 Bolivina 69 Borelid ae . . . . 68 Borelis f . . . . . . 71 Bothroconus 26 Brachiolites 26 Branchiotoma .... 28 Bulimina 70 Bursaria 125 Caenomorpha . . . .124 Calcarina 70 Calcispongiae Calocyclas . . Calodictya . Candeina . Carchesium f . Carpocanium . . Cartilospongia . Cassidulina f . Cassidulinida( Cenchridium Cenosphaera . . Ueno sphaerins Cephalites . . Ceraospongiae Ceratidium . . Ceratium f . . (Jeratophyta spongi Ceratospiris . Cercomonas + . Cerona f . . . Chaetoglena f . Chaetospira f . Chaetotyphla Chenendopora . Chilodon f . . Ghilodontina Chilomma . . Chilomonas f . Chilostomella Chlamydodon Chlamydophora . Chloraster . . Chlorogonium f Choanites . . . Chondrospongia . Chonemonas . Chromatium . . Seite . 22 . 39 38, 39 . 70 . 127 . 38 . 22 . 69 . 68 . 68 . 39 38, 39 . 26 . 22 . 126 . 124 . 3 . 39 . 123 . 126 . 124 . 126 . 124 . 26 . 125 122 39 123 69 126 40 123 124 26 22 124 123 140 Register. Chrysalidina . Ciliata . . Cinetocliilum Cladococcin Cladococcus . Cladospiris . Clavulina . . Clidostomum Cliona Flem. t Closterina Cnemidium . Coccudina Coeloptychium Colacium f . Colepina . Cnleps f . . Collosphaera t Colobidium . Colpoda f Colpodina Colpopleura . Cnndylostoma Conis . . Conulina . Conulinidae (Jorcyia t- Cornuspira f Cornuspirid Cornutclla f Cothurnia f . (Jristcllaria . Criste llariida Cruciloculina Orumenula . Cryptoglena . Cryptomonadina Cryptomonas Crypteprofa . Cuneolina Cycladophora C y c 1 i d i n a . Cyclidium Cyclclypeus t Cyclogramma Cy doli na t Cyclosiphon . C y c 1 o s t e g i a Cyphidium . Cyphoderia . Daucina . Dendritina t Dendroconiets f Seite 70 122 126 38, 39 39 39 70 69 22 S5 26 126 26 124 122 124 38 125 126 122 70 125 26 72 68 68 69 67 39 127 70 68 69 123 123 122 123 38 69 39 122 123 71 125 , 72 71 68 68 6S 72 71 127 6 Seite Dendrosoraa . . . . 127 Dentalina . . . . 72 Desmidiacea . . 85 Diatom acea . . 85 Dictyophimus . . 38 Dictyopodium . . . 39 Dictyosoma . . 39 Dictyospiris . . . 39 Difftugia .... . 6S Dileptus .... . 125 Dimorphina . . 69 Dinema .... . 124 Dinobry ina f . 122 Dinobryon t . 124 Diophrys .... . 126 Diplotricha . . 123 Discocephalus . . 126 Discodella . . . . . 127 Discolithes . . . . . 71 Diselmis .... . 123 Disoma .... . 125 Distigma f . . . . 124 Doxococcus f . 123 Dunstervillia t . 22 Dysidea .... . 22 Ehrenbergina . 69 En a Hoste gia . . 68 Enchely ina . . . 122 Enchelys f . . . . 125 Endothrya . . 72 Entrochus . . . . 70 Ephydatia f . . . . 22 Epipyxis .... . 124 Epistylis f . . . . 127 Exyilia .... . 126 E u c y r t i d i n a . 38 Eucyrtidium . 39 Eudea . 26 Euglena f . . . . . 124 Euglypha. . . . . . 68 Euplectella . . . . 22 Euplotes f . . . . 126 E up 1 o t in a . . . 122 Euspongia . . . 22 Eutreptia. . . . . 124 Fabularia t . 69 Fabulariidae . . 68 Faujasina . . . 70, 71 Fissurina .... . . 68 Fistularia Bowb. . . . 22 Flabellina . . . . . 70 Flagellata . . Flustrella t Foramini f era Formlose Thiere Frondicularia f Gastrocliaeta Gitter- Thierchen Glaiidulina . Glenodinium Glenomorum f . Globigerina f . Grantia . . Habrodon Halicalyptrin a Seite . 122 . 39 . 67 . 1 . 72 126 . 70 . 123 69 . 69 22, 26 . 29 . 72 , 126 . 124 . 123 . 70 69 . 72 . 22 . 47 . 68 . 26 . . 69 125 . . 38 . 22 Haiin mmatina Halisarca . Halispongia . . Harmodirus f . 22 . 39 58, 39 . . 39 26 . 22 . 22 127 . 125 70 Helicostegia Heterostegina . Heteronema f . Heterostomum . Hexamitus f Holteria . / . Hrnst h w m m s . 68 . 71 . 123 . 124 . 72 . 123 . 126 . 26 39 125 . 127 . 22 Register. 141 Seite Hymenacidum . . . . 22 Hymeniastrum . . . . 39 Hymenocyclus . . . . 71 Jerea 26 Infusoria 82 Ischadites 26 Kalk-Schwmme . 22 Kiesel-Schwmme. 22 Lacrymaria . . . . 125 . . 68 . 124 Lagenophrys f . . . 127 Lagy nidae . . . 67 . 68 . 125 . 124 . . 70 Lesquereuxia . 68 . 22 . 22 Leucophrys Dvj. , . 124 Leueophrys Ehrb. . . 125 . 72 . 125 . 71 . 39 Litbocbytrina. 38, 39 . 39 Litbocircina . . 38 . 38 Lithocorytbium -f . . 39 Lithocyclidina . 38, 39 . 39 . 39 . 39 . 39 Lithornithium . . . 39 Lopliopliaena . 38 . 125 Loxophyllum . 125 . 72 Lychnocanium f . . 38 Lymnorea Lmx. . 26 Mallomonas . . . . 123 Mamnllipora . . . 26 . 26 . 72 . 26 Megatbyra . . . . 70 Seite Megatricba 124 Melanoglena 123 Melonia 71 Melonites 71 Menoidium 123 Mesopora 72 Microglena f . . . .123 Miliolidae . . . . 68 Mitopliora 126 Monadina 122 Monas f 123 Monima 122 Monostegia. . . . 67 Monothalamia, . . 67 Mynnecium 26 Nassula 125 Nautiloidea . . . 68 Noetiluca 68 Nodosaria f 72 Nonionina f 70 Nonioninidae ... 68 Nummulina f .... 7 1 Ocellaria 26 Umphalopliacus .... 70 Opalina 124 Opercularia 127 Operculina 71 Ophidomonas . . . .123 Oplirydium f . . . .127 Ophryoglena 126 Opisthiotricha . . . .124 Orbiculina f 71 Orbignyina 70 Orbitoides 71 Orbitulites f .... 72 Orbulina 69 Orbulinidae. . . . 67 Orcula f ...... 127 Ortbocerina 72 Orthocerinidae . . 68 Oryzaria 71 Oxyrrhis .124 Oxytricba f 126 Oxytricbina ... 122 Palaeospongia .... 26 Pampbagus f .... 68 Panophrys 126 Pantotricbum f ... 124 Paramecium f . . . .126 Pavonina f 72 Seite . 125 Peneroplidae . . . 68 . 71 Peranema f . . 124 Pericblamydium . 39 Peridinaea . . . 122 Peridinium f . . 124 Petalospiris f . . 39 Pflanzen -Thiere . . 1 Pbacelomonas . . . . 123 . 123 . 123 Pbanerostomum . 70 Pbysaematium f . . 38 . 1 . . 69 . 72 . 38 . 70 . 70 . 72 . . 72 Pleuromonas . . . . 123 Pleuronema f . . 126 . 39 . ... 26 . 70 . . 26 . 124 Podocyrtis t . . . . 39 Podopbrya f . 127 . 29 . 83 Polymorphina . . . 69 P o 1 y m o r p b i n i d a ( ; . 68 Polyparia foraminifet a . 3 . 26 Polystomella f . . . . 71 Polystomellidae . 68 Polyselmis f . . . 124 l'olythalamia . 45 . 123 . 70 Prorocentron f . . . 123 . 125 . 69 . 72 . 1 . 68 . 39 Ptei-ocodon f . . . . 39 142 Ptygostonmm Ptyxidium Quinqueloculina Reeeptaculites Reticulites . Khaphidost Rhizocorallium Rhizopoda Rhopalastrum Rhopalocanium Rhynchospira Rimulina . Robertina Robulina f . Rosalina . . Rosalinidae Rotalia . . Sagraina . . Schwmme . Scyphia . . Scyphidia . . Sexloculina . Siagontherium Siderolithus . Siderospira . Silicispong Siphonia . . Siphoni/era . Siphonina Sorites . . Soritidae . Spathidium . Sphaeroidina Sphaerozoum f Sphenoderia . Spirillina . Spiriloculina f Spirobotrys . Spirochona f Spiromonas . Spiroplecta f Spiropleurites Spirostonium a e Register. Seite Seite 70 Spirulina .... . . 71 125 Spondylomorum . . 123 Spongia f . . .' . 22, 26 69 Spongiadae . . . 3 Spongiae .... . . 3 26 Spongiaria . . . 3 26 Spongiarium . . . 26 68 Spongidae . . 3 26 Spongilla f . . . 22, 26 45 Spongodiscus . . . . 39 39 Spongolithis . . . . 26 39 Spongosphaera . . . . 39 70 Spyridina . . . 38, 39 72 Squamulina . . . 68 70 Stemmatunienia . . . . 22 70 Stentor f . . . . . 126 70 Stentorina . . . . 123 68 Stcphanastrmn f . . . 39 70 Stichostegia . . . 68 Stichotricha . . . . .126 69 Stomatoda . . . 122 3 Strophoconus . . . . 69 26 Stylocyclia . . . . . 39 127 Stylodictya . . . . 39 69 Stylonychia . . 126 12 Stylosphaera . . . . 39 71 Synspira .... . 72 70 22 Tethya t 22, 26 26 Tetrabaena . . . . 123 45 Tetragonis . . . . 26 70 Tetramitus . . . , . 123 72 Tetrataxis . . . . 72 68 Textilaria f . . . . . 69 125 Textilariidae . . 68 69 Thalassocolla t . 38 38 Thalassocollae . . 38 68 Thecomonadina . . 122 69 Thoosa f . 22 69 Thyrsocyrtis . . . . . 39 70 Tintinnus . 127 127 Tracheliina. . . . 122 123 Traehelocerca . . . . 125 69 Trachelomonas . . . . 124 72 Tragos . 26 125 Trematophora . . . . 45 Seite Trepomonas 123 Trichoda 125 Trichodina f .... 127 Triehodiscus 127 Trichomonas 123 Triloculina f .... 69 Trinema 68 Trochilia 126 Truneatulina 70 Trypemonas f .124 Turbinoidea . . . 68 Turonia 26 Uniloculina 69 Uroeentron 127 Uroleptus 126 Uroneraa 124 Urostyla 126 Uvella t 123 U vellinidae . . . . (is Uvigerina 69 Vaginicola f .... 127 Vaginulina 72 Yalvulina 70 Yentriculites 26 Verneuilina 70 Yerongia 22 Vertebralina 71 Verticillites 26 V i b r i o n i n a . . . . 85 Vielzellige Thierchen . . 29 Vioa f 22, 26 Yirgulina 69 Volvocina . . . . 85 Yorticella f 127 Vorticellina . . . 123 Vulmlina 69 Webbina 72 Warzelfsser .... 45 Zeilen- Thierchen ... 29 Zoophyta 1 Zoophyta proli/era . . 3 Zoothamnium . . . .127 Zygoselmis f .124 Verbesserungen. Seite 3, Zeile 8 von oben statt polifera lies proli/era. O00000 Gedruckt bei E. Polz in Leipzig-. Erklrung von Tafel I. EiLtwickelunys- Geschichte von Spongilla. Fig. 1 10 Spongilla alba und Fig. 14 17 Sp. Meyeni: sind von Carter, die brigen nach Europischen Arten von Lieberkhn entliehen. Fig. 1. Entwickelung der Spongille aus # einem Keimchen (Gemmula, Fig. 14), eine etwas ideal zu- sammengesetzte Figur: a das Keimchen; bb die ussre Haut mit feinen Kiesel -Nadeln be- laden; cc Schwamm -Parenchym hauptschlich aus kugeligen Sckchen von ungefhr Vsoo" Durchmesser und grossen Kiesel -Nadeln bestehend; dd Bndel glatter Nadeln, welche die Haut (b) sttzen; ee ffnungen der Zufhrungs-Kanle ins Parenchym; ff dunkle Punkte, Zufhrungs- Poren in der Haut; g Khren - frmige Ausfhrungs - ffnung. 2. Innrer Plan eines Wimper - Schlauchs , 4 /56o" gross mit */hoo" weiter Mndung vorn. Die ansitzenden Schwamm - Zellen sind dunkel (etwas zu zahlreich), die Interzellular - Substanz ist hell angegeben. 3. Der Wimper -Schlauch von aussen und der Seite seines Eingangs gesehen; strahlig liniirt, wenn es an Nahrung gebricht. 4. Zwei Wimper-Zellen aus dem Schlauche : a eine ungewimperte (V2000" V^ooo") und b eine gewimperte (Vsooo" Vooo"); a' b' dieselben in passivem kugeligem Zustande. 5. Idealer Durchschnitt eines Wimper -Schlauchs: a durchsichtige Rinden - Schicht (etwas hypo- thetisch); b Wimper- Zellen im Innern; c Eingang ins Innre (der im isolirten Zustande des Schlauches immer geschlossen ist, obwohl die Zellen noch fortwimpern). 6- Ein Stck der ussern Haut mit ihren Zufhrungs-Poren : a in ganz offenem, b in halb ge- schlossenem, c in ganz geschlossenem Zustande; d charakteristische Schwamm -Zelle dieser Haut ; e Stck einer dornigen Kiesel Nadel. 7- Gruppe natrlich aneinanderliegender Schwamm -Zellen der Haut (6d), mehr vergrssert. 8. Glatte Spindei-frmige Kiesel -Nadeln von ihrer ersten Entstehung an bis zur vollen Ent- wickelung: ac noch in den Kern -Zellen eingeschlossen; a * 1400", b '/40o" gross; d eine freiliegende Nadel , deren Schaft durch die Mitte der kugeligen Anschwellung fortsetzt ; e eine Spindel - frmige Nadel ohne Kugel. 9. Eine Wimper -Zelle, V^ooo" gross, die nach Auflsung der Schwamm -Gemeinde unabhngig umhergewandert ist und sich endlich mittelst eines vorgeschobenen Sarkode-Fortsatzes e fest- gesetzt hat; a zufhrende Strme, b eingeschlossene Nahrungs - Krperehen, c Kern, d kon- traktile Blasen. 10- Eine Gruppe solcher festsitzenden Wimper-Zellen von Uvella-Form, im Ganzen V700" gross. 11. Ein Ei (Keimkrner-Konglomerat) mit Keim-Krnern und einem Keim-Blschen a. S. 14. 12. Noch eine junge Spongille mit einem ausfhrenden Rhren - Fortsatz (\). 13- Eine Schwrm -Spore (bewimperter Embryo). S. 14. 14- Keimchen oder Gemmula, idealer Durchschnitt: a die Spicula- (Amphidiscus-) Kruste, b Leder-artige Kapsel, worauf die Amphidisken sitzen; c innre Zellen; d Nabel. S. 13. 15- Eine dieser inneren Zellen mit Keimkrnern. 16. Ein Stck der Leder -artigen Haut (14 3) mit durchsichtigen Mittelpunkten ihrer sechs- seitigen Felder. 17. Amphidiscus - artige Spicula: a von der Seite, und b von der strahlig gezhnten Scheibe aus gesehen. 18- Ein hnlicher Amphidiscus in seiner Zelle liegend. 19. Eine Schwamm-Zelle mit Nucleus und Nucleolus und Amben-artigen Fortstzen (*|). 20. Eine noch junge Schwamm-Zelle mit einer Kiesel -Nadel im Innern (*y). 21. Eine reife Schwamm-Zelle mit Blschen erfllt, aus einer jungen Gemmula ( 4 f). 22. abc Keim -Krner von verschiedener Grsse (*y). 23- Eine Saamen - Kapsel. 24. Saamen -Fden auf verschiedenen Entwickelungs - Stufen. Erklrung von Tafel II. Schwmme : Vioa, Thoosa. Dunstervillia, Auliscia, Tethya. (Fig. 1: nach Hancock; Fig. 2, 3: nach Bowerbank; Fig. 4: nach Cuvier Regne animal, Zoophytes, pl. 95.) Fig. 1. Vioa. a V. (Cliona) Fryeri Haue, in der durchscheinenden Schaale einer Placuna placenta liegend, mit den Punkt-frmigen Ausmndungen an der Oberflche (^) ; b, c der Schwamm heraus- genommen und auf verschiedenen Wachsthums-Stufen dargestellt, von seinem ersten Punkt- frmigen Zustande an bis zur ausgebildeten Grsse ; d Nadeln desselben Schwammes, Vii" lang, e V. (Cliona) celata: Schuppige Kiesel - Konkretion an ihrer Oberflche, ber ( 4 ). f Thoosa cactoides H. : doppelt Maulbeer - frmige Kiesel - Konkrezionen der Oberflche (quivalente der Amphidisken?), sehr vergrssert. 2. Dunstervillia (elegans) Bowb. : a in natrlicher Grsse, an einer Koralline sitzend ; b dieselbe 20 fach vergrssert; c Ausmndungen grosser kantiger Kanle zwischen dem Nadeln -Filz in dem zentralen Hohlrume des Schwammes (*y); d ein Queerschnitt rechtwinkelig zur Oberflche und parallel mit diesen Kanlen (' ); e eine Spindei-frmige und eine am Ende dreizackige Kalk-Spicula ( 1 {). 3. Auliscia Bowb.: Stck einer Hornfaser im mittein Lngs-Schnitt bei 3 y facherVergrsserung, die vom Zentral - Kanal der Faser Strahlen - frmig ausgehenden blinden Kanlchen zeigend. 4. Tethya (lyncurium) Lmk. : a ein vollstndiges Exemplar (-J-); b ein Stck im Vertikal- Schnitte, vergrssert, die Bndel -weise Stellung der Spicul u. s. w. zeigend; c ein Stck der Oberflche mit den Einathmungs -Poren, vergrssert; d ein solches Stck mit den Ausfhrungs-flhungen, vergrssert ; e eine innre Kiesel-Nadel, und / Stern-frmige Kiesel- Krperchen der Oberflche , beide noch strker vergrssert. Amorphozoa. Taf II. tt C TCu^bu**^* j Jh'lLcfcfTCCf C*xrlST"uSlt Erklrung von Tafel III. Polycystinen: Vertreter der Familien (nach Ehrenberg's Mikrogeologie, Berlin 1854). Fig. 1. Anthocyrtis mespilus Eb., fossil v. Barbados. 2. Ly chnoc an i u m lucer na Eb., ebenso. 3. Podocyrtis Schoniburgi Eb., ebenso. 4. Li tbocor y tbi u m oxylopbus Eb., ebenso. 5. Rbopalo caninm ornatum Eb., ebenso. 6. Petalospiris diaboliscus Eb., ebenso. 7. Haliealyptra finibriata Eb., ebenso. 8- Pterocodon campana Eb., ebenso. 9. Stephanastrum rhorubus Eb., ebenso. 10. Cornutella clathrata Eb., aus Tertir -Mergel von Caltanisetta. 11. Haliomnia Humboldti Eb., fossil von den Nikobaren. 12- Astrom ma Aristotelis Eb., fossil von Barbados. 13- Flustrella limbata Eb., fossil von Caltanisetta. A iuorpnozoa Tai! III. ! 1 I ' n CC 7 3jVif^ fcT - . ( v... ( (^ v :\ " 10 'g 13 ' } J i Vir /-V-. ^^w>^. : ? * 11 \ . : ,-, ' - :::. V-a . -:- , V$' . s \ - . Erklrung von Tafel IV. Polycystinen (Sphaerozoum, Collosphaera , Thalassocoa) und Noctiluca. (Der Inhalt ist entnommen von Huxley, Quatreiages und Busch.) Fig. 1. Sphaerozoum (Meyen) J. Mll. (A,B Sph. inerme ? J. M.; C F Sph. punctatum J. M. ; Thalassocolla punctata Huxl.), aus der Sdsee ? A, B: zwei Kolonie'n bei lngs-gezogner Form, massig vergrssert (|). C: dgl. bei runder Form, strker vergrssert (-). I) : ein kleiner Theil davon bei viel strkrer Vergrsserung, fnf Leerrume (Vakuolen) und vier Nest -Zellen zeigend, welche mit einem hellen l -artigen Kern in der Mitte ver- sehen und von Kiesel - Nadeln umlagert sind. E: eine Nest -Zelle noch weit strker vergrssert mit deutlichen Kiesel- Nadeln und die Strahlen - Fden und gelben Zellen zeigend, welche sie umlagern. F: zwei Kiesel - Nadeln dieser Art. 2. Thalassocolla nucleata Huxl. aus der Sdsee ? A : ein Individuum , massig vergrssert (). B: ein kleines Segment daraus bei weit strkrer Vergrsserung, die Nest -Zellen, die stigen Strahlen - Fden , die gelben Zellen zunchst um erste und viele Vakuolen in weitrer Umgebung derselben zeigend. V : die zentrale Kapsel (Zelle) von derber Haut umgeben und von Krner-Masse erfllt ( \ 5 ). 3. Collosphaera tubulosa J. Mll, aus der Sdsee? Kugei-frmiges Kiesel - Gitter mit wenigen etwas Rhren - artig fortsetzenden Fenstern, je eine Nest -Zelle der Kolonie um- gebend, welche im Innern durchscheint, bei etwas strkrer Vergrsserung. 4- Collosphaera Huxley i J. Mll, aus der Sdsee? Ein solches mit vielen nicht Rhren- frmigen Fenstern , die Nest - Zelle und die gelben Zellen im Innern durchscheinend ; strker vergrssert. 5. Noctiluca miliaris Lmk. (Mammaria Ehrb.) aus der Nordsee, undfC J) N. punctata Busch aus dem Mittelmeere. A: Von der Mndung der Nieren-frmigen Zelle ( 2 ) geht ein Geisel-frmiges (allen Poly- cystinen und Rhizopoden fremdes) Organ nach aussen und gehen die anastomosirenden Strahlen - Fden (Wurzel - Fsse , zum Theil Vakuolen einschliessend) nach innen aus und befestigen sich an den entgegenstehenden Wnden der Zelle, wo sie kaum noch Viooo Mm. dick sind. B: ein kleiner Theil, eine Sarkode -Platte am Vereinigungs - Punkt mehrer Scheinfsse ge- legen, an welchen so wie an der unten ausgespannten Brcke feine Krnchen sich hin und her bewegen. In der Mitte ist eine grosse runde Vakuole voll grner Krperchen, welche anscheinend die Nahrung des Thieres in diesem vergnglichen Magen-Raume bilden; darber links eine ovale leere Vakuole, rechts eine Spaltung am Grunde eines Scheinlsses. C: ausgebildete N. punctata; im Innern mit dem braunen Krper a und davon ausstrahlenden Wurzel-Fden, dem Stab-frmigen Krper b u. Keim-Krper c, aussen mit der Geisel d. I): ein Keim -Krper (c) aus dem Innern, sehr vergrssert. E, F, G, H, I: weitre Entwickelung desselben im Freien, mit dem Stab (b) nach aussen gekehrt, der Geisel d und Lappen - artigen Vorsprngen ee. Vgl. S. G4. Amorphozoa. B Taf. IV. !) 1 E F C A B jf< - 3 5 A B % c C J) 3 c J \Ju F d d 11 Crcu. xhaz&rb DrtuJce^ex-j Gt^^^'uJ^e. Erklrung von Tafel V. Polystomella strigillata (F.M.j d'Orb. (ein Theil von M. Schultze's (Organismus der Polythalamien) Taf. IV.) Die Yergrsserung der Schaale ist( 7 y-); jedoch die in Fig. 2. daraus hervortretenden Wurzel- fsschen mit den daran auf- und ab-laufenden Krner-Strmchen, welche den fachen Durchmesser der Schaale erreichen und erst bei 300 maliger Vergrsserung deutlich werden, in grsserem Maassstabe , aber sehr verkrzt dargestellt und hier nur zur Hlfte wiedergegeben. Die ganz involute Schaale ist in Fig. 1. leer, von der porsen End-Wand der letzten Kammer aus gesehen, ohne Angabe sonstiger Einzelnheiten dargestellt. Unter den Poren der End-Wand sind unten immer einige grssre unregelmssige. Fig. 2. die Schaale von der Seite, noch mit dem Thiere, lsst ihre innre Eiutheilung in radiale Kammern, die auf jeder Kammer stehende Reihe Spalt - frmiger ffnungen (die wenig- stens an dem letzten Umgange die Schaale ganz durchsetzen), die ber die ganze Oberflche zerstreuten warzigen Foren der Schaale, die berall aus ihnen hervortretenden kapillaren Wurzel- fsschen (verkrzt), die an ihnen auf- und ab-strmenden Krnchen, das rtliche Zusammenfliessen einzelner Fsschen oder ganzer Bndel derselben zu breiten Scheiben oder Platten wahrnehmen. .- ' I Erklrung von Tafel VI. Reprsentanten der verschiedenen RMzopoden - Familien nach d'Orbigny und (Fig. 1 und 16) nach Schultze, Fig. 1. Cornuspira planorbis Schz. Lebende Art aus Mozambique. 2- Fabularia discolithes Dfr. a in natrlicher Grsse ; b c d vergrssert, von vorn, von der Seite und im Durchschnitt parallel mit letzter. Fossil im Pariser Eocn - Gebirge. 3. Triloculina gibbad'Orb. vergrssert; ac von zwei Seiten, b von der End-Mndung aus dargestellt. In Fig. a b sind 3, in c nur 2 letzte Kammern sichtbar. Miocn. 4- Guttulina communis d'Orb. vergrssert; ac von zwei Seiten, b von der terminalen End - Mndung aus. Miocn. 5. TextulariaMariae d'Orb. vergrssert; ac von zwei Zeiten, b von der seitlichen End- Mndung aus. Miocn. 6. Cassidulina crassa d'O. vergrssert; a von oben in der Richtung der Achse, b von der Seite, die Achse waagrecht. 7. Triloculina: 2 junge Individuen, das erste aus der Kern-Zelle und einer ersten Kammer bestehend, mit dem Thiere. 8. Anomalina variolata d'O. vergrssert; ac von der involuten und der offnen Scheiben- Flche; b im Profil, die erste Seite nach oben gewendet; b und c die an die letzte Windung angepresste End -ffnung zeigend. 9- Globigerina bulloides d'O. vergr. ; ab c von unten, neben und oben. Miocn bis lebend. 10. Robulina Ariminensis d'O. vergrssert; ab bei queer-liegender und stehender Achse gesehen, von der End- und von der Seiten - Flche aus. Miocn bis lebend. 11. Nummulina radiata d'O. vergrssert; ab ebenso. Miocn. 12- Dendritina elegans d'O. vergrssert; ab ebenso. Miocn. 13- Pavonina flabelloides d'O. vergrssert; a von der Seite, b von der End -Flche aus gesehen. Bei Madagascar lebend. 14- Nodosaria bacillum Dfr. ab ( T ) Varietten ; cde vergr. Anfangs- und End-Kammern. 15- Frondicularia an nularis d'O. vergrssert; a von der breiten Seite, b von der Mndung, c von der schmalen Seite gesehen. l(j. Cyclolina cretacea d'O., etwa auf ( T ) vergrssert; a von der grossen Seiten - Flche, b von der Umfangs - Flche aus gesehen; c ein Stck der letzten mehr vergrssert. Im Kreide - Gebirge. 17. Acervulina inhaerens Schz. ( 7 T 2 ) an einer Koralline sitzend. Im Meere bei Ancona lebend. Aiuorphozoa. Taf.Vl. it treu zhfnJtr Erklrung von Tafel VII. Struktur von Kammer -zeitigen Foraminiferen : Orbitulites, Orbiculina und Conoclypeus. Die Figuren sind entnommen von Carpenter in Philosophical Transactions 1856, CXLV1, pl. 4, 5, 28, 29, 30. 1 Orbitulites. A: Individuum mit einfacher konzentrischer Kammern-Schicht, an mehren Stellen aufgebrochen; zeigt die natrliche Oberflche mit den Zellen entsprechenden Anschwellungen und den natrlichen Kreis-Rand mit einfacher Poren-Reihe ; dann den mittein Durchschnitt parallel der Kreis-Flche, a die Keim-Zelle, bb die nchste halbspirale Zelle, cc die konzentrischen Zellen Kreise darum , durch zircularen Verlauf der ffnungen in den radialen Zwischen- wnden verbunden ; ferner die radialen Verbindungen von dem Zwischenraum zwischen 2 Zellen eines Kreises zu einer Zelle des nchst-usseren Kreises gehend und die letzten d an der Oberflche ausmndend , wo sie bei weiterem Fortwachsen sich kreisfrmig ver- einigend einen neuen Kreis von Zellen bilden wrden ; ee die Zellen in ihrer vertikalen Ausdehnung, wie sie in radialer Richtung aufeinander folgen; ff die Zwischenwand zwischen 2 Zellen-Kreisen, von den radialen Poren durchsetzt ( T ). B: radialer Durchschnitt von Fig. 1a von der Keim-Zelle aus durch smmtliche Zellen-Kreise mit den radialen und den kreisfrmigen Poren -Verbindungen der Zellen ( 3 T ). C: hnlicher Durchschnitt durch ein andres Individuum, wo sich der Anfang zu 2 Zellen- Schichten aufeinander zeigt ( 3 T )- I) : dergleichen durch den zentralen Theil eines Individuums, wo erst 1, dann 3 und zuletzt 4 Zellen-Schichten vorhanden sind ( 5 T ). E: Durchschnitt in der Mittel-Ebene einer Schaale mit ihrem Sarkode-Inhalt, um den spiralen Anfang der ersten Zellen-Ringe aus B 8 radialen Poren der Keim-Zelle zu zeigen Cf ). 2. Orbiculina adunca (Ficht, u. Moll sp.). A: Ein noch junges Individuum (y) mit wenigen nur an einer Seite Spiral angesetzten Kammern, von aussen gesehen. B: Ein altes dergl. ( T 6 ), wo die letzten Kammern zyklisch um die anfnglich spiralen herum- greifen, von aussen gesehen mit kennbarer Zellen-Eintheilung. C: Ein altes (W), woran sich aber der geschlossene Rcken -Rand der Umgnge oben links nicht zurck-, sondern nur der Bauch -Rand derselben vorwrts um die frheren herum ausgedehnt hat, daher dieses Individuum trotz seines Alters noch in spiralem Wachsthum begriffen ist. Das Innre, im Durchschnitt parallel der Oberflche. D: Kreis-Rand (y), woran erst eine Reihe Zellen -Mndungen (einer Kammer- Schicht ent- sprechend) vorhanden ist. E: dergl. mit 3 4 Reihen, eben so vielen innern" Kammer- Schichten entsprechend, von welchen die Zellen der obersten dahinter sichtbar sind. 3, Cyeloclypeus Carp. p A : Die ussre Oberflche eines halben Individuums ( T ). B : Ein senkrechter Durchschnitt in der Richtung der Achse, um die einfache Kammer-Schicht in der Mitte und die sie an beiden Seiten berlagernden Wand-Schichten zu zeigen, mit den durch die Kreiswnde wagrecht gehenden Poren - ffnungen. Rechts ist ein Stck wagrechten Durchschnitts durch diese Kammer-Schicht gegeben, um ihre zyklische Bil- dung und Zellen-Abtheilung zu zeigen. C: Eine einzelne Zelle eingeschlossen zwischen 2 seitlichen und 2 zyklischen Wnden, die sie vom vorhergehenden und nchst- folgenden Zellen - Kreise trennen, a Zelle; bb' an- grenzende Zellen desselben Kreises, von voriger durch je eine Wand aus 2 Lamellen ge- trennt ; cc ' zwei angrenzende Zellen des vorangehenden und dd ' zwei des folgenden Kreises, wovon sie durch die Kreiswnde ee', ee' getrennt werden, whrend sie jedoch durch die Kanlchen ff damit im Zusammenhang bleiben. Zwischen beiden Lamellen der Wnde zwischen a und bb' verlaufen die Wand - Gefsse , welche an jede der 2 sie seitlich angrenzenden Zellen 2 kurze schiefe Zweige abzugeben scheinen, je 2 andre schiefe Zweige durch die Kreiswnde hindurch in die Zwischenwnde der 2 Kammern cc ' und dd ' der beiden anstossenden Kreise senden und noch andre bei gg senkrecht aufwrts zu andern Gelassen derselben Zwischenwand schicken. Endlich haben auch die Kreiswnde noch ihre Gefsse hh , hh ' . D : Ideale Figur eines kleinen Stckes Zellen-Schicht mit der oben darauf liegenden Lamellen- Schicht, von vorn und von rechts geffnet, aa Obre Wand aus zahlreichen aufeinander geschichteten Lamellen ; bb ein Theil der Dicke der nntern Wand, beide Wnde in ihrer ganzen Dicke pors (oder rhrig) ; cc umgekehrt Kegel - frmige , nicht porse Theile in diesen Wnden, deren Grundflchen kleinen Wrzchen dd auf der Oberflche entsprechen und deren Spitzen auf solchen Stellen der Zellen-Schicht stehen , wo Wnde dreier Zellen zusammentreffen; sie sind oft von Waud-Gefssen durchzogen, die von jenen aufwrts zur Oberflche gehen ; ecee (das obere e msste 3 '" weiter links stehen) ebenfalls nicht rhrige Platten , welche als Fortsetzungen der Kammer - Wnde durch die Lamellen- Schicht gehen ; ff ffnungen in der Kreis - Wand , wodurch Zellen verschiedener Kreise mit einander in Verbindung stehen ; gg dergleichen vom Innern der Zellen aus gesehen ; hh je 2 bis 3 in einer Zwischenwand zwischen Zellen eines Kreises bereinander liegende Gefsse; i eine Wand, woran das System der Interseptal-Kanlchen vollstndig entwickelt ist; hh Haupt -Gefsse, welche lngs der Zellen -Wnde in der Decke der Zellen nach den Spitzen der oben erwhnten Kegel dd ziehen. Amorpliozoa Taf. MI. ' loJk /ec J)riLckfrt . W Crciz6cuie>)tkrlyrU4i\ Erklrung von Tafel VIII. Fig. 1: Encystirungs-Prozess von Amoeba bilimbosa Auerb. Fig. 2 7 : Steinkerne aus fossilen tertiren Pol ythalamie it-Schaale n. Die Abbildungen sind gegeben nach Auerbach in der Zeitschrift fr wissenschaftliche Zoologie^ 1850, VII, Taf. 10, nach d'Orbigny; und nach Ehrenberg in den Abhandlungen der Preus- sischen Akademie, 1855, Taf. 3 5. 1. Amoebabilimbosa Arb. , '/so */s5 "' gross, mit welliger doppelter Kontur; die ein- geschlossene Sarkode mit mehren Vakuolen und Algen-Trmmern im Innern der Krnchen- Masse, in B und C auch mit sichtbarem Nucleus und Nucleolus (n); A die Scheinfsse ausstreckend, B zur Encystirung zusammengezogen, C encystirt mit deutlicher dunkler Cyste ; D E junge Thierchen , die sich wahrscheinlich aus encystirten Individuen gebildet haben, mit 2 3 eigenthmlichen granulirten Krperchen im Innern. Europa. 2. Borelis=AlveolinaHaueri d'Orb. mit den End-Mndungen und einem Einblick ins Innere (das Zellen- und Kanal -System ist hier nicht vollstndig zu sehen). Aus Wiener Miocn - Schichten. 3. Spiroplecta: Kammer-Ausfllungen erst in spiraler einfacher, dann in gerader doppelter wechselstndiger Keihe, wie hei Textilaria. Aus Eoen-Kalk Alabama's. 4. Amphistegina Javanica Eb. , die Mndungs - Hlfte ('j ). Die einzelnen Kammer- Ausfllungen der letzten Windung sind reitend auf der vorletzten, die sie ganz umschliessen; ein langer dorsaler Lappen jeder Kammer luft hinten spitz aus (aa) ; die 2 bis zum Nabel herabhngenden Schenkel (a' a'J sind mehrfach durchbrochen; die dorsalen Lappen zweier aufeinander folgenden Kammern durch mehrfache ffnungen (b, b) mit einander verbunden; c ein Siphon, welcher alle Kammer-Endwnde spiral durchsetzt ; bei e sitzt die letzte Windung auf der vorletzten auf; d grosse Poren-Kerne der Schaale; x die Keim-Zelle. Ein den Sipho begleitender Gefss- Stamm konnte nicht deutlich mit angegeben werden. Aus Java 5. Nummulina striata C 1 " ), zwei Kammern - Kerne aa, reitend auf der vorangehenden Windung gg ; die Schaale der zwischen ihnen gelegenen Scheidewnde von einer ventralen Mndung (bb) durchsetzt, welche von einem feinen Gefss-Stamme (ce) begleitet wird, der in jeder Seheidewand einen verzweigten Ast abwrts (dd) und aufwrts (ee) sendet, diesen zu einem Gefss -Netze (ff), welches den ganzen Dorsal -Theil der Schaalen - Wand durch- zieht. Tertir , von Alet. t). Nonionina? Bavarica Eb. ( x %}); zeigt die spirale lleihe der Kammer-Kerne des letzten Umgangs (aa) , auf dem vorigen reitend und ihn ganz einschliessend ; b die subventrale Mndung der letzten Kammer -Wand, auch in allen vorangehenden kenntlich; dd radiale stige Gefsse in den Scheidewnden der Kammern , welche in ein Gefss-Netz ff in der Rcken - Wand der Schaale ausgehen ; ee sind sehr starke gebogene gabelige Gefsse in deren Seiten-Wnden; .r die Primordial- oder Keim - Kammer. Tertir, von Traunstein in Bayern. 7, Spirilo culina-Ke rn : aus Javanischem Kalke, ein aus 10 Halbspiral-Kammern gebildeter Kern , woran bei c ein grosses Gefss sichtbar wird , whrend zahlreiche Poren dd durch die weggebeitzte Schaale die aufeinander liegenden Kammern mit einander verbinden. Amorphozoa. Tai' \TIL f^sOB^e^^^B^ESSF^ 7 C^rr-i'x t' iolx: lec Jjr-m'/cvr-e* D H. Li'euat&CUULer} ( ' u---;y> u/u . Erklrung von Tafel IX. Typen der Infusoria Flagellata. Die Figuren sind von Ehrenberg, Dujardin , Perty und Weisse entlehnt. (Der sehr ungleiche Vergrsserungs-Maassstab ist bei jeder Figur angegeben.) 1. Monas guttula Eb. A: bei 300facher Vergrsserung. B: in Queertheilung, dsgl. C : bei 2000 f. Vergrsserung, das Wirbeln der Geissei zeigend. 2. Uvella glaucoraa Eb. A: mit und obne Geissein ( 3 y). B : bei 800 f. Vergrsserung. C: Beeren-artige Gesellschaft ( 3 ). 3. Polytoma uvella Eb. mit 2 Geissein. A,B: Einzelnthiere bei 300 f. u. 800 f. Vergr. C,I) : in Vieltheilung begriffen, bei 300- und 450 maliger Vergrsserung. 4. Microglena monadin a Eb. A : 300 mal vergrssert. B : 480 fach vergrssert. 5. Glenomorum fingen s Eb. A,B : Einzelnthiere bei 300 fach, und 480 f. Vergrsserung. C: Gruppe: 300 fach vergr. (j. Cercomonas truncata Duj. A,B : Zweierlei Wechselformen, vergrssert. 7- Doxococcus globulus Eb. Bei 300 m. Vergrsserung. 8- C h i 1 o m o n a s p a r a m e c i u m Eb. A,B : Einzelnthiere mit und ohne Geissein (380 fach). C: Ein Thier in Zweitheilung (250 m. vergr.) 9. Amphimonas caudata Duj. (800mal vergrssert). A,B: Ein Thier mit 2 Geisseifden in zwei Ansichten. 10. Heteromitus ovatus Duj. (?Bodo grandis Eb.) : 500 fach vergrssert. A,B : Kleinres und grsseres Thier. 11. Phacus pleuronectes (Nitzsch sp.) Duj., 300 fach vergr. A : grosses , B : kleines Individuum. C: von der schmalen Seite gesehen. 12- Prorocentron micans Eb. ( l /36'"gr.) A,B : in 2 Ansichten. 13 Astasia haematodes Eb. ( 4 f). Zwei Individuen in verschiedner Streckung (die Geissein nicht angegeben). Fig. 14. Euglena sanguinea Eb. ( 3 &). A,B.C : drei Individuen in verschiedner Lage und Zusammenziehung. 15. Chlorogonium euchlorum Eb. ( 3 f ). A-E: Fnf Exemplare, innerhalb deren Haut- Panzer sich die fortschreitende Theilung in verschiedenen Kichtungen bis zur Trauben-Form und zum Ausschwrmen der Jungen zeigt. 16- Colaeium stentorinum Eb. Zwei Einzelnthierchen ( s ), und andre in Folge unvollendeter Selbsttheilung zusammenhngend in Bschel-Formen. 17. Distigma viride Eb. (*<>) verschiedne Zusanimenziehungs-Formen. 18- Hexamitus nodulosus Duj. ( ,; *). Vielleicht die unvollendete Lngstheilung einer andern Sippe? 19- Polyselmis viridis Duj. (*) (hat gewhnlich 4 5 Geissel-Fden). 20. Peranema globulosa Duj. ( S T ). 21- Zygoselmis nebulosa Duj. ( (i f) in 3 verschiednen Zusammenziehungen. 22- Heteronema marina Duj. ( 5 f). 23- Trypomonas volvocina Prt. (Trachelomonas v. Eb.) oben: zwei lebende Individuen, unten : ein grsseres todt. 24- Chonemonas Schranki Prt. (Chaetoglena sp. Eb.) 25- Glenodinium tabulatum Eb. A : von Stirn- und Hinter-Seite. B: kleineres Exemplar, wirbelnd. 26- Ceratium tripos Nitzsch ( 3 ). (Peridinium tripos Eb.) A : von der rechten Seite. B: vom Kcken gesehen. 27. Diuobryon Sertularia Eb. A : Einzelnthier in seiner Scheide B: Infusorien-Stock'aus bereinander spros- senden Scheiden ( 3 ). 28- Darstellung der Wimpern-Bewegung (Duj.) wie sie S. 92 beschrieben ist. i s r)- i 5 ? )- ( 3 ?)- < s r)- Amorpihozoa Taf IX | M 13 tt II to .9 a 7 6- J -f j" 2 , :-: 13 f ft lo 9 8 7 6 S 4 3